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am 9. November 2009
Stuttgart, Köln, Dresden, Berlin ' - der "Neue Atheismus" ist auf Deutschlandtournee, und das mit eigenem Doppeldeckerbus. Medienwirksam prangt darauf die Botschaft: "Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott." Man könnte meinen, der Oxforder Professor für Mathematik John Lennox will just diese Behauptung mit ihren eigenen "Waffen" schlagen. In seinem Buch "Hat die Wissenschaft Gott begraben?" führt er ausgerechnet die geballte Kraft der Stochastik gegen das Postulat der Verächter des Glaubens zu Felde, oder besser: lädt sie im Gericht als Zeugen vor und stellt sie in den Dienst eines Indizienprozesses zu Gunsten des Theismus. Denn darum geht es eigentlich: um eine wissenschaftliche Rechtfertigung des Glaubens an einen Gott gegenüber den Vorwürfen einer vermeintlich voraussetzungslosen, materialistischen (bzw. naturalistischen) Sichtweise, die ohne eine höhere Instanz, ohne Transzendenz und Glauben auszukommen meint. Der Titelfrage "Hat die Wissenschaft Gott begraben?" setzt das Buch die These entgegen, dass nicht Wissenschaft und Glaube an eine schöpferische Intelligenz in einem Widerspruch zueinander stehen, sondern lediglich die theistische Weltanschauung zu der materialistischen.
Tatsächlich existiert Lennox' Buch schon länger als die Buskampagne, jedoch ist sein Beitrag jüngst in achter, völlig überarbeiteter und deutlich erweiterter Neuauflage erschienen (erstmals 2002; damals schlanke 144 Seiten). Immer mit der Absicht, den Theismus als loyalen Partner des logischen Denkens und Forschens zu bewähren, durchschreitet Lennox in zwölf Kapiteln das gewaltige Terrain der empirischen Naturwissenschaften: von ihrer theoretisch-philosophischen Grundlegung über die Kosmologie zur Evolutionsbiologie und bis in die entlegensten Winkel der Genetik. Der Autor macht dabei deutlich, dass alle Wissenschaft an einem gewissen Punkt auf letztlich nicht beweisbare Grundannahmen zurückgreifen muss - sie muss "glauben", um zu "wissen". Warum also nicht an einen Gott glauben? Lennox' umfangreiche Ausführungen lassen die Annahme eines Schöpfergottes im Kontext naturwissenschaftlicher Forschung nicht nur denkbar erscheinen, sondern legen sie sogar nahe.
Der Mathematiker bemüht allerlei Schwindel erregend hohe sowie unvorstellbar winzige Zahlen um zu belegen, welche schier unbegreiflichen kosmologischen und mikrobiologischen Feinabstimmungen nötig sind, um Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen und zu erhalten. Den Zufall als Ursache hält er für ausgesprochen unwahrscheinlich. Doch Lennox belässt es nicht bei einem Gott als "Lückenbüßer" für naturwissenschaftliche Erklärungsnöte, sondern erblickt göttliches Wirken im Zentrum allen Lebens, genauer, in jedem noch so kleinen Zellkern. Denn ein weiteres eindrückliches Indiz für eine schöpferische Intelligenz sei die Fülle an Information, die jeder Zelle in Form von DNS eingegeben ist. Die Herkunft von Information sei nicht mit dem Prinzip der "Selbstorganisation" erklärbar, Unordnung könne nicht selbst Ordnung hervorbringen. Dass etwas derart Komplexes wie genetische Information durch die blinden Kräfte der Naturgesetze entstanden sein soll, scheide daher (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) als Erklärung aus.
