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5.0 von 5 Sternen Quellengestützte Analyse und Bewertung eines Weltunternehmens
Wie schwierig es ist, die Geschichte großer deutscher Unternehmen einigermaßen objektiv in Worte zu fassen, hat der Wirtschafts- und Unternehmenshistoriker Ralf Banken in einem ausgezeichneten Artikel auf „zeitgeschichte-online“ zusammengefasst. Und so schön viele Jubiläumsschriften auch daherkommen, sind sie doch eher Jubelwerke als...
Vor 9 Monaten von Fuchs Werner Dr veröffentlicht

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Boschs Wirken in der Weimarer Republik fehlt leider
Die beiden Autoren haben sicher ein verdienstvolles Werk geschrieben, insbesondere hinsichtlich des Umgangs des Untenehmens mit den Zwangsarbeitern im NS. Aber bei dem allgemeinen Titel des Buches durfte man ja erwarten, dass auch die vorhergehende Epoche gewürdigt wird. Leider fehlen mir bis auf ein paar Abschnitte völlig die politischen Aktivitäten Boschs...
Vor 9 Monaten von Bücherwurm veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Quellengestützte Analyse und Bewertung eines Weltunternehmens, 12. Oktober 2013
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bosch: Geschichte eines Weltunternehmens (Gebundene Ausgabe)
Wie schwierig es ist, die Geschichte großer deutscher Unternehmen einigermaßen objektiv in Worte zu fassen, hat der Wirtschafts- und Unternehmenshistoriker Ralf Banken in einem ausgezeichneten Artikel auf „zeitgeschichte-online“ zusammengefasst. Und so schön viele Jubiläumsschriften auch daherkommen, sind sie doch eher Jubelwerke als historische Aufarbeitungen.

Nicht in diese Kategorie einreihen darf man dieses Buch der beiden Historiker Johannes Bähr und Paul Erker. Denn sie fühlten sich nicht in der Pflicht, die dunklen Seiten auszublenden, Fakten zu beschönigen oder menschliches Versagen zu legitimieren. In ihrer Einleitung betonen sie, dass sie es nicht als Selbstverständlichkeit betrachten, uneingeschränkten Zugang zu allen relevanten Unterlagen und Akten des Unternehmens erhalten zu haben. Und weil das unzählige sind, steckt hinter ihrem Buch viel Arbeit. Auch für Leser, die das gewichtige Werk von der ersten bis zur letzten Seite durchackert möchten. Viele werden es allerdings wie ich halten und ihre Aufmerksamkeit auf Zeitperioden oder Themen richten, die sie besonders interessieren. Bei mir waren das vor allem Passagen, in denen ich mehr über Robert Bosch erfuhr oder die von den Aktivitäten dieses Weltunternehmens in den Zeiten des Nationalsozialismus handelten.

Das gewichtige Werk beginnt denn auch gleich mit einem Porträt von Robert Bosch. Nach den schwierigen Anfangsjahren des Unternehmens erfolgte ein steiler Aufstieg, der in erster Linie dem Siegeszug des Bosch-Magnetzünders zu verdanken war. Da man bei Bosch nicht mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gerechnet hatte, traf der Beginn des Krieges die Elektrotechnische Fabrik Robert Bosch hart. Und wie das Unternehmen durch diesen Krieg und die spätere Weltwirtschaftskrise kam, wird nicht nur durch Worte, sondern auch mit Abbildungen gezeigt, von denen es im Buch insgesamt 88 gibt.

