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am 5. März 2010
Ich habe schon häufiger vom "Erfahrenen Patienten" geschrieben. Der erfahrene Patient ist auch ein mündiger Patient. Ein Patient, der sich die Kraft nimmt über seine Krankheit informiert zu sein, ist ein Patient der auch in der Therapie mitreden kann und Ärzten nicht "ausgeliefert" ist.

Ein hilfreiche Informationsquelle sind die Bücher von Josef Giger-Bütler. Ich habe gerade das dritte Buch mit dem Titel "Jetzt geht es um mich" gelesen und habe wieder eine Unmenge an Theorie und Praxis gelernt. Ich habe gelernt kein schlechtes Gewissen zu haben wenn ich lange Pausen einlege. Ich habe gelernt das ich Verabredungen auch absagen darf wenn mir nicht danach zumute ist. Ich habe auch gelernt welche Mechanismen zum Müdigkeitsgefühl in der Depression führen und das diese enorme Müdigkeit ein Ergebnis vieler Jahrzehnte ist. Da kann man nicht erwarten dass die Müdigkeit gleich wieder verschwindet. Das Leben vom Kopf auf die Beine zu stellen. Umkehr. Darum geht es. Ganz bewusst wurde mir dieser Umstand erst bei der Lektüre der Bücher von Josef Giger- Bütler.

Im dritten Buch mit dem Titel "Jetzt geht es um mich" beschäftigt sich der Autor mit Selbsthilfe bei Depressionen, mit dem eigenständigen Ausstieg aus der Depression. Das Buch ist also in erst er Linie an Menschen gerichtet die sich nicht in eine professionelle Behandlung begeben möchten.

Ich selbst bin in sehr guter Behandlung. Sowohl ein Psychiater als auch eine Psychotherapeutin behandeln mich seit einiger Zeit. Alleine würde ich den Weg aus der Depression nicht finden.

Aber auch für Menschen, die den Weg der Behandlung von ausse gewählt haben ist das Buch "Jetzt geht es um mich" sehr lesenswert. Es werden noch einmal Grundlagen erklärt. Noch einmal wird auf Lösungsstrategien hingewiesen die auch in der Behandlung anzuwenden sind.

Besonders hat mir das Kapitel "Auf den eigenen Körper achten" gefallen. In aller Deutlichkeit lernen wir in diesem Kapitel den Zusammenhang zwischen körperlichen Beschwerden und der Depression kennen. Wir lernen dass es eine Wechselwirkung zwischen Körper und Seele gibt. Wir lernen aber auch dass wir durch mehr Achtsamkeit für unseren Körper diese Wechselwirkung positiv nutzen können.

Das Buch "Jetzt geht es um sich" ist keine einfache Lektüre. Es kann eine Lektüre sein die Wunden aufreisst und die unangenehme Fragen stellt. Genau das ist die Gemeinsamkeit des Buches mit einer gelungenen und fachkundigen Therapie.

Nachtrag: Mir war gar nicht recht bewusst das ich diesen Artikel nur mit 2 Sternen versehen habe. ENTSCHULDIGUNG !!! Jetzt sind meine 5 Sterne vergeben die dem Buch gebühren.