Der Oxforder Professor vermeidet die Rolle eines "Experten für alles", stattdessen lässt er eine Vielzahl anderer Wissenschaftler zu Wort kommen - darunter auch etliche bekannte Kritiker des Theismus (z. B. Richard Dawkins, Christopher Hitchens, Carl Sagan). Immer wieder bringt er profilierte Persönlichkeiten und Positionen in einen Diskurs miteinander, lässt sie streiten, einander widerlegen und wiederum Einspruch erheben, ehe er sein Urteil formuliert. Man kann dem Autor gewiss nicht vorwerfen, er mache es sich leicht mit den Verfechtern einer von Gott befreiten Welt. Dem Leser wird auf diese Weise ein wahrer Fundus an Zitaten, Quellen und Referenzen dargeboten. Eine Begleiterscheinung davon ist jedoch, dass sich einzelne Diskussionen unnötig in die Länge ziehen und ihnen der schale Beigeschmack des bloßen name dropping anhaftet. Letzteres gilt vor allem dann, wenn ein und dasselbe Argument nur in verschiedenem Wortlaut von verschiedenen Leuten wiederholt wird. Was indes gut gelingt, sind die Beispiele und Vergleiche, mit denen der Autor die oft abstrakten Sachverhalte anschaulich werden lässt. Wer hätte gedacht, dass Tante Mathildes Kuchen, der Motor von Henry Ford und auf Schreibmaschinen tippende Affen wichtige Probleme und Einsichten der Wissenschaft verständlich machen können? Das hohe Maß an Anschaulichkeit ist ohne Zweifel eine der Stärken des Buchs. Überdies akzentuiert Lennox das Buch gekonnt mit seinem trockenen Humor, so dass es - trotz des streckenweise hohen Anspruchs - erstaunlich gut lesbar ist (was im Übrigen auch als Verdienst der gelungenen Übersetzung gelten darf).
Jenseits des naturwissenschaftlichen Gehalts stellt sich die Frage nach dem theologischen Nutzen der Lektüre. Der erweist sich als in zweifacher Hinsicht begrenzt: Mit der Rehabilitierung des Theismus ist ein - aus christlicher Perspektive - alles entscheidender Schritt noch nicht getan, nämlich der Schritt zum Glauben an Jesus Christus als Sohn Gottes. Die zweite Einschränkung betrifft die Grenze von Apologetik (d.h. Verteidigung des Glaubens mit Argumenten) überhaupt. Sinnvoll genutzt eröffnet sie in einer Diskussion den Gesprächsrahmen für zentralere Glaubensthemen und das persönliche Evangeliumszeugnis. Denn: Apologetik allein kann niemanden in den Himmel diskutieren. Im ungünstigsten Fall erntet sie - trotz der besseren Argumente - weder offene Herzen noch Zustimmung, sondern lediglich verhärtete Fronten. Und auch als Christ sollte man sich vor dem Missverständnis hüten, den Glauben erst naturwissenschaftlich rechtfertigen zu müssen, ehe man ihn (für sich selbst, wie für andere) als glaub-würdig erachtet. Christus ergreift den Menschen und seine Vernunft, nicht umgekehrt!
Es wäre wünschenswert gewesen, Lennox hätte die Grenzen seines apologetischen Ansatzes in diesem Sinne transparent gemacht. Ungeachtet dieser Kritik lässt sich jedoch festhalten, dass der renommierte Mathematiker mit seinem Buch einen wertvollen und hochaktuellen Beitrag leistet, der insbesondere gegenüber den Anmaßungen des neu aufkeimenden Atheismus wichtige Impulse setzt. Sein faktenreiches, über weite Strecken ausgesprochen spannendes Buch dürfte wohl auch skeptischen Leserinnen und Lesern ein ehrfürchtiges Staunen über diese wunderbare Schöpfung abnötigen.

Kolja Koeniger

ichthys 25 (2009), 2009|2, 247f.
11 Kommentar|77 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Juni 2004
Lennox ist es meiner Meinung nach gelungen vor allem Einsteigern einen guten Überblick über das Thema "Glauben und Wissenschaft" zu geben.
Sein Hauptziel ist es nicht, wie hier in einer anderen Rezession behauptet Gott zu beweisen (er selbst sagt, dass dies auf naturwissenschaftlichem Weg nicht möglich ist), sondern zu zeigen, dass Wissenschaft und Glaube/Religion keine unvereinbaren Gegensätze darstellen. Dabei untersucht er Argumente von großen Materialisten/Naturalisten wie Dawkins und Atkins mit Hilfe der neusten Erkenntnissen der Wissenschaft. Nachdem er sämtliche für diese Diskussion wichtigen Begriffe (Komplexität, Materialsmus, Reduktionismus uva) definiert und erklärt hat, kommt Lennox eben irgendwann am Punkt "Evolutionskritik" an. Diese Kapitel des Buches fassen im Groben zusammen, welche Widersprüche sich in letzter Zeit für die (Neo-) Darwinistische Evolutionstheorie ergeben haben. Es geht ihm hierbei aber nicht darum die Evolution komplett zu widerlegen, sondern dem Leser klar zu machen, dass wir es mit einer wissenschaftlichen Theorie und keiner Tatsache zu tun haben. Mikrorevolution, Natürlich Auslese und positive Mutation beweist Lennox sogar.
