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5.0 von 5 Sternen Vom Glück und Segen der Erinnerungen
Der neue Roman von David Foenkinos steckt voller Weisheit, Lebenseinsichten und Beobachtungen des sich wandelnden individuellen Lebens heute, wie man es sich ehrlicher nicht vorstellen kann.

Der Icherzähler und Enkel seiner Großeltern berichtet Details aus dem Leben seiner Vorfahren. Voller Achtung und zugleich entsetzter Erkenntnis bringt er...
Veröffentlicht am 22. Juli 2012 von cl.borries

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Souvenirs - Erinnerungen
Ich hatte große Erwartungen an “Souvenirs” von David Foenkinos, denn ich hatte viel Positives über den Autor und seine bisherigen Bücher gehört und auch der Klappentext war sehr vielversprechend. Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.
In “Souvenirs” geht es um Erinnerungen. Ein junger Mann, der...
Veröffentlicht am 11. September 2012 von Irismaria


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Glück und Segen der Erinnerungen, 22. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Der neue Roman von David Foenkinos steckt voller Weisheit, Lebenseinsichten und Beobachtungen des sich wandelnden individuellen Lebens heute, wie man es sich ehrlicher nicht vorstellen kann.

Der Icherzähler und Enkel seiner Großeltern berichtet Details aus dem Leben seiner Vorfahren. Voller Achtung und zugleich entsetzter Erkenntnis bringt er zusammen mit dem Vater dessen Mutter, seine Großmutter, ins Altenheim. Emphatisch und tief berührt hat er zuvor schon den Tod seines Großvaters erlebt. Auch anlässlich der Pensionierung des Vaters fällt ihm auf, wie schnell ein Mensch in Vergessenheit gerät. Der Verlust von Ansehen und Würde ist eklatant. Zwischen belustigender und fast karikierender Blickschärfe sieht der Enkel, wie alles Leben vergeht und man als jüngerer Mensch in so fernen Welten von den Alten lebt, dass man fast nicht weiß, wie und worüber man mit diesen sprechen soll.

Klar und ehrlich blickt der Enkel in die Zukunft! Er sieht in das Wartezimmer des Todes, wie man das Altersheim auch bezeichnen kann. Und er bemerkt, wie sich alle Jüngeren dieser Wahrnehmung zu entziehen trachten. Er selber dümpelt als Nachtportier vor sich hin, ohne so recht zu wissen, wohin die Reise gehen soll, bis auch ihm die große Liebe begegnet. Mit dem Schreiben, das er sich vorgenommen hat, will es allerdings nicht so recht vorangehen.

David Foenkinos streift in seinem Roman aber nicht nur das Alter sondern auch Kindheit und Jugend, und eine erstaunliche Liebesgeschichte bahnt sich an. Mit Sätzen wie: "Es gab in dem Hotel einen weiblichen Gast, eine Russin, der die magische Schönheit russischer Frauen und der durchdringende Blick eines tragischen 800 Seitenromans zu eigen war" kann der Autor ganze Romaninhalte zusammenfassen.

Durch eine markante Wende kann man noch einmal zurückschauen in die Kindheit der Großmutter und erfährt bis hin zum zweiten Weltkrieg von Ereignissen, die von seltenem Erinnerungswert sind."Erinnerungen sind eine Art Hafen; und vielleicht sind sie das Einzige, was uns wirklich gehört." Diesen Satz zitiert David Foenkinos aus den Memoiren Mastroiannis, denn er passt auch zu diesen Erzählungen.

Überraschende Ereignisse geben dem Roman eine Spannung, die bis zur letzten Seite anhält.

Die Geschichte wird mit einer Art Komik und in schwankenden Gefühlswelten erzählt, die von großer Warmherzigkeit und ernsthaftem Verstehen zeugen.
Tiefenscharf, klug und einsichtig zeigt uns David Foenkinos, wie das Leben so spielt und welche unvorhersehbaren Wendungen das Leben nehmen kann. Melancholisch bis ehrlich und zuweilen fast hilflos wirken seine Einsichten.

