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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur eine Liebeserklärung, 1. April 2014
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Auf der Spur des Papiers: Eine Liebeserklärung (Gebundene Ausgabe)
Unter dem Titel „Beginnt das große Vergessen?“ ist in der 36. Ausgabe von „Psychologie heute – compact“ ein überaus spannender Artikel über die Bedeutung historischen Wissens erschienen. Ob ich mich über das Thema Papier auf Wikipedia schlau mache oder ein Buch wie dieses lese, ist ein großer Unterschied. Wenn wir uns auf den Computer als externes Gedächtnis zu verlassen, merken wir uns Fakten schlechter. Und neue Studien lassen vermuten, dass der Verzicht auf Geschichten menschliche Fähigkeiten wie Konzentration und abstraktes Denken verkümmern lässt.

Mit dieser leicht kulturpessimistisch angehauchten Einleitung möchte ich einfach wieder einmal daran erinnern, warum sich die Lektüre von Büchern wie dieses lohnt. Wer sich vom französischen Schriftsteller und Wissenschaftler Erik Orsenna in fremde Länder und längst vergangene Zeiten entführen lässt, hat nach seiner Rückkehr ein anderes Verhältnis zum Zauberbrei „Papier“. Denn er wird künftig seine Lieblingsgeschichten mit einem Objekt verknüpfen, das ihm in den meisten Fällen einfach aus seinem Drucker entgegenkommt. Und selbst wenn er eine liebevollere Beziehung zu diesem Wunderding pflegt, wird er ihm anders begegnen. Das ist eben die mysteriöse Kraft schöpferischer Assoziationen, die eine gute Kulturgeschichte fördert.

Hat man in der Schule noch gehört, dass Papier etwas mit Papyrus zu tun hat und in China die Wiege des Papierbreis stand, ist man mit Erik Orsenna an allen wichtigen Schauplätzen dabei. Wohin die vielen Reisen führen, wird zu Beginn auf einer Doppelseite aufgezeigt. Und die ist so schön gestaltet wie das ganze Buch. Auf welchem Papier die folgenden Geschichten gedruckt sind, steht allerdings erstaunlicherweise nicht. Es sei denn, man gebe sich mit der knochentrockenen Aussage zufrieden, der Drucker habe säurefreies, alterungsbeständiges Papier aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff verwendet. Wer solches schreibt, sollte einmal den Vertreter des Unternehmens hören, von dem wir unsere Papiere beziehen. Aber die schier unendliche Bandbreite heutiger Papiere erfährt auch in Orsennas Buch nicht die verdiente Würdigung.

Im ersten Teil stellt uns der Autor Papiere vergangener Zeiten vor. Daher ist es nur logisch, dass seine Reisen zuerst nach China, Usbekistan, Japan und Italien führen. Doch „vorstellen“ ist eigentlich das falsche Verb, da es nur schlecht umschreibt, wie Erik Orsenna seine Leser fesselt. Denn er verpackt wissenswerte Fakten und wichtige Namen in ebenso unterhaltsame wie spannende Geschichten. Und diese wiederum ermöglichen die schöpferischen Assoziationen, auf die ich zu Beginn meiner Rezension zu sprechen kam.

Der zweite Teil beginnt auf Seite 127 und widmet sich dem heutigen Papier. Daher sind auch die Koordinaten von Orsennas Bildungsreisen anders ausgesteckt. Wir besuchen Papierfabriken in Indien, Kanada, Russland, Schweden, Portugal, Indonesien, Brasilien und Frankreich. Und Erik Orsenna nimmt uns auch an Orte mit, die wir vielleicht lieber nicht mit eigenen Augen sehen wollen. Denn obwohl in den letzten Jahren vieles besser wurde, gehören die Papierhersteller nicht unbedingt zu den Unternehmen, die der Umwelt besonders Sorge tragen. Zudem gilt natürlich auch für die Ware Papier, dass die Devise „Geiz ist geil“ einen hohen Preis hat. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und nachhaltige Rohstoffgewinnung sind nicht gratis zu haben.

Mein Fazit: Da mein Grafiker und ich bekennende Papier-Liebhaber sind, war die Lektüre dieses Buches beinahe Pflicht. Allerdings merkte ich schon nach den ersten Seiten, dass Orsennas Geschichten nicht im entferntesten an langweiligen Schulstoff erinnern. Und weil die Nebenfiguren ebenso interessant sind wie der unbestrittene Held „Papier“, ließ ich mich auch gerne zu Reisen verführen, die ich ohne die Einladung von Erik Orsenna kaum gebucht hätte. Sein Buch ist eine gelungene Mischung aus Liebeserklärung, Kultur-, Geistes- und Wirtschaftsgeschichte.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eine Offenbarung, 10. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auf der Spur des Papiers: Eine Liebeserklärung (Gebundene Ausgabe)
Orsenna nimmt den Leser mit auf eine lohnenswerte, interessante Reise.
Papierliebhaber blühen auf, hier wird viel Wissenswertes faszinierend in Szene gesetzt.
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Auf der Spur des Papiers: Eine Liebeserklärung
Auf der Spur des Papiers: Eine Liebeserklärung von Erik Orsenna (Gebundene Ausgabe - 11. März 2014)
EUR 19,95
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