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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jugendroman mit Zukunftsszenario
Celies Eltern Felix und Jenna sind die Erfinder des Tornetzes, mit dem Menschen und Gegenstände in Sekundenschnelle von einem Ort zum anderen gebeamt werden können. Nach dem Tod ihres Vaters wächst Celie allein bei ihrer Mutter auf, die viel zu sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt ist, als sich ausreichend um ihre Tochter kümmern zu können. Nur...
Vor 24 Monaten von fantasticbooks veröffentlicht

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen mittelmäßige Unterhaltung mit Schwerpunkt "Beamen"
Rezension:



Das Leben im Jahr 2036 hat einen großen Sprung in der technischen Evolution hinter sich gebracht! Die totale Globalisierung zeigt sich bis auf wenige Makel als grenzenlose Freiheit. Menschen leben jetzt ohne die lästige Geißelung der eingeschränkten Mobilität, denn mittlerweile kann man durch die Erfindung des...
Vor 23 Monaten von Morgaine veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jugendroman mit Zukunftsszenario, 5. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Celies Eltern Felix und Jenna sind die Erfinder des Tornetzes, mit dem Menschen und Gegenstände in Sekundenschnelle von einem Ort zum anderen gebeamt werden können. Nach dem Tod ihres Vaters wächst Celie allein bei ihrer Mutter auf, die viel zu sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt ist, als sich ausreichend um ihre Tochter kümmern zu können. Nur ihre Freunde Alex und Bernie scheinen Celie nahezustehen. Dies belastet die Beziehung von Mutter und Tochter sehr und als Jenna durch einen mysteriösen Beamunfall zu Tode kommt, bricht Celies Welt vollends zusammen und sie flüchtet sich unter falschem Namen in die Kommune der sogenannten Mobilen, die sich gegen die Tortechnik aussprechen und sich bemühen, ihr Leben unabhängig hiervon zu gestalten. In ihrer Verzweifelung stößt sie auch ihre beiden Freunde - insbesondere Alex, dem sie zunächst die Verantwortung an dem Tod ihrer Mutter gibt - zurück. Doch wer oder was ist wirklich die Ursache von Jennas Tod?

Doch dann kommt es plötzlich zu einem Zusammenbruch des Netzes und nichts ist mehr wie es vorher war. Da inzwischen fast alles auf der Welt über die Tore geregelt wird, ist auch die Wasser- und Stromversorgung damit gekoppelt und alle alten Leitungen wurden seitdem nicht mehr gewartet. Auch die Straßen, die dank des Tornetzes ebensowenig mehr benötigt wurden, wie Autos und andere Transportmittel. Der Zusammenbruch des Netzes hat die komplette Infrastruktur lahmgelegt und die Menschen in einen Ausnahmezustand versetzt. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt sich die moderne Zivilisation zurück in die tiefste Vergangenheit und Plünderungen und Mord sind an der Tagesordnung. Es regiert das Gesetz des Stärkeren. Doch wer ist für den furchtbaren Ausfall verantwortlich?

Gabi Neumayers Jugendroman basiert auf einer wirklich gelungenen Idee. Was wäre wenn Beamen möglich wäre? Ich denke, diese Frage hat sich bestimmt jeder schon einmal gestellt, der mal in den Genuß irgendeiner Star Trek-Folge gekommen ist. Wieviel Zeit würde man sparen, wenn man innerhalb von Sekunden in der Schule oder auf der Arbeit wäre? Wie viele wundervolle Orte könnte man besuchen, wenn es nur weniger Sekunden bedarf, dorthin zu gelangen? Endlich könnte die Umwelt sich erholen; die meisten Abgase würden der Vergangenheit angehören. Der Gedanke ist einfach traumhaft. Aber das alles hat natürlich auch seine Schattenseiten. Die Strafverfolgung würde durch ein vielfaches schwieriger, ganze Industriezweige und damit viele, viele Arbeitsplätze würden zerstört. All diese Aspekte hat die Autorin in ihrem Buch bedacht. Es ist sehr ausführlich recherchiert, sehr durchdacht und wunderschön geschrieben.

In dem Moment, in dem das Tornetz ausfiel war der Spannungsbogen auf Anschlag und kam während der gesamten Geschichte nicht wieder herunter. Sehr schön werden hier die Erlebnisse von Celie, Alex und Bernie erzählt, drei junge Menschen, die sehr unterschiedlich sind und genauso verschieden auch mit der Krisensituation umgehen. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Erzählstrang und wird dem Leser dadurch nähergebracht, bis diese Stränge letztendlich wieder alle zusammenfinden. Auch einige kleinere Randgeschichten werden miteingeflochten um das ganze Ausmaß der Lage zu verdeutlichen. Ebenso wie die Tagebucheinträge von Jenna, die sehr schön die Entstehung des Tornetzes und die Gedanken der Mutter skizzieren.

Ich fand es sehr erschreckend, wie abhängig sich die Menschen von der Technik gemacht haben und wie schwer es ihnen fiel sich bei ihrem Ausfall wieder auf sich selbst und ihre Fähigkeiten zu besinnen. Auch die Brutalität, mit der der Überlebensinstinkt bei dem einen oder anderen auftrat, hat mich schwer zum Nachdenken gebracht und lässt in mir die Frage zurück, wie weit wäre ich bereit, in so einem Fall zu gehen?

"Als die Welt zum Stillstand kam" ist ein tolles Zukunftsszenario, das mich gefesselt und begeistert hat, und nach dem Lesen immer noch mit einem leisen Ton in mir nachklingt. Ein Jugendroman, den ich gerne weiterempfehle und, der nicht nur Jugendliche begeistern wird.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugendes und erschreckendes Zukunftsszenario, 24. September 2012
Von 
Kerstin Junglen (Flörsheim/Main, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kurzbeschreibung:
Unsere Urgroßeltern wissen noch genau, was sie am 22. November 1963 taten, als sie die Nachricht vom Tod John F. Kennedys hörten. Unsere Großeltern sind die Bilder der brennenden Türme des World Trade Center vom 11. September 2001 unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt. Und wir können nicht vergessen, was geschah, als am 14. Juli 2036 das Tornetz ausfiel und unsere Welt auseinanderbrach wie ein gigantischer Eisberg. Aber anders als bei allen Katastrophen zuvor wusste diesmal niemand, wie groß der Schaden wirklich war. Denn es gab keine außenstehenden Betrachter. Jeder einzelne Mensch auf der Welt war betroffen.