'"Souvenirs"' sind Erinnerungsstücke. Genauso liest sich der Roman: als Puzzle einer Vielzahl von Erinnerungsstücken, das eine ganze Familiengeschichte in Einzelteilen zum Vorschein bringt. Man liest die Geschichten mit sich steigernder Erwartung, Freude und aus dem eigenen täglichen Leben resultierendem Wiedererkennungswert.

Dieser Roman wird als Glanzlicht aus den Neuerscheinungen im kommenden Herbst herausragen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Souvenirs - Erinnerungen, 11. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Ich hatte große Erwartungen an “Souvenirs” von David Foenkinos, denn ich hatte viel Positives über den Autor und seine bisherigen Bücher gehört und auch der Klappentext war sehr vielversprechend. Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.
In “Souvenirs” geht es um Erinnerungen. Ein junger Mann, der Ich-Erzähler, berichtet von seinem Leben (er möchte Autor werden, jobbt als Rezeptionist in Paris und sucht seine Traumfrau) und seiner Familie (der Tod seines Großvaters, die verwitwete Großmutter, die ins Altersheim muss und von dort flüchtet, sein Vater, der sich mühsam an den Ruhestand gewöhnt und seine Mutter, an einer Depression erkrankt). Neben den Kapiteln aus Erzählersicht schiebt Foenkinos Erinnerungen ein, die verschiedenen Personen in den Mund gelegt werden, Personen, die in der Geschichte vorkommen oder auch bekannten Persönlichkeiten.
Neben durchaus gelungenen poetischen Passagen fand ich die Geschichte deprimierend und langatmig, oft auch unglaubwürdig.
Das in der Beschreibung versprochene „anrührende, packende, und komische“ Buch kam bei mir so nicht an.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman mit Prosastücken von schmerzhafter Schönheit und Poesie, 7. August 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
"Am Tag, als mein Großvater starb, regnete es so stark, dass man nahezu nichts mehr erkennen konnte."

Mit diesem Satz und dem kräftigen Bild beginnt der französische Schriftsteller David Foenkinos sein neues Buch "Souvenirs", das, ähnlich wie seine Vorgänger, in Frankreich sofort nach seinem Erscheinen in die Bestsellerlisten schoss.

Wie kann man, angesichts des Todes überall, überhaupt etwas erkennen in seinem eigenen Leben, seiner Vergangenheit? Wie kann man angesichts der fast täglichen Begegnung mit dem Tod und der Vergänglichkeit für sich selbst so etwas wie Zukunft und Glück erhoffen?

Das sind Fragen, die sich mehr oder weniger deutlich durch das 332 Seiten starke Buch ziehen, in dem David Foenkinos durchaus die eine oder andere selbst erlebte Erfahrung bearbeitet. So hat der ich-erzählende Protagonist des Romans so wie Foenkinos selbst in der Kindheit eine schwere Herzoperation gehabt und seine zunächst erfolglosen Versuche, als Schriftsteller, der er sein bzw. werden will, irgendetwas Sinnvolles zu Papier zu bringen, sind ihm wohl aus seiner Anfangszeit als Autor nichts Unbekanntes.

Der junge Ich-Erzähler beginnt nach dem Tod des Großvaters, der ihn sehr mitgenommen hat, eine Tätigkeit als Nachtportier in einem Pariser Hotel. Diese Arbeit, so hofft er, wird ihm neben dem Broterwerb auch die nötige Muße geben und vielleicht auch Anregungen bieten zum ersten großen Romanstoff.

Doch zunächst serviert ihm das Leben andere Themen. Themen wie Krankheit, Verfall und Tod werden für die nächste Zeit das sein, worüber er am meisten nachdenkt. Nachdem der Großvater gestorben ist und der Erzähler noch über ihn trauert, muss er zusammen mit seinem Vater die Großmutter gegen ihren Willen in ein Altenheim bringen. Der Vater ist gerade pensioniert worden und sein Sohn spürt, wie sehr es dem Vater etwas ausmacht, so schnell in Vergessenheit zu geraten. Und da ist er schon bei seinem Thema, das ihn das ganze Buch über nicht loslässt: die Erinnerung von Menschen, die im jeweiligen Kapitel beschrieben oder auch nur kurz erwähnt worden sind, hängt er in kursiver Schrift als nächstes Kapitel an. Diese "Erinnerungen" bilden das Kernstück des Romans. Viele von ihnen sind Prosastücke von geradezu schmerzhafter Schönheit.

Sie führen den Erzähler und mit ihm den mehr und mehr von diesem Roman gefangengenommenen Leser durch eine schwere Thematik. Denn bei seinen zunächst täglichen Besuchen im Altenheim seiner Großmutter blickt er mehr und mehr in ein Wartezimmer des Todes und er reflektiert über die Vergänglichkeit, über das Tempo, mit dem ein Mensch in Vergessenheit gerät und über seine eigene Zukunft. Nachdem in dem Sommer, in dem Foenkinos diesen Roman ansiedelt, tausende von alten Menschen in Frankreichs Altenheimen gestorben sind [...], ist es wohl auch diese besondere Thematik, die den Roman in Frankreich so erfolgreich sein lässt.
Doch schon hier, mitten in den düsteren Gedanken über Tod und Vergänglichkeit (die aber immer wieder von den schon erwähnten schmerzhaft schönen "Erinnerungen" unterbrochen werden) schweifen die Gedanken des Erzählers immer wieder ab nicht nur in seine eigene Kindheit und Jugend, sondern seine Phantasie richtet sich immer mehr auf ein Wesen, eine Frau, die er herbeisehnt und mit der er die Kraft der Liebe kennenlernen könnte.

Als seine Großmutter eines Tages auf eine wahnwitzige Idee kommt, erfährt der Leser nicht nur viel über deren früheres Leben, sondern der Erzähler ist konfrontiert mit einer Begegnung, die sein Leben verändern wird.

In einer Welt, die sich immer schneller verändert, geht es David Foenkinos darum, sich selbst und seinen Lesern die wesentlichen Dinge des Lebens, die Empathie und die Kraft der Liebe, vor Augen zu führen. Dinge, die sich nie ändern werden. Dass man das so manches Mal erst im Nachhinein erkennt, ist bedauerlich, aber dennoch wichtig für die kommenden Erfahrungen. Denn die Erinnerung an das Wichtige, das Existentielle, die Erfahrung von gelebter Liebe und Empathie, kann mir nicht genommen werden.

Ein Roman mit Prosastücken von schmerzhafter Schönheit und Poesie, der die Bedeutung der Erinnerung für unser aktuelles und zukünftiges Leben überzeugend und bewegend in eine wunderbar frische Sprache kleidet.

Er lädt ein, im eigenen Leben der Liebe nachzuspüren, der erfahrenen und gegebenen und sie, falls sie verloren gegangen scheint, wieder neu zu entdecken.

Mit Sicherheit eines der besten Romane dieses Herbstes.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbar und kurios geschrieben, 9. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
"Wie konnte ich das wissen, ich, der das Leben noch vor sich hatte? Die Liebe, die Eingebungen, die Schönheit, die der Zufall hervorbringt, oder auch die nächste Fußballweltmeisterschaft." (S.25f)

