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am 18. April 2013
Dr. Björn Migge (Er studierte Medizin und soziale Verhaltenswissenschaft. Bevor er sein eigenes Trainingsinstitut für Coaching gründete, arbeitete er als Arzt und Oberarzt sowie Universitätsdozent) hat die Schematherapie Jeffrey Youngs in die Beratungsform Coaching übertragen. Dazu hat er dieses Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie modifiziert und sowohl mit dem humanistischen Gedankengut, den Konzepten der amerikanischen Psychotherapy Integration", der Forschung nach Wirkfaktoren sowie dem Emotionsfokussierten Ansatz Greenbergs verbunden. Herausgekommen ist ein Buch, dass seinen Ansatz verfahrensneutral vorstellt und den roten Faden darstellt, der diese unterschiedlichen Methoden praktisch und theoretisch verbindet.
Der Autor beleuchtet in diesem Buch die Entwicklungsgeschichte des Schemaansatzes. Die praktische Arbeit mit inneren Teilen, Stühlen, Gedanken, Imaginationen sowie dem Menschen als Ganzes wird anschaulich und flüssig, aber nie oberflächlich beschrieben. Der Leser erhält einen wunderbaren Zugang zur Integration in der Arbeit zum Wohle des Klienten. Ganz wichtige Komponenten sind dabei immer Achtsamkeit und Selbstentwicklung. Der Ansatz basiert auf der wertschätzenden Wahrnehmung der Grundbedürfnisse und deren Erfüllung in der partnerschaftlich kooperierenden Zusammenarbeit zwischen Klient und Coach.
Das Kennenlernen des Schema-Coaching (in der Ausbildung bei Dr. Migge-Seminare) war für mich persönlich ein Glücksfall. Schema-Coaching habe ich dabei als die Ernte" für das bisher Gelernte erlebt. Schema-Coaching besticht in seinem Ansatz durch Direktheit und Variabilität beim Methodeneinsatz. Gleichzeitig lässt es viel Raum für Kreativität beim Einsatz der Methoden. Dieser Raum öffnet in dem als Kurzzeit-Coaching angelegten Verfahren den Rahmen, um maßgeschneidert auf den Klienten eingehen zu können. Dieses Buch nun ist nach den Grundlagenwerken von Dr. Björn Migge (Handbuch Coaching und Beratung" und Handbuch Business-Coaching") das erste Buch, das systematisch in das Schema-Coaching einführt. Das Buch ist absolut empfehlenswert, allgemeinverständlich und lebendig geschrieben. Es ist kein Basislehrbuch und kein Buch zur Selbsthilfe. Vielmehr richtet es sich an Menschen mit fundierten Ausbildungen in den einzelnen Verfahren, die aus dem Buch immer wieder ergänzende Anregungen finden können.
(Diese Rezension Schema-Coaching" bezieht sich auf einen Vorabdruck für Presse und Begutachtung.)
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am 5. Juli 2013
Dass ich auf dem deutschen Markt kein Buch zum Thema Schema-Coaching gefunden hatte, wunderte mich schon etwas. Immerhin gibt es inzwischen zahlreiche Veröffentlichungen zur Schema-Therapie, da war es wohl nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Titel.

Mit Björn Migge greift es nun ein Autor auf, der in seiner jahrelangen Arbeit als Coach und Therapeut viele verschiedene Methoden, Verfahren und Therapieformen kennengelernt hat. Dieses differenzierte Wissen spannt einen spannenden Bogen über das Modell des Schema-Coachings.

Migge widmet einen erheblichen Teil seines Buches der Begriffsdefinition (Was ist Coaching ? Was ist Psychotherapie ? Was bedeutet integrativ ?) und der Geschichte der Schematherapie. Lesern mit entsprechender Vorbildung in Coaching & Therapie geht es vielleicht wie mir: Etwas Geduld ist schon gefragt, bis das die praktische Arbeit mit dem Schema-Coaching auf den Punkt kommt. Wenn man das Buch als Grundlagenwerk verstehen möchte, ist diese Einführung und Abgrenzung sicher sinnvoll.

Eine große Bedeutung des Buches liegt für mich in der Klarstellung, was Schemata in Coaching und Therapie überhaupt sind. Es geht eben nicht um das Sammelsurium unterschiedlicher Techniken, die irgendwie zusammen gebastelt werden und etwas Neues" ergeben. Im Kapitel Das Schemamodell" geht Björn MIgge sehr detailliert darauf ein, wie Trigger, Schemata und Modi zusammenwirken. Um das zu verstehen, muß man nicht unbedingt Psychologie studiert haben. Wie ich es vom Autor und dem Beltz-Verlag gewohnt bin, ist das Fachbuch in einer gut verständlichen Sprache gehalten. Fachbegriffe werden separat oder im laufenden Text erklärt. Die Erklärung des Modelles ist dann auch die Basis für die folgenden zwei Kapitel: Über einen Schemafragebogen erfolgt die Exploration maladaptiver Schemata. Das folgende Modusmodell erklärt die wahrnehmbaren Verhaltensäußerungen im Denken und Handeln. Erst in dem nun folgenden zweiten Teil des Buches schließen sich nun verschiedene therapeutische Schulen an, die den integrativen Ansatz des Schema-Coachings deutlich machen. Gestalttherapie, Hypnotherapie, Psychodrama, achtsamkeitsbasierte Therapie, kognitive Umstrukturierung der KVT.

Das Buch wird abgerundet von einem 15-Schritte-Ablauf-Plan für ein Schema-Coaching. Der Ablaufplan greift auch die einzelnen Kapitel des Buches wieder auf und wirkt damit wie ein roter Faden oder eine Inhaltsangabe in Prozessfolge.

Björn MIgge ist es mit seinem Buch gelungen, mein Interesse für das Thema Schema-Coaching und Therapie zu wecken. Seine zahlreichen Literaturempfehlungen am Ende der Kapitel bieten jede Menge Stoff zur Vertiefung. Auch die Online Materialien ergänzen das Buch sinnvoll.