Zur Autorin:
Gabi Neumayer, geboren 1962, lebt in Bergheim bei Köln und ist Autorin, Lektorin und Chefredakteurin des Autorennewsletters The Tempest. Sie hat bereits viele Kinderbücher veröffentlicht, unter anderem Science-Fiction-Geschichten, englische Lernkrimis, Bilderbücher und Sachbücher. Als die Welt zum Stillstand kam ist ihr erster Jugendroman.

Rezension:
Die Welt im Jahr 2036: Die Freunde Celie, Bernie und Alex genießen den Luxus, sich an alle erdenklichen Orte auf der Welt zu beamen. Dank des Tornetzes, einer Erfindung von Celies Eltern Jenna und Felix im Jahr 2021, kann jedermann einmal kurz am anderen Ende der Welt seine Mittagspause genießen, einkaufen oder Essen gehen.

Doch plötzlich fällt das gesamte Tornetz aus und somit auch die Strom- und Wasserzufuhr und Internetverbindungen, die ebenfalls über die Tore gespeist wurden. Auf einmal steht die Welt Kopf und die drei Freunde sind mittendrin, doch jeder an einem anderen Punkt der Erde. Werden sie herausfinden können, was es mit dem Ausfall der Tore und auch dem mysteriösen Tod von Celies Mutter auf sich hat? Und wie wird es auf der Welt weitergehen?

Gabi Neumayer hat sich mit Als die Welt zum Stillstand kam an eine Dystopie gewagt, die sich in keinster Weise vor anderen Büchern dieses Genres verstecken muss. Ganz im Gegenteil! Ich empfand den Roman beim Lesen als weitaus vielschichtiger und tiefergehend als so manch anderes Buch dieser Rubrik, von denen ich nun schon einige gelesen habe.

Die drei Hauptcharaktere Celie, Bernie und Alex sind sehr unterschiedlich. Ihre jeweiligen Perspektiven werden von Gabi Neumayer detailliert erzählt, so dass beim Lesen keinerlei Langeweile aufkommt. Auch kommt die verstorbene Mutter Celies, Jenna, anhand ihrer Tagebucheintragungen öfter zu Wort und somit erhält der Leser Einblick in die Entstehung des Tornetzes.

Celie war mir anfangs etwas unsympathisch durch ihre reservierte Art, doch legte sich das schnell, da sie dafür einen guten Grund hatte. Da sie in einer Mobilen-Kommune Unterschlupf gefunden hat, die sich von Beginn an gegen das Tornetz aussprach, möchte sie hier unerkannt bleiben, lebt unter falschem Namen und will nicht zuviel Nähe zu fremden Personen aufbauen.

Bernie und Alex sind zwei Jugendliche, die Sympathie erwecken. Alex ist immer hilfsbereit, nicht nur in seinem Beruf als Pfleger in einer Klinik. Bernie ist der Technikfreak, der sich für alles Elektronische zu begeistern weiß und hierfür einiges an Talent aufzubieten hat.

Sehr spannend empfand ich die abwechselnde Schilderung aus allen drei Perspektiven, hin und wieder unterbrochen von Jennas Tagebucheinträgen und anderen Geschehnissen auf der Welt. Dass es nach dem Ausfall der Tornetze zu Gewalt unter den Menschen kommt ist klar, es kommen hier einige Szenen im Buch vor, die recht happig sind, aber nie zu detailliert beschrieben wurden, so dass die jugendliche Zielgruppe damit gut zurechtkommt.

Gabi Neumayer versteht es in ihrem Roman sehr gut, diese Zukunftswelt zu schildern und authentisch wirken zu lassen. Ich konnte mir beim Lesen wirklich lebhaft vorstellen, wie es in dieser beschriebenen Zukunft zugehen muss und hoffe nicht, dass so etwas jemals eintreten wird. Denn so schön, wie sich die Erfindung des Tornetzes anhört, umso abhängiger wird der Mensch doch von Maschinen.

Und dieser Umstand, der bereits heute schon leichte Anzeichen anhand mancher Abhängigkeit zum Internet oder Handy bereits bei einigen Menschen gang und gäbe ist, macht diese Zukunftsvision noch einen Tick glaubhafter, was mich doch schon etwas schaudern lässt.

Ich kann Als die Welt zum Stillstand kam nur wärmstens empfehlen an alle interessierten Leser von Dystopien und (erschreckenden) Zukunftsvisionen. Ein Buch, das man durchaus gelesen haben sollte, da es nicht nur durch Gewalt sondern eher durch leise und aufrüttelnde Töne zu überzeugen weiß. Ein anhängendes Glossar mit Schlagworten aus dem Roman und ein sehr interessantes Nachwort beweist, wie viel Gabi Neumayer an diesem Thema liegt.

Fazit: Als die Welt zum Stillstand kam bietet ein überzeugendes und erschreckendes Zukunftsszenario, das hoffentlich so nie eintreffen wird. Man merkt, dass Gabi Neumayer sehr viel Herzblut in ihren Roman hineingelegt und jede Menge fundierte Recherchen betrieben hat. Absolute Leseempfehlung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geht unter die Haut!, 8. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Beamen fand ich in SF-Filmen schon immer cool... jetzt hat sich endlich mal jemand Gedanken darüber gemacht, was eine solche Technologie in der Praxis bedeuten könnte. Gabi Neumayers Zukunftsszenario fand ich sehr beklemmend, weil sie mich immer wieder daran erinnert hat, was in unserer Zivilisation passieren könnte und wird, wenn unsere verletzliche Infrastruktur mal wackelt. Daraus hat sie einen packenden, gut durchdachten Roman gemacht - Hut ab! Doch nicht nur die aus drei Perspektiven erzählte Haupthandlung hat mir gefallen, sondern auch manche kleinen Szenen aus anderen Perspektiven waren so eindrucksvoll-schauerlich, dass sie noch lange in mir nachhallten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein spannendes, aber auch zum Nachdenken anregendes Buch!, 19. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine kurze Einführung: In der Welt von Celie, Alex und Bernie ist das sogenannte „Beamen“ möglich und in der Zukunft ein fester Bestandteil des Lebens. Arbeiten in Deutschland, zum Mittagsessen nach Frankreich und abends fürs Kino dann nach Amerika. Mit den Toren, die das Beamen ermöglichen, kein Problem. Es geht aber noch weiter: Selbst die Strom- und Wasserversorgung und auch die Internetverbindung werden über diese Tore geregelt. An einem scheinbar normalen Tag passiert dann die Katastrophe: Die Tore fallen aus und das Chaos ist perfekt. Kein Wasser, kein Strom, dafür eine Menge Angst und Panik.

