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4.0 von 5 Sternen Ermutigung in Richtung Inklusion, 6. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Verhaltensauffällige Kinder integrieren: Zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung (Beltz Sonderpädagogik) (Taschenbuch)
Buchbesprechung: Ulf Preuss-Lausitz (Hg): Verhaltensauffällige Kinder integrieren
Weinheim 2005

Das Buch zeigt in verständlicher und ansprechender Darstellung die Wirksamkeit integrativer Ansätze bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sozialem und emotionalem Förderbedarf. In Berlin besuchen ca. 85% aller Kinder und Jugendlicher mit sonderpädagogischen Förderbedarf die Grundschulen.

Definitionen, Diagnosen und Förderansätze sind in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich, so werden Quoten von unter 0,2% bis zu 0,7% eines Schülerjahrganges genannt, die eine Schule für Erziehungshilfe besuchen. Dies steht in engem Zusammenhang mit den schulpolitischen Entscheidungen und den zur Verfügung stehenden integrativen Fördermöglichkeiten.
Sicher sind die Kinder in Baden-Württemberg oder Thüringen nicht grundlegend andere als in Hamburg oder Berlin.
Die jeweiligen Entwicklungen sind auch stark beeinflusst durch die Traditionen, z.B. der Schulen in Freier Trägerschaft, die häufig als Heimschulen gegründet wurden.
Nicht zuletzt die Entwicklungen der Jugendhilfe in Richtung von ressourcenstärkenden, regionalen und an den Bedürfnissen der Kinder und deren Familien orientierten Jugendhilfemaßnahmen werden auch dazu führen, dass die sonderpädagogischen Kompetenzen sich in zunehmendem Maße in die allgemeinen Schulen verlagern werden. Dies bezieht sich sowohl auf die Unterstützung bei Schulentwicklungsprozessen als auch bei der Erstellung und Umsetzung von individuellen Förderplänen.

Grundlage des Buches ist eine Langzeitstudie an den Grundschulen Klassenstufe 1 ' 6) in 2 Berliner Stadtbezirken.
Insbesondere die Aussagen zur ' selten erhobenen - Selbstwahrnehmung und dem daraus resultierenden Selbstkonzept der betroffenen Schülerinnen und Schüler sind von Interesse. Hier wäre ein Vergleich zwischen dem Selbstkonzept von Kindern mit vergleichbarem Förderbedarf in unterschiedlichen Betreuungsformen interessant.

Einen Schwerpunkt bildet der Focus auf die Bedeutung der Dynamik der sozialen Beziehungen innerhalb einer Schulklasse, die Nutzung der Ressourcen der Mitschüler ohne besonderen Förderbedarf, die Unterstützungspotenziale der Mitschülerinnen und Mitschüler für die Verbesserung der sozialen Kompetenz und der emotionalen Befindlichkeit.
Diese positiven sozialen Lernerfahrungen in einer gemischten Lerngruppe mit möglichst gleichen Anteilen von Mädchen und Jungen sind an Schulen für Erziehungshilfe nur selten gegeben.

Die konzeptionellen und organisatorischen Aspekte einer sinnvollen integrierten Förderung von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung sind nur am Rande erwähnt.
Wenn die Sonderpädagogen Teil des Kollegiums der allgemeinen Schule werden und ' wie die Schüler - ebenfalls in das System der allgemeinen Schule integriert werden, besteht die Gefahr, dass die Professionalität verloren geht.
Unterstützungssysteme der Sonderpädagogik wie auch der Jugendhilfe sollen zwar eng vernetzt und konzeptionell eingebunden mit den allgemeinen Schulen zusammen arbeiten, sie brauchen jedoch auch eine professionelle Eigenständigkeit, einen internen fachlichen Austausch, und die Möglichkeit, eine Außenperspektive aufrecht zu erhalten.
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