Erst auf den letzten 6 Seiten, nachdem er das ganze Thema objektiv beleuchtet hat, lässt er dann seine eigene Meinung einfließen.
Fazit: Ein sehr lesenswertes und teilweise sogar spannendes Buch.
1313 Kommentare|60 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Mai 2010
Ein wirklich lesenswertes Buch für alle, die zwischen Naturwissenschaft und Mystik um einen Standpunkt in der Diskussion um die Existenz Gottes ringen. Der manchmal radikal und kämpferisch vorgetragene Atheismus akademischer Materialisten wird in diesem Buch mit akribischer Nüchternheit und Gründlichkeit auf der Basis wissenschaftlich bekannter Tatsachen und einer Vielzahl von Zitaten anerkannter Wissenschaftler in seine Schranken verwiesen. Zurück bleibt eine Nachdenklichkeit in dieser Frage, die doch nicht so einfach zu beantworten ist. Einige mathematische Überschlagsrechnungen - vorgelegt von dem Mathematiker und Autor John Lennox- legen den Eindruck und die Vermutung nahe, dass ohne eine planhaft wirkende Intelligenz- ob wir sie nun Gott nennen oder nicht- die gegenwärtige Form unserer Welt und des Lebens nach dem derzeitigen Stand des Wissens nicht erklärbar sind.

G. Riehl
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am 2. Januar 2003
Dr. John Lennox, Mathematiker und Philosoph an der Universität Oxford legt eine kritische Analyse moderner Denkvoraussetzungen zum Thema „Glaube, Vernunft und Naturwissenschaft" vor. Durch Zitate namhafter Naturwissenschaftler und Philosophen stellt er die Argumente der atheistischen und der theistischen Deutung des Universums und des Lebens möglichst objektiv dar. Dabei geht es vorrangig um die Frage, ob die beobachtete Feinabstimmung des Universums als Lebensraum sowie das Leben selbst einen Planer voraussetzt, oder ob Zufall und Notwendigkeit zur Erklärung ausreichen.
Die Argumente werden für den Laien nachvollziehbar auf unzulässige Verallgemeinerungen oder Rückschlüsse, sowie auf Übereinstimmung mit wissenschaftlichen Beobachtungen geprüft. Der Leser wird mitten in den Kampf der Atheisten gegen den Glauben an Gott hineingestellt, z.B. mit folgendem Zitat von Richard Dawkins (Oxford Professor für öffentliches Wissenschaftsverständnis): „Der Glaube ist eines der großen Übel der Welt, vergleichbar dem Pockenvirus, aber schwerer auszurotten".
Vielleicht wundert sich mancher über diese feindseligen Worte, aber zumindest die Widerstandsfähigkeit des Glaubens wird von Dawkins richtig eingeschätzt. Das geht aus einer Veröffentlichung des Wissenschaftsmagazins „Nature" aus dem Jahr 1997 hervor. Danach hat sich der Prozentsatz der an einen persönlichen Gott glaubenden Naturwissenschaftler in den letzten 80 Jahren in den USA nicht geändert.
Aber auch die Gläubigen sollten ihre Lektion lernen, z.B. aus dem traurigen Kampf zwischen Kirche und Galilei. Lennox schreibt: „Eine Lehre für diejenigen, die die Bibel ernst nehmen, sollte sein, dass sie demütig genug sind, zwischen den Aussagen der Bibel und ihrer eigenen Interpretation der Bibel zu unterscheiden. Die Bibel könnte ja einfach komplexer sein, als sie auf den ersten Blick denken, und es könnte die Gefahr bestehen, dass man sie verwendet, um Gedanken zu rechtfertigen, die sie selbst nie zu lehren beabsichtigte."