Es dauert gar nicht lange im Buch, da kommt es zu der oben angesprochenen Katastrophe. Von da an herrscht Spannung ohne Ende und ich konnte gar nicht schnell genug lesen. Celie, Alex und Bernie befinden sich an unterschiedlichen Orten als es passiert und dadurch, dass aus jeder der drei Perspektiven die Handlung beschrieben wird, erhält man drei Handlungsstränge, die sich dann später zu einem einzigen zusammenfinden.

Die drei sind sehr unterschiedliche Charaktere und genau so sind auch ihre Reaktionen auf den Torausfall. Zu Alex konnte ich am einfachsten eine Bindung aufbauen und er war es auch, der mich von den drei Freunden am meisten begeistern konnte. Er ist ein durch und durch guter Mensch, der andere schnell für sich einnehmen kann (egal ob Charaktere im Buch, oder den Leser außerhalb). Bernie ist ein eigentlich sehr lebensfroher und intelligenter Mensch, aber nicht ganz so einprägsam wie Alex. Zu Celie habe ich lange Zeit keine Bindung aufbauen können, weil sie ein sehr reservierter Mensch ist und dieses Gefühl nicht nur für die Personen im Buch bestimmt ist, sondern sich, wie auch bei Alex, auf den Leser überträgt. Natürlich habe ich dann bei allen dreien mitgefiebert, aber bei jedem auf etwas unterschiedliche Weise.

Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass immer mal wieder kleine Kapitel eingefügt waren, die aus der Sicht von anderen, nicht ganz so wichtigen Personen von überall auf der Welt erzählt wurden. So erhält man einen Rundumblick über die Katastrophe.

Neben dem aktuellen Handlungsstrang gibt es zudem noch einen vergangenen, der in Form von Tagebucheinträgen von Jenna, Celies Mutter erzählt wird. So hat man auch eine Ahnung davon, wie die Tore erfunden wurden und wie es dazu kam, dass diese Tore für das Unglück der Familie verantwortlich waren.

Was aber ist die Ursache für den Torausfall? Zugegeben, man kann sich schon recht früh eine Theorie darüber machen und das Ende ist deswegen nicht sonderlich überraschend. Das ist aber gar nicht so schlimm, weil es im Buch nicht darum geht, die Katastrophe und deren Hintergründe in den Vordergrund zu stellen, sondern die Menschen und ihr Verhalten. Es geht darum, was Menschen in so einer Situation tun, was sie bereit sind, für das Überleben zu geben und wie sie sich im Angesicht einer solchen Katastrophe verändern.

Bereits einige Tage nach dem Torausfall kommt es zu Massenpanik, Plünderungen und Gewalt. Für meinen Geschmack war das etwas zu „krass“, aber wer weiß, ob es nicht wirklich so laufen würde. Ich habe das Geschehen mit Erschrecken verfolgt und es gab einige Szenen, in denen lief mir ein Schauer über den Rücken. Es sind meistens nicht einmal klare Worte, sondern nur Andeutungen gewesen, die mich so erschrocken haben. Kennt jemand von euch Lord of the Flies? Daran wurde ich im Buch leider einmal erinnert und ich habe in diesem Moment wirklich Angst gehabt. Natürlich nicht um mich, oder um die Personen um die es in dieser Szene ging, sondern um die Menschlichkeit an sich. Sind wir wirklich zu so schrecklichen Taten fähig, wenn wir einfach nur überleben wollen?

An Celie, Alex und Bernie hat man diese Veränderungen hautnah miterlebt, natürlich nicht in so krasser Weise, wie oben beschrieben. Sie verändern sich insofern, als das für sie Dinge wichtig werden, die es vorher vielleicht nicht waren. So ist es zum Beispiel Alex‘ größter Wunsch, mit seinen Eltern zu frühstücken… Für mich waren die drei so etwas wie ein Hoffnungsschimmer, weil man an ihnen sehen kann, dass es auch anders geht und es eine Veränderung ins Positive geben kann. Umso wichtiger war es für mich natürlich, dass die drei sich finden. Jeder von ihnen macht eine Reise, die sie sich wohl niemals erträumt hätten.
Dabei treffen sie auf einige Hindernisse und Herausforderungen. Besonders Celies Geschichte war sehr spannend, weil es in der Kommune, in der sie lebt, nicht mit rechten Dingen zugeht und es dort jemanden gibt, der seine Pläne mit allen Mitteln verfolg… Spannung und miträtseln garantiert!

Als die Welt zum Stillstand kam ist als nicht bloß reine Fiktion (wie man auch aus dem überaus interessantem Glossar und Anhang entnehmen kann), sondern auch ein durchaus denkbares Szenario und somit auch eine Warnung. Ich habe mich an vielen Stellen über die Naivität der Menschen gewundert und am Ende habe ich mich gefragt „Habt ihr denn gar nichts gelernt?“. Man kann Fehler begehen, man sollte aber doch auch wenigstens ein bisschen daraus lernen können, oder?