Charmant finde ich verschiedene Anmerkungen des Autors, wenn er selbstkritisch mit sich umgeht: Ich mische nun auch mit [zum Thema Schema-Coaching] und sollte lieber nicht weiter polemisieren..." Oder Ich selbst habe mich bis 2007 sehr kreativ mal des einen und des anderen Wortes bedient [Schule, Theorie, Methode etc.]". Wer Björn Migge persönlich kennt, entdeckt hinter solchen Äußerungen auch seine einfühlende Ironie.

Da Migge inzwischen schon verschiedene Bücher im Beltz-Verlag veröffentlicht hat und selber Anbieter diverser Coaching-Ausbildungen ist, finden sich im Buch immer wieder Verweise auf seine anderen Titel (nicht nur im Literaturverzeichnis !) und seine Seminarangebote. Daraus entstand bei mir ein RTL-Eindruck, bei deren Produktionen ständig Werbebanner durch das Bild laufen. Hinweise wie "...was ich bereits in meinem Handbuch Coaching & Beratung formuliert hatte" scheinen mir verhältnismäßig häufig aufzutauchen. Hier wäre weniger mehr. Ansonsten entsteht der Eindruck einer Trilogie.

Bei einer Neuauflage hätte das Lektorat noch Einiges zu tun. Im Buch gibt es jede Menge Rechtschreibfehler, Seitenverweise enthalten statt einer Zahl den Buchstaben "n" oder es tauchen falsche Seitenangaben auf. Dadurch wird die ansonsten gute Orientierung im Buch etwas erschwert.

Alles in Allem:
Ein ordentliches Werk von Björn Migge zum Thema Schema-Coaching, das den noch übersichtlichen Büchermarkt zum Thema sicher beleben wird.
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am 3. Juni 2013
Schema-Coaching ist das neueste Buch von Björn Migge, das inhaltlich eng mit seinem Vademecum "Handbuch Coaching und Beratung" aus 2007 verbunden ist. Migges humanistischer Coaching-Philosophie zufolge gibt es nicht 'den einen besten Weg` im Coaching (und in der Psychotherapie), genau wie jeder Mensch, ob Coach oder Klient, verschieden ist. Er erteilt den ideologisch teils bis heute wirkenden puristischen Unterscheidung einzelner Schulen eine Abfuhr und argumentiert überzeugend dafür, nachweislich wirksame Methoden klientenzentriert miteinander zu kombinieren. Nun bezeichnet er sein Vorgehen und sein Coaching-Verständnis selbst als eklekzitistisch, wobei dieser Begriff meist eine negative Konnotation hat. Dies wird den Erfahrungen aus der Coaching-Praxis aber nicht gerecht. Gerade ein methodisch-flexibles Vorgehen erweist sich immer wieder als besonders erfolgreich.

Was in der Fülle der Methoden bislang fehlte, ist ein roter Faden, ein sinnvolle, kohärente und systematische Verknüpfung wirksamer Coaching-Methoden. Diese Lücke schließt Migge nun in dieser Veröffentlichung, in der er die 1990 vom US-amerikanischen Psychotherapeuten Jeffrey Young entwickelte Schematherapie für das Coaching adaptiert. Der "Charme" und die besondere Relevanz der Schematherapie besteht nicht zuletzt in ihrer wissenschaftlich nachgewiesen hohen Wirksamkeit.

Migge stellt zunächst die psychotherapeutisch ausgerichtete Schematherapie nach Young und Beck und deren Grundlagen vor. Die Übersetzung der Vorgehensweise nach Young erfolgt dabei nicht 1:1, sondern Migge integriert verschiedene weitere Ansätze, insbesondere des deutschen Psychotherapeuten Klaus Grawe und entwickelt so ein eigenständiges Coaching-Modell. Dieses fasst Migge im dritten Teil seines Buches zum Ablauf des Schema-Coachings noch einmal konzis und anschaulich zusammen. Für Coaching und Therapie werden die 15 Schritte des Schema-Coachings dargestellt, die idealtypisch zu durchlaufen sind. Migge betont, dass die Schritte nicht zwingend in der vorgegebenen Reihenfolge einzuhalten sind und jeweils unterschiedlich Zeit brauchen. So liegt der Wert des Schema-Coachings aus theoretischer Perspektive nicht zuletzt in der gedanklichen Systematik. Und der Praktiker hat nun endlich einen überzeugenden und evidenzbasierten Leitfaden für Coaching, Therapie und Beratung an der Hand.

So wendet sich "Schema-Coaching" vor allem an Coaches, Trainer und auch Psychotherapeuten. Großen Nutzen daraus ziehen können auch Manager, an die ohnehin immer mehr die Anforderung der coachenden Führungskraft gestellt wird. Migges Stil ist persönlich und gelöst, seine eigene Coaching- und Lebenserfahrung macht das Buch besonders sympathisch und lesenswert. Für den wissenschaftlich ambitionierten Leser bietet das Buch einen guten Einstieg, Literaturbelege und -empfehlungen ermöglichen schnell den vertieften Einstieg in die Materie.

In Kürze: Migge stellt Coachs, psychologischen Beratern und Trainern einen wissenschaftlich erprobtes, hervorragend umsetzbares, offenes Coaching-System zur Verfügung, um ihre eigene Praxis zu systematisieren und inhaltlich zu bereichern.
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am 22. Juli 2013
Inhalt:

In dem neuen Buch von Dr. Björn Migge wird erstmals das von Dr. Jeffrey Young entwickelte Verfahren der Schema-Therapie in einen gänzlich neuen Coaching Ansatz – den des ’Schema-Coachings’ weiter entwickelt und systematisch aufbereitet.
Dabei wird der Ansatz des Schema-Coachings zusätzlich zum integrativen Ansatz der Schema-Therapie, um weitere Methoden aus der Emotionsfokussierten Therapie sowie der personenzentrierten Beratung und einer im Coaching stärker fokussierten ’Partnerschaftlichkeit’ von Klient und Coach ergänzt.