Es ist in der Tat so das gerade die Bücher von Josef Giger Bütler Wunden aufreissen. Es ist keine leichte Lektüre. Gerade in schweren Phasen kann ich die Bücher von Giger Bütler nicht lesen. Dann muss ich die Lektüre zur Seite legen. Aber gerade das macht die Bücher von Josef Giger Bütler aus. Es ist keine schoenende Therapie. Aber eine wichtige Therapie die vieles auf den Punkt bringt.
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am 10. Februar 2012
Dieses Buch ist ein ganz hilfreicher Lebensführer! Der Weg aus der Depression ist sehr beschwerlich und arbeits- und zeitintensiv, aber machbar! Dr. Giger-Bütler führt den Leser wie in einer persönlichen Therapie, zeigt ganz praktisch und nachvollziehbar auf, dass der Weg aus der Depression das Verändern der seit Kindheit angelernten und verinnerlichten Verhaltensmuster ist. Der Betroffene allein ist in der Lage, etwas zu verändern, umzulernen und seine weitere Entwicklung zu beeinflussen; eben indem er sich ins Zentrum stellt und sich zum Thema wird, sich Wert und Bedeutung gibt, zu sich zurück findet und lernt sorgfältig mit sich umzugehen.
"Jetzt geht es um mich" als neues Leitmotiv ist Ausdruck einer neuen Verantwortung sich und seinem Leben gegenüber. Der Autor betont und erklärt immer wieder, dass das alles andere als eine Aufforderung zur Rücksichtslosigkeit und zum blinden Egoismus ist. Es geht um das Leben, darum, sein eigenes, einmaliges Leben zu leben. Der Betroffene kann nicht warten, bis andere ihm diese Aufgabe abnehmen, er kann nicht erwarten, dass Medikamente ihm helfen, so sehr sie vielleicht seinen aktuellen Zustand erleichtern, aber sicher nicht bleibend zu verändern vermögen. Er allein kann diesen Weg gehen.
"Jetzt geht es um mich" ist also, um es nochmals in aller Deutlichkeit zu sagen, alles andere als eine Aufforderung zur Rücksichtslosigkeit, sondern Bedingung für eine echte und verantwortungsvolle Begegnung mit sich, den andern Menschen und der Welt!
Eine echte Hilfe für Betroffene und alle, die ein besseres Leben leben möchten. Einen machbaren Weg zur inneren Freiheit und einem selbstbestimmenden, zufriedenen Leben!
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am 11. Juli 2010
In seinem dritten Buch beschäftigt sich Dr. Josef Giger-Bütler mit den Möglichkeiten, wie depressive Menschen wieder zu sich finden und sich aus der Endlosschleife depressiven Denkens und Verhaltens (selber) befreien können. Insofern handelt es sich um eine konsequente Fortsetzung seiner ersten Bücher, welche die Entstehungsbedingungen ("Sie haben es doch gut gemeint") und die Behandlungsmöglichkeiten ("Jetzt geht es um mich") fokussieren.

Das erklärte Ziel des aktuellen Werkes, namentlich die Anleitung zur Selbsthilfe, soll den depressiven Menschen Hinweise und Anregungen geben, sich quasi im Eigenstudium mit dem Phänomen Depression sowie den eigenen depressiven Mustern auseinanderzusetzen. Dabei wird vom Autor jedoch ausdrücklich betont, dass die Inhalte vornehmlich als Begleithilfe zu verstehen sind, damit depressive Menschen die oftmals unüberwindbar erscheinende Hürde, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, bestmöglich überwinden können. Der mögliche Anspruch von Leserinnen/Lesern (aber auch von potentiellen Kritikern), dass depressive Menschen nach der Lektüre des Buches symptomfrei durchs Leben schreiten, ist weder gänzlich realisierbar noch entspricht es der primären Intention des Autors.

Das Buch bieten den Betroffenen insbesondere zwei Dinge: Einsicht und Verständnis. Mit klaren Worten und anschaulichen Beispielen verdeutlicht Josef Giger-Bütler die Problematik depressiven Denkens und beantwortet dadurch zahlreiche Fragen, welche depressive Menschen tagtäglich beschäftigen. Dabei werden die Denk- und Verhaltensmuster depressiver Menschen weder tabuisiert noch dramatisiert, sondern mit grosser Empathie und Einfühlungsvermögen verdeutlicht. Die Schwierigkeiten der betroffenen Personen werden jederzeit ernst genommen und es wird eindrücklich veranschaulicht, dass es für ihre Probleme auch tatsächlich Hilfe gibt. Und: Diese Hilfe können sich Betroffene in weiten Teilen selber bieten. Dazu ermutigt das Buch und zeigt den diesbezüglichen Weg allgemein verständlich auf. Die zu diesem Zweck verwendeten Wiederholungen sind Mittel zum Zweck und verleihen den Ausführungen an Tiefe und Eindringlichkeit. Ohne Zweifel macht es dieses rhetorische Mittel der/dem (gesunden) Leserin/Leser nicht immer einfach, doch es ist zielführend - und genau darum (und nur darum) geht es letztlich in einem Werk, das leidenden Menschen Hilfe anbietet.

