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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 25. Januar 2014
Menschen haben schon immer versucht, andere Menschen und sich selbst besser zu verstehen und einzuordnen. Einerseits, um möglichen Gefahren zu begegnen, andererseits, um bessere Beziehungen zu führen und Menschen im Job an die passende Stelle zu setzen. Dazu wurde schon bei den alten Griechen die Temperamentenlehre aufgestellt und die Menschen in Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker und Melancholiker eingeteilt. Natürlich sind Persönlichkeitsmodelle immer nur ein beschränktes Abbild der komplexen Persönlichkeit eines Menschen und erst reckt kein Patentrezept zur Selbstfindung. Lars Lorber hat dennoch den gelungenen Versuch unternommen, die fast 100 Jahre alte Typologie des Psychiaters C. G. Jung mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen des Big-Five-Persönlichkeitsmodells zu einem alltagstauglichen Persönlichkeitstest zu verbinden.

Welches sind die kulturübergreifenden Faktoren, die die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen? Dazu hat der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung 1921 die gegensätzlichen Persönlichkeitseigenschaften „extrovertiert“ und „introvertiert“ in die Diskussion eingeführt. Diese beiden Pole spielen auch im 1985 eingeführten ersten standardisierten Big-Five-Test von Paul T. Costa und Robert R. McGrae immer noch eine entscheidende Rolle. Aus über 20.000 Eigenschaftswörtern destillierten die Wissenschaftler die in tausenden von Studien validierten fünf Kategorien heraus, die die Wesenseigenschaften der Menschen am besten erfassen sollen: Das Big-Five-Persönlichkeitsmodell erfasst Extraversion (Wie wohl fühlen wir uns in Gesellschaft?), Offenheit für neue Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus (Empfindlichkeit gegenüber negativen Emotionen).

Ist die Persönlichkeit veränderbar? Insgesamt gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die fünf Persönlichkeitseigenschaften im Lauf des Lebens relativ stabil bleiben und sich nur graduelle Veränderungen einstellen: Aus einem introvertierten Einzelgänger wird kein Partylöwe und Eventveranstalter werden, aber vielleicht ein sozial engagierter Vorkämpfer für mehr Klimaschutz.

Die Ergebnisse aus der Gehirnforschung lassen den Schluss zu, dass der Mensch dank der Neuroplastizität des Gehirns sich ein Leben lang verändert. Kein Persönlichkeitsprofil ist in Stein gemeißelt. So hat man beispielsweise herausgefunden, dass die Punktwerte der Bereiche Neurotizismus, Extraversion und Offenheit zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr deutlich abnehmen (das heißt, wir werden zunehmend weniger labil, sozialisierbar und neugierig) und dass die Werte Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit in derselben Periode ansteigen (das heißt, wir werden zunehmend teamorientierter und ehrgeiziger).

Jede Ausprägung ist weder gut noch schlecht, sondern hat ihre Stärken und Schwächen. Die vermeintlichen Schwächen der Introvertierten (zu still, zu emotionslos, zu passiv) können sich schnell als große Stärke herausstellen, denn Introvertierte können sich meist besser konzentrieren, besser zuhören, lassen dem Gegenüber mehr Freiraum und sind nicht ständig davon getrieben, eine neue Sau durchs Dorf zu treiben. Also sollten wir nachsichtig sein mit unserem Persönlichkeitsprofil und uns erstmal so akzeptieren, wie wir sind. Das ist schon der erste Schritt zur Veränderung, wenn wir unzufrieden mit uns sind. Zu den möglichen Veränderungsschritten gibt uns Lars Lorber in jeder Kategorie konkrete Tipps an die Hand, die sehr hilfreich sind.

Die im Persönlichkeitsmodell gemessenen Eigenschaften sind aber längst nicht alles, was eine Persönlichkeit ausmacht. Dazu kommen noch jede Menge soziokulturelle Faktoren wie Geschlecht, Kultur und die persönliche Lebensgeschichte. Wie stark soziale Faktoren beim Verhalten von Menschen eine Rolle spielen, wurde beim Milgram-Experiment deutlich. 1961 führte der Psychologe Stanley Milgram ein psychologisches Experiment durch, bei dem den Teilnehmern erklärt wurde, sie würden an einem wichtigen psychologischen Forschungsprogramm teilnehmen. Die Teilnehmer sollten anderen angeblichen Mitspielern (eingeweihte Personen) Fragen stellen und sie mit (vorgetäuschten) Elektroschocks für falsche Antworten bestrafen. Dabei wurde nach und nach die Spannung erhöht. Kamen den Teilnehmern Zweifel an der Strafmaßnahme, wurden sie von der Leitung darauf hingewiesen, dass sie bitte die Regeln befolgen sollen. Das erschreckende Ergebnis: 70 Prozent der Teilnehmer waren bereit, bis zur maximalen (tödlichen) Spannung von 460 Volt zu gehen.