Manchmal, wenn ich in einem Buch auf außergewöhnliche Sätze stoße, die mich beeindrucken oder die mir - aus welchen Gründen auch immer - im Kopf bleiben, reiße ich mir kleine Schnipsel von einem Blatt Papier ab und stecke sie oben ins Buch, um mir die Seite zu markieren. Während sich dieses Ritual bei den meisten Büchern, wenn überhaupt, auf etwa 2 oder 3 Schnipsel beschränkt, sieht mein Buch "Souvenirs" mittlerweile oben völlig ausgebeult aus, weil sich dort die Papierschnipsel häufen.
Der Grund dafür ist einfach: David Foenkinos hat einfach ein unglaubliches Talent, manche Dinge in Worte zu fassen, sie zu Wahrheiten zu machen und sie dem Leser vor Augen zu führen. Das ist mir schon beim ersten Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe, "Nathalie küsst", aufgefallen, und auch hier zeigt sich diese Sprachgewandheit wieder. Dabei wird die Handlung fast nebensächlich, auch wenn ich die Geschichte des Ich-Erzählers, dessen Namen wir leider nicht erfahren, überaus liebenswert fand. Es sind die Souvenirs des Alltags und des Lebens, um die es hier geht. Von einem Tag auf den anderen muss er erfahren, dass sich vieles ändern kann, dass nichts im Leben seinen ewigen Trott geht. Dass der Tod eine ebenso große Rolle spielt wie das plötzliche Verliebtsein. Über einige Jahre begleiten wir ihn dabei, wie er durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht, wobei sich der Hauptteil des Buches zeitlich sehr dicht erzählt - alles passiert innerhalb weniger Tage. Erst zum Ende hin gibt es plötzlich große Zeitsprünge, was ich ein wenig schade fand, weil dadurch die Atmosphäre ein wenig verloren ging und das ganze nunmehr eher wie eine bloße Erzählung wirkte. Überhaupt kann ich mich mit dem Ende des Buches nicht so ganz anfreunden. Es ist zwar durchaus realistisch und stellvertretend für "das Leben", aber ich hätte dem namenlosen Helden dieser Geschichte eine Spur mehr Glück gewünscht. Aber nun gut, im Leben ist nun nicht immer alles eitel Sonnenschein und letztlich bieten die Geschehnisse auf den letzten Seiten auch Freiraum für eigene Ideen, wie es weitergehen könnte.
Was ich an diesem Buch ganz besonders schön fand, waren die Kapitel, die aus Erinnerungen irgendwelcher Personen bestehen. Nach jedem Kapitel, in dem der Ich-Erzähler zu Wort kommt, gibt es einen kleinen Ausflug in die Erinnerungen, die Souvenirs anderer Menschen, die nur kurz im vorhergehenden Kapitel angesprochen wurden - und die mit der eigentlichen Handlung überhaupt nichts zu tun haben. Aber diese kleinen Souvenirs sind meist so liebenswürdig, so außergewöhnlich, dass sie dem gesamten Buch einen Hauch Kuriosität verleihen und es zu etwas wirklich Besonderem machen. Auf jeden Fall zu einem rundum lesenswerten Buch.

"Aber eigentlich träumte ich davon, dass mir etwas Großes passierte." (S.85)