Er vermeidet deshalb umstrittne Argumente, wie z.B. die Ansicht, dass es vor dem Sündenfall keinen Tod gegeben habe sowie jede Auseinandersetzung über das Alter der Erde und der verschiedenen Arten von Lebewesen. Deshalb wird zwar mancher Christ seine Argumentation als unvollständig kritisieren. Wir sollten aber bedenken, dass es angesichts einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 1/1040 000 für die zufällige Entstehung des Lebens (Schätzung des Astrophysikers Fred Hoyle) keine Rolle spielt, ob die Erde 104 oder 1010 Jahre alt ist (in Worten zehntausend oder zehn Milliarden). Unser Herr Jesus Christus nahm auf die Denkvoraussetzungen der Sadduzäer Rücksicht, die nur die 5 Bücher Moses als authentisch betrachteten, indem er in seiner Diskussion mit ihnen nur aus den Moses Büchern zitierte. John Lennox folgt in seinem großartigen Buch diesem Beispiel und dem des Apostel Paulus und wird „den Wissenschaftlern ein Wissenschaftler" - allerdings einer, der viele unangenehme Fragen stellt und uneingeschränkt die Wahrheit aller Argumente durchleuchtet. Dadurch ist sein Buch in besonderem Maße für die Skeptiker des Schöpferglaubens eine Herausforderung, der sich kein ehrlicher Wahrheitssucher verschließen kann. Dies wird durch folgendes Beispiel verdeutlicht: Ein namhafter Biologieprofessor an der Universität Oxford besucht den Autor, sieht das Manuskript des vorliegenden Buches und interessiert sich dafür. Obwohl er reichlich mit Arbeit überhäuft ist, bringt er schon am nächsten Tag das Manuskript - bis zur letzen Seite voll mit seinen Anmerkungen - mit dem Kommentar zurück: „Dieses Buch hat mich wie kein anderes zum Nachdenken provoziert. Es bietet eine ideale Gesprächsbasis. Ich möchte am liebsten jedem Kollegen in Oxford eine Kopie geben."
Das Buch ist aber nicht nur für Professoren geeignet. John Lennox gelingt es meisterhaft, schwierige Zusammenhänge und philosophische Probleme wie Kategoriefehler mit anschaulichen Beispielen zu verdeutlichen. Wenn z.B. Tante Matilde einen Kuchen backt, so können Naturwissenschaftler zwar alle möglichen Fragen Wie-Fragen z.B. nach Zusammensetzung, Nährwert u. a. untersuchen und beantworten, aber die Frage, warum der Kuchen gebacken wurde, ist mit naturwissenschaftlichen Methoden prinzipiell nicht zu erforschen. Würde jemand aus dieser Tatsache den Schluss ziehen, der Kuchen sei zu keinem Zweck gebacken worden, so würde er einen Kategoriefehler begehen. Dennoch behauptet Peter Atkins: „Die Wissenschaft benötigt Zwecke nicht [...] All der außergewöhnliche, wundervolle Reichtum der Welt kann als ein Aufwachsen vom Dunghaufen sinnloser, miteinander verknüpfter Zersetzung ausgedrückt werden". John Lennox fragt nun, was wohl Tante Mathilde dazu sagen würde und kommentiert: „Es ist eine Sache, (mit Recht) zu behaupten, dass die Naturwissenschaften Fragen nach Ziel und Zweck nicht beantworten können; es ist eine ganz andere, Ziel und Zweck selbst als Illusion anzusehen."
Besonderer Dank gebührt dem Autor für die umfangreiche und äußerst nützliche Sammlung von Zitaten namhafter Wissenschaftler. Z.B. zitiert er den Genetiker Niles Eldredge: „...ich fand heraus, dass Arten, sobald sie in der Fossildokumentation erscheinen, dazu neigen, sich überhaupt nicht viel zu verändern. Arten bewahren wie selbstverständlich einen unerschütterlichen, erbitterten Widerstand gegenüber Veränderung - oft mehrere Jahrmillionen lang." Dieses Urteil wird von Colin Patterson vom Naturgeschichtemuseum in London unterstützt. Im Zusammenhang mit der Diskussion um den Archaeopteriyx, der häufig als Übergangsform zwischen Reptilien und Vögeln genannt wurde, schreibt er: „Um die Karten auf den Tisch zu legen: Es gibt nicht ein einziges solches Fossil [das eine Ahnen- oder Übergangsform darstellt], für das man ein wasserdichtes Argument ins Feld führen könnte". Als weitere Kostprobe sei der Biophysiker Dean Kenyon zitiert: „Wenn die Wissenschaft auf der Erfahrung beruht, dann sagt uns die Wissenschaft, dass die in der DNS verschlüsselte Botschaft von einer intelligenten Ursache herrühren muss. Was für eine Art intelligenter Urheber war es? Alleine kann die Wissenschaft diese Frage nicht beantworten; sie muss sie der Religion und Philosophie überlassen. Doch das sollte die Wissenschaft nicht daran hindern, Hinweise auf einen intelligenten Ursprung anzuerkennen, wo immer diese auftauchen mögen."
