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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reales, klischeefreies Geschichtsbild, 23. Februar 2013
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die Gladiatoren (Taschenbuch)
"Ave Caesar, morituri te saluntant!"
(Angeblicher Gruß der Gladiatoren)

Prof. Dr. Christian Mann studierte Alte Geschichte, Klassische Archäologie und Lateinische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Università degli Studi in Perugia/Italien. Nach mehreren Vertretungsprofessuren in Frankfurt, Konstanz und Basel ist er seit Februar 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Universität Mannheim.

Zu den römischen Gladiatorenkämpfen finden sich keine Parallelen in anderen Kulturen oder Epochen der Menschheitsgeschichte. Durch zahlreiche Hollywoodfilme, Asterix-Comics usw. meint heute fast jeder, sie zu kennen. Dabei wissen die wenigsten, dass das seit dem 19. Jahrhundert von Historienmalerei und Literatur übermittelte Bild, sowie die gegenwärtige Rezeption in den Unterhaltungsmedien vielfach nur aus einem Sammelsurium von Klischees besteht, welche vollkommen an der historischen Realität vorbeigehen. Jean-Leon Gérômes's Gemälde "Pollice Verso" welches Zuschauer mit dem nach unten gerichteten Damen zeigt gehört hier ebenso dazu, wie das Eingangszitat, welches niemals von einem Gladiatoren ausgesprochen wurde. Der Spruch ist lediglich von Gaius Suetonius Tranquillus (70 - 122) belegt, wonach ihn die Sprecher von 19.000 - zur Teilnahme an einer Naumachie (nachgestellte Seeschlacht) - verurteilten Verbrechern zum Gruß des Imperators Claudius gebraucht haben und dieser darauf mit "Aut non" (oder nicht) geantwortet habe. Ebenso falsch ist die Darstellung der Gladiatorenkämpfe als zügelloses Massengemetzel und schrankenlose Gewalt, welche nur dazu gedient habe das Volk zu Entpolitisieren und die und römisch-heidnische Dekadenz zum Ausdruck zu bringen. In neun Kapiteln legt der Autor auf differenzierte Weise dar, dass die Realität voll und ganz anders gewesen war.

Von Beginn an standen bereits die republikanischen munera (Gladiatorenkämpfe) in einem öffentlichen Kontext anlässlich von Begräbnissen römischer Aristokraten. Während der Senat verfügte, dass kein römischer Politiker, der einen munus ausrichtet, im selben oder nachfolgenden Jahr für ein Amt kandidieren durfte und weitere Einschränkungen verfügte, sollten die kaiserlichen Spiele schließlich alle Dimensionen sprengen. Anders als in Hollywoodfilmen gab es es eine scharfe Trennlinie zwischen den Tierhetzen der venatores und den auf unterschiedlichste Arten vollzogenen Hinrichtungen (ad bestias, Kreuzigung, Schwertkampf etc.) Verurteilter sowie den Gladiatorenkämpfen, welche stets nachmittags den Höhepunkt und Abschluss der "Spiele" darstellten.

Gladiatoren waren Einzelkämpfer, welche Mann gegen Mann kämpften und damit alles andere als die oftmals in Filmstreifen zu sehenden Gestalten, die in einem bunt zusammengewürfelten Haufen mit ebensolcher Bewaffnung ohne jede Ordnung aufeinander einschlagen. Das zweifellos brutale, jedoch sehr geordnete Programm bot vielmehr Gladiatoren verschiedener, standardisierter armaturae (Waffengattungen), die sich in "asymmetrischen Duellen" mit verschiedenen Waffen, aber den selben Chancen entgegentraten. In Kapitel drei beschreibt der Autor die neun verschiedenen Waffengattungen, den Ablauf des Kampfes und die Sonderformen wie "sine missione" und die Kämpfe mit spitzen Waffen. Die nächsten beiden Kapitel befassen sich mit der sozialen Stellung der Gladiatoren, ihrer paradoxen gesellschaftlichen Ambivalenz sowie dem Werdegang und täglichen Leben der Gladiatoren in der "familia" eines "ludus". Hierzu gehören neben Rekrutierung und Ausbildung gehören auch Ernährung und ärztliche Betreuung. Auf den Spartakusaufstand und "Gladiatorinnen", welche vornehmlich gegen Zwerge kämpften, wir kurz eingegangen. Auf den architektonischen Rahmen der Gladiatorenkämpfe (Circus, (Amphi)Theater, Stadion und (Kolosseum) wird im sechsten, auf ihre Organisation und Finanzierung im siebten Kapitel näher eingegangen. Nachdem der Autor anhand verschiedener Aspekte die Bedeutung der Gladiatorenkämpfe für die römische Gesellschaft aufgezeigt hat, widmet er sich im letzten Kapitel der Kritik sowie dem Niedergang der Gladiatorenkämpfe im 5. Jahrhundert. Hierbei macht er deutlich, dass hierbei auch bei der antiken christlichen Kritik humanitäre Argumente eher eine untergeordnete Rolle spielten, vielmehr sah man die Kämpfe als Konkurrenz. Besonders deutlich wird dies bei Tertullian, der den Christen zwar den Zugang ins Amphitheater verwehrt, sie aber damit vertröstet, dass sie (mit dem Jüngsten Gericht) bald "etwas viel Besseres" zu sehen bekämen.