Insgesamt handelt es sich bei dem vorliegenden Werk nicht um ein Wunderheilmittel gegen Depression, sondern um eine von einem kompetenten Fachspezialisten behutsam verfasste Hilfeleistung für betroffene Menschen. Ich empfehle "Jetzt geht es um mich" jeder Person, die sich in den Schlingen der Depression verloren, einsam und hilflos fühlt, aber auch denjenigen Personen, welche mehr über das Phänomen Depression und die dazugehörenden kognitiven Mechanismen erfahren wollen.

Ein Buch, das auch ohne schwer verständliche Fachbegriffe die zentralen Aspekte rund um das Leiden depressiver Menschen auf den Punkt bringt und diese nicht bloss plakativ beschreibt, sondern auch Hilfe zur Veränderung anbietet!
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am 5. April 2012
Ich finde dieses Buch sehr sehr gut. Der Autor geht genau auf die Sorgen und Ängste ein die mich bedrücken. Allerdings liegt es an jedem selber, ob man nur mit Hilfe dieses Buch von seinen Depressionen weg kommt, oder sich lieber Profesionelle Hilfe holt. Einen Tipp noch, lest dieses Buch nicht einfach schnell schnell, sondern lasst euch Zeit um die einzelnen Abschnitte wirklich zu verstehen. Wenn ich mal wieder ein tief habe, schnapp ich mir einfach das Buch und schöpfe neue Kraft weiter an mir zu arbeiten.
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am 23. Mai 2013
Persönlich hat mir dieses Buch sehr geholfen, da die dortige enge Definition der Depression - was hier von anderen bemängelt wird - bei mir größten Teils zutraf.
Das tägliche Lesen auf dem Weg von und zu meiner Arbeit gab mir Zeit mich aufzumuntern oder meine tagesaktuelle, gute Laune zu halten. Deshalb waren die often Wiederholungen angenehmen, da Sie mir dadurch (wie auch vom Autor erwähnt) besser im Kopf blieben. Auch regen Sie zum nachdenken über den reinen "Ego-Fokus" hinaus an.
Wichtig bleibt, dass das Fragen nach den eigenen Zielen und Ausrichtung ein schwieriger, zeitaufwendiger, aber wichtiger Schritt ist, um aus der (meiner) Depression zu kommen.
Eine echte Behandlung kann der allgemeine Ansatz dieses Buches natürlich nicht ersetzten. Das kann ich aus Erfahrung mit 2 "echten" Sitzungen, sagen. Es war auch eher ein Subsitut für diese, da der Besuch über einen längeren Zeitraum nicht möglich war.
Hier finde ich den Untertitel auch passend, da meines Erachtens nach keine Lösung für jeden situationsbezogenen Individualfall stellen kann. So breit das Feld und die Möglichkeiten der Depression sein können, so müsste auch das Buch sein. Allerdings können durch die implizierten Fragen an sich selbst im Buch dazu beitragen Problemursachen zu finden.

Was will ich?; Stimmt das für mich? Sind platte Fragen, haben bei mir aber die richtigen Denkprozesse ausgelöst.

Uneingeschränkt kann ich dieses Buch nicht empfehlen, dazu ist die Materie wie gesagt zu breitbandig. Je nachdem welche Depression man (glaubt) zu haben, sollte man einen Blick riskieren um nicht an einer Hilfe in Buchform vorbei zu laufen. Besonders, wenn man wie ich neu in diesem Thema ist.
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am 9. März 2012
Im Fall einer Depression ist Selbsthilfe schwierig. Herr Gigler-Bütler zeigt hier konkrete Ansätze und Wege auf, die für die meisten Menschen umsetzbar sein sollten. Ich bin zutiefst dankbar für dieses Buch, dass für mich durch seine einfühlsame Art, sein Verständnis und sein Konkret-sein erholsam aus der Schar der Wischi-Waschi-Halbwissen-Bücher heraussticht.
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am 1. Februar 2010
»Jetzt geht es um mich«: Die Depression besiegen - Anleitung zur Selbsthilfe