Einen solchen Hinweis gibt der Beginn des Johannesevangeliums: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." John Lennox schreibt dazu: „Im Altgriechischen ist das Wort, das man mit „Wort" übersetzt, logos, das von griechischen Philosophen oft für das rationale Prinzip, das das Universum regiert, verwendet wurde. Hier haben wir die theologische Erklärung für die rationale Verständlichkeit des Universums: Es ist das Produkt des Geistes schlechthin, des göttlichen logos. Denn was hinter dem Universum steht, ist viel mehr als ein rationales Prinzip. Es ist Gott, der Schöpfer selbst. Es ist keine Abstraktion oder unpersönliche Kraft, die hinter dem Universum steht. Es ist ein persönlicher Gott. Und genau wie Tante Mathilde nicht Teil des Kuchens war, so ist Gott nicht ein Teil des Stoffs, aus dem das Universum besteht... Die Wissenschaft hat also keineswegs Gott begraben. Nicht nur zeigen die Ergebnisse der Wissenschaft in die Richtung seiner Existenz - ich behaupte, dass das naturwissenschaftliche Unternehmen selbst erst durch Gottes Existenz seinen Sinn erhält".
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am 22. Februar 2008
Kann Gott, kann Glaube überhaupt Gegenstand der Wissenschaft sein? Schließen sich Glaube und Wissenschaft kategorisch aus? Wie glaubensfrei waren und sind Wissenschaftler? John Lennox, Professor in Oxford, geht mit einer erfrischenden Logik diesen unverändert brennenden Fragen nach. Mit seiner unaufgeregten Sachlichkeit hebt er sich wohltuend von jenen lärmenden, Aufmerksamkeit erheischenden Atheisten ab, die in moderner, evolutionistisch verbrämter Verkleidung nur alte Theorien wieder aufbrühen.
Was Lennox in den ersten Kapiteln aufzeigt ist vor allem, dass sich nicht Wissenschaft und Glaube, sondern Naturalismus/Materialismus und Gottesglaube ausschließen. Ersterer ist dabei selbst eine Ideologie ' ein 'Glaube' ' der an Stelle des Theismus den Glaube an die Natur stellt und die Frage nach dem Woher und Warum unbeantwortet lassen muss. Wissenschaft, so Lennox, muss in ihrer Vorgehensweise atheistisch sein um unvoreingenommen und um ohne einen Lückenbüßer Gott forschen zu können. Das bedeutet aber nicht, dass Wissenschaftler Atheisten sein müssen. Im Gegenteil.
Der Glaube an den einen Gott war gerade die Voraussetzung wissenschaftlichen Forschens: Wer von der Vorstellung befreit ist, einem Götterhimmel ausgeliefert zu sein, in dem nur Willkür herrscht, kann beherzt den Bauplan des unbewegten Bewegers erforschen.
Wenn Gott aber kein Platzhalter in unvollkommenen Theorien ist, der mit deren Vervollkommnung zwangsläufig immer weiter marginalisiert wird, ist es dann nicht konsequent zu fragen, wie die wissenschaftliche Erkenntnis auf den Schöpfergott selbst hinweisen könnte? Genau diesen Schritt geht Lennox. Folgerichtig fragt er, welche Zeichen schöpferischer Intelligenz sich z.B. aus der Atomphysik oder der Biologie heraus erkennen lassen. Bedeutsam ist dabei seine Unterscheidung in die Frage nach dem 'Wie' und dem 'Warum': Wer wissenschaftliche Phänomene erklären kann ('wie') hat noch lange nicht deren 'Warum' begründet. Die Spuren schöpferischer Intelligenz können dabei aber sehr wohl Hinweise auf das 'Warum' geben. Die Verwechslung dieser beiden Fragen begründet geradezu tragisch einen Kategoriefehler, der die Evolutionslehre häufig zum Kronzeugen des Atheismus werden lässt ' was sie aber nicht sein kann. Die Evolutionslehre als Theorie für die Entstehung des Lebens und der Arten zu bejahen, schließt den Glauben an einen Schöpfergott nicht aus. Sie stößt sich nicht einmal an dem alttestamentlichen Schöpfungsbericht (Erschaffung der Welt in sechs Tagen), da dieser einen liturgischen Text und keine naturkundliche Theorie darstellt. Im Gegenteil. Wer das erste Buch Mose genauer liest, dem fällt auf, dass dort zwei sehr unterschiedliche Schöpfungsberichte kommentarlos unmittelbar aufeinander folgen. Das kann folglich gar nicht wissenschaftlich zu verstehen gewollt sein.