Fazit

Als die Welt zum Stillstand kam ist ein Buch, das auf der einen Seite eine sehr spannende Handlung mit drei sehr unterschiedlichen Protagonisten bietet, auf der anderen Seite aber auch zum Nachdenken anregt und eine Warnung in sich trägt. Das Ende hätte noch einen kleinen Showdown vertragen können, ansonsten hat das Buch mir aber sehr gut gefallen! Ein Lob an den Schreibstil der Autorin, bei dem vor allem die ungesagten Worte für viele Emotionen verantwortlich sind.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen SF-Abenteuer mit jugendlichen Hauptfiguren, 7. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich war gespannt auf das Buch, zumal es hier unterschiedliche Rezensionen gab. Also kaufen und lesen - und das in einem Rutsch. Es ist lebendig, spannend und flüssig geschrieben. Es hat eine interessante Ausgangslage und Idee. Es hat mich gut unterhalten. Aber es ist eindeutig ein Jugendbuch.
Wenn man sich darauf einlassen kann, dass die Hauptfiguren alle sehr jung sind, zwischen Kind und Erwachsenem stecken und zum größten Teil sehr selbständig handeln, wenn sie nicht gerade trotzig sind, dann macht es Spaß, dieses Buch zu lesen. Die Erwachsenen sind eindeutig die Unterlegenen, Hilfloseren und Ohnmächtigeren. Als Alex auf der Autobahn entlangwandert, wird deutlich, daß sich Kinder und Jugendliche besser an das Chaos anpassen können. Ja, akzeptiert, aber dennoch sind die handelnden Erwachsenen etwas unterrepräsentiert.
Celine ist dank ihrer Mutter, die die Tore mitentwickelt hat, die Hauptakteurin. Alex und Bernie liefern, neben der handfesten Unterstützung im Showdown-Kampf mit den Gegnern, entscheidende Hinweise, damit Celie das Rätsel um den Torausfall lösen kann. Leider erscheint es danach sehr einfach, die Techniker der Betreiberfirma zu überzeugen, daß Teenies das Problem eher als sie gelöst haben, und die Tortechnik wieder zu installieren. Sollte wirklich niemand, auch nicht Pierre, auf den Gedanken gekommen sein, was den Torausfall verursacht hat?
Den Inhalt zu wiederholen, erspare ich mir, das haben andere Rezensenten bereits aufgenommen. Gut finde ich, wie Bernie und Alex lernen müssen zu überleben. Nicht ganz nachvollziehbar ist für mich, daß sie unbedingt zu Celie wollen, da sich doch zumindest Alex und Celie zerstritten haben. Immerhin findet Alex ja eine Möglichkeit, als Heiler bei einer Raststätten-Gemeinschaft zu bleiben. Seine Liebe zu Celie bleibt behauptet und ist ein schwaches Motiv, weil beide ja keine Gelegenheit haben, sich wirklich anzunähern, da der Tod von Jenna zwischen ihnen steht und dann die Tore zusammenbrechen und die Entfernung sie trennt.
Doch gerade auf der Reise werden Bernie und Alex stark, entwickeln sich, finden zu sich - anders als Celie, die zwar einen starken Gegner hat, sich selbst aber kaum entwickelt. Daher ist für mich Celie schwächer gezeichnet als die beiden Jungen. Erfreulich eigen kommen die Nebenfiguren daher: wie die Krankenschwester, die das Kommando in dem Krankenhaus übernimmt, in dem Alex arbeitet, als die Tore ausfallen. Oder wie die knorrige, maulfaule Alte in der Raststätte, die Alex heimlich nützliche Dinge in den Rucksack packt, als er weiterreisen will.
Auch ich meine: es ist gut recherchiert und durchdacht, die Konsequenzen aufgezeigt (vom verlassenen Baby bis zur Bandenbildung und dem Ausbruch von Krankheiten) und mit der Handlung verwoben.
Alles in allem wirklich unterhaltsam! Ich wünsche mir von der Autorin (und dem Verlag) jedoch, daß im nächsten Buch mehr Platz bleibt, um mit mehr Ruhe und Detailliertheit zu erzählen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als unsere Welt auseinanderbrach wie ein gigantischer Eisberg..., 26. August 2012
Von 
Asaviel (Baden-Württemberg, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Erwartet hatte ich beinahe, dass wir mitten drin starten, dass das Netz schon zusammengebrochen ist, dass Chaos herrscht und man sich gemeinsam mit den Charakteren in diesem Chaos zu Recht finden muss. Aber so ist es nicht. Die ersten paar Kapitel bleibt alles ruhig. die drei Protagonisten Celie, Alex und Bernie werden eingeführt, es gibt durch Rückblicke mit Hilfe von Tagebucheinträgen mehr Hintergrundinformation. Die Spannung ist trotzdem von Beginn an hoch. Das ist der Idee des Beamens zu verdanken. Man wünscht es sich ja so oft, dass es ganz einfach möglich wäre und hier ist es nun Alltag. Im Jahr 2036.
Schon in den wenigen Kapiteln, in denen man die Protagonisten kennen lernt, erkennt man auch ihre Stärken, ihre Schwächen und ihre wichtigen Charakterzüge. Sie drei sind alle sympathisch und alle grundverschieden, dabei kann man sich schnell in jeden von ihnen hinein fühlen. Die Tagebucheinträge sind ein schönes Mittel, um die Zeit zwischen Jetzt und der Zukunft zu überbrücken, zu verstehen wie die Welt geworden ist, wie sie 2036 ist. Die Erzählerperspektive wechselt regelmäßig zwischen den drei Protagonisten und um einen Einblick ins gesamte Weltgeschehen zu geben, werden auch in bedeutenden Situationen komplett fremde Charaktere gezeigt. Diese muss man nicht genau kennen, um zu verstehen, was uns die Autorin zeigen will. Zum Beispiel das Chaos, das in dem Moment entsteht, wenn plötzlich das Netz zum Beamen ausfällt.
Damit wird ein realistisches Szenario der Zukunft aufgebaut. Gabi Neumayer gelingt es ohne Schwierigkeiten etwas zu erschaffen, dass man sich wirklich vorstellen kann, dass der Leser als mögliche Zukunft annehmen kann. Unterstützt wird dies durch die vielen wissenschaftlichen Aspekte, die angesprochen werden. Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn die einen werden die wissenschaftliche Seite faszinierend finden, wissen wollen wie das Beamen und die Roboter funktionieren, für andere ist es eher anstrengend und mühsam sich da durch zu kämpfen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber beide Parteien kommen auf ihre Kosten, denn die Haupthandlung kommt nicht zu kurz. Es werden viele verschiedene Fragen und Probleme aufgeworfen. Die Charaktere gehen unterschiedlichen Problemen nach, bevor sie erstmals aufeinander treffen und so bricht der Spannungsbogen niemals ein.
All diese Punkte führen dazu, dass das Buch trotz einer eingängigen Sprache konzentriert gelesen werden muss, um die Zusammenhänge zu verstehen und immer mittendrin zu sein. Andernfalls kann es passieren, dass die Geschichte mehr an dem Leser vorbeifließt, ohne dass er davon berührt wird. Hier ist die Altersempfehlung ab 12 vielleicht etwas zu früh angesetzt.
Besonders bemerkenswert, aber gleichzeitig nur ein Detail, ist dass die Autorin vermittelt, wieviel sie von Sprache versteht. Das Buch spielt in der Zukunft und Gabi Neumayer legt ihnen Worte in den Mund, die heute definitiv nicht zur Alltagssprache gehören. So wird in Fremdsprachen (Spanisch und Hindi) geflucht, das ist ganz normal, so wie wir heute einige englische Kraftausdrücke benutzen. Und statt "mega-", wie in "megacool", heißt es jetzt "tera-", also "teracool". So funktioniert Sprache. "Mega" ist irgendwann langweilig und aufgebraucht, dann suchen sich die Sprecher neue Ausdrücke, ganz intuitiv ohne sich darüber Gedanken zu machen. Das wird hier im Buch nicht erklärt und wer es nicht weiß, kann sich eventuell an diesen ungewohneten Ausdrücken stören. Wer es aber weiß, kann es anerkennen und den Flair des Zukünftigen auf sich wirken lassen.

