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4.0 von 5 Sternen Der wirre Wagnerianer, 26. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Wagnerianer: Zehn Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene (Gebundene Ausgabe)
Warum gibt's eigentlich so viele Bücher über Richard Wagner? Die Antwort liegt auf der Hand: Es wurde (und wird) viel über Wagner geschrieben, weil Wagner überdurchschnittlich viel Diskussionsstoff und Angriffsfläche liefert. Wagner war ein politischer Revolutionär und Asylant, ein Musikästhetiker, Historiker, Flüchtling, Antisemit, Poet, Autodidakt, Festspielgründer, Erotomane, Königsgünstling. Und natürlich war Richard Wagner ein genial-bombiger Komponist, dessen Werke mit frappierender Schlagkraft auf die Literatur- und Musikgeschichte gewirkt haben. Es gibt unzählige Bücher über jeden Wagner-Aspekt. Und "Der kleine Wagnerianer" hat Großes vor: Die Autoren wollen gleich alle Gesichtspunkte zwischen zwei Buchdeckel bringen. Da versteht es sich von selbst, dass das Ergebnis einigermaßen konfus ausfällt.

Dabei ist zu bemerken, dass "Der kleine Wagnerianer" ein durchaus hübsches Buch ist. Die Kapitel sind kurz und knusprig; die Umschlagsgestaltung ist ansprechend; die Illustrationen (im Buchinneren) sind geistreich und provokant. Der Schreibstil bereitet - über weite Strecken - frische Lesefreude: Die Autoren (Enrik Lauer, Regine Müller) nerven den Leser nicht mit wissenschaftlich gestelzter Syntax - sondern sie beweisen ihre Originalität durch unkonventionelle Wortwahl, innovative Metaphorik und scharfsinnige Formulierungen. Die Schreibweise ist manchmal spitz, immer prägnant und treffend. Lauer und Müller schreiben: "Wagner wünschte sich im Grunde eine Oper ohne Oper" (S. 139); "Wagner arbeitete lebenslang an einem totalen Überwältigungs-Theater" (S. 20). Und sie stellen klar, "dass Wagner eigentlich ein Filmemacher avant la lettre war" (S. 229).

Während der sprachliche Habitus äußerst professionell wirkt, mangelt es an anderen Stellen (unerklärlicherweise) an Professionalität. So ist es nicht nachvollziehbar, warum Zitate stets ohne Nachweis daherkommen. Müller und Lauer zitieren viel; und sie zitieren mitunter recht lange Passagen aus unterschiedlichsten Veröffentlichungen. Die Autoren zitieren Gotthilf Heinrich von Schubert (S. 94), Eduard Hanslick (S. 245), Karl Marx (S. 160), Arnold Schönberg (S. 24), Walter Benjamin (S. 249), Bernhard Diebold (S. 213), Thomas Mann (S. 245) und Friedrich Nietzsche (S. 185). Aber aus welchen Editionen die Zitate stammen, erfährt der Leser nicht.

Ebenso unverständlich ist es, dass "Der kleine Wagnerianer" kein Stichwortverzeichnis enthält. Gerade die enorme Bandbreite an behandelten Themen hätte ein Register geradezu nötig gemacht. Denn manchem Leser dürfte es schwerfallen, im thematischen Kuddelmuddel die Übersicht zu behalten. Beim Erzählen gehen die Autoren weder chronologisch, alphabetisch noch sonst irgendwie sortiert zu Werke. Und so ergibt sich ein krude-holpriges Neben- und Durcheinander von Persönlichkeitsanalysen, Werkbeschreibungen, Geschichtsreflexionen, Rezeptionsgeschichten, Bayreuth-Benimmregeln, Antisemitismus-Entschuldigungen und Schallplattenempfehlungen. Da kommen auch die stilsichersten Autoren mal ins Straucheln: Wenn es um die Typisierung verschiedener Gruppen von Opernbesuchern geht, verlieren sich Müller und Lauer in den Niederungen deplatzierter, forcierter und biederer Komik-Versuche. Im "kleinen Wagnerianer" steht neben dem (meist) geschliffenen Duktus eben auch Humor, der nach hinten losgeht.

Die Verwirrung des Lesers steigert sich schließlich, weil "Der kleine Wagnerianer" einige Fehler enthält, die vermeidbar gewesen wären. Es ist sicher nicht korrekt, Kurwenal als "Tristans Knappen" (S. 28) zu bezeichnen. Der Baum, der (im "Ring des Nibelungen") in der Mitte von Hundings Hütte steht, ist keineswegs die "Weltesche" (S. 169). Und das große "Selig wie die Sonne"-Ensemble steht mitten im dritten Aufzug der "Meistersinger von Nürnberg"; der "zweite Aufzug" (S. 116) endet jedenfalls nicht mit diesem Quasi-Quintett.