5 Amazonsterne für ein reales Geschichtsbild, mit dem sich jeder Macher und Zuschauer sogenannter Monumental- und Sandalenfilme auseinandersetzten sollte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Übersicht/Einführung zum Thema Gladiatur, 24. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gladiatoren (Taschenbuch)
Ich bin schon oft von Bekannten, aber auch bei Veranstaltungen vom interessierten Publikum gefragt worden, ob es ein gutes Buch auf Deutsch gibt, welches einen guten Überblick über das Thema Gladiatoren/Gladiatur gibt. Bisher gab es nur sehr ausführliche Werke wie z. B. die „Gladiatoren-Bibel“ von Marcus Junkelmann. Aber nun ist es da, ein sehr gutes Buch, welches auf nur 114 Seiten trotzdem einen sehr umfangreichen Überblick gibt und in der erschwinglichen, aber sehr lesenswerten Reihe C.H. Beck Wissen erschienen ist. Da ich zu sehr in der Materie drinstecke, habe ich es auch zwei Test-Leserinnen aus meinem Freundeskreis gegeben, die meinen guten Eindruck voll und ganz bestätigten.

Das Buch ist in neun Kapitel aufgeteilt, die alle zum Thema Gladiatoren relevanten Bereiche abdecken. So erfährt der Leser, was die Gladiatur so einzigartig macht, in welchem Kontext die munera (Gladiatorenkämpfe) neben den anderen spectacula wie Theateraufführungen und Wagenrennen zu sehen waren. Natürlich werden auch die einzelnen Gladiatorentypen betrachtet sowie der Ablauf eines Kampfes, auch mit seinen Sonderformen. Ebenso auch, aus welchen Bevölkerungsschichten sich Gladiatoren rekrutierten sowie ihre Stellung in der Gesellschaft und wie ihr Leben in der Gladiatorenkaserne verlief, wo auch erwähnt wird, dass es weibliche Gladiatoren gab.

Aber auch das Äußere wie der architektonische Rahmen, die Organisation und Finanzierung und gesetzliche Regelungen zum Austragen von Gladiatorenkämpfen finden ihre Erwähnung. Der Autor setzt sich auch damit auseinander, was die Gladiatorenkämpfe für die Römer bedeuteten und in welchem Zusammenhang bei der Romanisierung in den Provinzen munera standen. Das abschließende Kapitel beschäftigt sich mit der Kritik der Römer zu Gladiatorenkämpfen (unterteilt in heidnische und christliche Sichtweisen) und wie es dann am Ende zum Niedergang dieser Veranstaltungsform kam.

Im Anhang gibt es eine Karte, Zeittafel, Glossar, Literaturhinweise, Quellenhinweise und Register.

Trotz des geringen Umfangs und der Vielfalt an Information entsteht nicht das Gefühl, nur oberflächlich informiert zu werden, sondern schon sehr umfassend. Das Buch bezieht die neusten Kenntnisse der Gladiatorenforschung mit ein, außer in dem Unterkapitel über die Frauen in der Arena, wo leider wieder ein altes Klischee bedient wurde. Wohingegen das Kapitel über den Niedergang der Gladiatorenkämpfe mit alten Vorstellungen aufräumt. Besonders auffallend ist auch der gute, flüssige, sehr gut lesbare Schreibstil des Autoren, den er aber auch in seinem wissenschaftlichen Werk „Um keinen Kranz, um das Leben kämpfen wir!“ pflegt.