Wie die beiden anderen Bücher von Dr. Josef Giger-Bütler ist auch dieses dritte Buch ein einzigartig hilfreiches, wunderbares Werk! Von diesem Buch geht eine heilsame Wirkung aus - nicht nur auf (latent) Depressive, sondern auf all die Menschen, dir ihr Leben auf eine gute Weise leben wollen - also wir alle.
Ich habe hier nicht den Eindruck von einem "Buch", sondern viel mehr von "meinem Begleiter". Er hilft mir, mein Leben zu gestalten - ein neues, gutes Leben! Hier geht es ganz und individuell um mich.
Das ganz Besondere an diesem "Buch", wie auch an den anderen beiden von Dr. Josef Giger-Bütler: der Leser muss nicht zuerst noch das Vertrauen zum Schreiber/Begleiter gewinnen; nein, dieses ist viel mehr einfach schon da, ausgestrahlt durch seine einzigartig menschliche und professionelle Art und Grösse!
Durch die direkte Form in der Anrede "ich" und der klaren, unmittelbaren Sprache hat das Buch eine einzigartig überzeugende Transparenz, Offenheit und Nähe. Und dies genau so in Stil, Form und Inhalt. Diese ungebrochene Widerspruchslosigkeit und Übereinstimmung und Echtheit in allem durch und durch - und insbesondere mit der Persönlichkeit des Begleiters - entsteht eine Authentizität mit zweifelloser Überzeugungs- und Heilkraft.
Dieses Buch unterscheidet sich nicht nur von so vielen anderen, sondern hebt eindeutig und auffallend ab und macht es so einzigartig und besonders. Nicht mit komplizierten Theorien und "Beweisen" will es überzeugen; es überzeugt durch die unverkennbare Art des Schreibers und Begleiters. Dies kommt vor allem zum Ausdruck durch das Berührt werden und Berührt werden lassen, das Mitfühlen und Spüren des Begleiters und dass ich nicht alleine bin, die Balance von Führung und Eigenbestimmung, in welcher genau der Schlüssel zur Heilung und Lebensverbesserung liegt.
Der Vergleich eines "Reiseführers" - besser noch eines "Lebensführers" - ist so treffend.
Herzlichen Dank für dieses so einzigartig hilfreiche, berührende und wunderbare Werk!

Antoinette Ulrich (Schweiz)
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am 5. Juni 2010
Das Buch kann eine Hilfe für Menschen mit Depressionen sein. Allerdings sollte man sich bei Interesse sehr genau das erste Kapitel anschauen: Hier macht der Autor eine sehr restriktive Definition von Depressionen auf. Für Giger-Bütler sind Depressionen eine Folge von sozialer Über-Integration: Wer sein Leben dauerhaft äußeren Ansprüchen unterwirft, verliert sich mit der Zeit in einem Wust an Pflichten, ordnet seine eigenen Bedürfnisse konsequent unter ' oder schlimmer: vermag sie gar nicht mehr wahrzunehmen und zu deuten.
Der Weg, den dieses Buch begleiten will, ist strikt auf dieses Verständnis ausgelegt. Ob es sich dabei aber tatsächlich um die einzig zulässige Form von Depressionen handelt, ob sie im Zeitalter der Individualisierung überhaupt die typische ist, ist eine mühsam zu diskutierende Frage. Fest steht jedoch, dass Giger-Bütler für anders ausgeprägte Krankheitsbilder keine Hilfe liefert.
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am 12. Mai 2013
Ich hatte mir bei diesem Buch mehr Informationen erhofft. Stattdessen bekommt man seitenweise nur Mantras zu lesen, die man sich vorsagen soll. Ich möchte bei so einem Buch mehr handfeste Tipps und Anregungen, Erklärungen warum und wieso, Hilfestellung für aktives Ändern von Situationen etc. und nicht nur Streicheleinheiten für die Seele. Schade.
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am 2. Juli 2010
Das Buch widmet sich zentral nur einem möglichen Grund für Depressionen, der darin besteht, dass man sich schon ein Leben lang überfordert, immer nur an die anderen und nicht an sich selbst gedacht hat, immer das Gefühl hatte, nur zu müssen, nicht zu wollen. Insofern bietet es nur einen Ausschnitt eines Spektrums. Weiterhin erweckt es den Eindruck, dass der Zustand der Selbstüberforderung, des nicht an sich Denkens schon ewig und immer bestanden haben muss. Dies dürfte man durchaus kritisch bewerten, denn nicht jeder Erkrankte, hat sich sein Leben lang nur für andere aufgeopfert, nicht jeder hatte nur ein schlechtes, zwangvolles Leben und vor allem war nicht bei jedem schon das ganze Leben "verkehrt".

