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4.0 von 5 Sternen Widerstand und facettenreiche Nichtkonformität in der NS-Zeit
Der Autor Wolfgang Benz ist emeritierter Professor und leitete lange Jahre das Zentrum für Antisemitismusforschung. Zu seinen Publikationen gehört u.a. Theresienstadt: Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung.

Das Büchlein gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Facetten von Widerstand und Widerständigkeit. Leider...
Vor 11 Monaten von Benedictu veröffentlicht

versus
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3.0 von 5 Sternen Einerseits - andererseits ...
Drei oder vier Sterne?

Einerseits erwirbt sich der Autor zweifellos ein Verdienst, indem er in dem Buch über die üblichen Themen jedes einschlägigen Werkes (Geschwister Scholl, Stauffenberg etc.) hinaus auch weniger bekannte und vernachlässigte Gruppen und Persönlichkeiten des Widerstandes behandelt sowie weitere zugehörige Themen,...
Vor 24 Tagen von Gaetana veröffentlicht


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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Widerstand und facettenreiche Nichtkonformität in der NS-Zeit, 8. Mai 2014
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der deutsche Widerstand gegen Hitler (Taschenbuch)
Der Autor Wolfgang Benz ist emeritierter Professor und leitete lange Jahre das Zentrum für Antisemitismusforschung. Zu seinen Publikationen gehört u.a. Theresienstadt: Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung.

Das Büchlein gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Facetten von Widerstand und Widerständigkeit. Leider enthält es nur vier Fotos und das sind schon die auf der Vorderseite von Georg Elser, Claus von Stauffenberg, Helmuth von Moltke und Sophie Scholl. Es ist löblich, daß Benz neben dem militärischen Widerstand und dem organisierten Widerstand der akademischen Jugend wie der Weißen Rose in München auch den unorganisierten bzw. spontanen der Stadtjugend in Norddeutschland und im Rheinland und im Ruhrgebiet. Im Westen gab es die Edelweißpiraten, in Bremen und Hamburg die Swings, in Wien die Schlurfs und in Erfurt und Leipzig die Meuten, um nur die bekanntesten zu nennen.

SWING-HEIL
Der Autor entnimmt einem Aufsatz in Getanzte Freiheit: Swingkultur zwischen NS-Diktatur und Gegenwart, daß die Hamburger Swings, die Liebhaber von Swing- und Jazz-Musik, mit ihrem lässigen Auftreten, langen Haaren und angelsächsischem Gehabe von den Behörden verfolgt und mit einer Einweisung ins KZ rechnen mußten. Herr wurde ihnen der NS-Staat jedoch auch durch drakonische Strafen nicht. Allerdings gab es sowieso große regionale Unterschiede, auf die Benz mangels Platz nicht eingehen konnte. So wurden die Swings in Bremen von den lokalen Behörden weitgehend geduldet. Einerseits war Jazz und Uniform ein Unding für NS-Ideologen und so konnten Jazz-liebende Wehrmachtsangehörige verwarnt werden, andererseits verzichtete man bald darauf, um den jungen Soldaten ihr bißchen Freude und Zerstreuung zu gönnen (s. Lange: Jazz in Deutschland, Die deutsche Jazz-Chronik bis 1960 und Schäfer: Das gespaltene Bewußtsein: Vom Dritten Reich bis zu den Langen Fünfziger Jahren S. 52). Bei Schäfer liest man auf S. 50, daß Deutschland die größten Schallplattenfabriken des Kontinents besaß und bis Ende 1944 für den Export in die besetzten und neutralen Länder Millionen von Jazz- und Swingaufnahmen produzierte. Viele dieser Platten wurden von deutschen Besatzungssoldaten kofferweise aufgekauft und als begehrte Handelsobjekte in die Heimat zurückgeschafft.