Fazit: Eine Geschichte mit einem spannenden Zukunftsszenario, das den Leser schon auf den ersten Seiten zu faszinieren weiß. Viele Fäden werden am Ende zu einem realistischen und durchaus befriedigenden Ende zusammengeführt, bei dem aber sicher nicht alles voller Friede und Freude ist. Obwohl Gefahren durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft sowie Fehler der Menschheit angesprochen werden, verzichtet die Autorin auf den erhobenen Zeigefinger und regt trotzdem zum Nachdenken an.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen mittelmäßige Unterhaltung mit Schwerpunkt "Beamen", 18. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Rezension:



Das Leben im Jahr 2036 hat einen großen Sprung in der technischen Evolution hinter sich gebracht! Die totale Globalisierung zeigt sich bis auf wenige Makel als grenzenlose Freiheit. Menschen leben jetzt ohne die lästige Geißelung der eingeschränkten Mobilität, denn mittlerweile kann man durch die Erfindung des Transtorg (das sind Tore zum Erreichen von fast jedem Ort der Welt rund um die Uhr) in Echtzeit beamen. Das sogenannte Tornetz ging 2024 in Betrieb und läuft seit dem stabil ohne Zwischenfälle. Es bedeutet Einsparung von Zeit und Kosten, sowie noch mehr Bequemlichkeiten im Alltag für den Großteil der Weltbevölkerung. Aber auch ausserhalb unseres Planeten Erde verschafft die Tortechnik den Menschen viele Vorteile, wie die Gewinnung von Sonnenenergie und den Abbau und Transport einzigartiger Rohstoffe zur Erde, als auch die Erschließung neuer Lebensräume.

Durch diese rasante Entwicklung hat sich allerdings auch ein nachteiliger Effekt ergeben, den kaum jemand bis zum entscheidenden Tag im Juli 2036 wahrgenommen hat!
Die Menschheit hat sich in wenigen Jahren total abhängig von dieser Technik gemacht! Es ist selbstverständlich geworden, dass es eine unterbrechungsfreie und erstklassige Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Gütern gibt, als auch die Aufrechterhaltung sozialer Bindungen über Kontinente hinweg und die flexible Wahl ihrer Lebens- und Arbeitsorte. Fast gänzlich wurde aufgehört die alten Straßen und Verkehrsmittel zu warten, Rohre instand zu halten, das Wissen um den Anbau und Ernte von Pflanzen und Zucht von Tieren weiter zu geben.

Aber es gibt auch weltweit kleinere Gruppen von autark lebenden Kommunen, die sich diesem komplexen Lebensstil bewusst verweigern. Sie leben abseits der Städte und nennen sich die Mobilen, denn hier sind all die Highlights der technischen Welt verboten. Es wird gelaufen statt gebeamt, geerntet anstatt sich Lebensmittel samt Makler nach Hause kommen zu lassen und noch mit dem guten alten Handy telefoniert.
In solch einer Kommune in Irland lebt die junge Celie. Doch das tut sie nicht freiwillig, genauso wenig wie sich den teilweise abstrusen Regeln fügt und versucht ihren Platz als Neue in der Gemeinde zu erkämpfen. Doch warum tut sie das? Der Grund liegt im plötzlichen Unfalltod der Wissenschaftlerin Jenna Kranen, Celies Mutter, bei einem Experiment. Nach diesem unerwarteten Vorfall, der Celie die letzte Bezugsperson nimmt und ausserdem schwerwiegende Konsequenzen für alle Erdbewohner nach sich zog, musste sie schleunigst untertauchen und fürchtet nun um ihr eigenes Leben. Deshalb lebt sie inkognito bei den Mobilen.

Celies Freunde Alex und Bernie, die sie schon seit Kindertagen kennt und die sie erst kürzlich bei der Beerdigung ihrer Mutter das letzte Mal gesehen hat, sind ihr eine emotionale Stütze und einzige Verbindung mit der Welt ausserhalb der Mobilen. Eigentlich dürfte sie diesen Kontakt gar nicht aufrecht halten und noch weiß sie nicht, dass die Verbindung zu ihnen bald abbricht. Zuerst sieht es noch nach einer zufälligen Ansammlung von technischen Problemen mit den Toren und dem Beamvorgang aus, doch nach und nach wird die ganze Dimension des Schadens offensichtlich. Von einer Minute auf die Nächste ist nichts mehr so wie man es gewöhnt ist und es wird nie wieder so sein, wie die Menschheit es gern hätte. Chaos , Gewalt und Tod überschatten schnell das Land, ja die ganze Welt. Mittendrin im Durcheinander dieser neuen Bedingungen und Gefahren versucht jeder der 3 Freunde einen ganz eigenen Lösungsansatz für seine verzwickte Situation zu finden!
Sie sind gefangen in einem persönlichen Albtraum, kaum mit dem Nötigsten ausgestattet und ohne Aussicht auf Hilfe! Werden sie ihren Weg gehen, ihre Ziele sicher erreichen?

Mein Fazit:

“Als die Welt zum Stillstand kam” ist eine futuristische Science-Fiction Geschichte in deren Mittelpunkt 3 Jugendliche und der totale Ausfall der Versorgungsgrundlage aller Menschen durch das Tornetz stehen. Die stimmungsgeladene und farblich passender Covergestaltung, wie auch der Buchtitel gefallen mir richtig gut und sind noch dazu mit dem Inhalt der Handlung stimmig. Auch der Klappentext ist mit Bedacht gewählt, macht neugierig, ohne zu viel zu verraten.