Das auch für Laien gut lesbare, sachlich aber nicht langweilige geschriebene Buch ist ein wertvoller Wegweise durch die wissenschaftliche Debatte um blinden Zufallen und Gottesglaube.

Empfehlenswert in diesem Kontext ist auch das Buch der Atheismus-Wahn des Oxforder Professors Alister McGrath. Eine spannende Abhandlung über Gottesglaube, Wissenschaft und Atheismus findet sich bei Manfred Lütz 'Gott ' eine kleine Geschichte des Größten'. 'Glaube hat Gründe' des Theologen Klaus Douglass führt die Frage nach dem Schöpfergott weiter hin zum Gott des Christentums.
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am 10. Dezember 2002
Das Buch entlarvt den Neodarwinismus als das was er ist: einen nicht mehr hinterfragten Mythos der sich in den Köpfen der Menschen als Gesetz festgesetzt hat; der aber keineswegs auf naturwissenschaftlichen Beinen steht. Es zeigt sehr eindrucksvoll (und wissenschaftlich sauber) die eklatanten Lücken und Wiedersprüche der gängigen evolutiven Enstehungstheorie auf. Geschrieben von einem Mathematikprofessor der Universität Oxford ist dieses Buch das wissenschaftlichste und sachlichste, das ich zu diesem Thema je gelesen habe. Es ist frei von jeglicher zweckdienlicher Übertreibung und Augenwischerei. Es begnügt sich mit den wissenschaftlichen Tatsachen, die den herrschenden Neodarwinismus stark erschüttern, wenn nicht gar zufall bringen. Der Autor nimmt es auch mit dem viel verehrten Richard Dawkins und seinem "Blinden Uhrmacher" auf und führt seine so überzeugend wirkenden Thesen ad absurdum und zwar methodisch und völlig unpolemisch. Dieses Buch macht Schluß mit dem zeitlich modischen Vorwurf, der Glaube an einen Schöpfer sei unwissenschaftlich. Jedem, der bei dem Gedanken an der Enstehung allen Lebens aus dem Nichts schon so seine Zweifel hatte, wird dieses Buch die wissenschaftliche Bestätigung für seine Zweifel geben. Wer bislang uneingeschränkt an die Evolutionstheorie glaubte, wird möglicherweise nach Lesen des Buches ins Grübeln kommen (wenn er ehrlich genug ist). Sehr zu empfehlen!
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am 21. Juli 2009
Im Zusammenhang mit meiner Diplomarbeit habe ich eine Vielzahl an Büchern zum Thema Glauben und Wissenschaft gelesen; mitunter auch einige Hervorragende Werke. John Lennox' "Hat die Wissenschaft Gott begraben?" übertrifft sie aber alle.
Lennox geht umfassend ans Werk und bleibt dennoch nicht an der Oberfläche der Thematik stehen. In den ersten Kapiteln geht er auf die Naturphilosophische Fragestellung ein und lotet die Grenzen von Wissenschaft und Glauben aus. Dazu wirft er immer mal wieder einen Blick zurück auf die Wissenschaftsgeschichte und bettet die aktuelle Diskussion in Debatte der gesamten bisherigen Geschichte ein. Fair und neutral beleuchtet er die verschiedenen Positionen und unterstreicht diese mit unzähligen Zitaten. Erst danach streicht er immer klarer seine eigene Position heraus, die er dann überzeugend begründet.
