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5.0 von 5 Sternen Komprimierte Darstellung im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts, 21. Juli 2013
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timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon (Taschenbuch)
Es ist ein Kreuzzug; 's ist ein heil'ger Krieg."
(aus Theodor Körners Aufruf von 1813)

Zum Autor des rechtzeitig zur 200. Wiederkehr der Jahrestage der "Völkerschlacht bei Leipzig" im Oktober 2013 bereits im März in der Reihe C.H.Beck Wissen erschienenen Bandes, ist folgendes anzumerken. Nach seiner Emeritierung (2011) ist Dr. Hans-Ulrich Thamer (Jahrgang 1943) als Seniorprofessor für Neuere und Neueste Geschichte auch weiterhin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster beschäftigt. Als er 1971 in Marburg bei Ernst Nolte über das Thema "Revolution und Reaktion in der französischen Sozialkritik des 18. Jahrhunderts" promovierte, konnte noch niemand ahnen, dass sein Doktorvater 15 Jahre später mit fragwürdigen Thesen den "Historikerstreit" lostreten wird. Thamer empfiehlt sich neben seiner Dissertation auch durch seine Forschungsschwerpunkte zur Ideen- und Sozialgeschichte Frankreichs im 18. und 19. Jahrhundert als Autor des Bandes, der gewissermaßen auch als eine Fortsetzung seines ebenfalls in der selben Reihe im Verlag C.H. Beck, bereits in vierter Auflage, erschienenen "Die Französische Revolution" angesehen werden kann.

Dass Hans Ulrich Thamer kein Militärhistoriker ist und es dem Verlag C.H. Beck nicht auf eine dezidierte Schilderung der kleinsten taktischen Operationen ankommt, wird besonders daran deutlich, dass die wichtigsten und schließlich entscheidenden Ereignisse auf den Schlachtfeldern zwischen dem 14. bis 19. Oktober 1813 auf 23 Seiten in Kapitel fünf zusammengefasst wurden. Für das Gesamtverständnis der bis dahin größten Schlacht der Menschheitsgeschichte ist dies jedoch ausreichend. Deutlich wird, dass es sowohl Napoleon nicht gelang, die drei Armeen seiner Gegner einzeln und nacheinander zu schlagen, als auch das Bestreben der Alliierten zur vollständigen Vereinigung ihrer Truppen keine Erfüllung fand. Auf beiden Seiten waren die Operationspläne von geringen und wenig gesicherten Kenntnisse über Standorte und Bewegungen der gegnerischen und auch der verbündeten Armeen geprägt. Das Reitergefecht von Liebertwolkwitz am 14. Oktober, bei dem es der preußischen Kavallerie gelang, die gefürchteten spanischen Dragoner zurückzutreiben, was sich aus außerordentlich gutes Vorzeichen vor die Alliierten erwies. Der Seitenwechsel von bis 4.000 Sachsen mit 19 Geschützen und 500 württembergische Reitern unter General von Normann am 18. Oktober war aus militärischer Sicht zwar folgenlos für den weiteren Verlauf der Schlacht, sollte jedoch später in Deutschland als zu einem "Willensakt des ganzen Volkes für ein Zusammenwachsen der Nation" verklärt werden, während es in Frankreich als verräterischer Akt interpretiert wurde, mit dem die Niederlage zu erklären versuchte.

