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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volltreffer, 17. Oktober 2012
Von 
Bienchen (das schönste Bundesland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Klaus Kordon ist mit diesem Buch in seiner unnachahmlichen Art wiederum ein Volltreffer gelungen.

Er erzählt hier die Geschichte von Bertie und Lisa, zwei parallele Erzählstränge , die mit der Kindheit der beiden beginnt und über die Jugendjahre ins Erwachsenenalter führt,eingebettet in die Geschichte Deutschlands vom ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre. Dann begegnen sich die beiden Protagonisten und die gemeinsame Geschichte endet dort, wo Kordons Roman "Krokodil im Nacken" beginnt. Man lacht, leidet und hofft mit beiden mit, man ist richtig drin in der Geschichte, wunderbar wie Kordon das immer wieder mit seinen Romanen schafft. Und so ganz nebenbei erfährt man viel über die Geschichte Deutschlands.

Dieses Buch ließ mich wieder sehr nachdenklich und auch traurig zurück, da die Geschichte, die hier erzählt wurde, so ähnlich wahrscheinlich Tausenden in Deutschland von 1910 - 1950 passiert sein kann und wiederum gezeigt hat, wieviel Leid die beiden Weltkriege über die Menschen brachte und wieviel Familien zerstört wurden. Und irgendwie ist es auch ein bißchen die Geschichte meiner Eltern und Großeltern.

Volltreffer.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klaus Kordon - Das Karussell, 22. Oktober 2012
Von 
Kerstin Junglen (Flörsheim/Main, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kurzbeschreibung:
Als die beiden sich begegnen, haben sie schon so manches erlebt: Immer musste das Berliner Servierfräulein Lisa Gerber, die in den Harzer Bergen aufwuchs, für andere da sein. Bertie Lenz, der seine Kindheit und Jugend im Waisenhaus verbringen musste, lebt als Maurer zur Untermiete. Als er sich mit SA-Leuten anlegt, verhilft Lisa ihm zur Flucht. Dann steht er plötzlich vor ihrer Tür – und will nicht mehr fort. Doch bleibt ihnen für ihre Liebe nicht viel Zeit, denn 1939 beginnt der Krieg und ein Jahr später wird Bertie eingezogen und kommt nach Russland. Für Lisa beginnt die Zeit des Wartens. Ihre einzige Erinnerung an Bertie ist ein Kind, Manni, und ein kleines buntes Blechkarussell zum Aufziehen...

Zum Autor:
Klaus Kordon, geboren 1943 in Berlin, wo er heute als freischaffender Schriftsteller lebt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und zahlreich ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für seinen Roman Krokodil im Nacken und die Biografie über Erich Kästner Die Zeit ist kaputt. Zuletzt veröffentlichte er den historischen Roman Im Spinnennetz. Für sein Gesamtwerk erhielt er den Alex-Wedding-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und Brandenburg und den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Rezension:
In Das Karussell wird die Lebensgeschichte von zwei Personen erzählt: Herbert "Bertie" Lenz, der bereits als Kleinkind von seiner Mutter in die Obhut eines Waisenhauses gegeben wird, in dem strenge Sitten herrschen und er kaum Zuneigung erfährt und Lisa Gerber, deren Vater im 1. Weltkrieg fällt und die zusammen mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern lebt. Die Mutter führt eine gutgehende Kneipe, bis es sie nach Berlin zieht.

Die Geschichte spannt sich von den frühen 1910er Jahren bis in die Nachkriegszeit und Klaus Kordon erzählt anhand des Romans vom Leben seiner Eltern. Kraftvoll und schonungslos berichtet er über die harten Kinderjahre von Bertie im Heim und auch von seinen Erlebnissen im 2. Weltkrieg an der Front. Nichts bleibt ungeschönt und Klaus Kordon verlangt dem Leser gerade in diesen Schilderungen sehr viel ab, was das Buch aber authentischer denn je wirken lässt.

Die Lebensgeschichte von Bertie und Lisa konnte mich sehr für sich vereinnahmen, da die beiden sehr sympathische Charaktere sind, die man sofort liebgewinnt und mit denen man in vielen Situationen mitleidet. Vor allem Bertie hatte es mir angetan, da er bis zum Kennenlernen mit Lisa nicht viel Schönes im Leben hatte. Aufgewachsen im Heim, Pflichtbesuche der Mutter, die neu geheiratet hat, ein weiteres Kind bekommt, aber den Sohn nicht bei sich haben will und das gefängnisähnliche Leben in der Einrichtung inklusive Züchtigung und Karzer (eine Art Arrestzelle bei ungebührlichem Benehmen) prägen ihn sehr.

