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TOP 500 REZENSENTam 1. November 2013
Der Wiener Kongress von 1814/15 ist ein Meilenstein in der Geschichte der internationalen Beziehungen und der Diplomatie. Nach dem Sieg über Napoleon standen die verbündeten Mächte Großbritannien, Preußen, Österreich und Russland vor der Aufgabe, die europäischen Verhältnisse neu zu ordnen. Europas Monarchen und führende Staatsmänner waren sich darin einig, dass nach den Erschütterungen und Umwälzungen der Revolutionskriege und der napoleonischen Kriege eine stabile und belastbare Friedensordnung geschaffen werden musste. Zweierlei galt es in Zukunft zu verhindern: Zum einen den Rückfall in die anarchischen Großmachtrivalitäten des 18. Jahrhunderts, zum anderen den erneuten Griff eines einzelnen Staates nach der Hegemonie in Europa. Die neue Friedensordnung wurde im Laufe mehrmonatiger Verhandlungen auf dem Wiener Kongress errichtet.

Derzeit gibt es in deutscher Sprache keine umfassende Gesamtdarstellung des Wiener Kongresses, die sich an ein breites Publikum richtet. Wer sich rasch über die Geschichte dieses diplomatischen Großereignisses informieren möchte, kann nun zu dem vorliegenden schmalen Band von Heinz Duchhardt greifen. Der Autor gehört zu den besten Kennern des europäischen Staatensystems in der Frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert. Duchhardt hat seine knappe, aber dennoch informative Darstellung in sechs Kapitel gegliedert. Eingangs schildert er die politische Großwetterlage in Europa nach dem (ersten) Sieg über Napoleon 1814. Er skizziert die Agenda, die die Siegermächte auf dem Wiener Kongress abzuarbeiten hatten: Klärung der Deutschen Frage; Klärung der Zukunft Polens; Einhegung Frankreichs; Errichtung einer neuen, auf Kooperation statt Konfrontation beruhenden europäischen Ordnung.

Auf dem Wiener Kongress wurde das sogenannte Konzert der europäischen Mächte aus der Taufe gehoben. In bewusster Abwendung von der kriegerischen Großmachtpolitik des 18. Jahrhunderts verschrieb sich das Konzert dem friedlichen Interessenausgleich, der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit, der Friedenswahrung und der Konfliktbeilegung auf diplomatischem Wege (Kongresse und Botschafterkonferenzen). Der Wiener Kongress läutete eine neue Etappe in der Geschichte des europäischen Staatensystems ein und sicherte dem Kontinent eine Friedensperiode, die bis zur Jahrhundertmitte währte. Was die innenpolitischen Verhältnisse der europäischen Staaten angeht, so wagte der Kongress keinen Neuanfang, der dem auf außenpolitischem Gebiet vergleichbar gewesen wäre. Im Gegenteil, gerade die deutschen Staaten waren daran interessiert, die überkommene monarchische Ordnung wieder zu festigen und alle Forderungen der Gesellschaft nach politischer Teilhabe abzuwehren. In sichtbaren Ausdruck fanden diese restaurativen Bestrebungen in der Wiedereinsetzung jener Dynastien, die nach 1789 ihre Throne verloren hatten.

Das zweite Kapitel ist den prominenten Teilnehmern des Wiener Kongresses (Monarchen, Staatsmänner und Diplomaten) und ihren jeweiligen politischen Konzeptionen und Zielen gewidmet. Anschließend beleuchtet Duchhardt das turbulente Wiener Gesellschafts- und Kulturleben sowie die Arbeitsweise des Kongresses (Komitees und Kommissionen). Die wichtigsten politischen (Streit-)Fragen und Beschlüsse werden in den Kapiteln 5 und 6 behandelt. Die Uneinigkeit der Alliierten in Bezug auf die Zukunft Sachsens und Polens führte beinahe zu einem neuen Krieg. Preußen und Russland mussten sich schließlich dem Druck der anderen Mächte beugen und Abstriche von ihren ambitionierten Plänen machen, sich ganz Sachsen bzw. ganz Polen einzuverleiben. Großbritannien, Österreich und das von Talleyrand vertretene Frankreich hatten kein Interesse daran, Preußen und Russland zu stark werden zu lassen.

Napoleons Flucht von Elba führte zu einer spürbaren Beschleunigung der Kongressarbeit. Zügig wurde die Deutsche Frage geklärt. Weder wurde das 1806 aufgelöste Heilige Römische Reich wiedererrichtet, noch wurde der von manchen Patrioten ersehnte deutsche Nationalstaat geschaffen. Der österreichische Staatskanzler Metternich setzte sich mit der Formel "Einigkeit ohne Einheit" durch. Die deutschen Staaten schlossen sich zu einer Konföderation zusammen, dem Deutschen Bund. Duchhardt verteidigt den Deutschen Bund gegen die Kritik enttäuschter Zeitgenossen (etwa des Freiherrn vom Stein): Die Gründung des Bundes sei für die anderen Mächte die beste Lösung der Deutschen Frage gewesen. Das im Bund zusammengeschlossene Deutschland sei zu schwach gewesen, um seine Nachbarn zu bedrohen, sei aber gleichzeitig dank der starken Führungsmächte Preußen und Österreich in der Lage gewesen, seinerseits Bedrohungen von außen abzuwehren. Duchhardt betont, dass der Wiener Kongress ungeachtet seiner langen und intensiven Arbeit Europa keine stimmige Gesamtordnung gegeben habe. Die Italienische Frage sei auf Betreiben Metternichs nicht geklärt worden, ebenso wenig die Verhältnisse auf dem Balkan und der Status des Osmanischen Reiches (Orientalische Frage).

Duchhardts Buch ist lesens- und empfehlenswert, aber nicht ohne Schwächen. In der Einleitung und in den folgenden Kapiteln stößt der Leser immer wieder auf ausufernde Satzungetüme, die 70, 80, 90, 100 und in manchen Fällen sogar noch mehr Wörter umfassen. Es ist eine Art Berufskrankheit deutscher Geisteswissenschaftler und Historiker, möglichst viele Informationen in einen einzelnen Satz hineinzupressen. Wann wird sich das endlich ändern? Die Bände der Reihe "Beck Wissen" wenden sich explizit an ein breites Publikum, und deshalb sollten Autoren und Lektoren besonderes Augenmerk auf gute Lesbarkeit richten.
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TOP 1000 REZENSENTam 13. November 2014
Der Autor dieses kleinen Buches zum Wiener Kongreß ist ein angesehener Experte (Professor emeritus) für neuere europäische Geschichte und insofern prädestiniert, zum Jubiläumsjahr über den Wiener Kongreß zu schreiben.

Er hat das getan, dabei eine Fülle von Informationen zur Verfügung gestellt und auf sehr wenig Platz sein Fachwissen präsentiert. Man kann mit diesem Buch wirklich recht schnell eine große Menge an untereinander verknüpften und verknoteten Informationen über die europäische Geschichte im 18. und vor allem 19. Jahrhundert lernen. Trotzdem hat mich das günstige Taschenbuch letztlich nicht wirklich überzeugt.

Das liegt vor allem daran, daß das kleine Buch überkomplex geschrieben ist. Sehr viele sehr lange Sätze machen es schwer zu lesen. Nichts gegen Schachtelsätze, aber man kann es auch übertreiben.
Kommen zu solchen syntaktischen Hürden dann noch akademischer (teils auch regelrecht schwülstiger) Stil und hohe Verständnishürden (weil viel vorausgesetzt wird), sind dem Lesevergnügen doch sehr schnell Grenzen gesetzt.

Im Satzgewirr bleibt dann leider auch noch mancher Punkt unerklärt: so rügt der Autor beim Thema der nur schwach durch- und umgesetzten Judenemanzipation, der Kongress habe „Chancen vertan, um auf dem Weg des sozialen Fortschritts … voranzukommen. Dass sich die Mächte in Bezug auf die Frankfurter und die Lübecker Juden dann noch einmal interventionistisch zusammenfanden, relativiert diesen Befund nicht.“ Hier zeigt sich genau der Aspekt der Überforderung des Lesers, denn was hier gemeint ist, bleibt unklar. Ein einziger erklärender Satz hätte genügt, ebenso die Weglassung des letztzitierten Satzes. So aber bleibt der Leser unbefriedigt und weiß eher weniger als zuvor. Solche Stellen gibt es im Buch mehrere. Schließlich dürfen auch einige handfeste Lektoratsfehler nicht verschwiegen werden: so ist – unfreiwillig komisch – auf S. 107 von einem „kreisenden Berg“ die Rede (gemeint war „kreißend“).

Wer das Buch als Einführung z.B. für das Studium braucht, trifft damit sicherlich keine schlechte Wahl. Wer aber eine einigermaßen leicht verdaubare und vielleicht noch anregend geschriebene Lektüre zum Jubiläumsjahr sucht, der ist mit der „Beckschen Reihe“ diesmal leider eher mäßig, wenn nicht schlecht beraten.
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am 18. Januar 2014
Die Komplexität Europas Anfang des 19. Jahrhunderts wird überzeugend dargestellt. Das fast verzweifelte Bemühen der Nationen um ihre Vorherrschaft unter den Mächtigen führte immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen, brachte aber keine dauerhaften Lösungen. Erst die napoleonische Gefahr führte zu ernsthaften Bemühungen, tragfähige Konstellationen für Europa zu suchen. Der Wiener Kongress war das Schlüsselereignis in diesem Zusammenhang und dieses Büchlein erleichtert das Verständnis der Probleme, die die Nationen untereinander hatten und der Ansätze zu akzeptablen Lösungen.
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am 19. Februar 2015
Leider entspricht dieses Buch nicht meinen Erwartungen, es kratzt nur an der Oberfläche vom Wiener Kongress. Über Bayern kommt nichts vor, obwohl Montgelas auf dem Titelbild ist. Schade, eine Empfehlung, wenn man sich mit der Materie auseinandersetzen möchte ist das Buch:1815 von Thierry Lentz aus dem Siedler Verlag, das ist besser.
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