Angesiedelt ist die Handlung in recht naher Zukunft (2021-2036). Für eine Ansiedelung mit einem Zeitsprung von weniger als 20 Jahren, hatte ich Probleme mit der gravierenden Veränderung unserer weltweiten Struktur und es wirkte für mich beim Lesen etwas zu entrückt und zu utopisch zum gegenwärtigen Entwicklungs- und Technologiestandard, sowie unseren Wohn-und Lebensgewohnheiten. Somit hatte ich von Beginn an einige Probleme diese veränderten Zustände in unserer Natur, an den beschriebenen deutschen (Wohn)orten und auch bei den länderübergreifenden Beschreibungen zu akzeptieren, denn damit war meine Vorstellungskraft überfordert, dass es demnächst schon in Meck-Pomm eine menschenleere Wildnis mit vielen großen Wildtieren geben soll.

Die 3 Hauptcharaktere, allesamt unterschiedliche Figuren mit einer langjährigen freundschaftlichen Verbindung zueinander, hatten für mich nicht die Kraft zu strahlen oder mich anzusprechen und mitzunehmen, wie ich es mir in solch actiongeladenen und turbulenten Handlung erwartet oder zumindest gewünscht hätte. Sie waren mir zu unscheinbar und stereotyp ausgearbeitet, hatten wenig Potential für die eigene Entwicklung und in einer Szenerie mit explosiven Momenten gingen sie förmlich im Geschehen unter.

Der Plot selber zeigt einen guten Ansatz und eine aufrüttelnde Botschaft auf, aber ich fühlte mich nicht wirklich mitgerissen und an einigen Stellen waren manche Sachen leider auch extrem vorhersehbar. So lösten sich Probleme, die wirklich schwerwiegend wirkten, plötzlich ganz selbstverständlich und im Handumdrehen auf. Das machte auf mich einen unglaubwürdigen Eindruck und lies mich ein paar Mal Enttäuschung verspüren.
Desweiteren vermisste ich am Anfang des Buches, dass der Leser erstmal ein bisschen an die neuen Features der Zeit herangeführt wird. Mehrmals hatte ich keinerlei Ahnung, was ich mir unter den Abkürzungen der Geräte oder dem Funktionieren und der Verknüpfung verschiedener Technologien vorstellen sollte und fand es daher verwirrend. Im Glossar und umfangreichen Nachwort gibt es zwar etliche Hinweise und Erklärungen, aber nicht zu allen Fragen, die sich mir während des Leseprozesses auftaten.
Der Schreibstil und die Erzählweise haben mir im Gesamtbild gut gefallen, denn er war flüssig, zeitgemäss, bisweilen witzig und provozierend, was für Jugendliche authentisch ist. Desweiteren waren die Einflüsse von den Verschmelzungen zwischen den Kulturen und Ländern mit verschiedenen Wörtern aus allerlei fremden Sprachen eingewebt. Es wurden z. B. spanische und indische Schimpfwörter im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet.

“Als die Welt zum Stillstand kam” zeigt uns eine Zukunftsvision auf, die immer noch mit allgewärtigen Problemen unserer heutigen Zeit zu kämpfen hat. Auch wenn es den Menschen gelungen ist, einige bahnbrechende Erfindungen (wie das problemlose Beamen) zum Wohl der Menschheit und Umwelt einzusetzen, so wird doch wieder einmal deutlich, dass alles ein Für und Wider hat. Dass es immer Menschen geben wird, die sich gegen Neuerungen verweigern, das es auch in Zukunft immer korrupte und böswillige Splittergruppen gibt, das sich Kriminalität und Neid nun mal nicht einfach wegbeamen lassen. Mit dieser Erkenntnis erreicht man auch den Wendepunkt in der Geschichte des Buches und reflektiert die Charaktere und deren Entscheidungen mit einem zweiten Blick und veränderten Standpunkt.

Egal was wir tun, egal wie wir entscheiden, jede individuelle Entscheidung ist immer auch eine Entscheidung für unsere Gemeinschaft in der jeder von uns lebt…. wie der eigenen Familie, dem Freundeskreis oder am Arbeitsplatz! Aber genauso muss man auch sich auch für globale Entscheidungen zur Rechenschaft ziehen lassen, wenn es um den Umweltschutz oder die fossilen Ressourcen unseres Planeten geht. Die Moral aus diesem Buch lautet: Bedenke wofür oder wo gegen Du dich entscheidest, denn diese entscheidende Handlung könnte eine Lawine lostreten, die nicht nur für Dich selber ungeahnte Konsequenzen mit sich bringen kann….

Kurz gesagt:

Das Buch liegt für mich in der goldenen Mitte! Es konnte mich mit seiner Idee begeistern, allerdings nur bedingt mit der Umsetzung. Für einen guten Science-Fiction Thriller bringt es genug Stoff mit, aber das Potential wurde nicht ausgereizt und viele Sachen blieben mir schleierhaft oder hinterliessen ein fragwürdiges Gefühl während einiger Passagen. Die Protagonisten sind keine Stars und konnten daher keine individuelle Note verleihen. Die Dramaturgie kam für meinen Geschmack zu kurz, denn spannende Szenen gab es nur wenige im gesamten Verlauf.

Beim Schreibstil konnte ich mehr Esprit und teilweise lustig-skurrile Sachen entdecken und das lockerte die düstere Weltuntergangsstimmung öfters auf.
Als Liebhaber von Sci-Fi kommt man hier generell auf seine Kosten, wenn man nicht zu viel Wert auf tiefgründige und extrem spannende Unterhaltung legt. Das Buch regt zum Nachdenken an und hinterlässt ein zwiespältiges bis ungutes Gefühl, wenn man sich diese schrecklichen Vorfälle und weltumfassende Abhängigkeit bildlich vor Augen führt.