Der Autor selbst betont insbesondere die Tatsache, dass es sich bei ’Schema-Coaching’ nicht um ein neues Verfahren handelt, sondern dies eine ’Weiterentwicklung’ und Übertragung der Arbeiten Youngs ins Coaching darstellt.
Aus diesem Grund ist wohl auch erklärlich, dass er mit der Einordnung der Arbeiten Youngs beginnt, die Entstehung der Schematherapie als integrative Methode als auch zugehörige Begrifflichkeiten stets genau erläutert.

Auf dieser Grundlagenbasis widmet sich Dr. Migge dann Schritt für Schritt den Blickwinkeln, der Haltung und den eigentlichen Elementen des Schema Coachings.
Dabei wird insbesondere auf die kindlichen Grundbedürfnisse eingegangen und auf die durch Nicht-Erfüllung gebildeten Grundmuster bzw. auf den sich daraus gebildeten Persönlichkeitszügen, den sogenannten ’Schemata’.
Anschaulich verdeutlicht er anhand von Beispielen die drei Bewältigungsstile ’Flucht’, ’Kompensation’ und ’Vermeidung’ und führt ebenfalls sehr anschaulich das ’Modusmodell’ ein.

Die folgenden Kapitel des zweiten Teils befassen sich u.a. mit der Bedeutung und dem achtsamen Umgang mit Emotionen in der Coaching-Arbeit sowie detailliert mit Imaginationsarbeit und Gruppensimulationsmethoden (Aufstellungen) als wirksame und bedeutende Bestandteile im Schema-Coaching Kontext.
Sowohl das Kapitel über Imaginationsarbeit als auch das Kapitel mit Aufstellungsarbeit sind dabei mit zahlreiche Beispielen von möglichen Trance-Übungen sowie möglichen Aufstellungsarbeiten hinterlegt.

Den Abschluss bildet eine detaillierte Ablauf-Übersicht über die einzelnen 15 Schritte des Schema-Coachings.

Ähnlich wie bereits die beiden Vorgängerwerke von Dr. Migge erhebt auch dieses Buch den Anspruch auf eine wissenschaftlich fundierte Aufbereitung des ’Schema-Coachings’.
Stets stellt der Autor die von ihm im Buch genannten Begrifflichkeiten und Herkünfte von genutztem Gedankengut klar heraus. Flankierend nutzt er zahlreiche Fallbeispiele und unterlegt wichtige Abschnitte mit umfangreichem Downloadmaterial.

Zielgruppe:
Die wissenschaftliche Aufbereitung des ’Schema-Coachings’ sowie der integrative Ansatz, welcher diesem Kombinationsverfahren unterliegt, bedarf eines Grundwissens eben dieser einzelnen ’gemixten’ Verfahren.
Den ausdrücklichen Hinweis des Verlages, dass sich dieses Buch an Fortgeschrittene richtet, halte ich deshalb für angebracht. Für Anfänger im Bereich Coaching, Therapie oder Beratung ist dieses Buch meines Erachtens nicht geeignet. Hier verweise ich auf die beiden Coaching-Handbücher von Dr. Migge.

Über den Autor:
Dr. Björn Migge, ist Arzt und Psychotherapeut und Inhaber des Weiterbildungsinstitutes Dr.Migge-Seminare®. Als Autor von Bestseller Coaching-Literatur wie „Handbuch Coaching und Beratung“, „Handbuch Business Coaching“ und nun mit „Schema-Coaching“ gehört er zu den wohl namhaftesten Vertretern, die sich professionell und wissenschaftlich fundiert mit dem Thema Coaching als Beratungsdisziplin auseinandersetzen.

Beurteilung:
Dieses Buch ist eine Glanzleistung in der Erklärung eines integrativen Verfahrens und dessen Überleitung und Aufbereitung für den Coaching-Kontext.
Wer sich mit integrativen Verfahren auskennt, weiß um die vielfältigen Einflüsse und um die Schwierigkeit, die sich parallel und beeinflussenden Verfahren annähernd richtig anzunehmen und deren Bedeutung und Einfluss auf das daraus entstandene Neue aufzuzeigen.
’Schema Coaching’ ist kein Buch, dass man lesen kann, um dann Schema-Coaching zu können, jedoch ein Buch, um eine gute Idee und Vorstellung von Schema-Coaching zu bekommen.
Eine praxisbezogene Fortbildung scheint mir bei einem integrativen Ansatz ohnehin für sinnvoll.
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am 1. Juli 2013
Björn Migge stellt sehr systematisch die verschiedenen Theorien, Modelle und Methoden vor allem aus der Psychotherapie und ihrer Rezeption im Coaching vor. Die Schema-Therapie ist dabei das am besten begründete integrative Modell. Die Übertragung ins Coaching bietet somit eine solide und wissenschaftlich fundierte Basis für erfolgreiche Coaching-Arbeit.
Was ist eigentlich Schema-Coaching? Business-, Life-, Team- und wie sonst alle heißen –Coachings kenne ich ja. Ganz gespannt war ich auf die Lektüre, wer denn da jetzt als Zielgruppe in den Fokus des Coachings kommen wird. Und dann stellt sich – glücklicherweise- heraus, dass es sich beim Schema-Coaching nicht um noch eine neue Modewortschöpfung zum besseren Marketing handelt.
Schema-Coaching ist der kleinere Bruder der Schema-Therapie. Nach Jeffrey Young, der die ursprüngliche Schema-Therapie entwickelt und begründet hat, ist die Grundlage für alle Verhaltensweisen durch bestimmte erlernte Schemata in der Adoleszenz gelegt. Diese 18 Schemata werden in sogenannte bedingungslose und bedingt gültige Schemata unterteilt. Die zweite Gruppe lässt sich im Erwachsenenalter deutlich leichter verändern als die erste (die vor allem auf vorsprachliche und körperliche Erfahrungen zurückgeht). Im Alltag ist ein Schema allerdings nur über bestimme (Verhaltens-)Modi erkennbar. Deshalb zählt das Modusmodell unabdingbar mit zum Schema-Coaching. Da manche Modi verschiedenen Schemata zugeordnet werden können, basiert das Schema-Coaching auf einem Schemafragebogen, von dem ein sehr einfaches Beispiel im Buch abgedruckt ist.
Da es im Coaching, wie in der Therapie, in erster Linie um Veränderung geht, bzw. um die Klärung von Situationen und Stärkung der Persönlichkeit, wird diesem Bearbeitungs-Prozess auch gebührlich Raum bereitet. Hier spielen vor allem emotionsbezogene Methoden eine vorrangige Rolle. Dazu zählen Imaginationen, Aufstellungen mit verschiedenen Medien, Achtsamkeit und auch kognitive Ansätze. In jedem Fall wird versucht, eine behutsame Nachbeelterung vorzunehmen. Ein Begriff, der stutzig macht und sicherlich nicht besonders marketingtauglich für das Coaching sein dürfte. Dennoch macht er das Vorgehen im Schema-Coaching deutlich: Der Coach dient als verlässliche Stütze für seinen Klienten und gibt ihm im Prozess emotional das, was für ein wünschenswertes (aus Sicht des Klienten) Verhalten erforderlich ist. Dass der Coach seine Beziehung zum Klienten nicht auf die gleiche Stufe wie ein Elternteil stellen sollte dürfte klar sein und wird durch die Bezeichnung mit Behutsamkeit ausgedrückt.
Das wars eigentlich schon. Die beschriebenen Methoden der Imagination, Stuhlarbeit und andere Aufstellungen, die Anmerkungen zum Kontrakting und zur Zielerarbeitung sind auch anderswo zu finden. Und doch wars das noch lange nicht und es sollte unbedingt weitergelesen werden. Denn in der sonstigen Coaching-Literatur findet sich kaum eine so gründliche und konsequente Einordnung der Methoden und Haltungen. Migge beschreibt hinreichend ausführlich die wissenschaftliche Forschung zu den diversen psychologischen und psychotherapeutischen Ansätzen und Verfahren und kommt dabei zu dem Schluss: Wenn jedes Verfahren auf Grund wissenschaftlicher Forschung als hilfreich anerkannt wird, dann hängt der Erfolg vermutlich nicht am Verfahren allein. So hat die Forschung längst belegt, dass vor allem die Qualität der Beziehung des Therapeuten (Coach) zum Klienten für den Erfolg der Arbeit grundlegend ist. Aller Dogmatismus der verschiedenen Schulen lässt sich deshalb nicht aufrechterhalten und wird vornehmlich als Abgrenzungsinstrument (und zur Denunzierung) entlarvt. Jeffrey Young, der Begründer der Schema-Therapie, hat sich von einem solchen Dogmatismus verabschiedet und damit eine aktuelle Begründung für einen integrativen Therapieansatz gegeben. Egal ob Transaktionsanalyse, NLP oder wie die Modelle noch alle heißen, eigentlich unterscheiden sie sich oft nur marginal. Björn Migge kommt mit diesem Buch (wieder einmal) das Verdienst zu, eine gut lesbare und durchaus kritische Übersicht über die Zusammenhänge der verschiedenen Schulen und Ansätze zu bieten. Gerade für das Coaching ist das eine wichtige Arbeit, da viele Coaches nicht mit einem wissenschaftlichen Hintergrundwissen in diesem Umfang ausgestattet sein werden. In diesem Zusammenhang ist das vorbildlich kommentierte Literaturverzeichnis zum Ende eines jeden Kapitel hervorzuheben. Der interessierte Leser wird hier leicht seinem Wunsch nach weitergehender Vertiefung nachgehen können.
Was noch geboten wird? Einige Übungsimpulse zum Weiterarbeiten zum Beispiel in der Kollegialen Beratung, die Migge vor allem mit interdisziplinärer Zusammensetzung unbedingt empfiehlt. Und Berichte aus der Praxis, die manche Theorien verständlicher machen.
Die insgesamt vorzügliche Arbeit hat allerdings auch ganz leichte Schattenseiten: Der Leser wird durch die Formulierungen immer wieder vom Coaching in die Therapie gelenkt. Es fragt sich, was das soll, da ein Coach in der Regel keine Therapie betreiben wird (und auch nicht darf, soweit er nicht auch zumindest Heilpraktiker ist). Manche Seitenverweise führen nur auf die Seite „n“. Das mag das Lesen nicht stören, das Erarbeiten wird dadurch schon etwas erschwert. Zum Schluss wird noch eine Liste mit Weiterbildungsanbietern der Methode Schema-Therapie geboten, die allerdings für den „Standard-Coach“ ohne psychotherapeutische Qualifikation kaum nutzbar sein wird, wie auch beschrieben ist.
Ein solches Grundlagenwerk wird durch ein Sach- und Personenregister sehr zufriedenstellend abgerundet. Mit diesem Buch bin ich noch lange nicht fertig, es hat in meiner Bibliothek einen hervorragenden Platz eingenommen.
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am 13. Mai 2013
Thema

Schema-Coaching basiert auf Methoden und Haltungen verschiedener Verfahren und ist abgeleitet von der Schema-Therapie, die von Dr. Jeffrey Young entwickelt wurde, um stark beeinträchtigten Menschen durch die Kombination verschiedener Haltungen und Verfahrensbestandteilen besser gerecht zu werden. Für Dr. Björn Migge war es naheliegend, dass das therapeutische Verfahren auch im Coaching Bereich hilfreich und wirksam sein kann, zumal viele Elemente, wie z.B. Kognitionsarbeit, Imaginationsarbeit, Aufstellungsarbeit von vielen Professionellen bereits im Coaching nutzen und Schema-Coaching die integrative Klammer, den roten Faden dazu bildet.