Fazit: Gerade für Einsteiger in die Materie ist dieses Buch zu empfehlen, um sich umfassend, aber nicht allzu ausführlich über Gladiatoren zu informieren. Aber selbst für Gladiatoren-Kenner sind einige neue Erkenntnisse bzw. Sichtweisen in dem Buch zu finden. Also sehr lohnenswert.
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4.0 von 5 Sternen wieder etwas gelernt, 31. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gladiatoren (Taschenbuch)
Alte Geschichte kann auch spannend sein. Ich habe das Buch mit Genuss gelesen und viel Neues über die verschiedenen Kämpfergruppen, die Bewaffnung und die Stellung in der Gesellschaft erfahren. Es hätten allerdings ein paar Seiten mehr sein können.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einführung, die Neugier weckt, 5. Mai 2013
Von 
Ralf Raths "Raths" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Gladiatoren (Taschenbuch)
Gladiatoren haben mich schon zu Schulzeiten fasziniert. Seitdem habe ich meinen Wissensstand darüber aber nicht erneuert und so kam es mir sehr recht, dass die wunderbare Reihe „C.H. Beck Wissen“ nun eine kleine Einführung veröffentlicht hat.

Das Buch beginnt mit einem erfrischenden Ansatz. Kernaussage des Vorwortes ist: „Alles, was Sie über Gladiatoren zu wissen glauben, ist Quatsch. Wir ändern das nun.“ Und das tut das Buch auch. Klar gegliedert, sehr schön lesbar (weiß Gott nicht immer gegeben bei Beck...), offensichtlich am Forschungsstand orientiert und doch verständlich geschrieben, entwirft man in kraftvollen Strichen ein umfassendes Bild der Gladiatoren in ihrer Zeit. Und am Ende der 114 Seiten Fließtext weiß man a) dass wirklich alles, was man zu wissen glaubte, Quatsch war, und dass man b) in wenigen Büchern mit unter 150 Seiten soviel Wissen vermittelt bekommt. Ich hab das Buch an einem Tag gelesen und bereue keinen Cent der 9,- Öre.

Schön ist die kommentierte Bibliographie, die zum Weiterlesen einlädt.Das ist in einer Hinsicht auch nötig: Die Kernfrage für den Neuzeitmenschen, beantwortet Mann zwar, aber man hat das Gefühl, an der Oberfläche zu kratzen: Warum hat diese Gesellschaft Menschen zu tausenden beim Töten und Sterben zugesehen? Manns Überblick an Faktoren überzeugt, aber der wichtigste Kern seiner Ausführungen, das völlig andere Ethiksystem und die daran anhängigen völlig anderen Menschen- und Weltbilder der Römer – die bleiben in seiner kurzen Darstellung zu diffus, zu ungreifbar. Da hätte man bei der Architektur oder der Organisation der Spiele 5 Seiten sparen und hier draufschlagen könnnen.

Aber vielleicht will Mann auch nur, dass man weiterliest. Das wäre auch sehr sympathisch.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Gladiatoren in der Antike, 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Gladiatoren (Taschenbuch)
Viel hat man über die Gladiatoren geschrieben und oft wurden sie in Film und Literatur dargestellt. Dieses Buch informiert aus archäologischer und althistorischer Sicht über die Gladiatorenkämpfe der Antike.
Christian Mann stellt den Kontext der Gladiatorenkämpfe vor, ihren Ursprung als Begleitprogramm von Begräbnisfeierlichkeiten, den Kampf (wie sah die Bewaffnung aus? Wie genau lief der Kampf ab?), die Stellung der Gladiatoren in der Gesellschaft, ihren Alltag und schließlich die Organisation und Finanzierung der Spiele. Besonders ansprechend ist ein Kapitel zur gesellschaftlichen Stellung der Gladiatorenkämpfe (S. 89-103), in dem gefragt wird, warum und wie die Spiele in Rom entstehen und bedeutsam werden konnten und ob sie besonders für den Zusammenhalt der kaiserzeitlichen Gesellschaft von Bedeutung waren.
Schwierig erscheinen manche Verallgemeinerungen, wenn der Verfasser z.B. behauptet, die Natur habe in der Antike nie als Idyll gegolten, sondern sei stets "als feindlich und gefahrvoll wahrgenommen" worden (S. 98) oder wenn die bisweilen bereits in der heidnischen Literatur geäußerte Kritik an der Grausamkeit der Spiele partout nicht auf antiken Humanismus zurückgeführt werden soll (S. 104-107). Dies wären zumindest in breiterem Kontext zu erörternde Fragen.
Insgesamt ein schöner Band, der auf knappem Raum kurzweilig über die antiken Hintergründe informiert.
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Die Gladiatoren
Die Gladiatoren von Christian Mann (Taschenbuch - 12. Februar 2013)
EUR 8,95
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