Das Milgram-Experiment zeigt, dass Menschen bereit sind, aus Pflichtbewusstsein und Autoritätsgläubigkeit heraus anderen Menschen zu schaden. Das grausame Verhalten im Experiment wurde also sehr viel stärker durch die Bereitschaft zu regelkonformem Verhalten geprägt als durch sadistische Züge. Sozialer Druck durch Mehrheiten oder Autoritäten üben gerade auf gewissenhafte, harmoniebedürftige und konservative Menschen einen starken Einfluss aus. Dadurch werden das eigene Gewissen, eigene Wertevorstellungen oder Mitgefühl zugunsten konformen Verhaltens unterdrückt.

Fazit: Der Test im Buch ist schnell gemacht. Ich fühle mich gut beschrieben und halte auch die Kategorien für gut ausgesucht. Im Gegensatz zum Autor glaube ich jedoch, dass das Persönlichkeitsprofil im Laufe eines Lebens durch soziokulturelle Faktoren (Erziehung, soziales Umfeld, Unfälle, Schicksalsschläge etc) stark beeinflusst wird. Das ist eine gute Nachricht für alle psychischen Störungen, denn auch die tiefsten Prägungen lassen sich durch Coaching und Therapie wieder verändern.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Oktober 2013
Die Tests im Buch sind überwiegend schnell gemacht und die Ergebnisse zeigen, warum wir Menschen uns so verhalten wie wir es tun und woher dies kommt. Die Typen von Freunden und Verwandten einzuschätzen ist dank der vielen Beispiele leicht und vor allem recht aufschlussreich. Auch die im Titel erwähnte Aufschlüsselung von Stärken und Schwächen hat bei mir für einige unerwartete Einsichten gesorgt. Gerade die Kapitel zu Introvertiert-Extrovertiert und zu Ehrlichkeit haben mich auf Muster im Verhalten anderer aufmerksam gemacht, die mir bisher nicht so klar waren und auf die ich nun mehr achten werde. Ein guter Ratgeber um das Verhalten seiner Mitmenschen und nicht zuletzt auch das eigene besser zu verstehen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Januar 2014
Das Buch ist sehr umfangreich was seine Inhalte angeht, daher hier eine Auflistung in der Reihenfolge, in der sie vorkommen:

1. Als Erstes gibt es einen Erklärungsteil, in dem die fünf größten Persönlichkeitseigenschaften (Big Five) beschrieben werden: wie sie sich in der Persönlichkeit in Form von verschiedenen Typen darstellen, wie man sie bei sich selbst einschätzt, prominente Beispiele, Hintergründe anhand von Studien, und wie sich diese Typen/Eigenschaften auf unser Leben auswirken (dieser erste Teil entspricht ca. einem Drittel des Buches und ist der Interessanteste, der auch immer wieder zum Nachschlagen anregt).

2. Ein umfangreicher wissenschaftlicher Persönlichkeitstest (der laut Angaben zu den Besten gehört und durch Studien validiert wurde. Da kenne ich mich nicht aus, aber ich fand ihn sehr treffend).

3. Wie man ein Persönlichkeitsprofil erstellt und was die verschiedenen Ergebnisse bedeuten (sehr aufschlussreich: was bei einem selbst der so genannte "Kapitän" der Persönlichkeit ist, die am stärksten ausgeprägte Eigenschaft).

4. Wie man andere Menschen einschätzt, inkl. einer Liste mit Hinweisen/Erkennungsmerkmalen (sehr hilfreich, habe ich bereits mehrfach benutzt).

5. Eine kleine Reise in die Evolutionsgeschichte, um zu klären woher Persönlichkeit kommt, was daran veränderbar ist und was nicht (auch interessant, aber etwas langatmig).

6. Der Ratgeberteil, in dem die Stärken und Schwächen aller Eigenschaften gezeigt werden, wie man an ihnen arbeiten und sie verbessern kann, wie man am besten mit anderen Typen umgeht, und einige Extrathemen wie Kreativität oder Tipps gegen übermäßige Empfindlichkeit (dieser 6.te Teil macht ebenfalls ca. ein Drittel des Buches aus. Ich habe nur die Eigenschaften nachgelesen, die mich laut Test betreffen, die Anregungen dort fand ich sehr gut).