Herausgeber

Dr. Björn Migge ist Arzt, Psychotherapeut, Coach, Trainer und Autor. Als Trainer unterrichtet er in den Bereichen Coaching seit 2004 Seminaren und Ausbildungen angehende Coachs. Er selbst hat spezielle Aus- und Weiterbildungen auf den Gebieten der Psychosomatik, Hypnotherapie, Psychodrama, des systemischen Coaching und NLP absolviert und legt großen Wert auf den Selbsterfahrungsaspekt in der Ausbildung zum Coach. Zu seinen weiteren Büchern gehören "Handbuch Coaching und Beratung" (Beltz, 634 S.), Handbuch Business-Coaching" (Beltz, 310 S.)Weiterhin ist er Autor von Fernkursen der Klett-Gruppe, Senior Coach im Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC) und Gründer des Deutschen Fachverbandes Coaching DFC.

Aufbau und Inhalt

Der Autor führt die Schematherapie als integrierendes Modell für das Coaching gesunder Menschen ein, legt dabei großen Wert auf Begriffe, Definitionen und ausführliche Erklärungen wie auch Übungen und Literaturempfehlungen für die Vertiefung. Was ist Coaching und was ist Psychotherapie und was wirkt in beiden Formaten?

Im Teil 01 wird die Geschichte der akademisch-wissenschaftlichen Psychotherapy Integration" aus den USA wie auch die Entwicklung der Psychotherapieansätze in Deutschland erklärt. deren Teile heute auch im integrativen Coaching wiederzufinden sind. Dr. Björn Migge weist darauf hin, wie wichtig es sich, dass der Coach auch die Hintergründe der Methoden kennt und versteht. Ziel ist es den Blick für alle Aspekte des Lebens offen zu halten und dem Klienten zu ermöglichen, seine Ganzheit zu erleben. Dafür muss der Coach und Therapeut Hintergründe der Methoden kennen und verstehen. Bei der Integration verschiedener Verfahren geht nicht allein um die technische Integration von Methoden, sondern auch um eine theoretische und assimilative Integration, sowie die Integration aufgrund allgemeiner Wirkfaktoren oder erfolgreicher Strategien. Zum Ende des ersten Teils wird die Geschichte zur Schematherapie, begründet durch Jeffrey Young erklärt, dessen Heimatverfahren die kognitive Verhaltenstherapie war. Jeffrey Young wurde klar, dass Aspekte der Hier- und jetzt-Beziehung zwischen Klient und Therapeut, die biografische Entstehung von Mustern und das emotionale Erleben, in bestimmten Klienten Gruppen nicht ausgespart werden durften. Auch in diesem Teil bietet der Autor immer wieder Übungen und Literatur- und Artikelverweise zur Vertiefung an.

In Teil 02 geht es um Blickwinkel, Haltung und Elemente des Schema-Coachings. Wie gehen Coachs mit Mitgefühl und Resonanz im Coaching Prozess um? Kennt der Coach seine eigenen Muster und setzt er sich mit diesen in Selbsterfahrungsprozessen, Intervision und Supervision auseinander? Wie weit zeigt sich der Coach selbst als Mensch im Coaching Prozess?

Das Kapitel "Anliegen und Ziele" gibt Aufschluss über die Vorgehensweise in der Phase der Anliegen- und Zielklärung. Was bringt der Klient mit? Was ist sein Anliegen? Aus welchen Erfahrungen sind Muster entstanden? Nur wenn Muster erkannt werden und Ursachen geklärt werden können, ist eine Musterunterbrechung möglich. Und zu guter Letzt, welche Muster tauchen aktuell im Hier und Jetzt auf. Dr. Björn Migge erklärt, wie mit szenischen oder imaginativen Methoden Anliegen, Probleme, Ziele und Ressourcen geklärt werden können. Ausführlich geht der Autor darauf ein, wie Ressourcen erarbeitet werden können.

Im Kapitel "Kindliche Grundbedürfnisse erklärt Dr. Björn Migge, was Menschen brauchen, um ein erfülltes Leben zu führen. Dabei geht er auch verschiedene geschichtliche Modelle (Maslow, Brazelton und Greenspan, Grawe) ein. Das Verstehen der Grundbedürfnisse eines Säuglings und Kindes ist für das Schemacoaching wichtig, da das Schemakonzept wesentlich auf die Störung oder das Versagen kindlicher Grundbedürfnisse aufbaut.

Systematisch geht der der Autor im Kapitel "Das Schemamodell" auf die 18 Schemata (Muster), die Young formulierte, ein und erklärt, wie aktivierte Schemata zu inneren und äußeren Verhaltensantworten (Kooperation, Flucht, Angriff, Totstellen) führen. Es werden die fünf Schemadomänen, sowie auch die 18 Schemata von Jeffrey Young vorgestellt und jeweils mit Klienten-Beispielen dem Leser näher gebracht. Die Beispiele sind aus der Praxis gewählt und tragen zur sehr zum Verstehen des Modells bei. Vorgestellt werden ebenfalls der Schemafragebogen von Jeffrey Young wie auch der kleine Schemafragebogen, den Dr. Björn Migge fürs Coaching entwickelt hat

"Das Modusmodell" führt der Autor durch die verschiedenen Persönlichkeitsmodelle, die Ego-State-Therapy andere Modelle der Teilearbeit. Der Unterschied von Schemata und Modi wird ausführlich erklärt und ergänzt um ein Schema-Modus-Memo, welches als pdf vom Leser heruntergeladen werden kann, um ein Fallkonzept zu ergänzen.

Was Gefühle und Emotionen sind und welche zentrale Rolle sie im Schema-Coaching spielen, erfährt der Leser im Kapitel "Emotionen". Im Schema-Coaching wird viel Wert auf die Aktivierung von Emotionen durch Aktionsmethoden gelegt. Das Sprechen über Emotionen führt kaum zur Veränderung von Verhaltensweisen. Auch das Wissen um die Ursachen für innere Programme und Emotionen hilft wenig bei der Veränderung. Das radikale Innehalten und die Akzeptanz dessen, was da ist macht den Weg für Veränderung frei. Nur wenn sich der Coach ausreichend mit Emotionen beschäftigt hat, kann er dem Klienten hier im Prozess helfen. Björn Migge liefert dazu ausführliche Basisinformationen in seinem Buch sowie vertiefende Übungen und Techniken zur Erarbeitung von Alternativen für die Zukunft.