Lisa hingegen ist ein resolutes Mädchen, das sich schon früh durchzusetzen versteht. In ihrer ersten Ehe mit Georg John, die von ihrer Seite mehr aufgrund freundschaftlicher Zuneigung denn Liebe zustandekommt, nicht komplett glücklich, erlebt sie erst nach dem Tod ihres Mannes mit Bertie ihr wirkliches Glück. Der 2. Weltkrieg allerdings befiehlt Bertie an die russische Front und somit beginnen für Lisa Jahre der Entbehrung, ein Leben zwischen Hoffen und Bangen um ihren geliebten Mann.

Mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten, denn Das Karussell muss man einfach selbst gelesen haben. Selten konnte mich eine Lebensgeschichte so sehr begeistern, denn Klaus Kordon hat einen wunderbaren bildhaften Schreibstil, der auch sehr viel Wert auf Authentizität legt, indem er z.B. den Berliner Dialekt miteinfließen lässt, Straßen und Plätze namentlich erwähnt, als wäre der Leser selbst mit Bertie und Lisa unterwegs.

Mir hatte bereits sein Vorgängerroman Im Spinnennetz ungemein gut gefallen und genauso ging es mir wieder mit Das Karussell. Wer gerne über deutsche Zeitgeschichte, eingebettet in eine fesselnde Lebens- und Liebesgeschichte, liest, dem kann ich den vorliegenden Roman nur wärmstens empfehlen, der nicht nur für Jugendliche geeignet ist, sondern auch Erwachsenen durchaus gefallen dürfte.