7. Was noch zur Persönlichkeit gehört: Geschlecht, Kultur, die "dunkle Seite", wie sich unsere eigene Lebensgeschichte auswirkt, wann Persönlichkeitstests im Beruf Sinn machen, und die Herkunft dieser Tests (interessante Ergänzungen, aber nicht so spannend wie der erste Teil, der definitiv das Herz des Buches ist).

Ich kann das Buch nur jedem weiterempfehlen, es enthält viele Themen rund um Persönlichkeit, die alle sehr gut erklärt werden.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Lars Lorbers Buch ist nicht nur eine Anleitung zum Selbstverständnis oder eine Bedienungsanleitung des von ihm entwickelten Typentests. Es will uns auch dabei helfen, unsere Stärken und Schwächen zu identifizieren und durch gezielte Tipps unsere gesamte Persönlichkeit - auch die weniger ausgeprägten Merkmale - zu stärken. Diese Tipps zeigen, wie wir lernen können, in bestimmten Situationen besser zu reagieren, wie wir Eigenschaften, die schwach ausgeprägt sind, kompensieren können und wie wir Verständnis für unsere jeweils anders gepolten Mitmenschen entwickeln können. Natürlich kann das immer nur eine erste Idee zur Veränderung für die geben, die bereit sind, tatsächlich ihr Leben lang an einer gestärkten Persönlichkeit zu arbeiten.

Für mich liegt eine ganz klare Stärke des Buches darin, dass es sehr differenziert erklärt, was es mit unseren so verschiedenen Persönlichkeiten auf sich hat, was die Evolution damit zu tun hat und was mit unseren Persönlichkeitsmerkmalen im Laufe eines individuellen Lebens geschieht. Lars Lorber geht dabei Schritt für Schritt auf die fünf Grunddimensionen ein, auf die man sich in der Persönlichkeitspsychologie durch Forschung und lange Studien einigen konnte: Extroversion ("Worauf wir unsere Energie richten"), Offenheit für neue Erfahrungen ("Wie wir denken"), Verträglichkeit ("Wie wir interagieren"), Gewissenhaftigkeit ("Wie wir leben") und Neurotizismus (Wie empfindlich wir sind"). Er erläutert dabei nicht nur die Komponenten dieser Grunddimensionen, sondern erklärt auch wissenschaftliche Hintergründe, ohne den interessierten Laien dabei in akademischen Umwegen zu verlieren. Das Buch will praktisch sein und beim Verstehen helfen, ohne dabei die schwierige Materie zu simplifizieren. Das ist Lars Lorber auf ganzer Linie gelungen.

Sollten Sie sich selbst besser verstehen wollen, dann machen Sie den Typentest und sehen Sie, ob Sie sich dort wiederfinden. Wenn Sie dann etwas genauer lesen, werden Ihnen die typischen Stolperfallen und Fettnäpfchen bekannt vorkommen und sicher wird es Ihnen dann leichter fallen, Strategien zu entwickeln, damit umzugehen. Sollten Sie noch mehr dazu lernen wollen oder haben Sie ganz einfach eine gesunde Neugier zum Thema Persönlichkeitspsychologie und suchen einen Einstieg, dann kann ich Menschenkenntnis: Der große Typentest: So entschlüsseln Sie die Stärken und Schwächen absolut empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. April 2015
Dieses Buch erklärt die verschiedenen Persönlichkeiten. Es hilft zu verstehen, worauf wir unsere Energie richten, wie wir denken, handeln, leben und empfinden. Ein Selbsttest zeigt die eigene Persönlichkeit, beschreibt diese ausführlich und nennt die Vor- und Nachteile der Eigenschaften. Das Buch liest sich schnell und leicht. Es ist verständlich und spannend aufgebaut.
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am 23. Februar 2015
Ich beschäftige mich schon länger mit den verschiedenen Theorien zu den Menschentypen. Das Buch von Lars Lorber ist gut gestaltet, abwechslungsreich aufgemacht. Aber es enthält sehr viele Wiederholungen. Vieles könnte man knapper zusammenfassen. So hat es für mich beim Lesen viel Längen, die ich anstrengend fand. Ansonsten gutes Buch zur Einführung in die Thematik.
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