Dazu gehört auch das nachfolgende Kapitel "Imagination", in dem auf viele hilfreiche Übungen und die Technik des Überschreibens und Neugestaltens" eingegangen wird. Dr. Björn Migge erklärt, warum Imaginationen wirken, wie sie Einzug in die moderne Therapie nahmen und wozu Imaginationen gut sein können. Außerdem stellt er die verschiedenen imaginativen Verfahren kurz vor. Auch auf die Indikation und Kontraindikation für imaginative Verfahren geht er in dem Kapitel ein und ergänzt um die Voraussetzungen, die Klienten und Profis mitbringen sollten. Im Anschluss bringt der Autor viele Übungen und Beispiele für mögliche Abläufe im Schema-Coaching.

Im Kapitel "Aktion, Aufstellung, Stühle" erklärt Dr. Björn Migge die Entwicklung der Gruppensimulationsverfahren wie Psychodrama, Gestalttherapie, Skulpturarbeit und Aufstellungsarbeit und ihre Anwendbarkeit im Schema-Coaching. Wesentliche Instrumente der Methoden, wie z.B. das Soziale Atom, Zwei- oder Mehrstuhltechnik, Tauschen und Doppeln, Rollentausch und Doppeln werden eingehend vorgestellt und praktisch erklärt. Der Autor macht auch deutlich, wie wichtig Übung in diesen Verfahren für den Coach ist, damit die Chancen, die sich in der Arbeit ergeben, ergriffen werden können.

Im vorletzten Kapitel geht der Autor auf das Thema Achtsamkeit im Schema-Coaching ein. Wie in allen Kapiteln bietet der Autor viele Übungen zum Thema an, so dass die Haltung der Achtsamkeit vom Klienten in der Zusammenarbeit mit dem Coach trainiert werden kann.

Im Kapitel "Denken" erfährt der Leser, wie Kognitionen, innere Sätze oder Glaubenssätze ganz wesentlich an der Gestaltung innerer Vorgänge beteiligt sind. Björn Migge bringt viele Beispiele und Anregungen dazu. Im letzten Schritt geht er auf die Rational-Emotive Therapie (ABC) nach Ellis ein und überträgt sie in eine Kurzform, die im Coaching Anwendung findet.

In Teil 03 "Ablauf des Schema-Coachings und Weiterführendes" stellt Björn Migge die 15 Schritte des Schema-Coachings vor, macht aber deutlich, dass im Schema-Coaching keinesfalls nach Schema F" vorgegangen werden kann und das ein Schritte, der abgearbeitet wurde, keinesfalls für immer abgehakt werden kann.
Weiterhin werden Hinweise für die Aus- und Weiterbildung in Schematherapie und Schema-Coaching gegeben.

Fazit

Dr. Björn Migge hat es geschafft, die Schematherapie zu übertragen auf den Coaching-Prozess und bietet uns das erste Buch zu diesem Thema überhaupt. Dem Leser wird ein ausführlicher Überblick über die einzelnen Elemente des Schema-Coachings wie auch die Unterschiede zwischen Schematherapie und Schemacoaching gegeben. Dabei geht der Autor systematisch vor, reichert sein Werk immer wieder lebendig an mit Beispielen aus der Praxis und vertiefenden Übungen.
Keinesfalls ist das Werk als Trainingsunterlage zu verstehen. Das Lesen des Buches macht nicht zum Schema-Coach. Hier bedarf es selbsterfahrendes Lernen und Üben. Der Coach, der bereits in verschiedenen Verfahren ausgebildet und beheimatet ist, findet hier systematisch Anregungen für seine Arbeit und kann sein Verständnis über Prozesse, die im Klienten ablaufen, vertiefen. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
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am 14. September 2013
Ich bin ein Mensch, der gerne einen roten Faden hat, der eher als Leitplanken denn als vorgegebene Schienen dient. Björn Migge stellt 15 Schritte des Schema-Coachings vor. Dieses Konzept war vom amerikanischen Psychotherapeuten Jeffrey Young für die PT entwickelt worden. Björn Migge hat es ins Coaching transferiert.
Wichtig ist zu erkennen, das Schema nicht Schema F bedeutet. Die Schritte können in Bezug auf Zeit, Intensität und Reihenfolge unterschiedlich durchlaufen werden. Ausschlaggebend ist der Coach und seine Fähigkeit in Resonanz mit dem Klienten zu gehen.
Weitere Themen z.B. sind kindliche Grundbedürfnisse, Persönlichkeitsmodelle, Gefühle und Emotionen, Aufstellung, Stühle und mehr.
Ich bin mit dem Buch sehr zufrieden und überlege eine Ausbildung bei ihm zu machen.
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am 27. Dezember 2014
Im ersten Teil des Buchs gibt Migge ausführliche Hinweise, wie sich die historische Entstehung und Einordnung der Schema-Therapie und das daraus entwickelte Schema-Coaching darstellt. Der Autor berichtet und reflektiert zu seinen persönlichen Erfahrungen und Fragen der Haltung sowie seiner eigenen integrativen Vorgehensweise bei der Begleitung von Menschen. Dies geschieht überwiegend aus einer übergeordneten Perspektive. Migge erinnert und diskutiert Abgrenzungs- und Haltungsfragen – jedoch nicht ganz frei von Tautologien. Als Lesender habe ich den Eindruck, dass Migge sich stark an einem humanistischen Menschenbild orientiert.
Der rote Faden besteht darin, Schema Coaching als integrativen Prozess zu verstehen. Eklektisches Einbauen von Interventionen ist seitens des Autors erwünscht. Es gibt zahlreiche Links und Literaturverweise zu den therapeutischen und/oder Coaching Verfahren, mit denen in der Sicht des Autors methodenübergreifendes Arbeiten möglich ist. Das Spektrum reicht von körperorientierten Verfahren, psychodramatischen und systemischen Aktions- und Erlebensmethoden, über REVT bis hin zu imaginativen Verfahren, Achtsamkeitsübungen und Aspekten von Spiritualität.