Fazit:
Ich finds toll, wie David Foenkinos schreiben kann. Und dann verpackt er das Ganze in eine nette Geschichte und würzt sie mit kleinen Anekdoten oder Ideen, die man in anderen Büchern nicht findet. So ging es mir schon bei "Nathalie küsst", jetzt bei "Souvenirs" ist es nicht anders. Definitiv lesenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei Generation mit jeweils ihren Problemen, 14. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Der Jüngste in dieser Geschichte erzählt, nämlich der Enkelsohn. Über seine Großeltern, seine Eltern und natürlich spielt sein Leben auch einen Teil mit. Drei Generationen und jede mit ihren Sorgen und Problemen, die sich auf jeden auswirken. Aber anfangen tun wir mit den Großeltern, beziehungsweise mit dem Tod vom Großvater. Die Erinnerungen an die Kindheit werden wach und dann auch das Bedauern über Worte die nicht gesagt wurden sind. Jetzt gibt es nur noch die Großmutter und diese leidet still und plötzlich erleidet sie einen Schwächeanfall. Jetzt heisst es für die drei Söhne was nun und die Lösung heisst Altenheim. Der Enkelsohn merkt schnell, dass seine Großmutter sich nicht wohl fühlt, aber auch die Hilflosigkeit seines Vaters fällt ihn auf. Und eines Tages ist sie Weg. Alle geraten in Panik und suchen sie, machen das Heim verantwortlich und können diese Ungewissheit kaum ertragen. Aber trotz des Alters ist die ältere Dame gut allein unterwegs und wird schließlich in ihrem Geburtsort von ihrem Enkel gefunden. Hier möchte sie noch einmal in die Schule gehen und so kommt es, das ihr Enkel was mit der Grundschule-Lehrerin ausheckt. Aber nicht nur seine Großmutter erlebt einen großartigen Tag, leider mit bösen Ende. Auch ihr Enkel lernt die Frau seines Lebens kennen. Die Geschichte der Großmutter endet leider hier, aber dafür bekommt unser Erzähler neue Sorgen, denn seine Eltern erleiden den Problemen nach ihrer Pensionierung. Sein Vater fällt in eine Art Untätigkeit und seine Mutter in Depressionen. Aber auch sein eigenes Leben nimmt Formen an, eigentlich wollte er ja Schriftsteller werden und arbeitet deshalb als Nachtportier in einem Hotel. Aber dann tritt diese Frau in sein Leben und alles verändert sich. Die Prioritäten nehmen einen anderen Stellenwert ein, aber ist das auch immer so gut? Wie wird er sein und das Leben in seiner Familie meistern?
Ich hatte ja so große Erwartungen an dieses Buch, denn „Natalie küsst“ hatte mich damals richtig mitgerissen und begeistert. Aber wie das nun mal ist, werden oft die großen Erwartungen nicht immer erfüllt. Allerdings möchte ich jetzt auch nicht sagen, das mir das Buch gar nicht gefallen hat, aber es ist eben nicht das Buch. Hier erleben wir die Geschichten von drei Generationen aus der Sicht vom Enkelsohn, jeder hat so seine Probleme mit dem Lauf des Lebens. Die Großeltern mit dem Alleinsein und dem abschieben ins Altenheim. Mit dem Bewusstsein, das sie jetzt eine Last sind und sie nicht mehr die Entscheidungen selbst treffen dürfen. Dann seine Eltern die mit dem Ruhestand nicht zu recht kommen und sich gegenseitig anprangern. Und dann er selber, mit der Suche nach seinem Sein. Der Gründung einer Familie und das eigene verlieren, der Persönlichkeit und der eigenen Träume. Hier finden wir einen Querschnitt des Lebens und die Wahrheit der Begebenheiten kann man förmlich spüren. Foenkinos findet wiedermal schöne und gute Worte und seine kleinen Einspielungen waren wieder wundervoll zu lesen. Überhaupt wirken seine Figuren wieder sehr lebensnah und oft musste ich selber über meine Eltern und Großeltern nachdenken und schmunzeln. Es findet sich immer eine Geschichte, die man auch selber schon erlebt hat. Was ich aber irgendwie sehr schade fand, war der Wechsel der Geschichte. Der erste Teil ist komplett der Großmutter gewidmet und nach über der Hälfte des Buches fängt er dann die Geschichte vom Enkel an. Was im ersten Teil langsam und mit viel Gemächlichkeit erzählt wurde, rennt in zweiten Teil an uns vorbei und in was für einer Hülle, mal eben acht Jahre. Für mich war das ein bisschen unbefriedigend und irgendwie so gar nicht was ich für ihn erwartet hätte.
Aber es ist ihm wiedermal eine Geschichte gelungen, die unser Leben einfängt und die kleinen Dinge schön wieder gibt. Man kann sich selber darin gut wieder erkennen. Übers älter werden nachdenken und vielleicht mit seinen Eltern anderes umgehen. Aber es läuft ja schon seit Generationen nicht anders und es ist ja immer leichter andere zu sehen, als die eigene Familie, die Sturköpfe. Wundervolle Momentaufnahmen mit Tiefgang, aber nicht so leicht zu verdauen. Was ich mir allerdings für das nächste Buch wünsche. ist wieder die Leichtigkeit des erzählen‘s und die humoristischen Gespräche, das hat mir schon sehr gefehlt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erinnerungen, 15. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Ein junger Mann erzählt die Geschichte seiner Familie. Der Ich-Erzähler hatte eine enge Bindung zu seinen Großeltern und muss erschüttert erleben, wie zuerst sein Großvater stirbt und dann die Großmutter von ihren Söhnen gegen ihren Willen in ein Altersheim gebracht wird. Doch auch eigene Probleme belasten den jungen Mann, eigentlich will er Schriftsteller werden, doch so recht gelingt ihm das nicht. Er arbeitet als Nachtportier in einem kleinen Hotel und hofft dort die richtige Muse zu finden. Außerdem ist er natürlich auf der Suche nach der großen Liebe.

Sprachlich finde ich Foenkinos einfach faszinierend. Immer wieder gelingen ihm Sätze, die man sich am liebsten aufschreiben und auswendig lernen würde.

