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5.0 von 5 Sternen Frauke Geyken schreibt informativ und eindrücklich über die Frauen im Deutschen Widerstand!, 18. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler (Gebundene Ausgabe)
Frauke Geyken spricht 70 Jahre nach dem versuchten Attentat vom 20. Juli 1944 mit Ihrem Buch "Wir standen nicht abseits" die Rolle und Bedeutung der Frauen im Widerstand gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime an. Die Göttinger Historikerin erzählt dafür exemplarisch aus den Lebenswegen sehr unterschiedlicher Frauen.

Sie berichtet von Sophie Scholl, die gemeinsam mit Geschwistern und Freunden, die Flugblätter der Weißen Rose herstellte, verbreitete und dafür 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Geyken erzählt im Verlauf des Buches auch davon, wie sich Sophies Schwester Inge für das Erbe ihrer ermordeten Geschwister einsetzte und das Bild der Weißen Rose im Gedächtnis Nachkriegsdeutschlands prägte. Durch das ganze Buch, dass Geyken in zeitliche Kapitel eingeteilt hat, in denen sie jeweils abschnittsweise aus dem Leben der Frauen erzählt, zieht sich auch die Geschichte Annedore Lebers. Die in Lübeck als Annedore Rosenthal geborene Modeschneiderin, Mutter und Unternehmerin, trug den Widerstand ihres Mannes Julius Leber nicht nur mit. Sie war Mitwisserin der Attentatspläne und wie Geyken es beschreibt, das wichtige Gegenüber ihres Mannes, der von den Nationalsozialisten jahrelang ins Gefängnis und KZ gesteckt, gefoltert und schließlich ermordet wurde. Frauke Geykens Buch verfolgt die Lebensgeschichte Annedore Lebers weiter und erzählt von der Publizistin und Politikerin Leber, die sich bis zu ihrem Tod 1968 vor allem in West-Berlin für die Anerkennung des Widerstandes einsetzte. Geykens Buch ist auch deshalb eine informative Lektüre, da sie verschiedene Rollenbilder der Frauen und Beziehungen nebeneinander stellt. Mit Marie Louise von Scheliha geborene Edle von Medinger, beschreibt Geyken auch eine Frau, die an der Seite ihres Mannes des Diplomaten Rudolph von Scheliha, wenig vom NS-Widerstand ihres Mannes wusste und sich generell als Ehefrau und Mutter für die politischen Belange nicht berufen fühlte. In den Abschnitten über Marie Louise von Scheliha, die nach dem Krieg als Witwe und ohne Berufsausbildung, große Schwierigkeiten hatte, Auskommen und Lebensbeschäftigung zu finden, hört man Geykens Kritik an dem nicht-öffentlichen und unpolitischen Rollenverständnis dieser Frau. Mit dem langen und demütigenden Weg zur amtlichen Rehabilitierung ihres Mannes, die Marie Louise von Scheliha mit Freunden und Familie erst 1995 im Alter von 91 Jahren erreichte, schildert Geyken sehr konkret welche materiellen und persönlichen Schwierigkeiten dem offensiven Umgang mit der Erinnerung an den Widerstand entgegenstanden.