"Der kleine Wagnerianer" ist ein Buch, das Spaß macht, wenn man keine systematische Stringenz (mit wissenschaftlicher Akribie) erwartet. Der Leser sollte darauf gefasst sein, dass das universelle Wirrwarr auch ihn (stellenweise) verwirren wird. Bei diesem Streifzug durch die Wagner-Welt wird einfach zu wenig selektiv vorgegangen. Aber im Grunde spiegelt sich diese thematische Weitschweifigkeit und Unsicherheit schon im Titel: Das Wort "Wagnerianer" wird im Buch häufig (auch) als fragwürdiger Negativbegriff benutzt (z.B. S. 77, S. 140). Und der Untertitel lautet: "Zehn Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene". Es kann kaum klappen, alles und jeden unter einen hübschen Hut zu bringen. Der Leser sollte vorgewarnt sein.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr informativ, 18. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Wagnerianer: Zehn Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene (Gebundene Ausgabe)
Als Wagner-Neueinsteiger suchte ich ein Buch, das mir sowohl zu seinen Werken als auch zu seiner Person ein paar Infos geben sollte. Das trifft hier voll zu! Noch dazu ist es recht amüsant geschrieben. Es ist aber auch gespickt mit vielen intellektuellen Formulierungen, die mich manchmal überforderten. Aber das hat mich jetzt nicht weiter gestört =)
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ..............frisch, witzig & manchmal vorlaut.............., 8. März 2013
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Der kleine Wagnerianer: Zehn Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene (Gebundene Ausgabe)
.....ist der KLEINE WAGNERIANER von Enrik Lauer und Regine Müller. Der Leser merkt dies nicht nur beim Studium des Textes, sondern auch beim ersten Blick auf die kleinen Wagner-Zeichnungen, Skizzen aus Wagners Welten, die das Buch durchziehen und deren erste auf dem Cover zu finden ist (in zweifacher Version: auf dem Schutzumschlag befindet sich eine andere Zeichnung, als auf dem Buchcover!).

Frisch geht es durch Wagners Universum, Leben und Opern gehen ineinander über: von Kundry bis Kleiderordnung in Bayreuth, vom um Geld bettelnden Komponisten bis hin zum Versuch, den musikalischen Tristan-Rausch zu erklären. Frisch! Genauso wie der Blick auf die Wagner-Aufführungen der Gegenwart.

Die Momentaufnahmen aus Bayreuth sind - fast - eine kleine Werbung für die Festspiele: "Bayreuth ist erfreulich unprätentiös." Man darf sich durch die Eröffnungsgala nicht täuschen lassen. Und nochmals Kleiderordnung: ".... erfahrene Bayreuth Besucher geben sich eher unauffällig und setzen auf Bequemlichkeit." Ich möchte hinzufügen - wer je ganz oben auf der klimatisch heißen Galerie des Hauses eine Oper durchgestanden hat, weiß, dass ein Polohemd und eine leichte Hose die beste Kleidung dafür sind.

Bayreuth ist sehr entspannt, diese Einschätzung kommt optimal im KLEINEN WAGNERIANER rüber.

Sehr gute Tipps finden sich in der Diskographie des Buches, in der die Autoren Empfehlungen für DVDs und CDs geben. Eine Ergänzung muss ich anfügen, eine Information, die den beiden Autoren noch nicht vorlag: vom empfohlenen PARSIFAL von Stefan Herheim (aus Bayreuth) gibt es mittlerweile eine DVD (bis jetzt ist sie leider immer noch nicht erschienen! Stand Juni 2013) und vom Schlingensief Parsifal wird es nie eine geben, da davon absolut kein Mitschnitt existiert (Auskunft des Regieteams im Rahmen eines Gespräch an der "Akademie der Künste" in Berlin zur WAGNER2013-Ausstellung).

DER KLEINE WAGNERIANER: Sehr lesenswert, sowohl für Neueinsteiger, als auch für langjährige Wagner-Fans.

( J. Fromholzer )
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5.0 von 5 Sternen Super Geschenkidee für Klassikfan, 22. Oktober 2014
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Rezension bezieht sich auf: Der kleine Wagnerianer: Zehn Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir das Buch als Geschenk bestellt. Es ist beim Beschenkten sehr gut angekommen. Ich muss mir wohl es auch noch besorgen
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Der kleine Wagnerianer: Zehn Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene
Der kleine Wagnerianer: Zehn Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene von Regine Müller (Gebundene Ausgabe - 22. Januar 2013)
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