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5.0 von 5 Sternen Entwicklung und Folgen der Globalisierung, 19. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Welt 1945 bis heute: Die globalisierte Welt (Gebundene Ausgabe)
Nach Ihrer „Geschichte der Welt 1870-1945“, dem umfassenden Blick auf die „Vorgeschichte“ der „modernen Welt“, zeichnen Osterhammel und Iriyve nun ebenfalls als Herausgeber für diese breite, umfassende und sehr fundierte Darstellung der Entwicklung der Welt nach 1945 bis in die Gegenwart hinein.

Wobei der Schwerpunkt deutlich erkennbar auf der Entwicklung einer „globalisierten Welt“ liegt, aber jeweils in den Themenbreichen die großen, geschichtlichen Linien der letzten knapp 70 Jahre nachgezeichnet werden. Gerade auch politische Linien, die über längere Zeit eher nach „Innen“ gerichtet waren denn auf ein unbedingtes „Zusammenwachsen der gesamten Welt“.

Linien, die in ihren Grundlegungen aber den Weg in eine sich immer stärker zunächst vor allem wirtschaftlich und kulturell vernetzte Welt eröffnet haben. Vernetzungen übrigens, denen die Politik durchaus noch ein stückweit hinterherhinkt, sich oft faktischen Gegebenheiten gegenüber sieht, die sie zwar mit geschaffen hat (Deregulierungen, gemeinsame Währung in Europa u.v.m.), deren globalisierten Folgen sie manches Mal dennoch scheinbar überrascht und zunächst machtlos gegenüber steht.

Interessant nachzulesen und überzeugend dargestellt im Buch ist da alleine schon die „erste Globalisierung“, nämlich der „globale kalte Krieg“ mit seiner zunächst begünstigten „Blockbildung“, die bis heute daran zu arbeiten hat, damals festgefahrene politische „innere“ Strukturen der „Blöcke“ zu überwinden, um der wirtschaftlich und kulturell voran geeilten Vernetzung politisch aktiv entsprechen zu können.

„Staaten und Machtbeziehungen im Wandel“ als erster Teil des Buches kündet von diesen Veränderungen in den Binnenbeziehungen, der zunächst Entstehung, dann Auflösung der „Blöcke des kalten Krieges“. Das Aufkommen neuer Mächte in der Weltpolitik und der daraus resultierenden neuen Weltordnung, die in der Gegenwart unter dem Begriff „Globalisierung“ bestimmend im Raume steht.

Eine „Weltgeschichte“, die, anders als in den Jahrhunderten zuvor, überaus federführend von wirtschaftlichen Interessen mitbestimmt und mitgeleitet wurde, spätestens seit dem Ende der Sowjetunion fast als „alleine bestimmend“ nachgewiesen werden kann.
Auch hier bieten die Autoren im Buch Schritt für Schritt die Entwicklung dar.
Von den „geschlossenen Türen“ der „Feindschaft“ über sich langsam öffnenden Türen bis zu den „weit offenen“ Toren der letzten Jahre. Wirtschaftliche Dominanzen und Entwicklungen, die im Buch in zwei Kernrichtungen intensiv ausgeleuchtet werden.

Wie aus „Menschen und Güter in Bewegung“ globale Kulturen entstehen und tradierte kulturelle Identitäten (mitsamt auch der Menschenrechte und anderer „gesetzter“ ethischer Werte des ehemaligen „Westens“) damit zumindest infrage gestellt werden, in Teilen einer Zerreißprobe zwischen Ethik und Gewinnstreben ausgesetzt sind, ist dabei der eine, wichtige Strang der Entwicklung.

„Mensch und Umwelt“ und damit die Fragen der Klimaveränderung, des ungebrochenen Wachstums von Metropolen, des immensen Hungers nach Energie mitsamt im Raume stehender Engpässe und der Folgen für das „Biotop Erde“ stehen als zweiter Schwerpunkt der Folgen der Globalisierung im Buch im Raum.

So wird das Buch den verschiedenen Dynamiken der Entwicklung der letzten 70 Jahre überaus gerecht. Geopolitisch, ökonomisch, kulturell und ökologisch werden die sich teils überlappenden, teils getrennt voneinander geschehenen Entwicklungen differenziert und breit dargestellt und ergeben sie im Verlauf der Lektüre ein Gesamtbild, das im letzten Kapitel zur „Entstehung einer transnationalen Welt“ in ein großes Ganzes zusammenfließen.