Fazit: Das Karussell vereint eine rührende aber auch tragische Lebensgeschichte zusammen mit historischen Gegebenheiten aus den frühen 1910er Jahren bis hin zur Nachkriegszeit. Klaus Kordon konnte mich wiederum mit seinem wunderbaren Schreibstil begeistern, der bildhaft, ausführlich und authentisch ist. Ein wunderbares Buch!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte anschaulich-interessante Perspektiven, 23. Oktober 2012
Von 
Henning Sievert (Erfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Klaus Kordon hat es mal wieder geschafft Geschichte perspektivisch und anschaulich zu erzählen. Eine Familienchronik durch die Anfänge des 20 Jahrhunderts. Hier schafft der Autor es erneut eine spannende Geschichte zu erzählen und die Ereignisse parallel einfließen zu lassen. Ich habe großen Respekt vor diesen Leistungen und werde nachwievor jedes Buch von Klaus Kordon lesen, sobald es mir in die Finger kommt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prequel zu "Krokodil im Nacken", 26. Juli 2013
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dass "Das Karussell" die Vorgeschichte zu "Krokodil im Nacken" ist, ist mir erst 50 Seiten vor Schluss aufgefallen. Vorher hatte ich nur immer wieder das Gefühl, von einigen Figuren schon einmal gehört zu haben, teilweise auch das Gefühl der Wiederholung, z.B. dass die Hauptfigur Lisa Wirtin ist. Schon wieder eine Geschichte, die in einer Kneipe spielt?, dachte ich. Jetzt macht das natürlich alles Sinn. Wer daher die Chance hat, dieses Buch hier zuerst zu lesen und danach erst das 2002 erschienene "Krokodil im Nacken", der sollte dies tun. So bekommt man fast das ganze Jahrhundert anhand einer Familie erzählt, zumal wenn man Teil 3 "Auf der Sonnenseite" von 2009 anschließt.
"Das Karussell" jedenfalls fängt kurz vor dem 1. Weltkrieg an, als Lisa noch ein Kind ist, ihre Kindheit aber "abbricht", als der Vater im Krieg fällt. Der zweite Erzählstrang ist die Geschichte des kleinen Bertie, der im Waisenhaus aufwächst, weil seine unverheiratete Mutter ihn nicht großziehen kann -- und will. Beide Erzählstränge schlängeln sich durch die Zeit zwischen den Weltkriegen und all ihren Problemen und vereinen sich schließlich im 2. Weltkrieg. Lisa ist inzwischen eine junge Witwe und führt eine Wirtschaft. Bertie ist Maurer und kehrt dort ein. Die beiden verlieben sich ineinander. Als Bertie irgendwann eingezogen wird, hat Lisa zurecht Angst, dass sie dasselbe Schicksal wie ihre Mutter erleben wird.
Viel gäbe es über den Inhalt des Buches noch zu sagen, so komplex ist er. Realistisch gibt es die Zeit wieder. Komplex und überzeugend zeichnet es die Figuren. Sehr kritisch schreibt Klaus Kordon aber auch stets. D.h., er hat kein wirkliches Verständnis für Mitläufer, ganz zu schweigen von Begeisterten des Nationalsozialismus. Seine Hauptfiguren sind alle gegen den Krieg und den Führer. Anhänger des Systems oder Mitläufer sind von vornherein negativ eingestuft. Auch ist die Geschichte etwas nüchtern geraten, erinnert manchmal sogar an ein historisches Sachbuch, das die Figuren nur als reine Beispiele nimmt, anhand deren die Geschichte aufgezeigt wird. Das wäre mein einziger Kritikpunkt an dem sonst sehr guten und gewinnbringenden Buch.
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5.0 von 5 Sternen Spannende Liebesgeschichte über zwei Weltkriege hinweg, 9. Juli 2013
Von 
Detlef Knut "donkelmann" (Oberkassel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der 450 Seiten starke Roman erzählt eine Familiengeschichte über zwei Weltkriege hinweg. Zunächst wird in parallelen Handlungssträngen von den beiden Kindern Herbert Josef Lenz und Elisabeth Gerber erzählt. Herbert, genannt Berti, ist das Kind einer Vergewaltigung. Seine Mutter war als Dienstmagd von ihrem Dienstherrn vergewaltigt worden. Kein Wunder, dass er von ihr nur halbherzig geliebt wird und sie ihn in ein Waisenheim abschiebt. Als die Mutter später wieder einen Mann findet, hat Berti erst recht keinen Platz mehr in ihrem Leben. Das Waisenhaus wird von einem strengen Pater und einem strengen Lehrer geleitet. Gutes hat Berti von diesen Leuten nicht zu erwarten. Schon als kleines Kind von sechs Jahren, als der Erste Weltkrieg 1914 ausbricht, fragt er sich unentwegt, warum seine Mutter ihn nicht zuhause aufwachsen lässt. Sie kommt ihn zwar oft besuchen, aber das ist nicht das, was er sich wünscht. Die Frage, ob er ein ungeliebtes Kind ist, nagt sehr stark an ihm. Aber er lernt, sich im Heim durchzusetzen und wird zu einem so genannten Rüpel, letztendlich zu einem wahren Prügelknaben. Immer wieder kommt er bei Wasser und Brot in den Karzer oder muss sich über den Prügelbock legen und wird windelweich geprügelt. Parallel dazu wird die Geschichte von Elisabeth Gerber, genannt Lisa, erzählt. Lisa wächst im Harz, in Thale, als Tochter des Sohns eines Fleischermeisters auf. Die Mutter hatte sich die Hochzeit mit einem Kleinbürger erkämpft, was deren Vater, Hüttenwerker und überzeugter Sozialdemokrat, gar nicht gerne sah, Jedoch spätestens nach der Geburt von Lisa ergab er sich in sein Opadasein mit einem bürgerlichen Schwiegersohn. Ihre Mutter betreibt eine Wirtschaft, doch mit dem Ersten Weltkrieg bricht das Unheil für die kleine Familie ein und der Vater wird in den Krieg berufen. Von nun an musste sich die Mutter mit Lisa und ihren drei Geschwistern alleine durchschlagen, denn der Vater kehrte aus diesem Krieg nicht zurück.

Der Autor hat einen besonders schönen Stil gefunden, diese in Geschichte, die wie eine Familienbiografie anmutet, niederzuschreiben und zu erzählen. Eigentlich wird die Geschichte aus der Perspektive von Bertis Sohn erzählt. Doch dem stehen nur zwei Kapitel zur Verfügung: der Anfang und am Ende der Epilog. Erst im Epilog erfährt der Leser, wie der Erzähler, der ja gar nicht alles miterlebt haben kann, an die Informationen über seine Familie gelangte. Dazwischen wird das gesamte Buch von einem auktorialen Erzähler vermittelt. Über Jugendzeit und Kindheit der beiden Protagonisten Lisa und Berti bis weit in die erste Ehe hinein verläuft die Handlung beider bis zur Hälfte des Buches separat und parallel voneinander. Man erfährt vom Aufwachsen beider über die grausamen Umstände mit denen sie fertigwerden mussten, auch die schönen Momente, die sie im Leben hatten. Man erfährt, wie Lisa einen Menschen heiratet, obwohl sie ihn vielleicht nicht liebte, aber der ihr ein Zuhause bot, und den sie bis über seinen Tod hinaus respektierte. Man erfährt auch von Berti, dass er eigentlich kein Schläger werden wollte. Aber dass er doch ein großes Stück seines Lebens in diesem Waisenhaus verbrachte und sich dort durchsetzen musste, was wiederum dazu führte, dass er sehr wohl austragen konnte, um sich zu verteidigen.

