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3.0 von 5 Sternen
Handbuch oder Handbuch, das ist hier die Frage., 20. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Systemisches Coaching: Handbuch für Führungskräfte, Berater und Trainer (Gebundene Ausgabe)
Ist es ein Zufall, dass in die Zielgruppe, die im Untertitel angesprochen wird, "...ein Handbuch für Führungskräfte, Berater und Trainer", ausgerechnet Coaches fehlen? Im Vorwort von E. König heißt es: "Was ist Coaching? Wie führt man ein Coachinggespräch? Wie coacht man Mitarbeiter? Wie coacht man bei Konflikten? Wie lassen sich Führungsprobleme, Schwierigkeiten im Projekt oder beim Zeitmanagement im Coaching bearbeiten? Auf diese Fragen finden Sie in diesem Buch die Antworten. Es ist ein Handbuch, das Führungskräfte und Coaches unterstützt, Coaching zu lernen. Schrittweise werden Sie dazu geführt, komplexere Coachinggespräche zu führen; konkrete Checklisten geben Hinweise darauf, was Sie beachten müssen."
Nun - diese Ansprüche sind recht hoch gegriffen. Es ist ein sehr gutes Handbuch im Sinne der Definition im Brockhaus (Handbuch: "zusammenfassendes Werk über eine Wissenschaft oder ein spezielles wissenschaftliches Gebiet") über das Gebiet "Coaching" - aber genau deshalb viel mehr ein Buch ÜBER Coaching, als etwa ein Lehrbuch, aus dem man Coaching lernen kann. Es unterstützt dabei, Coaching zu lernen, wenn man es als einen Wegweiser, zur Orientierung - na ja, eben als Handbuch im o.g. Sinne benützt. Ein Handbuch im ebenfalls gebräuchlichen Sinn einer "Anleitung" ist dieses Buch sicher nicht: Die Prozessfragen, fettgedruckt hervorgehoben, entpuppen sich bei genauem Hinsehen oft als Prozesshinweise und sind in vielen Fällen auch nützliche Checklisten - wer sich aber theoretische Modelle, methodische Hinweise, eine Methodensammlung oder praktische Beispiele erwartet, wird oft enttäuscht.
Durchaus nicht immer: Im Kapitel über "Coaching in komplexen Situationen" habe ich manchmal das Gefühl als fühlten sich die Autoren besonders zu Hause. Hier zeigen sie ihre hervorragende Kompetenz von allen Seiten. Und in diesem Kapitel wird auch der Anspruch, Antworten zu geben, am besten erfüllt. Hier kommen die methodischen Anmerkungen, die ich mir von einem Handbuch wünsche, tatsächlich. Und hier wird das an sich bestechende Konzept, ein Fallbeipiel von Anfang bis zum Ende des Buches durch- und zur Erläuterung aller propagierten Methoden heranzuziehen, noch am ehesten und auch mit entsprechendem Erfolg durchgehalten. In allen anderen Kapiteln (vielleicht noch mit Ausnahme jenes zum Thema Übergangs-Coaching) schrumpft das Fallbeispiel hingegen zu einer bloßen Situationsschilderung jeweils am Beginn zusammen, der nur selten Beispiele folgen, und Erklärungen oder Deutungen, auf welche Weise etwa bestimmte Prozessfragen wirken (können), fehlen fast immer. Ich bezweifle, dass jemand nach diesem Buch Coaching wirklich lernen kann. Von einer schrittweisen Führung zu immer komplexeren Coachinggesprächen schließlich kann wirklich keine Rede sein. Von der oben zitierten Ausnahme abgesehen nehmen die Autoren überwiegend eine seltsam distanzierte Position ein und es ist schwer, bei diesem Stil "warm" zu werden. Möchte ich aber - immerhin geht es um Menschen!
Wie bei einem Handbuch üblich, gibt es umfangreiche Literaturhinweise. Und hier habe ich den Eindruck einer gewissen Färbung. Einem Buch ÜBER systemisches Coaching, das ohne einen expliziten Hinweis etwa auf Steve de Shazer's lösungsorientierte Methodik auszukommen glaubt (obwohl die Wunderfrage sehr wohl einmal gestellt wird), fehlt nach meinem Dafürhalten doch ein wesentlicher Aspekt. Auch dass aktuelle Modelle der Konfliktdynamik wie das Dramadreieck nicht einmal erwähnt werden empfinde ich als ein Defizit. Und die Art, wie geradezu verschämt auf NLP-Methoden verwiesen wird, lässt schon auf Berührungsängste tippen.
Zusammenfassend: Systemisches Coaching - ja. Ein Handbuch für Führungskräfte, Berater und Trainer - ja, allerdings nur im Sinne der genannten Brockhaus-Definition. Ein praktischer Helfer für Coaches, die über Betrachtungen aus der Metaposition heraus wohl doch konkret-methodische Antworten auf tägliche Fragen aus der Coachingpraxis suchen - leider nein. Der Untertitel stimmt.
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2.0 von 5 Sternen
am Ende doch zu dünn, 16. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Systemisches Coaching: Handbuch für Führungskräfte, Berater und Trainer (Gebundene Ausgabe)
und daher nur ein Einstieg in das Thema. Sowohl zum Thema Coaching als auch zum Thema Systemisch gibt es deutlich interessantere Bücher. Letztendlich geeignet für jemanden, der überlegt, ob er sich im Feld Coaching weiter befassen möchte und rasch schauen möchte, ob die Themen und Begriffe dort etwas für ihn sind.
...und was an dem Inhalt aus der Systemtheorie sein soll, kann ich nicht erkennen...
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