Geyken gelingt dabei etwas sehr Bedeutsames. Sie zeigt, dass auch die gut ausgebildeten Frauen wie Freya von Moltke, Marion Yorck von Wartenburg oder Rosemarie Reichwein, einer schwierigen Aufgabe gegenüberstanden: Die wahrgenommene Verpflichtung öffentlich vom Widerstand zu zeugen, berührte das private und nichtöffentliche Leben, d.h. die Liebe zu und die Trauer um ihre Ehemänner. Daraus wird deutlich, dass der Umgang mit dem Erbe des Widerstandes bei Frauen ebenso vielseitig war, wie der Grad der Involviertheit und die Motivation ihres Widerstandes während des Nationalsozialismus. Anhand von Cato Bontjes van Beek und Antje Hasenclever zeichnet Geyken auch neben der öffentlich wesentlich bekannteren Sophie Scholl, das Leben zweier weiterer Frauen nach, die selbst aktiven Widerstand geleistet haben. Für alle diese exemplarischen Lebensgeschichten hat Frauke Geyken bisher unveröffentlichte Quelle wie Tagebücher und Briefe zu Rate gezogen, die einen sehr detaillierten Einblick in den Alltag und die Gedankenwelt von diesen Frauen im Widerstand gegen Hitler liefern. Sie hat dafür auch mit den Nachkommen der Frauen gesprochen. Bei den vielen privaten Details, die Geyken anführt, verliert die Historikerin aber den roten Faden nicht aus dem Blick. An passender Stelle erwähnt und erklärt sie sowohl die Etablierung der Nationalsozialisten in Staat und Gesellschaft als auch die verschiedenen Widerstandsgruppierungen, die sich dagegen zur Wehr setzten. Darüber hinaus betrachtet Frauke Geyken die gesamten Lebenswege der Frauen und isoliert damit den Widerstand nicht als reine Abwehr des Nationalsozialismus, sondern zeigt auf, wie gut und schwer diese mutigen Frauen Zivilcourage, Familienleben, Beziehung, politische Einstellung und Beruf zu vereinbaren wussten.
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5.0 von 5 Sternen Eigenständige Widerstandleistung gewürdigt, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler (Gebundene Ausgabe)
Immer wenn von den „Männern des 20. Juli“ die Rede ist, wird verschwiegen, dass zu diesen Männern auch Frauen gehörten, Ehefrauen, Schwestern, Verlobte. Bürgerliche und adelige Frauen, „höhere Töchter“, oft gut ausgebildet und kultiviert, aber immer im Schatten ihrer Männer stehend. In der historischen Literatur scheinen sie bisher nicht vorzukommen – wenn man einmal von Biografien zu den Ehefrauen v. Stauffenberg und Moltke absieht – und der Lichtgestalt Sophie Scholl, die in verschiedenen geradezu hagiografischen Büchern und Filmen Johanna-von-Orleans-gleiche Züge angenommen hat.
Aber während in der historischen Literatur Frauen des sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstands durchaus als eigenständige Widerstandskämpferinnen wahrgenommen wurden, die konspirativ arbeiteten und entsprechende Risiken eingingen, werden die Frauen um die Verschwörer des 20. Juli bis heute meist als bloße Zuarbeiterinnen gesehen, als Familienmitglieder eben, die unter den Aktivitäten ihrer Männer zu leiden hatten, aber nicht Eigenständiges zur Widerstandsarbeit beitragen konnten.
Frauke Geyken unternimmt es, diese Frauen mit einem neuen Blick zu betrachten. In ihrem Buch stehen sie mit ihren Lebensleistungen im Mittelpunkt, und es sind die berühmten Männer, die nur am Rande eine Rolle spielen. Das Ergebnis ist eigentlich gar nicht erstaunlich, aber doch für die allgemein öffentliche Wahrnehmung neu: Die Aktivitäten und die Einbindung in Widerstandshandlungen waren höchst unterschiedlich, von Annedore Leber, die selbst eigenständig Widerstand organisierte, während ihr Mann im Gefängnis saß; bis hin zu Marie Louise von Scheliha, die nur wenig in die Aktivitäten ihres Mannes eingeweiht war. Aber auch, wenn es „nur“ darum ging, die Familie in der gefährlichen Zeit des Widerstandes und dann nach der Hinrichtung des Vaters zusammenzuhalten und zu ernähren, wird deutlich: Der Widerstand gegen die Diktatur machte nicht bei den Männern halt, sondern betraf ihr gesamtes Umfeld. Wie so oft, werden die Aktivitäten von „Familienfrauen“ unterschätzt und herabgewürdigt – es handelte sich ja „bloß“ darum, den Männern den Rücken frei zu halten. „Eine Hausfrau konnte, selbst wenn sie es gewollt hätte, Adolf Hitler nicht töten, geschweige denn einen Umsturz organisieren, weil sie niemals die Gelegenheit dazu hätte finden können.“ Sie konnte aber auf andere Weise zum Widerstand beitragen, und sei es nur dadurch, dass sie ihren Männern den Rücken freihielt. Widerstand kann viele Gesichter haben, und auch die bürgerliche Frauenrolle ließ Raum für unterschiedliche Optionen.
Wenn es um die Zeit nach dem Ende des Nationalismus geht, spürt man laut und deutlich Empörung bei Geyken, auch wenn die Kritik nur unterschwellig geäußert wird. Statt geehrt und respektiert zu werden, mussten die Frauen auch nach Kriegsende und in der Bundesrepublik weiterhin um ihr Überleben kämpfen. Lange wurden sie nicht anerkannt, gar als Frauen von Verrätern gesehen, Renten wurden nicht ausgezahlt oder gar verweigert. Ein skandalöses Kapitel der frühen Bundesrepublik, das verdiente, genauer und ausführlicher dargestellt zu werden. Vielleicht schreibt Frauke Geyken ja zu diesem Thema ein zweites Buch – einfühlsam, sorgfältig recherchiert und doch engagiert wie „Wir standen nicht abseits“ – ich würde es sofort lesen.
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5.0 von 5 Sternen Facetten des Widerstandes anschaulich dargestellt, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler (Gebundene Ausgabe)
Widerstand von Frauen gegen den Nationalsozialismus wird von der Autorin spannend und berührend beschrieben. Sie bringt die einzelnen Persönlichkeiten durch die biographisch orientierte Einbettung nahe und lässt dadurch an ihrer Entwicklung hin zur Widerstandsarbeit teilhaben. Erschreckend deutlich wird die Missachtung der Leistungen dieser Frauen in der Nachkriegszeit, wo sie erneut Diffamierungen und Benachteiligungen ausgesetzt wurden. Ein fundiertes und stilistisch gut geschriebenes Buch zum Thema!
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5.0 von 5 Sternen Spannend und informativ, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler (Gebundene Ausgabe)
Ebenso spannend wie informativ liest sich Frauke Geykens Buch über diese bislang kaum unbeachtete Seite des Widerstands. Die Autorin bindet biographische Skizzen in zeithistorische Abläufe ein und macht dadurch anschaulich nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen sich Frauen im Widerstand engagierten, was sie zu ihrem mutigen und konsequenten Handeln antrieb.
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5.0 von 5 Sternen Faszinierende Biographien - spannende Geschichte, 26. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler (Gebundene Ausgabe)
Die Historikerin Frauke Geyken schafft es mit diesem Buch, Geschichte anhand von bemerkenswerten Biographien neu zu beleuchten.

Besonders die Themen „Wann beginnt Widerstand?“ und „Wie gehen wir mit dem Erbe des Widerstands um?“ regen zum Nachdenken an und sind mit den Krisen der heutigen Zeit aktueller denn je.

Fachlich fundiert und mit gelungenen Übergängen werden die einzelnen Biographien miteinander verknüpft. Der Schreibstil sorgt dafür, dass das Lesen Spaß macht!
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Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler
Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler von Frauke Geyken (Gebundene Ausgabe - 9. Mai 2014)
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