In teils humorvollen Episoden werden viele Lebensabschnitte dieser beiden Personen geschildert. Der aufmerksame Leser wird erwarten, dass sich die Wege von Lisa und Berti irgendwann einmal treffen müssen. Sie werden auch einen gemeinsamen Weg beschreiten. Nahezu anrührend wird das Bemühen der beiden umeinander aufgezeigt.

Der sehr authentisch wirkende Roman ist ein Musterbeispiel für alle diejenigen, die sich berufen fühlen, aus ihrem eigenen Leben oder aus dem Leben naher Verwandter berichten zu müssen. Es gibt sehr viele Lebensgeschichten, sehr viele Lebensberichte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und davor. Aber meistens sind diese Berichte Tatsachenberichte, die einfach und schnörkellos erzählt werden. Als solche lassen sie jedoch oft die Spannung vermissen. Dem ist nicht so bei dem vorliegenden Roman. Dieser Roman ist dramaturgisch inszeniert, auch wenn viele Elemente davon autobiografisch oder biografisch sein sollten, ist zu spüren, dass an der Dramaturgie gefeilt wurde, damit die Leser nicht nur an die Informationen gelangen, sondern auch noch Spaß dabei haben. Ein einfühlsamer, bewegender Roman mit einem Ende, wie es sie auch geben mag. Von mir gibt es dafür fünf Sterne.
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5.0 von 5 Sternen So ein tolles Buch!, 23. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Endlich ein neues Klaus Kordon Buch. Hier wird die Vorgeschichte zu "Krokodil im Nacken" beschrieben. Ein Buch, bei dem man traurig ist, wenn man es ausgelesen hat.
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5.0 von 5 Sternen Wie immer...., 20. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
.... ECHT KLASSE!!!! Wer Klaus Kordons Bücher kennt,der wird dieses auch lieben! Ich liebe seine Bücher und wurde auch bei seinem aktuellen Werk nicht enttäuscht! Da ich im Prenzlauer Berg aufgewachsen bin und dort auch noch bis vor 3 Jahren gelebt habe,ist gerade diese Geschichte für mich so toll nachvollziehbar! Alle beschriebenen Ecken kenne ich und oft muss ich an K.Kordons Bücher denken,wenn ich durch den Prenzlberg spaziere!!!!!
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5.0 von 5 Sternen Wieder ein Kordon, wieder zu erkennen und doch anders, 16. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich lese sie als lange, lange schon Erwachsene, diese Bücher von Klaus Kordon, als ich jung war, sind sie an mir wohl vorbei gegangen. Das macht gar nichts, ich kann sie jedem Erwachsenen nur empfehlen. Ich kann sie jedem eigentlich empfehlen, der sich nur ein bisschen für Geschichte interessiert oder gern interessieren würde. - Das Karussell, wieder ein typisches Kordon Buch, für einige Momente hatte ich das Gefühl, es ist nicht so viel anders, nur eben wieder eine neue Geschichte über eine Zeit, die er schon öfter beschrieben hat. Jedes Weiterlesen lohnt sich, vieles am Stil ist ähnlich, dafür ist es ein Kordon, dafür liebe ich diese Bücher und doch ist etwas hier wieder anders. Ein Gefühl von Nachdenklichkeit und Stille blieb zurück, nach den letzten Sätzen dieses Buches. War es nur mein Gefühl, weil wir alle uns irgendwo in dieser Geschichte wieder finden können, uns, unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern?
Hat es Klaus Kordon einmal noch mehr verstanden, etwas nahe zu bringen? Es gibt Stellen in dem Buch, die sind einfach so gut gewählt, da braucht es keine Worte, da spürt man die Lücke, die jetzt da ist. Und wieder und wieder bin ich Teil des Buches geworden, und wieder einmal war klar, dieses Buch ist ein Teil von Klaus Kordons Geschichte, eine ihm wohl sehr nahe diesmal wieder. - Unbedingt lesen, unbedingt weitersagen.
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5.0 von 5 Sternen Der Krieg und seine Geschichte/ lesefee.blogspot.de, 5. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Betten, nichts als weiß lackierte, schon ein wenig abgestoßene, metallene Anstaltsbetten."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Es sind die 1920er, gerade ist der erste Weltkrieg beendet und die Menschen in Deutschland atmen wieder auf, da beginnt auch die Geschichte von Lisa und Bertie.
Zwei Kinder, die in völlig verschiedenen Welten heranwachsen. Bertie, der im Waisenhaus aufwächst und sich durchs Leben schlägt, doch eigentlich nur die Liebe seiner Mutter spüren möchte; und Lisa, die von klein auf als Serviermädchen arbeitet. In ihrer beider schwersten Stunden treffen sie aufeinander und eine zarte Liebe erblüht, überschattet vom 2. Weltkrieg.