“Als die Welt zum Stillstand kam” bekommt (m)eine Empfehlung für diejenigen, die utopische Literatur rund um die Thematik BEAMEN suchen und gern auch mal ein Jugendbuch lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konnte die Distanz nicht überbrücken, 7. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Cover des Jugendromans „Als die Welt zum Stillstand kam“ war das erste, was mir im Buchladen vor einiger Zeit mal auffiel. Es ist schön gestaltet, direkt auf den Buchdeckel gedruckt, also nicht auf einen störenden Umschlag, enthält auch einen Lacküberzug auf der Schrift und der Person, und verspricht eine düstere Atmosphäre. Celie, die weibliche Hauptfigur des Buchs, kann die Person auf dem Cover allerdings nicht darstellen, denn die hat ja angeblich rote, gelockte Haare. In der Schule würde man also sagen: Thema verfehlt, setzen, sechs!

Thema verfehlt – so ein wenig mag das auch auf den Inhalt des Buches zutreffen. Oder vielleicht eher: Thema nicht konsequent umgesetzt. Celie, Alex und Bernie leben in einer Welt, in der das beamen alltäglich ist. Über ein weltweites Tornetz werden nicht nur Menschen, sondern auch Rohstoffe von jedem beliebigen Punkt der Erde zu jedem anderen beliebigen Punkt gebeamt. Dass daraus eine globale Katastrophe entstehen kann, wenn dieses Netz einmal ausfällt, mag man sich vorstellen können. Das ist dann aber auch schon alles, was ich mir in diesem Buch vorstellen konnte. Alles andere, seien es die Protagonisten, deren Gefühle, oder technischer Schnickschnack, blieb über die gesamte Dauer zu oberflächlich, zu ungenau, zu wenig nachvollziehbar. Das fängt schon damit an, dass quasi ab dem ersten Moment des Torausfalls scheinbar die ganze Welt in kollektive Panik gerät. „Jetzt wird nichts mehr so sein wie früher“ ist die vorherrschende Meinung, das Ende der Menschheit ist gekommen. Nachvollziehbar? Nein. Geht man nicht in der Regel davon aus, dass technische Fehler an derart wichtigen Systemen auch zeitnah wieder behoben werden?
Es setzt sich dann fort durch die unzureichende Beschreibung des technologischen Fortschritts. Ich muss nicht im Detail geschildert bekommen, wie beamen funktioniert. Aber zu erfahren, wie diese Tore denn nun eigentlich aussehen, wäre ganz nett gewesen. Es wird immer nur von Kabinen gesprochen und irgendwelchen eingeschlossenen Scramblern. Ich habe mir dann der Einfachheit halber die Tore aus Stargate vorgestellt. Auch die Roachys, variable einsetzbare Laufroboter, haben in meinem Kopf kein klares Bild erzeugen können. Sind sie nun rucksackkompakt oder eher Kleinwagengroß? Spinnenartig oder doch menschenähnlich? So variabel wie ihre Einsatzmöglichkeiten, so variabel ist vermutlich auch ihre Erscheinung. Achja, und wie zum Teufel kommt ein Tor auf den Merkur???
Auch vor den Hauptfiguren machen die Unzulänglichkeiten nicht halt. Celie ist anfangs und eigentlich das ganze Buch über sauer auf alles und jeden. Ja, sie hat vor kurzer Zeit ihren Vater verloren und dann auch noch ihre Mutter. Die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt sie dann ihrem langjährigen besten Freund Alex, weil er nicht da war um es zu verhindern?! Ahja, logisch. Und Bernie, der sich, wie beharrlich erwähnt wird, durch seine Erlebnisse in der Wildnis, der er zum Zeitpunkt des Torausfalls ausgesetzt war, so verändert hat. Ach, hat er das? Durch welche Erlebnisse denn nun genau? Seine Zeit in der Wildnis ist nach gefühlten zwei Kapiteln erledigt.
Die Nebenfiguren sind eigentlich gar nicht erwähnenswert. Einige werden recht interessant eingeführt und dann gnadenlos verheizt, so wie beispielsweise Bernies Ausbilderin, der gerade einmal ein paar Seiten vergönnt waren, oder Jason, der als Bösewicht aufgebaut wird, in der eigentlichen Auflösung dann aber gar keine Rolle mehr spielt.

Apropos Auflösung: Stellt euch mal eine Silvesterrakete vor, die ihr anzündet, der Funke arbeitet sich glitzernd die Zündschnur entlang, ihr denkt „gleich passierts, gleich passierts!“, und dann – nichts. Fehlzündung! Die Spannung verpufft. Und so ist es auch hier. Die Auflösung, was das Tornetz denn nun zum Absturz gebracht hat – die tatsächlich so spät (auf den letzten drei, vier Seiten) kommt, dass ich schon befürchtete, es würde einen zweiten Band geben – ist so lahm, so unspektakulär und so simpel, dass ich mir unweigerlich die Frage stellen musste: und um darauf zu kommen haben die nun Monate gebraucht?

Aber gut, über das alles könnte man letztlich ja hinwegsehen, wenn wenigstens der Teil zwischen Anfang und Ende packend gewesen wäre. Eine dystopische Welt, dem Untergang geweiht, egal aus welchem Grund das nun passiert ist, durch die sich drei Jugendliche schlagen müssen, um zu sich, zu ihren Familien und ihrem Leben zurück zu finden. Tatsächlich bietet diese Story auch einige gute Ansätze, Dinge, über die man nachdenkt und sich dann sagt: Ja, so könnte es wirklich passieren. Aber über diese Ansätze kommt die Geschichte leider nie hinaus. Die ganze Bedrohung, die Verzweiflung der Menschen nach Wochen und Monaten ohne Versorgung mit lebensnotwendigem, wird nie richtig greifbar oder gar emotional. Alles wirkt wie eingeschlafene Füße, die man kurz schüttelt und nach kurzem Kribbeln hat man wieder vergessen, dass überhaupt was war. Passend dazu wirkt auch die „Liebesgeschichte“, die natürlich nicht fehlen darf, wie reingeschossen und falsch abgebogen.

Versteht mich nicht falsch, das alles klingt jetzt negativer als es ist. Das Buch ist nicht schlecht. Es ist nur eben leider auch nicht gut. Die Distanz, über die es ein gutes Buch vermag, den Leser in sich hineinzuziehen, hat „Als die Welt zum Stillstand kam“ nie überbrücken können. Das, und auch die Sprache, die – nicht immer, aber teilweise – mehr an einen Schulaufsatz aus Klasse 9 erinnert, bringt mich zu dem schmerzlichen Fazit, dass dieser Jugendroman, im Gegensatz zu anderen Vertretern seines Genres, tatsächlich auch mehr für die (jüngere) Jugend ist. Der spannendste Teil ist eigentlich das Nachwort, in dem die Autorin von ihrer Recherche berichtet und auch schildert, was von der Fiktion schon bald Wirklichkeit sein könnte.