Wenn er auf die einzelnen Gebiete der Wissenschaft eingeht besticht er mit dem Umfang und der Aktualität seines Fachwissens. Komplexe Zusammenhänge erklärt er verständlich und stets mit einer guten Prise Humor.
Das vorliegende Buch ist ein Standardwerk in seinem Gebiet, um das niemand herumkommt - hermumkommen darf - der sich mit der Thematik Wissenschaft und Glauben auseinandersetzt.
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am 24. Juni 2010
John Lennox ist Professor für Mathematik an der Universität Oxford und einer der Kontrahenten des so genannten "Neuen Atheismus" (Richard Dawkins, Christopher Hitchens etc.). In diesem Buch geht er den Wurzeln der Naturwissenschaft und der Reichweite ihrer Erklärungen in Bezug auf die Frage nach der Existenz Gottes nach.

Im Streit um die atheistische These "Naturwissenschaft contra Gott" deckt Lennox den eigentlichen Konflikt auf, nämlich den der dahinter stehenden Weltanschauungen: Naturalismus und Theismus. Auch die Auseinandersetzung zwischen Galilei und der römisch-katholischen Kirche, den viele nur aus Brechts epischen Drama "Leben des Galilei" kennen, sowie die Debatte zwischen Huxley und Wilberforce um Darwins Evolutionstheorie entlarvt Lennox als "Konflikt-Legenden".

In Lennox' Buch werden viele verschiedene Fragen behandelt: Ist das Universum und die Biosphäre geplant? Was ist der Ursprung des Lebens? Was ist Information? Gibt es eine Grenze der Evolution? Es ist dem Autor anzurechnen, dass er den Themenkomplexen "Evolution" und "Intelligent Design" nicht ausweicht, die Schwächen der neodarwinistischen Evolutionstheorie klar benennt und selbst Stellung bezieht. Lennox' Buch in 9. Auflage ist mittlerweile fast ein Klassiker und richtet sich an Theisten, Agnostiker und Atheisten.
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am 19. Dezember 2003
Da ich Lennox kreationistische (Glaubens-)Gesinnung kenne, war ich seinem Buch gegenüber zunächst skeptisch. Doch dieses hält sich auf der Ebene einer allgemeinen Fragestellung nach Planung in der Natur und ist in dem Sinne kein wirklich "kreationistisches Buch". Es ist eine kurze aber sehr brauchbare Einführung in ein komplexes Thema. Lennox räumt zunächst mit dem alten Irrtum von "Glaube vs. Wissenschaft" auf und kommt auch auf die Denkfehler zu sprechen, die oftmals das undifferenzierte Vorurteil des "Lückenbüßergottes" verursachen. Lennox Kritik an Evolution und Evolutionstheorien ist grundsätzlich solide und mit Zusatzwissen auch in vertieften Diskussionen haltbar, dabei jedoch eher unspektakulär und allgemein - dieser Bereich ist allerdings auch nicht der Hauptpunkt des Buches.
Lennox liefert zwar keinen Gottesbeweis (das kann Naturwissenschaft nicht!), dafür aber insgesamt solide Anhaltspunkte für Planung in der Natur. Noch etwas: Niemand sollte "methodischen Naturalismus/Atheismus" mit "philosophischen Atheismus/Naturalismus" verwechseln. Ersteres ist für Naturwissenschaft unerlässlich - es ist eine Arbeitsmethodik und leistet einer atheistischen Philosophie keinen Vorschub. Auch theistische Wissenschaftler arbeiten "methodisch naturalistisch" ( - so löst auch Mathematikprofessor Lennox seine Formeln).
Wissenschaft an sich (!) zu betreiben hat zwar wenig (:es gibt da schon einige Postulate...) mit Glauben zu tun, aber die materialistische/theistische Einstellung des Forschers kann sowohl Forschungsrichtung als auch Ergebnisinterpretation beeinflussen.
Und in Sachen Ergebnisinterpretation ist es keineswegs weitgegriffen, wenn man das Universum und die Lebewesen nicht als reine Produkte natürlicher Prozesse sieht. Das kann Lennox zeigen und er tut dies in einer sehr allgemeinverständlichen, gut lesbaren Form. Zum Einstieg in die Ursprungsdiskussion ist dieses Buch allemal geeignet!