Inhaltlich hatte ich mit diesem Buch so meine Probleme. Er spricht eine ganze Reihe emotionaler Themen an, insbesondere was das Thema Altern in unserer Gesellschaft angeht, den Umgang mit der Generation unserer Eltern und Großeltern, und vieles mehr.

Doch wie auch schon in "Nathalie küsst" fügt er immer wieder kleine Zwischenkapitelchen ein, in denen etwas aus dem Leben von bestimmten Personen beschrieben wird. Das können Nebenfiguren aus der eigentlichen Geschichte sein, was ich noch ganz amüsant fand, aber immer wieder kommen darin auch Prominente vor, die mit der Handlung eigentlich nichts zu tun haben und diese Episoden habe ich dann eher als störend empfunden, da sie mich aus dem Fluss der Hauptgeschichte herausgerissen haben.

Wer eine heitere Liebesgeschichte erwartet, wird von dem Buch wohl eher enttäuscht sein. Gerade das erste Drittel fand ich eher deprimierend, später wurde es dann etwas besser, aber eine gewisse melancholische Grundstimmung zieht sich doch durch den ganzen Roman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erinnerungen, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Im Leben des Ich-Erzählers überstürzen sich die Ereignisse: Sein Großvater stirbt, seine Großmutter zieht in ein Altenheim, sein Vater geht in Rente, seine Mutter begibt sich auf einen Selbstfindungstrip. Wird er vor diesem Hintergrund seinen Traum, Schriftsteller zu werden, verwirklichen oder gar seine große Liebe finden können? Was bleibt, sind die Erinnerungen ... .
David Foenkinos entführt den Leser in die alltägliche Welt des Ich-Erzählers, schildert persönlich, gefühlvoll und menschlich die Schattenseiten und Herausforderungen des Lebens, liebevolle, alltägliche Anekdoten und vielseitige, bedeutungsschwangere Erinnerungen. Der Autor spitzt mit manchen originellen sprachlichen Neuschöpfungen die Empfindungen zu, indem er die Dinge ungeschönt beim Namen nennt und selbst in tragischen Momenten einen Moment des Schmunzeln hervorbringt. Ich denke, dass das den Roman auszeichnet: Er geht auf persönliche, schöne, aber auch erschütternde Weise nahe, wobei er das beschreibt, was fast jeden von uns betrifft.
Die Einschübe mit persönlichen Erinnerungen verschiedener Personen, die Souvenirs, finde ich sehr interessant geschrieben. Diese Erinnerungsbruchstücke sind als zusammenhanglose Inseln in den Text eingestreut und führen zu einem Abriß des Leseflusses, aber sie zeigen auch, wie wertvoll für jeden Menschen solche Momente des Erinnerns sind und wie solche Begebenheiten Veränderungen bewirken können. Sie sind Teil der Handlung, stehen jedoch auch für sich, sodass sie zusammen mit dem Handlungsstrang ein Netzwerk aus Erinnerung bilden. Wirklich sehr faszinierend!
Der Roman gibt auf jeden Fall eine große Portion Denkanstöße vielfältiger Art und lässt den Leser innehalten. Einerseits haben mir der poetische Schreibstil des Autors und die Vernetzung der Erinnerungen sehr gut gefallen, andererseits wirkt die melancholische Grundstimmung verbunden mit der pessimistischen passiven Grundeinstellung des Protagonisten und den tragischen Ereignissen deprimierend und perspektivlos. Diese Melancholie muss man als Leser ertragen können, dann kann dieser Roman mit seinen bezaubernden Momenten eine intensive Leseerfahrung werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leicht, poetisch und oft schmerzhaft treffend, 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Das Cover von David Foenkinos’ neuem Roman “Souvenirs” verbreitet ebenso wie schon das seines letztes Buchs, “Nathalie küsst”, wunderbar französisches Flair, was sich danach in der Geschichte aber nicht so fortsetzt – diese spielt lediglich hauptsächlich in Paris, was aber keine große Rolle spielt.

Foenkinos’ Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Die 68 Kapitel aus der Ich-Perspektive des Protagonisten, wessen Namen der Leser allerdings nicht erfährt, sind leicht, poetisch und oftmals so treffend ge- und beschrieben, dass man sich teils fühlt, als hätte einem jemand gegen das Herz getreten.