"Trotz allem Grau, trotz all dieses Elends aber verspürte sie in jenen ersten Nachkriegswochen auch eine große Erleichterung. Endlich keine Bomber mehr, keine Nächte im Luftschutzkeller und keine Todesnachrichten oder Vermisstenmeldungen von der Front."
(S. 414, Absatz 4)

Rezension/Meinung:
Klaus Kordon hat es mit diesem Buch geschafft mir als Leserin die Ängste, Bedrohungen und Leben der Deutschen zwischen den 1920er und 1940er nahe zu bringen.
Wer dieses Buch in der Annahme einer atemberaubenden Liebesgeschichte gewählt hat, wird sicherlich verwundert sein. In Zeiten des Krieges wurde das Wort „Liebe“ etwas anders gehandhabt als wir dies heute tun können.

Die Geschichte ist aus beiderlei Perspektiven geschrieben.
Bertie berichtet von seinem Leben in einem Waisenhaus, welche Ängste er ausstehen musste und welche Hoffnungen auf eine Zusammenführung mit seiner Mutter in ihm brodelten. Doch nie erfüllt bemerkt man wie sich die Hoffnung immer mehr in Wut verwandelt. Die strenge Hand des Paters und die Abenteuer mit seinem besten Freund fehlen genauso wenig, wie die Beschreibungen darüber, nichts wert zu sein. Ein bisschen erinnert der Anfang daher an die Abenteuer des Huckleberry Finn.

Auf der anderen Seite erfährt man wie Lisa mit ihrer Familie einen gewagten Schritt geht und die Mutter eine Schänke eröffnet. Ihr Alltag geprägt von betrunkenen Männern ändert sich in der Zeit kaum, doch hat dieses junge Mädchen Träume. Große Träume, die bald immer mehr Formen annehmen.

Voneinander getrennt gehen die beiden ihre Wege, bis sie beide Mitte zwanzig sind. In diesen Jahren führen sie mehrere Schicksalsschläge zusammen und bereiten beiden eine tiefe Liebe. Doch schon bald wird diese auf die harte Probe gestellt: Bertie wird eingezogen und soll im Krieg gegen die Russen Deutschland verteidigen.
Während Bertie um sein Überleben kämpft und nur zurück nach Hause will, quälen Lisa die Ängste, dass er nicht mehr zurückkommen wird.

Kordon beschreibt so eindringlich die Erlebnisse und Geschehnisse dieser Zeit, dass man fast meint dabei gewesen zu sein. Seine bildlichen Darstellungen machen es einfach sich die Kneipe und die Menschen vorzustellen und es scheint als würden diese Menschen, voller Angst in den Augen, verschlissenen Kleidungsstücken und harten Zügen um den Mund vor einem stehen.
Sicherlich spielen auch die Gefühle zwischen Bertie und Lisa eine große Rolle und so ist es auch eine Liebesgeschichte, doch mehr noch ist dieses Buch ein Zeitzeugnis.
Es beinhaltet Beschreibungen der grausamen Taten und derer die sie ausführen mussten. Ich selbst bin lange nach dieser Zeit geboren, habe mich aber immer sehr für diesen Teil unserer Geschichte interessiert. Voller Unverständnis dafür, was die Menschen taten ohne mit der Wimper zu zucken. Und auch wenn es noch immer unbegreiflich scheint, bringt dieses Buch einen dazu, sich in die Lage der Menschen zu versetzten und zumindest einen kleinen Deut davon zu bekommen, was damals passiert ist.

Ein Buch über die damaligen Verpflichtungen und Verbindlichkeiten, eine Geschichte über Krieg und Liebe und eine Familiengeschichte, die ans Herz geht.
Bedrückend und berührend zugleich, möchte man mit in der Gaststube sitzen und tanzen, als endlich die letzten Gewehrsalven verstummen.

Eine schöne Geschichte, die niemanden kalt zurück lässt und ein Stück Geschichte in jedem erweckt.
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5.0 von 5 Sternen 1 a spannend und gut zu lesen für Jung und Alt., 2. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Karussell: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch war im Münchner Merkur als sehr gut und lesenswert bezeichnet und dem ist nichts hinzuzufügen. Das Buch ist jederzeit weiterzuempfehlen.
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Das Karussell: Roman
Das Karussell: Roman von Klaus Kordon (Gebundene Ausgabe - 4. Januar 2013)
EUR 19,95
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