Eine „Transnationalisierung“, die auch in ihrer Überwindung von „Einheit und Spaltung“ vorhergehender Jahrhunderte durch nun „miteinander verknüpfte Beziehungen“ auf vielfachen Ebenen im Buch gewürdigt wird.

„Die Zunahme dieses Interdependenzempfindens ist einer der bemerkenswertesten Aspekte der Zeitgeschichte“. Eine entwickelte Interdependenz, deren Entstehung und deren Folgen das Buch vor Augen führt und dabei die wesentlichen, bestimmenden Linien der Geschichte seit 1945 bestens darstellt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, anregend, lesenswert - wie schon der fünfte Band, 20. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Welt 1945 bis heute: Die globalisierte Welt (Gebundene Ausgabe)
Der sechste Band der Geschichte der Welt von den Herausgebern Akira Iriye und Jürgen Osterhammel macht da weiter, wo der fünfte Band aufgehört hat, sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Auch dieser Titel bietet eine große Fülle an interessanten und anregenden Einsichten aus globalgeschichtlicher Perspektive.

Die Struktur des Buches orientiert sich dabei, da wo es sinnvoll ist, am fünften Band, es geht aber auch seinen eigenen Weg, wenn der behandelte Zeitraum es verlangt. So schreibt Wilfried Loths Beitrag zu Staaten und Machtbeziehungen Charles Meiers Beitrag aus dem fünften Band inhaltlich weiter. Gleiches gilt beispielsweise auch für die Beiträge zur Transnationalität in beiden Bänden. Dafür gibt es aber auch neue Themen nach 1945, beispielsweise die Umweltproblematik oder ein neues Maß an globaler Kultur, die im fünften Band noch keinen so großen Raum einnehmen. So bilden die beiden bisher erschienenen Bände durchaus eine Einheit, ohne dabei aber Spezifika ihrer thematisierten Epochen zu vernachlässigen.

Jeder Beitrag für sich ist spannend und anregend zu lesen. Aber wohl niemand wird wirklich das gesamte Buch durchgehend mit gleichbleibender Aufmerksamkeit lesen, dafür ist es zu umfangreich und vielfältig. Denn jeder Beitrag für sich ist schon ein kleines Buch, dessen Lektüre aber lohnt - egal, ob als Einführung in ein bestimmtes zeitgeschichtliches Thema oder als anregende Lektüre für Leser, die bereits fundiertes Wissen mitbringen.

Wie der fünfte Band ist auch dieser eine aktuelle Zusammenfassung eines internationalen Forschungsstandes der Global History. Als solcher dürfte er daher auch für eine breite Leserschaft von Interesse sein, insbesondere da sein Preis für diesen Umfang relativ günstig ist. Wer Interesse hat, kann also bedenkenlos zugreifen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bewährte Fortschreibung des 5. Bandes bis in die Gegenwart, 9. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der Welt 1945 bis heute: Die globalisierte Welt (Gebundene Ausgabe)
Dass der letzte Band dieser Reihe zur Globalgeschichte bereits als zweiter erscheint, mag darauf hindeuten, dass die hier behandelte Zeitperiode für ein neues historisches Verständnis steht, welches Werken wie dem vorliegenden Legitimation gibt. Jedenfalls ist dies offensichtlich ein Leitgedanke für Akara Iriye, neben Jürgen Osterhammel Herausgeber des auf sechs Bände angelegten Gesamtwerkes. In seinem abschliessenden Beitrag "Die Entstehung einer transnationalen Welt" beschreibt Iriye nicht nur die trotz immer wieder zu beobachtender Rückfälle in nationalistische Denk- und Handlungsmuster unaufhaltsam fortschreitende Vernetzung der Menschheit. Für Iriye ist dies der einzige Weg einer verantwortlichen Zukunftsgestaltung. Dies zu verdeutlichen sieht er als wichtige Aufgabe auch seiner eigenen Zunft und so verweist er immer wieder darauf, wie Historiker dazu beitragen können und sollen, aus der Geschichte jenseits eingefahrener Lokalperspektiven zu lernen.