Das ist wohl vor allem deshalb der Grund, weil sich der Roman mit den großen Themen des Lebens beschäftigt: das Altern, Beziehungen und die Liebe – und dass man unter allen Umständen das beste aus seinem Leben machen möchte. Vor allem wird dem Leser vor Augen geführt, dass man mit diesem oftmals schon beinahe krampfhaft verfolgtem Ziel sehr leicht das Wesentliche aus den Augen verliert und dass man im Leben nicht alles beeinflussen kann – am wenigsten Gefühle und das ablaufen der Lebenszeit. Wir verlieben uns, kommen zusammen und trennen uns meist wieder – und am Ende müssen wir alle sterben.

In der Geschichte tauchen immer wieder verschiedene Persönlichkeiten auf – Berühmtheiten aber auch Nebendarsteller im Buch, wie z.B. den Tankstellenverkäufer. Und genau an dieser Stelle erklärt sich auch der Titel – “Souvenirs”. Meist findet man im Kapitel danach nämlich einen kurzen Absatz der mit “Erinnerungen von … ” beginnt und in welchem der Leser sehr persönliches über die jeweilige Person erfährt. Meist erscheinen diese Begebenheiten auf den ersten Blick unwichtig, doch im Leben des betreffenden Menschen waren sie ausschlaggebend – also ein bisschen wie ein Souvenir, das man aus einem bestimmten Lebensabschnitt in Form einer Erinnerung mitnimmt.

Mich hat dieses Buch sehr berührt, denn David Foenkinos versteht es einfach, dass man sich als Leser mit der Geschichte identifizieren kann und auch nach dem Lesen noch einige Zeit darüber nachdenken muss – denn ein Leben haben wir ja alle und wir versuchen es so zu gestalten, dass man am Ende sagen kann “Ja, das hab ich ganz gut genutzt.”
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen David Foenkinos: Souvenirs, 10. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Zum Buch:

Die Covergestaltung ist wirklich wunderschön. Es gibt einen sehr starken Kontrast zwischen der Brücke mit dem Fahrrad und den beiden Leuten im Vordergrund und den Ästen am Rand, alles sehr dunkel gehalten, und der Stadt Paris im Hintergrund, die in sanften Pastellfarben gehalten ist. Der Eiffelturm war das Element, welches mir besonders ins Auge gestochen ist, da ich Paris toll finde.

Zum Inhalt (laut Buchrücken):

Der junge Held dieser Geschichte bereitet gerade als Nachtportier in einem Pariser Hotel seine ruhmreiche Zukunft als Schriftsteller vor, als sein Großvater stirbt, seine Großmutter nicht nur ins Altenheim, sondern auch wieder in die Schule, sein Vater in Rente und seine Mutter nach Russland geht ' und all das kurz hintereinander. Irgendetwas ist in seine Familie gefahren. Was soll er tun? Da entdeckt er Louise, die große Liebe ...

Der neue Roman des französischen Bestsellerautors David Foenkinos (Nathalie küsst, verfilmt mit Audrey Tatou). Ein anrührender, komischer und origineller Familienroman über das Altern, die Ehe und die Liebe.

Meine Meinung:

Ich muss sagen, dieser Roman war anders, als ich es erwartet hatte. Die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken lässt meiner Meinung nach ein sehr lustiges und humorvolles Buch erwarten. Natürlich gibt es auch ein paar lustige Szenen, aber dennoch ist dieser Roman sehr ernst. David Foenkinos berichtet unverhüllt von den Schattenseiten des Lebens und der Liebe, von der Angst vor dem Altern, von Verlust und Schmerz. Das heißt aber nicht, dass dieser Roman deprimierend ist. Er ist zwar nachdenklich aber ebenso schön. Denn er zeigt auch die schönen Seiten der Liebe, die Schönheit, die in der Einfachheit der Dinge liegt, die Überraschungen, die der Zufall für einen bereithält, die Freude über die Wunder des Lebens.

Auch der Schreibstil des Autors ist schön. David Foenkinos schreibt sehr poetisch, bringt auch philosophische Gedanken zu Papier. Daher ist der Schreibstil auch recht anspruchsvoll.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive des unentschlossenen Nachtportiers geschildert. Hin und wieder findet man bei einigen seiner Berichte ein Sternchen inklusive Randnotiz, gerade so, als sei ihm beim erneuten Lesen ein Gedanke, eine Assoziation zu dieser Situation gekommen. Das macht den Protagonisten sehr sympathisch. Neben den Erinnerungen des Protagonisten selbst gibt es auch immer wieder Erinnerungen der Personen, die ihm in seinem Leben begegnen (z.B. ein Angestellter an einer Tankstelle) oder die Teil seines Lebens sind, wie seine Eltern oder seine Großmutter. Dann gibt es auch Erinnerungen berühmter Persönlichkeiten wie Maler oder Schauspieler, deren Werke erwähnt werden. Diese Erinnerungen sind ebenfalls teils sehr rührend und schön, teils eher tragisch.

Dieser Roman besticht durch seine Ehrlichkeit, seine offene und realistische Darstellung des Lebens und der Liebe. Anders als bei anderen Romanen, wird hier nicht alles beschönigt, es gibt Höhen und Tiefen, Zweifel und Sicherheit, Freude und Leid, Hoffnung und Angst, so wie im Leben auch. Das macht ihn zu einem sehr authentischen, wundervollen und lesenswerten Roman!

Mein Blog: readforthethrill.wordpress
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Leben heißt, beharrlich einer Erinnerung nachzuspüren.", 26. Juli 2012
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Souvenirs: Roman (Taschenbuch)
Mit >Nathalie küsst< hat David Foenkinos auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt ist sein neues Buch >Souvenirs< erschienen, das gänzlich anders und gleichsam lesenwert ist.

Der liebenswerte, alleinstehende Ich-Erzähler arbeitet als Nachtportier in einem Pariser Hotel. Eigentlich will er Schriftsteller werden, wäre da nicht seine Schreibblockade. Beerdigungen werden zu Schlüsselszenen im Laufe der Handlung, somit ist klar, dass der Roman auch mit einer solchen beginnt; mit dem Tod des Großvaters. Daran schließt sich der unfreiwillige Umzug der Großmutter ins Altersheim, und der Ruhestand der beiden Eltern an. Durch die Kette der Ereignisse wird der namenlose Ich-Erzähler als Enkelsohn und Sohn mit der Ernsthaftigkeit des Lebens konfrontiert, und befindet sich mitten im unabänderlichen Lauf des Lebens. Nach zwei Drittel des Buches gesellen sich zu seiner Ursprungsfamilie noch eine eigene Familie - seine Ehefrau Louise und sein Sohn Paul - hinzu. Heraus kommt ein "Mehrgenerationen-Familien-Roman" oder besser gesagt ein Kaleidoskop an Erinnerungen.

Erinnerungen sind es schließlich auch, die den Leser durch die Handlung tragen. Zwischen jedem Kapitel ist eine Erinnerung der zuletzt vorkommenden Person eingefügt. Somit erhalten Nebenfiguren einen gebührenden Platz, während die Handlung weiterhin konzentrische Kreise zieht.
Durch Gedankenspiele, die scheinbar unstrukturiert in Fußnoten einfließen, tritt der Autor mit dem Leser in einen Dialog. Erstaunlich bleibt dabei, dass David Foenkinos frohen Mutes mit darunter liegender Schwermütigkeit umgeht. Er bezeichnet die Entwicklung seines Ich-Erzählers als "armselige Handlungsreise durch das eigene Leben" und lässt ihn dabei abwechselnd die Fülle des Lebens auskosten, um dann wieder ein tiefes Gefühl der Leere hervorzurufen. "Das innere Durcheinander entfacht eine unaufhörliche Sehnsucht nach einer aufgeräumten Welt, in der alles seinen rechten Platz hat."

Die Bücher von David Foenkinos umwehen ein Hauch von Nostalgie und lesen sich leicht; auch sein neustes "Erinnerungsstück" bereitet Lesefreude.
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Souvenirs: Roman
Souvenirs: Roman von David Foenkinos (Taschenbuch - 25. Juli 2012)
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