Für etlichen Gesprächsstoff wird der zweite Teil sorgen, in dem die beiden Autoren das Verhältnis des Bosch-Konzerns zur NSDAP, zum NS-Staat und zum Antisemitismus aufarbeiten. Das Fazit wird vielen nicht gefallen. Aber es ist nun mal so, dass bei der Bosch-Gruppe mindesten 20'000 Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, die außerhalb der „Boschgemeinschaft“ leben mussten. Mit moralischen Verurteilungen halten sich die beiden Autoren zurück. Das ist auch deshalb verständlich, weil es nicht ihre Aufgabe sein kann, aufgrund von Quellen und ohne Auftrag zu richten. Und auch wenn der Bosch-Konzern bis zum Jahr 2000 keine Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter leistete, gab er Johannes Bähr und Paul Erker immerhin den Auftrag, diese dunklen Jahre schonungslos auszuarbeiten.

Am 12. März 1942 starb Robert Bosch im Alter von 80 Jahren. Und die Inszenierung seines Begräbnisses als Staatsakt empfanden die Angehörigen als Demütigung. Der dritte Teil dieser Unternehmensgeschichte, den Paul Erker verfasste, steht unter der Überschrift „Anpassungs- und Transformationsprozess zwischen Wirtschaftsboom und Wirtschaftskrisen (1945-1983). Diese knapp 150 Seiten sind auch für Leser interessant, die in dieser Zeit aufwuchsen und wissen möchten, welche wirtschaftlichen und politischen Ereignisse ihr Leben mitprägten. Das Gleiche gilt natürlich auch für den vierten Teil, da dort die beginnende Globalisierung und deren Herausforderungen für die Bosch-Gruppe im Zentrum stehen.

Da dieses Werk von Historikern verfasst wurde, die einen wissenschaftlichen Anspruch haben, fällt der Anhang mit beinahe 150 Seiten ziemlich umfangreich aus. Er enthält nebst den Anmerkungen, verschiedenen Statistiken, den Quellen- und Literaturangaben auch ein Personenverzeichnis sowie ein Unternehmensregister.

Mein Fazit: Unternehmensgeschichten weltweit tätiger Konzerne zu lesen, gibt ebenfalls Antworten auf die fundamentalen Fragen „Wer bin ich?“, „Wer ist der andere?“ und „Wo ist mein Platz in dieser Welt?“ Vor allem wenn es sich um ein Unternehmen mit einer langen Tradition handelt. Das Werk von Johannes Bähr und Paul Erker geht jedoch auf so viele Aspekte ein, dass es die Erwartungen der verschiedensten Zielgruppen erfüllt. Und es ist auch ein Beispiel, wie sich dunkle Kapitel erzählen lassen, ohne die Welt plakativ in Gute und Böse einzuteilen. Das die beiden Autoren einen wissenschaftlichen Anspruch haben, zitieren sie auch viele Quellen und vermeiden allzu saloppe Formulierungen. Eine Jubiläumsschrift im klassischen Sinn ist ihr Buch deshalb nicht.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Boschs Wirken in der Weimarer Republik fehlt leider, 8. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Bosch: Geschichte eines Weltunternehmens (Gebundene Ausgabe)
Die beiden Autoren haben sicher ein verdienstvolles Werk geschrieben, insbesondere hinsichtlich des Umgangs des Untenehmens mit den Zwangsarbeitern im NS. Aber bei dem allgemeinen Titel des Buches durfte man ja erwarten, dass auch die vorhergehende Epoche gewürdigt wird. Leider fehlen mir bis auf ein paar Abschnitte völlig die politischen Aktivitäten Boschs im Zeitraum 1918-32. Hier hat Bosch bekanntermaßen besondere politische Maßsstäbe gesetzt, insbesondere mit seinem Einsatz für republikanische Strömungen und gegen die Feinde der Republik. Auch seine vielfältigen Initiativen für die Aussöhnung mit Frankreich, für den Pazifismus, für Europa etc. fehlen mir hier. Aber vielleicht war es ja nicht die Absicht, das Wirken eines der wenigen prorepublikanischen Unternehmer intensiver zu beleuchten.
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Bosch: Geschichte eines Weltunternehmens
Bosch: Geschichte eines Weltunternehmens von Paul Erker (Gebundene Ausgabe - 20. September 2013)
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