Dieses Programm liegt auch - wenngleich weniger explizit als bei Iriye - allen sonstigen Beiträgen dieses Bandes zugrunde. Wie bereits der zuvor veröffentlichte fünfte Band für die vorangehende Periode ab 1870, verfolgt auch der vorliegende Band den Ansatz, statt einer chronologischen Geschichtsbetrachtung, einzelne charakteristische Themenbereiche auszuwählen und diese ganzheitlich zu behandeln. Dies bedingt zwar hier und da Redundanzen, ist aber sicherlich der Idee einer Globalgeschichte angemessen.

Da die herkömmliche Politikgeschichte sich an Einzelereignissen orientiert, ist sie kaum in der Lage, globale Entwicklungslinien nachzuzeichnen. Für diese sind aber regelmäßig längerfristig wirkende Mechanismen von Bedeutung. Sie mögen zwar in Einzelereignissen kulminieren, diese sind aber eher Wirkung als Ursache. Einer Globalgeschichte ist ein solches Herangehen schon deshalb verwehrt, weil die schiere Vielfalt relevanter Ereignisse eine Auswahl erfordert, die entweder der Vorliebe oder eigenen Herkunft des Verfassers geschuldet ist. Ganz frei kann sich hiervon natürlich auch kein Global-Historiker machen, zumindest schwingt bei ihm aber immer das Bewusstsein möglicher Perspektivenverengung mit und stellt er sich beständig der Aufgabe, diese zu überwinden. Bei allen Beiträgen des vorliegenden Bandes ist dies deutlich zu erkennen.

Weil die Zeit nach dem 2. Weltkrieg stark durch den Kalten Krieg gekennzeichnet war, ist es nur folgerichtig, ihn zum Angelpunkt eigentlich aller Beiträge im vorliegenden Band zu machen.

Der erste Beitrag "Staaten und Machtbeziehungen im Wandel" von Loth bleibt allerdings noch der klassischen Politikgeschiche verhaftet, was angesichts seines Ausgangspunktes beim Staat und seiner Rolle im Kalten Krieg überzeugt. Loth bietet eine sehr gute Zusammenfassung aller - aus westlicher Sicht - relevanten Ereignisse seit 1945 und kann somit jedem zur Lektüre empfohlen werden, der sich einen politikgeschichtlichen Überblick verschaffen möchte.

Einen wirtschaftlichen Blickwinkel nimmt Zeiler in seinem Beitrag "Offene Türen in der Weltwirtschaft" ein. Wie stark auch in diesem Bereich die Entwicklungen durch den ideologischen Wettbewerb der in Kalten Krieg konkurrierenden Systeme vorangetrieben wurden, zeigt dieser Beitrag sowohl für den Westen als auch die sogenannten Ostblockstaaten und nicht zuletzt in seiner Relevanz für die als Blockfreie oder Dritte Welt bezeichneten Länder.

Der für mich herausragende Beitrag dieses Bandes stammt von Mc Neill und Engelke. Unter dem Titel "Mensch und Umwelt im Zeitalter des Antropozän" zeichnen sie nach, wie fundamental in der behandelten Periode ein immens steigender Energieverbrauch und die damit verbundenen Umweltlasten das Denken und beginnend auch Handeln der Menschheit umgeprägt hat.

Leider zu stark an der Oberfläche allgemein bekannter Phänomene verbleibt Gödde in ihrem Beitrag "Globale Kulturen." Die Stärke dieses Beitrags ist zweifelsohne die überzeugende Betonung der gleichzeitig homogener und heterogener werdenden Welt.

Nimmt dieser Band, wie gesagt, seinen Ausgangspunkt noch beim Staat, so endet der schon erwähnte Schlußbeitrag von Iriye bei der von ihm als "transnationale Welt" gekennzeichneten Wahrnehmung einer immer weniger staatlich verfassten Verschränktheit des Zusammenlebens aller Menschen.
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Geschichte der Welt  1945 bis heute: Die globalisierte Welt
Geschichte der Welt 1945 bis heute: Die globalisierte Welt von Akira Iriye (Gebundene Ausgabe - 22. Oktober 2013)
EUR 48,00
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