GRUNDSÄTZLICHES
Amerikanische Musik hören, lange Haare tragen, dem Hitlergruß ausweichen, eine HJ-Streife verprügeln, innere Distanz und Ablehnung,Feindsender hören, regimekritische Witze erzählen, Juden verstecken, Sabotage planen: Die Bandbreite oppositionellen Verhaltens ist groß. Nicht alles war gleich Widerstand. Auch solche grundsätzlichen Überlegungen brauchen Raum und sprengen den verfügbaren Rahmen. Benz räsonniert ansatzweise, wieso es keinen breiteren Widerstand gab. In diese Überlegungen müßte aber aufgenommen werden, daß das Regime sehr ambivalent in Erscheinung trat. Eine Idee davon bekommt man bei der Lektüre des Buches von Hans Dieter Schäfer und der differenzierten Kritik des NS-Staates, die der Widerstandskämpfer Prof. Huber, der als Mitglied der Weißen Rose1943 hingerichtet wurde, bereits inhaftiert niederlegte (s. Es lebe die Freiheit!": Die Geschichte der Weißen Rose und ihrer Mitglieder in Dokumenten und Berichten).

FAZIT
Richtig stellt der Autor fest, daß die Wirklichkeit des NS-Staates komplizierter war, als es sich die Nachwelt plakativ zusammenreimt. Am obigen Beispiel der Swing-Jugend wird erkennbar, daß die größte Schwäche des Bändchens die geringe Seitenzahl ist, um jede der zahlreichen Gruppierungen angemessen würdigen zu können. Auch der Widerstand vor der Machtergreifung in Form des Wahlverhaltens konnte nicht behandelt werden (s Wahlen und Abstimmungen in der Weimarer Republik. Materialien zum Wahlverhalten 1919 - 1933 ). Als Überblick ist das Büchlein aber hervorragend. In eine zweite Auflage sollten unbedingt mehr Literaturhinweise, u.a. die hier angeführten, aufgenommen werden. Dies macht dem Leser u.a. klar, daß er nur einen allerersten Einstieg ins Thema in den Händen hält. Wer sich über die wichtigsten Namen und Ereignisse informieren will und über Hintergründe wie den Mythos des Frauenprotestes in der Rosenstraße (s. Rosenstraße) aufgeklärt werden will, bekommt eine unverzichtbare und nicht weiter reduzierbare Wissensportion deutscher Geschichte.
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3.0 von 5 Sternen Einerseits - andererseits ..., 27. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der deutsche Widerstand gegen Hitler (Taschenbuch)
Drei oder vier Sterne?

Einerseits erwirbt sich der Autor zweifellos ein Verdienst, indem er in dem Buch über die üblichen Themen jedes einschlägigen Werkes (Geschwister Scholl, Stauffenberg etc.) hinaus auch weniger bekannte und vernachlässigte Gruppen und Persönlichkeiten des Widerstandes behandelt sowie weitere zugehörige Themen, etwa den Umgang mit dem Widerstand nach 1945.

Andererseits aber übernimmt er sich damit, zumal der Umfang des Buches für sein Thema ohnehin schon eindeutig deutlich zu gering ist. Das Buch ist noch weit kürzer als van Roons analoges, längst klassisches Standardwerk "Widerstand im Dritten Reich", dem, wie ein Rezensent zu Recht schreibt, schon seinerseits anzumerken ist, daß sein Umfang dem Thema kaum gerecht werden kann (und zwar, wie ich hinzufüge, bei Beschränkung auf die wirklich "klassischen" Inhalte, s. o.!).

Durch die so notgedrungen ausgesprochen knappe Darstellung dürften die Ausführungen des vorliegenden Buches für LeserInnen auf der Suche nach einer Einführung in die Thematik teilweise nur schwer nachzuvollziehen sein (indem sich das Büchlein ja an sich wegen seines geringen Umfanges gerade zu diesem Zweck eignen sollte!) und die, die, wie ich, bereits über umfassendes Wissen dazu verfügen einschließlich mancher Quellenkenntnis, und einmal ein aktuelles Werk, zumal eines Spezialisten, dazu kennenlernen wollen, ebenfalls nicht befriedigen. Zu anderweitigem Weiterlesen regen sie jedenfalls meines Erachtens nicht an, zumal die ungeheuren Implikationen des Beschriebenen in ihnen kaum spürbar werden. Schade!

An Büchern zum Thema besteht indes ja kein Mangel; ich würde als solches auf jeden Fall, zumal (ebenfalls) von einem ausgewiesenen Spezialisten, den van-Roon-Klassiker vorziehen.
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Der deutsche Widerstand gegen Hitler
Der deutsche Widerstand gegen Hitler von Wolfgang Benz (Taschenbuch - 12. Februar 2014)
EUR 8,95
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