Schema Coaching wird dem Leser als Methodik vorgestellt, die aus der Verhaltenstherapie stammt und bereits in der therapeutischen Ausformung psychodynamische Aspekte beinhaltet – also tendenziell (teil-) integrativ arbeitet. Wenn der Leser bei der Lektüre einige Déjà-vus mit Skripten, Antiskripten, Maschengefühlen, verschiedenen Ich-Zuständen, usw. hat, ist dies nicht verwunderlich. Der Autor macht deutlich, dass bei seiner eigenen Überführung in ein Coaching-Verfahren als „dritte Kraft“ Aspekte der humanistischen und positiven Psychologie dazukommen sollen.

Im zweiten Teil wird dem Leser das fachliche Gerüst und die Interpretationsfolie des Schema-Coaching in Form der konkreten Schemata und Modi vorgestellt. Es gibt für jeden Teilaspekt eine Fallvignette und kurze theoretische Einführungen. Es erfolgt eine Verbindung mit wesentlichen Aspekten der Teilearbeit. Das Thema Emotionen wird aus unterschiedlichen Sichten und Interventionen intensiv beleuchtet.
Es wird deutlich, dass die Schema-Therapie, welche ursprünglich zur Behandlung schwerer Persönlichkeitsstörungen aus der Verhaltenstherapie entwickelt wurde, auch im Coaching fruchtbar gemacht werden kann. Sie hilft in einer niederschwelligen Auslegung hinderlicher Muster gewahr zu werden, diese aus der Alltagstrance herauszutrennen und ein neues erweitertes Handlungsrepertoire zu entwickeln.
Fünfzehn Schritte beinhaltet der Schema-Coaching-Prozess des Autors. Schema-Karten und Memos bzw. Musterbeschreibungsanleitungen und Symbol-Figuren unterstützen Coaches bei ihrer Arbeit.

Im „gefühlten dritten Teil ab Seite 225“ benennt Migge Interventionen z.B. aus der Gestalt, dem PD, dem (systemischen) NLP, der Imaginations- und Trancearbeit, die geeignet sind, den Klienten neues Handeln zu ermöglichen bzw. dies als Praxistransfer zu nutzen. Der Leser erhält viele Beispiele und Literaturhinweise, wie einzelne Interventionen, Prozesse und Haltungen hieraus in das Schema-Coaching integriert werden können und was dabei zu beachten ist. Der Leser wird geführt, wie zwischen Coach und Klient nicht in der Analyse verharrt wird, sondern wie eine Lösung und Handeln im hier- und jetzt aussehen könnte und wie diese gelernt und verankert werden könnte.

Fazit:
Migges tiefe Einsichten in die Dinge, Herzen und Seelen der Menschen sind überall zu spüren. Ebenso die Aufforderung an den lesenden Coach sich stark in Sachen Haltung – vielleicht als wichtigstem der Wirkfaktoren im Coaching – zu befassen. Das Buch unterstützt seine Leser zu reflektieren und begleitet auf der Suche nach fruchtbaren Coaching-relevanten Prozessen und Interventionen auch außerhalb von Schema-Coaching.

Schwierigkeiten bereitet mir als Leser die Häufung von Interventionen aus sehr unterschiedlichen (Fach-)Richtungen. Ggf. bedürfen diese unterschiedliche Kontrakte und unterschiedliche Erwärmungen für Coach und Klient. Klienten in diese unterschiedlichen Prozesse zu führen und am Ende eine Integration im Bereich der Psyche zu erzielen sowie im hier und jetzt fruchtbare, valide Handlungsalternativen entwickelt zu haben und dabei dem Kontrakt treu geblieben zu sein, bleibt eine hohe Kunst im Coaching. Die Grenzen zwischen fruchtbarer Methoden-Integration und einer möglichen Überforderung von Klient und Coach sowie die Berücksichtigung berechtigter Interessen eines zahlenden Arbeitgebers im Falle des Business-Coaching im Auge zu behalten ist eine weitere Herausforderung. Dafür bedarf es hier tendenziell einer geeigneten Supervision.

Wenn der Autor in Haltungsfragen und dem integrativen Vorgehen kernscharf ist, wird es bei der Methodensammlung und Fachbegriffen imho zu „rand-unscharf“. Die hohe Dichte und schnelle Aneinanderreihung von richtigen aber sehr unterschiedlichsten Interventionen lassen mich als Leser und Coach teilweise überfordert zurück. Ich wünsche mir im Format „Weiterbildungsbuch“ etwas mehr induktive und deduktive pädagogische Führung des Lesers im Verhältnis zu den zweifellos heuristischen Schätzen des Autors.
Da ich bei Inhalt, beim inneren Kit der Dinge und der Haltung sehr beim Autor sein kann, gibt es "natürlich" die fünf Sternchen.
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am 18. August 2013
Was ist eigentlich Schema-Coaching?

Systematische Einführung in die Übertragung der Schematherapie Jeffrey Youngs in die Beratungsformen Coaching und Kurzzeittherapie – in diesem Buch verbunden mit humanistischen Ansätzen, den Konzepten der amerikanische „Psychotherapy Integrations-Bewegung“, der Forschung nach Wirkfaktoren sowie Greenbergs „Emotionsfokussiertem Ansatz“ - eine solide und wissenschaftlich fundierte Basis für erfolgreiche Coaching-Arbeit.