Als "Mittel zum Ausstieg" aus der Depression wird verkauft, jetzt und sofort nur an sich zu denken, die anderen dabei nicht unbedingt zu vergessen oder zu vergrämen, sie aber eben nicht über die eigenen Interessen zu stellen. Dies jedoch in einer Form, dass man die anderen eben doch schnell vergessen könnte. Außerdem soll man nur das tun, was man will und kann und nicht, was man muss. Wer das wirklich kann und inwiefern so etwas überhaupt praktikabel ist, dürfte fraglich sein, denn in einem normalen Alltag wird man sich immer wieder gewissen Zwängen und Ordnungen unterwerfen müssen, um an diesem auch durchaus zufrieden teilnehmen zu können. Ob das strenge orientieren auf die eigenen Bedürfnisse ein Allheilmittel für eine bessere seelische Verfassung ist, sei dahin gestellt, es könnte aber langfristig durchgeführt für andere Probleme sorgen, wenn man nicht lernt, die Bedürfnisse seiner Mitmenschen mit den eigenen zu verbinden bzw. sie nebeneinander wirken zu lassen.

Die Ausführungen im Buch sind oft lähmend monoton. Die Monotonie erklärt der Autor damit, dass sich ein gewisses Gedankengut einbrennen muss, damit ein Ausstieg, ein Wandel gelingt. Insofern verweist er darauf, dass in Kursivschrift über alle Kapitel hinweg Wiederholungen folgen. Dieser Hinweis vergisst dabei aber, dass auch in den Kapiteln an sich fortwährend Wiederholungen stattfinden. So findet man keine besonders unterschiedlichen oder aufeinander aufbauenden Kapitel vor, sondern Aufzeichnungen die sich immer wieder um dasselbe Thema drehen. Wie der Autor dennoch zu unterschiedlichen und auf den ersten Blick strukturierten Kapitelthemen kommt, bleibt dabei rätselhaft. Tatsächlich liefert das Buch durchweg Wiederholungen von geringen Erkenntnissen, theoretischen Vorschlägen und Merksätzen sowie eine unendliche Aufzählung von Eigenschaften wie man sein soll oder eben nicht.

Geradezu störend ist, dass durchgängig von "dem" depressiven Mensch gesprochen wird. So wird praktisch suggeriert, dass es zwei Arten von Menschen gibt, den depressiven und den nicht depressiven. Eine Abgrenzung die wenig dienlich ist, denn eine Depression ist keine von Geburt an bestehende Behinderung, sondern kann jeden Menschen symptomatisch streifen bis schwer treffen. So wird der Leser meines Erachtens emotional von dem Einstieg in das "richtige" Leben, den der Ausstieg aus der Depression ja bewirken soll, eher distanziert.

Dass es sich dennoch ein wenig lohnt, das Buch zu Ende zu lesen, liegt am letzten Kapitel, welches sich von dem endlosen Gemisch an Plattitüden der vorhergehenden Kapitel etwas abhebt, denn hier gewinnen die Erläuterungen mehr Tiefe und Klarheit, werden die Wege konkreter. Zudem ist gerade die Auseinandersetzung mit dem Thema des Müssens und/oder Wollens ein wichtiges. Ob man aber ohne Prüfung der Gründe und der Möglichkeiten, die man hat, sowie dem Lernen einer Akzeptanz, so einfach den Hebel umlegen kann, dürfte fraglich sein. Insofern wurde hier ein guter Ansatz, bei dem die Umsetzung wesentlich ist, verschenkt.

Um eine praxisnahe Anleitung zur Selbsthilfe, wie der Untertitel des Buches behauptet, handelt es sich m. E. nicht. Für die reine Ansammlung von Eigenschaften zu der Frage wie man sich ewig lange falsch verhalten hat und künftig richtig verhalten soll, wäre auch eine Broschüre ausreichend gewesen. Vielleicht taugt es als Merkbuch, damit man seine Gedanken und Handlungen immer wieder nach vermeintlich helfenden Wegen überprüfen kann. Das allein ist aber zu wenig, wenn man als Anspruch an das Buch den Titel und den Klappentext nimmt. Der Inhalt des Buches kann dieses "Versprechen" oder auch sonstige Erwartungen nicht erfüllen, was gerade in diesem Themengebiet bedauerlich ist.
66 Kommentare|41 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden