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am 19. August 2013
Augrund einer Neigung zu Romanen, die im Therapeutenmilieu spielen, hat mich der Klappentext zu "In einer anderen Haut" sofort angesprochen. Ich hatte mir scharf gezeichnete Charaktere, tiefgründige Psychologisierungen und interessante Beziehungsdynamiken und Persönlichkeitsentwicklungen versprochen. All das wurde leider enttäuscht. Selten habe ich so etwas Unglaubwürdiges gelesen. Sowohl Grace als auch Mitch, beide Psychotherapeuten, handeln so hilflos, so uninformiert über ihre eigenen Handlungsmotive, dass es geradezu abstoßend ist. Völlig ausgeschlossen, dass sich "im wahren Leben" irgendjemand mit Thearpiebedarf bei diesen Beiden in Behandlung begeben würde. Gleichzeitig werden sie als erfolgreich in Studium und Beruf dargestellt, Grace als eine Frau, die aktiv ist und Freunde hat. Dabei agiert Grace die meiste Zeit ratlos, sprachlos, ohne Zugang zu ihren eigenen Gefühlen. Auch Mitch ist überfordert, unprofessionell und kann sich ebensowenig artikulieren. Dieses Feststecken, die generelle Lethargie aller handelnden Personen mag gerade das Thema des Romans sein, es ergeben sich daraus aber sehr unrunde Figuren, die einem nach kürzester Zeit auf die Nerven fallen. Hinzu kommt, dass man bei diesem wenig erinnerungswürdigen, inkohärenten Figurenreigen bald den Faden verliert.
Das Thema, aus welchen, manchmal gar nicht so uneigennützigen, Gründen und mit welchen, nicht selten kontraproduktiven, Effekten, wir anderen Menschen helfen, wird allenfalls oberflächlich beleuchtet, d.h. wir erhalten am Beispiel der Protagonisten einen Überblick über einige mögliche Motive und fatale Auswirkungen, diese werden aber nicht nachvollziehbar gemacht.
Nicht zuletzt ärgert mich, wie Ohlin sich selbst den Heiligenschein eines politischen Sendungsbewusstseins aufsetzt, dann die von ihr angesprochenen Probleme/Ereignisse wie den Genozid in Ruanda oder die Diskriminierung der Inuit in Kanada aber doch nur als Handlungshintergrund ausbeutet, um eine ansonsten uninteressante Geschichte aufzuwerten. Gelingt aber nicht. Enttäuschung auf der ganzen Linie.
Unverständlich, dass jemand, der so schlecht schreibt, Kreatives Schreiben unterrichtet.
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am 8. April 2013
Ich mag kaum meinen Augen trauen, was die vorliegenden Rezensionen so alles bereithalten an platten Lobhudeleien.
Beinahe jeder Satz darin könnte auch in durchsichtig zweckgebundenem Klappentext erscheinen.
Was liegt denn vor?
Ein banaler Plot, der in der Anlage schön betulich,fast putzig daherkommt. Die Protagonisten bleiben blass und schemenhaft, varhalten sich stets so erwartungsgemäß, daß man es kaum glauben mag. Und - mein Gott- die weibliche Hauptperson, wer hätte es gedacht, verliebt sich in doch tatsächlich in den erfolglosen Suizidalen und die halbwüchsige Borderlinerin entgleitet ihr, bricht die Brücken zur Therapeutin und ihrem herzlos-akademischem Elternhaus ab, bevor man das Bad verläßt, streicht man sich noch rasch (!) die Haare glatt, und so geht es munter weiter mit der unsäglichen "Geschichte", die eigentlich keine ist.
Und die Sprache, in der dieser mißratene Roman daherkommt, ist so voller Platitüden, daß man sich zurückversetzt glaubt in Quartaner-Stilübungszeiten.Die Wortwahl und die Syntax sind dermaßen flach und uninspiriert, daß man stellenweise schallend lachen möchte, wäre es nicht so offensichtlich ernst gemeint, was man da liest.
Ein mehr als ärgerliches Elaborat, daß man wirklich kaum weiterempfehlen kann.
Schade!
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am 22. April 2013
Inhalt
Beim Langlaufen stößt die Therapeutin Grace auf einen Mann der gerade versucht hat sich zu erhängen. Obwohl Grace eine sehr engagierte Therapeutin ist muss sie sehr bald feststellen dass ihr Interesse an diesem sowohl faszinierenden wie auch verschlossenen Mann nicht nur rein tehrapeutischer Natur sind. Währenddessen ist ihre Patientin Annie von zu Hause fortgelaufen um sich in New York als aufstrebende Schauspielerin neu zu erfinden und auf möglichst keine menschlise Beziehung einzulassen. Und Grace Exmann Mitch, ebenfalls Therapeut, verlässt seine Lebensgefährtin um einer Inuit-Gemeinde in der Arktis zu helfen. Diesen vier verschiedenen Charakteren folgt man auf ihrer Reise, deren Geschichten geschickt miteinander verwoben werden.

Meinung
Ich bin mir nicht sicher was ich von diesem Buch erwartet habe. Vielleicht irgendwas sehr tiefgehendes da es sich immerhin bei zwei der Charakteren um Therapeuten handelt. Zwar handelt es sich hier nicht um ein permanent oberflächliches Werk doch ist es nunmal auch nicht so tiefgehend wie ich es anhand von Leseprobe und Klappentext erwartet habe.
Allerdings passt bereits der Titel zur Kernaussage des Buches denn man kann nunmal nicht aus seiner Haut heraus. Man kann versuchen sich in andere hineinzuversetzen, Mitgefühl zeigen und helfen aber letzen Endes ist und bleibt man wer man ist und steckt nicht in dem Gegenüber drinne weshalb man oft einsehen muss dass man anderen auch keine Entscheidungen abnehmen kann, weil viele Gefühle und Emotionen verstecken oder überspielen und weil manche auch einfach keine Hilfe wollen.

"Sein letztes Wort war stets aber. Wahrscheinlich war es auch sein letztes Wort überhaupt gewesen. Sie machten nicht Schluss miteinander; stattdessen entfernten sie sich immer mehr voneinander. Erst kam er nicht mehr zu jeder Aufführung, dann ließ er sich gar nicht mehr blicken, und sie ließ es einfach geschehen, wobei es sie überraschte, dass es mehr wehtat als erwartet. Für eine andere, bessere Ausgabe von ihr wäre er der perfekte Mann gewesen." (S. 156)

Mit der Zeit und dem Lesen lernt man einiges von den Protagonisten kennen allerdings nicht genug um sie klar im Gedächtnis zu behalten. Es bleibt einfach kaum etwas so dass man sich, bei einem erneuten Auftreten der Person, plötzlich fragen muss worum es vorher in ihrer/seiner Geschichte doch nochmal ging und was diese Person zu ihren Entscheidungen und Handlungen veranlasste.
Dafür scheint die Autorin sich regelrecht in Details und Handlungen zu verlieren. Ständig werden neue Handlungsstränge dazu gesponnen und unwichtige Details weitgehend erläutert dadurch verlieren die wirklich Interessanten Ereignisse und Informationen leider einiges an Glanz und Aufmerksamkeit da es schwerfällt sich auf sie zu konzentrieren. Dadurch kommt leider auch nicht die richtige Stimmung auf die vielleicht erzeugt werden soll oder man sich erhofft.
Zwar werden die Geschichten der Charaktere geschickt miteinander verbunden allerdings, wie schon gesagt, werden so viele Details und Handlungsstränge mit hinein geworfen dass man aus so manchem vermutlich fast ein nochmal eigenes Buch zusammenstellen könnte.
Leider konnte ich dem Buch auch spannungstechnisch nichts abgewinnen. Die ganze Zeit wartete ich auf das eine große Ereignis. Der Moment in dem es völlig aus dem Ruder läuft oder so grandios schief geht dass man einen “Aha-Moment” erlebt der einem aufzeigt wie schwierig oder sogar risikoreich es sein kann ständig helfen zu wollen. Dieses Erlebnis bleibt jedoch aus.
Es ist kein von grundauf schlechtes Buch denn es gibt durchaus Szenen die lesenswert und gut ausgefeilt sind. Insgesamt ist es jedoch ein eher enttäuschendes Werk.

Fazit
Mich konnte In einer anderen Haut leider nicht überzeugen da es auf mich eher platt wirkt und mit viel zu vielen unwichtigen Details gespickt ist die die Sicht auf die wichtigen Ereignisse stark einschränken. Schade.
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Erster Eindruck: Drei Menschen, eine Frage

Grace, eine New Yorker Psychotherapeutin, findet mitten im Winter einen Mann, der nur knapp einen Selbstmordversuch überlebt hat. Sie begleitet ihn ins Krankenhaus und beginnt langsam, eine Beziehung mit ihm aufzubauen. Ihre ehemalige Patientin Anne, die sich immer wieder selbst verletzt hat, rettet zwei Menschen vor der Obdachlosigkeit und lässt sie bei sich wohnen. Und dann ist da noch Grace‘ Exmann Mitch, der seine zweite Frau verlässt, um für einige Zeit bei den Inuit zu leben und ihnen zu helfen…

Alex Ohlin hat mit „In einer anderen Haut“ einen ganz und gar eindringlichen und gefühlsbetonten Roman verfasst, der von Lesern wie Kritikern sehr positiv aufgenommen wurde. Das dazugehörige Hörbuch ist beim Audio Verlag erschienen. Es werden drei Hauptcharaktere begleitet, die in unterschiedlicher Weise ein und dieselbe Frage aufwerfen: Helfe ich, damit es anderen besser geht – oder helfe ich, weil ich mit damit besser fühle? Bin ich ein gutherziger Mensch oder eben doch nur eigennütziger Egoist? Und so verschieden Grace, Anne und Mitch sind, so unterschiedlich ihre Situationen sind, so eng verbindet Ohlin sie, mit ihrer ganz speziellen Erzählweise und der scharfen, treffenden Sprache, die den Roman völlig durchdringt. Viele Irrungen werden von den Protagonisten durchlebt, sie alle stehen vor folgenschweren Entscheidungen und müssen sich verändern, hinterfragen und ihre angestammten Denkweisen über den Haufen werfen – eine emotionale Fahrt, die der Hörer hautnah mitbekommt. Dabei gerät die Rahmenhandlung fast schon in den Hintergrund, so lebendig sind die Gefühle der drei beschrieben, so sehr nehmen deren Entwicklung gefangen. Die collagenhafte Erzählweise, die nur langsam ein komplettes Bild von Grace, Anne und Mitch zusammensetzt, bringt dann immer wieder kleine Überraschungen mit ein. Ein hervorragender Roman, auch in dieser gelesenen Version.

Gleich zwei Sprecher sind hier zu hören, um den Charakteren sowohl eine männliche als auch eine weibliche Stimme zur Seite zu stellen, was wesentlich organischer klingt und zudem Abwechslung in die Lesung bringt. Maren Eggert übernimmt dabei die Parts aus der Sicht der weiblichen Protagonisten und nimmt sich dabei selbst sehr zurück, spricht klar, deutlich und betont, überlässt den eingängigen Worten aber ihre Wirkung, ohne diese stark zu interpretieren. Heikko Deutschmann spricht dementsprechend die Teile von Mitch und kann seine markante und eindringliche Stimme einsetzen, um die komplexe Gefühlswelt des Mannes deutlich zu machen.

Das Titelbild ist sehr schlicht und erinnert in seiner Wirkung an die klare, einfache und doch so treffende Sprache des Romans: Knapp unter dem Nacken einer Frau sitzt eine Libelle, die Flügel ausgebreitet, von der Frau ist kaum etwas zu erkennen, dazu ein unauffälliger weißer Rahmen und ein schlichter Schriftzug. Im Inneren des aufklappbaren Digipacks gibt es kurze Informationen zu Autorin und Sprechern ebenso wie die üblichen Produktionsinfos.

Fazit: Eine eindringlicher Roman voller Emotionen und der immer im Raum stehenden Frage, die viel Potenzial zum Nachdenken und dem Überprüfen der eigenen Handlungsweisen gibt.
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am 4. Februar 2013
Menschliche Beziehungen sind fragil, gelegentlich zerstörerisch und häufig abenteuerlich.
Darüber zu lesen kann ebenfalls zu einem Abenteuer werden.

Alix Ohlin entführt uns mit ihrem jetzt auf Deutsch erschienen Roman auf das Spielfeld menschlicher Irrungen und Wirrungen.

Grace, eine kanadische Therapeutin in Montreal, hat sich in einen zurückgenommenen und fast abweisenden Mann verliebt, den sie nach einem untrüglich als Selbstmord zu definierenden Unfall im Schnee gefunden hat. Warum kann sie nicht von ihm lassen?
Als Therapeutin hat sie mit der sechzehnjährigen sich selbst verletzenden Anne ein Desaster erlebt. Diese, Tochter wohl bestallter Akademikereltern, brennt schließlich durch, beendet die Beziehungen zu ihren Eltern ganz und schlägt sich als mittelmäßige Schauspielerin in New York durchs Leben.
Mitch, der Exmann von Grace, ist ebenfalls dabei, sein Leben in eine neue Form zu zwingen. Sehr erfolgreich ist er dabei nicht!

Der Roman von Alix Ohlin erzählt in einer klaren Sprache von den Verirrungen, denen wir Menschen gelegentlich erliegen können.
Da sieht einer sein Gegenüber in einem imaginierten Glanz und Licht und verkennt, wie der andere wirklich ist. Tiefenpsychologisch schlüssig und genau hat Alix Ohlin ihre Figuren angelegt. Es scheint keine einfache Wahrheit zu geben stattdessen aber zahlreiche Fehlinterpretationen über das Verhalten des jeweiligen Partners.
Übersichtlich und klar verläuft die Handlung und löst gerade mit den an sich selbst irre werdenden Protagonisten eine starke Spannung beim Lesen aus. Mosaiksteinchen gleich setzen sich die Lebensstationen der einzelnen Figuren zusammen, und man erlebt, wie nahe Unglück und Glück beieinander liegen.

In der Psychoszene findet man häufig den Begriff des "Helfersyndroms", der für eine Aufwertung des eigenen Selbst herhalten muss. In der Regel beruht diese Haltung jedoch eher auf dem abgewehrten Gegenteil: einem Mangel an Selbstwertgefühl. Dieses Helfersyndrom wird in zahlreichen Variationen hier durchgespielt.

Mitch, Grace, Anne und Tug, der im Schnee gefundene unbekannte Fremde, suchen offensichtlich nach Liebe, Nähe und Zuwendung, ohne sich wirklich auf diese ersehnte Nähe einlassen zu können. Jeder bemüht sich um eine verlässliche Spur für den eigenen Lebensweg und taumelt von einem Abenteuer oder Beziehungsversuch zum nächsten. Ortswechsel in entlegene Weltgegenden wie die Arktis oder Afrika geben der ganzen Geschichte den notwendigen äußeren Rahmen, in dem sich die allgemeine Rat - und Rastlosigkeit manifestiert.

Alix Ohlin hat einen spannenden Psychoroman geschrieben, in dem sie die Befindlichkeiten ihrer Figuren mit tiefenpsychologischen Blicken auslotet. Die Widersprüche im Handeln, das Unglück der einzelnen und der Kampf um Autonomie und Stärke geben dem Roman einen unverwechselbaren Anstrich. Auch so ist das Leben! Alix Ohlin hat es erfasst!

In der Übersetzung von Sky Nonhoff wird hiermit auch für das deutsche Lesepublikum ein bemerkenswerter Roman der kanadischen Schriftstellerin Alix Ohlin zugänglich gemacht.
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am 2. April 2013
Der Klappentext und der Titel hinterließen bei mir nach dem ersten Lesen einige Fragen. „In einer anderen Haut“ – was verbirgt sich dahinter? Wie passen die Figuren zusammen? Haben sie überhaupt eine Verbindung?
Zunächst taucht der Leser ein in die Begegnung von Grace mit Tug. Die ersten Seiten lesen sich flüssig und gebannt folgt man dem Gedanken- und Gefühlsverlauf der Therapeutin. Ich konnte sehr gut mitfühlen und mich in Grace hineinversetzen. Sie möchte nur Gutes tun, fühlt sich dem Mann nahe und möchte ihm zeigen, wie glücklich er sein kann, wenn er es zulässt.
Annies Geschichte hat mich am meisten mitgenommen und fasziniert. Diese junge Frau, die sich in der Teenagerzeit körperlich selbst zerstört, dann allen Mut zusammennimmt und einen Neuanfang wagt. Wie Grace ihr geraten hat, versucht sie sich an der Schauspielerei und das auch erfolgreich. Sie scheint sehr taff und zufrieden, aber sie ist oft allein und lässt trotz zahlreicher Affären keine große Nähe zu. Sie benutzt die Menschen. Bei ihr war ich jedes Mal gespannt, wie es in ihrem Leben weitergeht. Diese Kapitel las ich sehr intensiv.
Mitch spielt eine kleine Rolle in dem Buch, wird nach Trennung und Misserfolgen ebenfalls zum Helfer bei seiner Ex-Frau. Diese Geschichte hat mich nur in den Anfängen begeistern können.
Tug ist ein undurchschaubarer Typ, mal ist er redselig, dann flüchtet er sich wieder in seine eigene Welt, wo ihn niemand erreichen kann. Grace muss immer wieder Angst haben, dass er erneut einen Suizid versucht. Sicherlich eine große Aufgabe für Grace als Menschen und vor allem als Therapeutin. Ein interessanter Fall in ihrer Laufbahn.

Das Buch hat mich wirklich berührt und mich zum Nachdenken bewegt. Wie oft gehen wir blind durch die Straßen, ohne nach rechts und links zu sehen? Schicksale ziehen an uns vorbei, ohne bemerkt zu werden. Das “Helfersyndrom” sollte öfter in uns geweckt werden. Ein tolles Buch mit so unterschiedlichen starken und schwachen Charakteren, einfach und verständlich geschrieben, so dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Kapitel spielen in unterschiedlichen Jahren und Gegenden, aber das Springen zwischen Vergangenheit und Gegenwart macht beim Lesen keine Probleme, damit kommt man sehr gut zurecht. Eine absolute Empfehlung!
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am 23. März 2013
Zum Buch:

“In einer anderen Haut” ist der erste Roman der kanadischen Autorin, der auch ins Deutsche übersetzt wurde. Wer gerne auf Englisch liest kann sich auch an ihrem Roman “The Missing Person” oder einem ihrer Erzählungsbände “Babylon and other Stories” oder “Signs and Wonders” versuchen.

Das Cover finde ich wunderschön. Allein das Bild auf der Vorderseite ist einfach nur traumhaft schön. Die Libelle findet sich ein weiteres Mal auf der Buchrückseite. Die harmonische Farbzusammenstellung tut sein Übriges. Ein wirklich sehr, sehr schön gestaltetes Buch!

Zum Inhalt (laut Buchrücken):

Als die engagierte Therapeutin Grace beim Skilaufen in Montréal im Schnee auf einen Mann stößt, der gerade versucht hat, sich zu erhängen, folgt sie instinktiv ihrem Impuls zu helfen. Doch dann muss sie erkennen, dass ihre Gefühle für diesen faszinierenden, aber verschlossenen Mann keineswegs nur therapeutischer Natur sind.

Wie gefährlich mitunter unser Wunsch, anderen zu helfen, werden kann, erzählt dieser spannende und glänzend geschriebene Roman der jungen kanadischen Autorin Alix Ohlin.

Der erste Satz: Auf den ersten Blick verwechselte sie ihn mit irgendetwas.

Meine Meinung:

Dieser Roman beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage, wie sich unsere Versuche, anderen Menschen zu helfen, auf deren Leben und unser eigenes auswirken können. Tatsächlich kann ein solcher Impuls eine ganze Lavine ungeahnter Ereignisse lostreten, deren Reichweite sich erst sehr viel später feststellen lässt. Diese Auswirkungen können unter anderem sehr gefährlich und tragisch sein.

Neben der in der Kurzbeschreibung erwähnten Therapeutin Grace lernen wir in diesem Roman noch 3 weitere Personen kennen. Da wäre zum einen John, genannt Tug, der Mann, den Grace beim Skilaufen in Montréal aus dem Schnee zieht. Tug hatte versucht, sich zu erhängen und Grace, die zufälligerweise gerade diese Strecke gewählt hatte, findet ihn im Schnee und ruft einen Krankenwagen. Sie versucht, Tug zu helfen, den Grund für seinen Suizidversuch herauszufinden und mehr über diesen ernsten, verschlossenen Mann zu erfahren. Schon bald stellt sie fest, dass ihre Faszination weit über ihr berufliches Interesse hinausragt. Grace zuliebe stellt sich Tug den schlimmen Erinnerungen aus seiner Zeit in Ruanda, wo er als Entwicklungshelfer tätig war.

Auch Grace’ Exmann lernt der Leser kennen. Mitch ist ebenfalls Therapeut und reist in die Arktis, um der dortigen Inuit-Gemeinde beim Lösen ihrer Probleme zu helfen. Dafür lässt er die Frau, die er liebt, zurück. Was ihm dort begegnet, wird ihn nicht mehr loslassen und nach seiner Rückkehr, hat sich alles verändert.

Die vierte Person ist die junge Annie. Annie ist eine von Grace’ Patienten, eine verzweifelte junge Frau, die ihre einzige Möglichkeit darin sieht, von zu Hause wegzulaufen. Sie landet in New York und versucht ihr Glück als Schauspielerin.

Wir verfolgen die Geschichte dieser vier Personen aus der jeweilig passenden Sicht. Die Spannung, die dabei aufgebaut wird, ist wirklich erstaunlich, ebenso wie die Art und Weise, wie die Geschichten miteinander verwoben sind. Das Buch fesselt auf eine ganz besondere Art. Zahlreiche überraschende und teils auch sehr tragische Wendungen kombiniert mit dem schlichten und doch so emotional ansprechenden Schreibstil der Autorin sorgen dafür, dass man komplett in die Geschichte eintaucht und den Roman kaum aus der Hand zu legen vermag.

Ein wirklich toller und ganz besonderer Roman!

Mein Blog: readforthethrill.wordpress
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am 11. Februar 2013
Warum eigentlich helfen sich Menschen gegenseitig? Was treibt Menschen dazu, sich für andere regelrecht aufzuopfern? Tun sie es, weil sie sich lieben? Weil sie sich danach besser fühlen? Oder etwa auch, weil sie das Gefühl der Macht, das das Helfen ihnen vermittelt, genießen, auch wenn sie es sich selbst niemals eingestehen würden?

Die Protagonisten in dem hier vorliegenden in vielen Sprachen übersetzten Roman der Kanadierin Alix Ohlin haben alle miteinander in irgendeiner Weise von diesem „Helfergen“ etwas abbekommen und es bringt sie in unterschiedliche, manchmal auch unmögliche Situationen.

Da ist zunächst die Psychotherapeutin Grace, die eines Tages während eines Langlaufs einen leblosen Mann im Schnee findet mit einem Strick um den Hals. Sie lockert die Schlinge, ruft den Notarzt und begleitet den lebensmüden, bewusstlosen Mann in die Klinik. Vielleicht schon ein Schritt zuviel. Doch es kommt noch härter: als der Mann, bald erwacht, dem behandelnden Arzt erzählt, er und Grace seien ein Ehepaar, das sich gestritten habe und er habe lediglich die Hilfsbereitschaft seiner Frau testen wollen, wird sie, indem sie nicht widerspricht, Teil einer großen Lügengeschichte. Sie hat, von ihrem Mann Mitch geschieden, der Anziehungskraft, die dieser Mann im Schnee in offensichtlicher Not auf sie ausübte, nicht professionell widerstanden. Sich selbst redet sie ein, in den Augen des Mannes einen „Lebensfunken“ entdeckt zu haben bei der Lüge, den sie „unbedingt bewahren, vom leisen Flackern zu einer richtigen Flamme fächeln“ will.

Grace fährt Tugwell, so heißt der Mann, nach Hause und bleibt über Nacht bei ihm – die nächste Grenzüberschreitung. Tugwell wird sich bedeckt halten, kaum mit Grace sprechen in der nächsten Zeit, und doch trifft sie sich immer wieder mit ihm und beginnt sogar eine Beziehung. Warum Tugwell sich umbringen wollte, bleibt lange im Dunkeln, die Beziehung zwischen Helfer und Opfer, wie immer beim Helfersyndrom, von Angst und Unfreiheit geprägt.

Es gibt aber noch zwei andere Hauptfiguren, deren Lebenswege Alix Ohlin verfolgt und die beide mit dem Leben von Grace verwoben sind. Das ist zum einen Annie, ein junges Mädchen, die an ihren Eltern leidet. Ohne Gefühle wird sie von ihnen bevormundet und klein gehalten. Annie schnippelt immer wieder an sich herum und hat eine Technik entwickelt, mit der es ihr gelingt, Menschen dazu zu bringen ihr weh zu tun. Sozusagen das Spiegelbild des Helfersyndroms. Grace kann ihr kaum helfen. Erst als Annie viel später nach New York gezogen und fluchtartig alles hinter sich gelassen hat, um dort Schauspielerin zu werden, erlebt sie zum ersten Mal so etwas wie Familie, als sie, in einem ihr unbegreiflichen Helferimpuls eine junge Frau und einen jungen Mann bei sich wohnen lässt und beide vor der Obdachlosigkeit bewahrt.

Und da ist Graces ehemaliger Mann Mitch, der ebenfalls als Therapeut arbeitet und seine zweite Frau zurücklässt, um in die Arktis zu gehen. Dort will er in einer befristeten Tätigkeit einer Inuit - Gemeinde helfen, mit ihren Alkoholproblemen zurecht zu kommen- ein hoffnungsloses Unterfangen eines „hilflosen Helfers“ (Wolfgang Schmidbauer). Als sich einer seiner Patienten dort umbringt, kehrt er nach Kanada zurück, als gebrochener Mann.

In wechselnden Zeitzonen („Montreal 1996 – New York 2002- Igaliut 2006“) verfolgt Alix Ohlin den Lebensweg und das Lebensschicksal ihrer Personen, die durch eine mächtige Kraft miteinander verbunden sind. Sie sind alle in der Tiefe ihrer Existenz einsam und suchen die Nähe zu anderen Menschen, indem sie, ihnen helfen wollend, sie von sich abhängig machen.

Alix Ohlin gelingt es hervorragend, diese Geschichten miteinander zu verbinden, und bei aller scharf herausgearbeiteten Beschreibung der negativen Folgen nicht reflektierten Helfens, hält sie für ihre Protagonisten auch immer etwas bereit wie sinnvolles, an sein Ziel gekommenes Leben.