Dr. Björn Migge versteht es wie kein anderer, den Brückenschlag von Therapie zum Coaching mit zu gestalten und vor allem gut lesbar zu beschreiben. Er schafft in diesem Buch eine kritische Übersicht über die Zusammenhänge der verschiedenen Schulen und Ansätzen - auch für wissenschaftlich nicht ganz so versierte Leser gut verständlich. In Zürich arbeitete Migge als Oberarzt und Universitätsdozent, bevor er ein Trainingsinstitut für Coaches in Westfalen-Lippe gründete.

Die Grundlage menschlicher Verhaltensweisen wird durch erlernte Schemata in der Kindheit und Jugend gelegt. Im Alltag ist ein Schema über bestimmte Verhaltensmuster (Modi) erkennbar. Deshalb ist das Modusmodell eine wichtige Ergänzung zum Schema-Coaching. Für die Praxis gibt es einen Schemafragebogen, der Klient und Coach als Basis für die gewünschte Klärungs- und Veränderungsarbeit dient. Der Klient wird in die Planung jedes einzelnen Schrittes zur Steigerung seiner Selbstwirksamkeit eingebunden und kann so das Tempo des Prozesses mitbestimmen. Der gesamte Prozess wird anschaulich in 15 Schritten dargelegt und mit vielen Arbeitsmaterialien im Download ergänzt, so dass es direkt und gut in der Praxis einsetzbar ist.

Achtsamkeit & Spiritualität finden in diesem Prozess genauso ihren Platz wie Denken & Emotionen, Verstehen & Üben im Alltag sowie die wesentlichen Veränderungswerkzeuge Imagination und Interaktion (Stuhlarbeit & Augstellung). Die Einführung des integrierten Erwachsenen bildet den neuen Kern für die eigene Veränderung.

Wie ich finde, eine sehr hilfreiche Methode, die gut wirkt und auch noch Spaß macht!
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am 1. Juli 2013
Die Schema-Therapie hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine Entwicklung hin zu einer festen Größe im Rahmen der psychotherapeutischen Modelle genommen. Da lag und liegt es nah, dieses Modell auch für den weiteren Bereich der beraterischen Arbeit zu erschließen.

Der erfahrene Coach Björn Migge legt in diesem Buch seine systematische „Übertragung“ des psychotherapeutischen Modells vor allem (aber nicht nur) für den Bereich des Coachings vor. Ausgehend von der „Schema-Lehre“ und dem „Modus-Modell“ der Schematherapie bietet er eine kluge, strukturierte und praktikable Darstellung einerseits der Unterschiede zwischen den Arbeitsbereichen des Coachings und der Therapie und zeigt andererseits Schritt für Schritt auf, wie ein Schema-Coaching „funktioniert“.

Wie auch die Schema-Therapie selbst integriert Migge dabei (auf der Grundlage Youngs) die „förderliche Bindungs- und Beziehungsgestaltung“, die „kindlichen Grundbedürfnisse“, die „Arbeit mit Gedanken, Werten, Interpretationen und Narrationen“, die „Arbeit mit Emotionen und körperlich repräsentierten Gefühlen“, als auch die „Arbeit mit Aktionsmethoden, Aufstellungen und der Stuhltechnik“ zu einem Konglomerat eines wirkungsvollen Beratungsmodells.

Zu empfehlen wäre für die Lektüre des Buches der „Einstieg mit dem Ende“, vor allem mit dem Kapitel der „15 Schritte des Schema-Coachings“. Umso mehr als Anfang geeignet, da Migge eine grobe Übersicht über die 15 Schritte bereits auf die Innenseite des Einbandes hat abdrucken lassen und somit hier der „Fahrplan“ für das Schema-Coaching zu finden ist.

Im Kapitel des Buches selbst legt Migge grafisch gestaltet das „Modell“ einerseits übersichtlich vor und verweist andererseits komprimiert auf grundlegende Wichtigkeiten (so unter anderem darauf, dass eine Arbeit nach dem Schema -Modell gar nicht unbedingt strikt schematisch ablaufen muss oder sollte). Dieser „Fahrplan“ des Coachings bildet eine gute Grundlage dafür, im Folgenden dann Schritt für Schritt die ausführlichen Darstellungen der einzelnen „Schritte“ sich zu erarbeiten und zugleich in den vorgeschlagenen „schematischen Ablauf“ für sich zu integrieren. Wobei immer im Hinterkopf behalten werden sollte, dass ab einem bestimmten erreichten Level die Abfolge der Schritte variabel erfolgen wird.

Die besondere Form der Integration verschiedener Methoden und Ansätze durch das Schema-Modell wird im weiteren Verlauf ebenso differenziert dargestellt und zu Grunde gelegt, wie die Grundannahmen der Schema-Therapie und die Geschichte des Modells selbst.

So ausgestattet wendet sich Migge ausführlich und übersichtlich (auch in der Gestaltung des Buches) den wesentlichen Momenten des Coachings zu.

Von der Beziehungsgestaltung über die Anliegen und Ziele, von der der Bewusstwerdung und Integration der kindlichen Grundbedürfnisse über die „Entdeckungsreise“ zu den „Schematas des verinnerlichten Selbstkonzeptes“ führt der Weg hin zum Modusmodell und dessen zentrale Bedeutung auch für das Schema-Coaching.

Wie sehr hier ebenfalls Elemente der „Achtsamkeitsarbeit“ von Wert sind und Teil des Coachings, zeigt Migge in einem separaten Kapitel auf und verbindet so im Buch in gelungener Weise Emotion, Imagination, Achtsamkeit und kognitives Denken nicht nur als „Werkzeuge“ des Beraters, sondern auch als „Zielbalance“ sowohl des Coaching-Prozesses als auch des oder der Klienten.

Alles in allem stellt Migge eine überzeugende Übertragung der Schema-Therapie auf den Bereich des Coachings dar, die in Stil, Form und Sprache sehr verständlich dem im beratenden Bereich Arbeitenden das Modell nahe zu bringen vermag.
Für alle, die mit der Schema-Therapie arbeiten und über die engere Arbeit der Therapie hinauszugehen gedenken ist das Buch uneingeschränkt zu empfehlen.
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