Ich vergebe gutmütig aufgerundete drei Sterne. Eigentlich sind es nur 2,5, aber halbe Sterne sind hier ja leider auch nur Fiktion :D
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4.0 von 5 Sternen Interessante Dystopie, 28. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als die Welt zum Stillstand kam" spielt in der nahen Zukunft. Im Jahr 2024 gehen die ersten Tore ans Netz, mit denen die Menschen von Ort zu Ort beamen können. Celie, die Tochter von Jenna und Felix, den Erfindern der Tore, leidet am Meisten unter dieser Erfindung. Zwar benutzt sie die Tore, jedoch starb ihr Vater im Einsatz für diese. Als dann auch noch ihre Mutter stirbt beschließt sie, sich von den Toren abzuwenden und in die Kommune der Mobilen zu ziehen. Die Mobilen benutzen die Tore nicht, meistens, weil sie vom System ausgeschlossen wurden. Denn Straftäter dürfen die Tore nicht mehr benutzen.

Bernie, ein guter Freund von Celie, interessiert sich für Technik und liebt die Tore. Er würde sich nie von ihnen abwenden, um Gegenteil: er macht eine Ausbildung, um unter anderem zu lernen, wie man die Tore installiert.

Alex ist Celies bester Freund, jedoch sind die beiden seit dem tragischen Tod von Jenna zerstritten. Alex arbeitet im Krankenhaus, weil er Arzt werden will. Jedoch steht er nicht sehr selbstsicher hinter dieser Entscheidung, denn eigentlich ist er viel lieber in der Natur.

Im Jahr 2036 passiert eine Katastrophe: alle Tore fallen weltweit aus, die Menschheit kämpft ums Überleben und die Freunde müssen versuchen, alleine in dieser schrecklichen Welt zu überleben.

Als die Welt zum Stillstand kam" zeigt uns in einer erschreckenden Weise, wie schnell wir uns von neuen Technologien abhängig machen. Bereits nach 12 Jahren können beispielsweise alte Stromleitungen oder auch Autobahnen nicht mehr benutzt werden, weil hier nichts instand gehalten wurde. Man hat sich von den Toren abhängig gemacht und die Welt versinkt im Chaos. Eine erschreckende Dystopie, die zum Nachdenken anregt.

Zeitweise empfand ich das Buch als etwas langatmig, dennoch war die Handlung interessant. Das Ende hätte ich mir fulminanter gewünscht, so dass ich es insgesamt betrachtet als ein durchschnittliches Jugendbuch empfinde.
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4.0 von 5 Sternen Was tun wir, wenn plötzlich sämtliche Netze ausfallen und wir weder an Strom oder Wasser kommen?, 26. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Als die Welt zum Stillstand kam: Roman (Gebundene Ausgabe)
2036 können die Menschen, mit Hilfe von einem ausgeklügelten Tornetz, beamen. Wohnen in Irland, Frühstücken in Mailand, arbeiten in Berlin. Und all das in Sekundenschnelle. Die Menschen sind es gewohnt, von einem Ort zum anderen zu gelangen ohne große Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Autos sind zum größten Teil verschrottet worden und auch Flugzeuge fliegen sie nur noch als Hobby. Der Müll wird ebenfalls durch die Tore entsorgt und alte Telefon-, Internet- oder Wasserleitungen werden nicht mehr genutzt. Alles läuft über die Tore, ist mit ihnen verbunden und bieten den Menschen einen unglaublichen Komfort. Doch dann bricht alles zusammen: Die Tore schalten sich ab und niemand weiß weshalb.

Chaos.

Die Autorin, Gabi Neumayer, zeigt mit ihrem Buch wie sehr Menschen in die Abhängigkeit der Technik geraten sind, denn selbst heute sind wir bereits auf so vieles angewiesen. Der heutige Arbeitsalltag wäre ohne Technische Geräte kaum mehr möglich, denn Unternehmen richten sich immer mehr nach Programmen auf ihren Computern oder gar Maschinen, die computergesteuert sind. Im dem Buch, im Jahre 2036, wird all das noch etwas extremer dargestellt, denn die Technische Entwicklung ist Fortgeschrittener, die Abhängigkeit verheerender und die Menschen geraten in Panik: Plünderer stürmen Geschäfte und Wohnungen um alles abzugreifen. Batterien sind mit einem Mal das wertvollste Zahlungsmittel und auch Wasser und Nahrung werden mit der Zeit knapp. Und mitten drin befinden sich die drei Protagonisten.

Als die Welt zum Stillstand" kam zeigt eine Schreckliche Wahrheit. Eine Technik kann noch so fehlerfrei laufen, doch ist sie keinesfalls unfehlbar! Nur vergessen das sowohl die Menschen in dem Buch als auch in der Realität viel zu oft und es ist meist nur eine Kleinigkeit, die eine unglaubliche Auswirkung haben kann. Genau wie in diesem Buch.

Wirklich interessant sind die verschiedenen Perspektiven aus denen berichtet wird. So sind es nicht nur Celie, Alex und Bernie, die in verschiedenen Situationen an den verschiedensten Orten mit dem Zusammenbruch konfrontiert werden, es sind auch einblicke in fremder Menschen Leben:
Ein Ehepaar besucht das Theater in einem fernen Land und lässt ihr Baby, bei ihnen daheim, von der Großmutter betreuen. Diese hat zu hause ein Buch vergessen, welches sie schnell holen will ... eigentlich eine Sache von Sekunden, doch als die Großmutter tausende Kilometer entfernt vor dem Tor steht und zurück will funktionieren diese nicht mehr.

Ein bisschen nervig wurde es dann gegen Ende, als sich das Buch etwas nervig in die Länge zog und die Handlung auch nur noch langsam voran kam, aber das ist auch der einzige Punkt der hier stört. Ansonsten ist dies ein wundervolles Werk, welches (hoffentlich) den Lesern die Augen öffnet und klar macht, wie sehr selbst sie von der Technik abhängig sind.
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Als die Welt zum Stillstand kam: Roman
Als die Welt zum Stillstand kam: Roman von Gabi Neumayer (Gebundene Ausgabe - 13. August 2012)
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