Ein beeindruckender Roman mit tragischen und dennoch irgendwie schönen Lebensgeschichten.
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am 17. April 2013
Als das Buch bei mir ankam, dachte ich erst Boah, das hab ich mir ausgesucht? Das Cover überzeugte mich irgendwie nicht. Allerdings blieb dies nur ein Moment, denn eigentlich passt das schon zum Inhalt des Buches. In den Farben Weiß und Bronze überzeugt das Cover durch Schlichtheit. Also im ersten Moment nicht der Hingucker, aber im Zweiten allerdings überzeugend.
Alix Ohlin war mir bisher komplett unbekannt, der Name sagte mir gar nichts und in meinen Kopf sprang keine "Ah die Birne" an. Allerdings ist sie noch eine junge Autorin und macht ihren Weg sicher weiterhin so erfolgreich.
Hier in Ihrem zweiten Roman schafft sie es nach anfänglichen Startschwierigkeiten, allerdings einen tollen mitreißenden Schreibstil, dich in die Geschichte zu ziehen. Das Buch teilt sich in Kapitel auf, die das Lesen erleichtern. Denn dies ist kein Buch zum eben mal die ganze Nacht durchlesen. Hier braucht man etwas Zeit, denn es regt zum Mitdenken an. Nicht immer einfach der Autorin durch die Zeit und wieder zurück zu folgen, hat man es aber mal raus, ist es gar nicht so schwer, mit Ihr zu fiebern. Drei Hauptpersonen bekommen hier eine besondere Aufmerksamkeit.
Zum einen Grace, sie ist Therapeutin, dann Anne, einst Grace Patientin und Grace Exmann Mitch. Alle drei verbindet der Drang zu helfen, auch wenn man es im ersten Moment so gar nicht denkt. Wir erleben hier drei vollkommen unterschiedliche Lebensläufe, die jeder für sich erscheinen lässt. Aber das täuscht. Alle verbindet nicht nur der Helferdrang, sondern auch ihre Leben gehören irgendwie zusammen. Sie beienflussen sich gegenseitig.
Mir hat das Buch irgendwie gefallen. Durch den beeindruckenden Schreibstil und einer Geschichte, die ans Herz geht, hat mich Alix Ohlin überzeugt. Es geht ums Helfen und um Liebe, um das Suchen nach sich selbst, um Beziehungen und Tragödien, die das Leben begleiten.
Ein wirklich teilweise tragisch wundervolle Geschichte dreier miteinander verwobener Menschen.
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am 19. März 2013
dieses Buch ist der absolute Hammer! Wirklich, es gibt viele Bücher, die ich gut finde, aber nur wenige die ein absolut lesenswert von mit bekommen: dieses gehört zur letzteren Sorte. Zugegeben, ich habe von diesem Roman vorher nichts gehört, auch die Autorin war mir bis dato gänzlich unbekannt. Ich ging also ganz unvoreingenommen an dieses Buch ran und von der ersten Seite an, wurde ich von der Geschichte gefesselt. Ich legte das Buch kaum noch aus der Hand und so hatte ich die 349 Seiten in drei Tagen durchgelesen. Dieses Buch ist sehr flüssig geschrieben, kommt ohne unnützen Schnick Schnack ( wie z.B. lange, langweilige Ortsbeschreibungen, unnötiges Vorgeplänkel ) aus und geht gleich tief ins Geschehen:
Der Roman besteht aus vier verschiedenen kleinen “Geschichten”, die sich um vier verschiedene Charaktäre drehen, die dann doch alle miteinander verwoben sind. Worum geht es in diesem Buch? Letztendlich würde ich sagen, das Hauptthema ist das Helfen Fremder Menschen und das sich Einmischen in anderer Menschen Angelegenheiten. Wo führt es hin, wenn man plötzlich mit den Problemen eines wildfremden Menschen konfrontiert wird? Hilft man? Wenn ja, wie weit darf die Hilfe gehen?
Person1 ist die Therapeuten Grace, die beim Skilanglaufen auf einen Mann trifft, der versuchte sich zu erhängen. Ob aus beruflicher Pflicht oder Mitleid kümmert sie sich um ihn, ja verliebt sich sogar in diesen gebrochenen Mann… Und da ist da noch die 16jährige an Borderline erkrankte Annie, die aus sehr wohlhabenem Hause kommt, ihr aber in der Praxis von ihrer ungewollten Schwangerschaft berichtet und sie bittet zu helfen. Darf sie sich einmischen? Ja, muß sie als Annies Therapeuten über die Köpfe der Eltern entscheiden?
Person 2 ist Mitch, Grace'Exmann, der sich in eine alleinerziehene Mutter mit einem leicht autistischen Sohn verliebt… ja, oder will er ihr einfach nur helfen?? Als es ernst und kompliziert wird, flüchtet er sich als Helfer in die Arktis, doch dort hat er viel heftigere Situationen zu überstehen, die ihm letztendlich alles abverlangen. Hält er es da aus?
Person3 Ist Anne, die sehr früh von zu Hause nach New York flüchtete um Schauspielerin zu werden. Sie wohnt in einem kleinen Apartment und nimmt eine schwangere Obdachlose auf. Obwohl der Aufenthalt Hilarys nur zeitlich begrenzt sein sollte, freunden sich beide an. Doch Hilary trägt ein trauriges Geheimnis in sich… Kann Anne, die es als ernstzunehmende Schauspielerin geschafft zu haben scheint, ihr helfen??
Person 4 ist John, der nach einem missglückten Selbstmordversuch seine große Liebe gefunden zu haben scheint. Doch kann diese ihn aus seiner Depression helfen? Ihn verfolgen all die schlimmen Bilder, die er in Ruanda als Entwicklungshelfer gesehen hat, die Anblicke ausgemergelter Kinder, deren Gesichter, wenn sie zu ihm kamen, um Hilfe baten und letztendlich doch nicht die Kraft zu Leben hatten. Wie kann er all das vergessen können? Es zerreißt ihn innerlich, zu sehen wie hier in den reichen Ländern gelebt und gleichzeitig am anderen Ende der Welt so gelitten werden kann. Warum ist dies so ungerecht??
Alles in allem ist es eine fesselnde Geschichte, die einen wirklich von der ersten Seite zum weiterlesen zwingt. Man will einfach wissen, wie es weitergeht und ist dann schockiert, was plötzlich passiert, wie die Dinge sich wenden und alles in eine andere Richtung verläuft als zunächst angenommen. Ich kann Euch diesen Roman wirklich ans Herz legen, wenn ihr auf der Suche nach einem neuen, tollen Buch seid.
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