In den anderen sieben Kapiteln widmet sich Thamer Themen, welche die Schlacht in einen historischen Gesamtkontext einordnen. In seiner Einleitung merkt er an, dass der bereits am 19. Oktober 1813 vom preußischen Oberst verwendete Terminus ursprünglich im militärischen-absolutistischen Sinne als eine Beteiligung vieler "Heervölker" und nicht verschiedener Nationen verstanden wurde. Auch habe das "sächsische Waterloo" noch nicht das Schicksal der Welt entschieden. Der Zusammenhang von Revolution, Krieg und nationaler Bewegung lässt Thamer die Frage stellen (und später auch beantworten), welches Potential an Fremdenhass und Aggressionsbereitschaft sich im entflammten Nationalismus begründete. Kapitel zwei dient der Darstellung des französischen Imperiums und seiner auch von Mitgliedern der Familie Bonaparte regierten Satellitenstaaten, dessen Ressourcen von einem machtbesessenen und sozialdarwinistisch denkenden Napoleon hemmungslos ausgeplündert wurden. Zu Recht weist der Autor auch die anerkennenswerte Reformpolitik Napoleons hin, die jedoch wegen dessen permanenter Kriegsführung in den Hintergrund trat. Mit dem dem desaströsen Russlandfeldzug und dem in Spanien begonnenen Aufstand Europas sowie dem Frühjahrsfeldzug 1813 widmen sich die nachfolgenden Kapitel bereits dem Anfang vom Ende napoleonischer Herrschaft. Hierbei werden auch die aus militärischer Sicht revolutionären Neuerung beschrieben. Während Napoleons Gegner noch der klassischen Ermattungsstrategie des 18. Jahrhunderts mit ihren kleine, dilatorischen Mittel verhaften waren, versuchte der charismatische korsische Feldherr eine rasche Entscheidung mit allen Kräften herbeizuführen. Der von ihm propagierte Volkskrieg mit Massenheeren, sollte auch bei seinen alliierten Gegner an die Stelle der bisherigen Kabinettskriege treten, in denen es den Monarchen lediglich um die Wiederherstellung ihrer Macht ging. Kapitel sechs widmet sich sowohl der Massenmobilisierung (Freiwilligkeit und Allgemeine Wehrpflicht) unter den neuen Leitmotiven Nation und Revolution und den neuen Kampftaktiken, als auch ihren verheerenden Folgen. Die Trennung zwischen Schlachtfeld und Heimatfront war aufgehoben worden, die Zivilbevölkerung wurde mit einbezogen. Schrapnelle führten zu einer hohen Zahl von Toten und Schwerverletzten, die man mitleidslos auf dem Schlachtfeld verbluten ließ. Sowohl aus Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben, als auch infolge fehlender Feldambulanzen. Amputationen wurden von unberufenen Menschen mit stumpfen Messer durchgeführt, Verwundete, die nicht aufstehen konnten, verfaulten in ihrem eigenen Unrat, Infektionskrankheiten breiteten sich aus. Daneben predigten nationalistische Agitatoren wie Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860) einen von "glückseligem Hass" erfüllten, heißen, blutigen und gemeinsamen Krieg aller Deutschen gegen den "Franzmann"

Die beiden letzten Kapitel sind der Wandlung des Schlachtfeldes zum Erinnerungsort und dem nicht nur Nazis und SED missbrauchten "Mythos der Völkerschlacht" gewidmet. Die (deutschen) Herrscher des 20. Jahrhunderts hatten sicherlich eine ganz andere Vorstellung von Freiheit und Einheit als ihre Untertanen, welche ihre Forderungen auch auf die Innen- und Verfassungspolitik projizierten. Die unterschiedlichen Termini "Befreiungskriege" und "Freiheitskriege" sind eine Verdeutlichung dieses Widerspruchs. Die Mächtigen waren daher auch lange nicht an einem Denkmal interessiert. Das vor 100 Jahren am 18. Oktober in Leipzig eingeweihte monumentale Völkerschlachtdenkmal ist auch heute noch ein Spiegel des monarchistischen Landespatriotismus "für König und Vaterland" und der damit verbundenen pseudoreligiösen Überzeugung. timediver® konnte sich im März 2009 von der Monstrosität des 91 Meter hohen frankophoben Bauwerkes, das heute nur noch als Mahnmal gegen menschliche Abgründe eine Existenzberechtigung besitzen sollte, vor Ort überzeugen.

5 Amazonsterne für eine komprimierte, flüssig zu lesende Darstellung im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts.
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5.0 von 5 Sternen Die Völkerschlacht bei Leipzig : Europas Kampf gegen Napoleon, 3. September 2013
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Ein historisches Buch, denkt man, ist eher als Nachschlagewerk gedacht. Weit gefehlt! ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Sorgfältig und klar geschrieben. Europa zu verstehen fällt einem nach diesem Buch leichter. Die Zusammenhänge werden klarer. Danke für einen etwas besseren Durchblick :) :)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Befreiung Europas von der napoleonischen Gefahr., 18. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon (Taschenbuch)
Dieses Büchlein erläutert übersichtlich und leicht verständlich die drohende Gefahr unter das napoleonische Joch zu geraten und wie sich die Nationen in Europa unter großen Opfern zusammen fanden, Napoleon gemeinsam zu besiegen.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr informativ, 15. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon (Taschenbuch)
Gibt einen guten Einblick in die damaligen unfassbaren Ereignisse und ist auch sehr unterhaltsam und gut verständlich geschrieben. Liest sich gut weg.
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5.0 von 5 Sternen Hans-Ulrich Thamer "Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon ", 3. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon (Taschenbuch)
Ich brauchte das Buch für meine Magisterarbeit über die "Völkerschlacht 1813 bei Leipzig".
Die Lieferung war sehr schnell da.
Es ist ein gut geschriebenes Buch und ich würde es für diejenigen weiterempfehlen, die sich für die Geschichte Europas interessieren und zwar insbesondere für die Völkerschlacht und für Napoleon.
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Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon
Die Völkerschlacht bei Leipzig: Europas Kampf gegen Napoleon von Hans-Ulrich Thamer (Taschenbuch - 6. November 2013)
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