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am 18. September 2009
Pünktlich zum "Darwin-Jahr" erscheint die angezeigte, erstmals 2002 erschienene Untersuchung des Oxforder Mathematikers John Lennox in einer völlig neu bearbeiteten und erheblich erweiterten 8. Auflage. Das glänzend geschriebene Buch ist nicht nur eine tiefschürfende Auseinandersetzung mit dem Neodarwinismus, sondern zugleich eine facettenreiche Darstellung des Verhältnisses von christlichem Glauben und Naturwissenschaft insgesamt unter Einbeziehung der neueren Atheismus-Debatte. Die Studie geht zurück auf Vorträge des Vf.s zum Thema "Glaube, Vernunft und Wissenschaft", die er an den Universitäten Oxford und Salzburg gehalten hat. Um den Gesamteindruck vorwegzunehmen: Ich halte dieses Buch für die beste Publikation zum Thema Glaube-Naturwissenschaft, die in den letzten 10 Jahren im deutschsprachigen Raum erschienen ist! Mehrere Vorzüge machen die Besonderheit dieses Werkes aus:
Eindrucksvoll ist zunächst die ungewöhnliche Themenbreite des Buches, welche die für Glauben und Theologie wesentlichen Fragen der Physik, Chemie, Biologie und Kosmologie unter Heranziehung der grundlegenden wissenschaftstheoretischen, philosophischen und theologischen Aspekte erörtert. Dabei ist bewundernswert, in welchem Maße es dem Vf. gelingt, auf dem Hintergrund der neuesten Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschung den aktuellen Stand der Diskussion (bis 2008!) so zu präsentieren, dass er weder einer vergröbernden Oberflächlichkeit verfällt noch sich in den wissenschaftlichen Details verliert. Seine durchaus anspruchsvolle Darstellung ist bemerkenswert anschaulich und daher auch für den Laien verständlich. Es gelingt Lennox bei aller Vielfalt der dargestellten Problemfelder, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Für den Vf. wesentlich und zentral aber ist das Verhältnis der Naturwissenschaft zur Gottesfrage. Dieses Thema bildet (wie schon der Titel erkennen lässt) den roten Faden des Buches. Was der Autor hier vorbringt, lässt aufhorchen: Lennox beschränkt sich nämlich nicht auf eine bloße defensio fidei im Sinne einer Verteidigung der trotz der fortschreitenden naturwissenschaftlichen Erkenntnis verbleibenden Denkmöglichkeit des Glaubens, sondern vertritt - unter strikter Vermeidung jeder obsoleten "Lückenbüßer"- Argumentation - mit eindrucksvollen Argumenten die These, dass gerade nach dem gegenwärtigen Stand naturwissenschaftlicher Erkenntnis eine rein naturalistisch-atheistische Interpretation der konkreten Beschaffenheit der Natur nicht gerecht zu werden vermag: Die von der neuzeitlichen Naturwissenschaft vorausgesetzte rationale Verstehbarkeit der Kosmos und zahlreiche Einsichten der neueren Physik und Biologie (z.B. die gegen alle Wahrscheinlichkeit existierende menschliches Leben begünstigende "Feinabstimmung" des Universums, die "irreduzible Komplexität" vieler Prozesse in der Zellbiologie und die "Information" als Fundament allen Lebens und sogar der Mikrowelt der Quantenphysik) legen vielmehr eine außerweltliche "Intelligenz" nahe, über deren Wesen und Identität zwar nicht mehr die Naturwissenschaft, aber die biblische Selbstoffenbarung des Schöpfers der Welt Auskunft zu geben vermag. Die Untersuchung von Lennox verbindet eine sorgfältige Darlegung der Fakten mit unkonventionellen, aber konsequenten Folgerungen und eine offensive Auseinandersetzung mit Fairness und - immer wieder - wohltuendem Humor. Man spürt, dass seine mit vielen treffenden Zitaten belegte Darstellung die Frucht einer langjährigen Beschäftigung mit dem Thema ist. Der bekannte Oxforder Theologe und Naturwissenschaftler Alister McGrath hat dieses Buch treffend als "glänzend begründete Neueinschätzung der Beziehung zwischen Wissenschaft und Religion" bezeichnet, dessen Lektüre für jeden "ein Muss" sei, "der über die größten Fragen des Lebens" nachdenke. Dem ist nichts hinzuzufügen!
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