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5.0 von 5 Sternen Der Prager Friedländer über den Prager Kafka
Franz Kafka – ein Schriftsteller, der für viele heutige Klassiker verantwortlich zeichnet …
Ich habe auch einige – bei weitem nicht alle seiner Bücher gelesen und bin fasziniert von Kafka, aber so wirklich viel aus seinem Leben wusste ich noch nicht, ich war in Prag und habe mir sein Geburtshaus angeschaut, aber eine Biografie von ihm...
Veröffentlicht am 4. Februar 2013 von HEIDIZ

versus
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Falscher Glanz
Wo man geht und steht, wird man mit dem Vor-Ruhm dieses Werkes über Kafka von Saul Friedländer konfrontiert; alle überschlagen sich und preisen die Einzigartigkeit der Untersuchung und die Erkenntnisse, die der Verfasser gewonnen habe. Gewiss gehört Saul Friedländer zu den herausragenden Persönlichkeiten unserer Zeit, und wer etwa seine Rede...
Veröffentlicht am 23. November 2012 von Albrecht Lörcher


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2.0 von 5 Sternen Falscher Glanz, 23. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka (Gebundene Ausgabe)
Wo man geht und steht, wird man mit dem Vor-Ruhm dieses Werkes über Kafka von Saul Friedländer konfrontiert; alle überschlagen sich und preisen die Einzigartigkeit der Untersuchung und die Erkenntnisse, die der Verfasser gewonnen habe. Gewiss gehört Saul Friedländer zu den herausragenden Persönlichkeiten unserer Zeit, und wer etwa seine Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises in Frankfurt vor etlichen Jahren in irgendeiner Form mitbekommen hat, wird sie wohl kaum mehr vergessen.

Seine unbestreitbaren Qualitäten als Historiker des Holokausts haben jedoch nichts zu tun mit seiner Kompetenz für Literatur. Um irgendwo zu beginnen: Friedländer schreibt unbeirrt "Joseph K.", wenn er die Hauptperson des Romans "Der Proceß" meint; dieser heißt jedoch Josef K. Für Friedländer verwandelt sich Gregor Samsa in einen "riesigen Käfer" (S. 35); Kafka spricht aber von einem "ungeheueren Ungeziefer." Zwar besitzt dieses Wesen Kiefer, mit dem es einen Schlüssel packen und umdrehen kann, einen Panzer und viele Beine, es vermag auch an der Zimmerdecke zu laufen, aber dass es sechs Beine hätte, steht nirgends. Kafka seinerseits legte bekanntlich größten Wert darauf, dass auf dem Einband der "Verwandlung" unter keinen Umständen dieses Wesen erscheinen dürfe.

Bereits in der Grundschule lernen die Kinder, dass sie eine Buchvorstellung in der Gegenwart (Präsens) vorzunehmen haben, Friedländer gibt indes unbekümmert die Zusammenfassungen der Texte im Präteritum (z. B. S. 42, 54, 141, usw.).

Viel Raum in seiner Untersuchung widmet er der Sexualität Kafkas und dessen vielfältigen Obsessionen; er spürt ihnen in Tagebüchern und Briefen nach - und wird natürlich umfassend fündig. Cui bono? Dass Kafka durch und durch schief gewickelt war, wissen wir schon lange (wenn noch nicht, erfahren wir es in Prag auf Schritt und Tritt), dass er alles, was ihm durchs Hirn sauste, niederschrieb (FÜR SICH ALLEIN!!!) und sich exzessiv in seinen Briefen aufs Widersprüchlichste inszenierte, ist bekannt, dass er sich über Jahre hinweg mit seiner ihm fehlenden Jüdischkeit befasste, ist nichts Neues. Friedländer untersucht dies alles penibelst, stellt fest, dass Jüdischkeit im erzählenden Werk Kafkas so gut wie nicht vorkommt, dass aber seine merkwürdige sexuelle Befindlichkeit sein Werk präge.

Natürlich finden sich in den Romanen und Erzählungen sexuelle und gewalttätige Fantasien in Hülle und Fülle - aber wer sagt, dass diese Fantasien 1 : 1 auf die Person Franz Kafka übertragbar sind?

In Friedländers Augen sind die Frauengestalten in Kafkas Romanen "gefährliche Wesen", die die männlichen Hauptpersonen "auf Abwege" (S. 121) führen. Nichts ist verkehrter! Im "Proceß" etwa nimmt die Verworfenheit der Frauen und Mädchen in dem Maß zu, wie sich Josef K. um den Zugang zum 'Gericht' bemüht. Je weniger er die Hinweise, die er erhält, zu begreifen vermag, desto drastischer und greller dringen sie auf ihn ein, bis schließlich eins der "verdorben[en]" 13-jährigen Mädchen, die sich beim Atelier des Malers Titorelli herumtreiben, ausruft, der Maler solle doch "einen so häßlichen Menschen" nicht malen. Eine solche Aussage ist doch in ihrer Klarheit und Eindeutigkeit nicht mehr zu steigern und gibt genaueste Auskunft über den korrekten und in seinem sozialen Selbstverständnis gefangenen Bankprokuristen. Da nun ein Leser über Josef K. steht, vermag er diese Hinweise zu dechiffrieren, jener, der in seinem Wertesystem gefangen ist, kann es nicht.

Seinen eigenen, vortrefflichen Schlüssel, den Friedländer anhand der Erzählung "Forschungen eines Hundes" entwickelt hat, vermag er selbst leider nicht anzuwenden und will nicht einsehen, dass etwa Josef K. "die wichtigsten Fragen" des Gerichts "missversteht", weil er "eine Dimension nicht berücksichtigen [kann], die er nicht zu sehen vermag"(vgl. S. 225). So sagt Friedländer etwa bei seiner Analyse des Ereignisses in der Bank, bei dem Josef K. auf eine "Rumpelkammer" stößt, in der die beiden Wächter verprügelt werden sollen: "Als er sich Gedanken über die Szene macht, produziert er eine verquere Überlegung ..." (S. 142). Nun ja, was Josef K. in diesem Moment erwägt, würde ihn, falls er den Gedanken umsetzte, dem Gericht näher bringen.

Ärgerlich in Friedländers Buch sind zudem falsche Zitate. Ein Beispiel mag genügen. "In 'Der Proceß' bekommen der Angeklagte Joseph [sic!] K. und die Menschen seiner Umgebung die höhere Autorität, die über die Gerichte herrscht, die den Haftbefehl ausgestellt und das Ergebnis des "gerichtlichen" Verfahrens diktiert hat, nie auch nur flüchtig zu Gesicht: ''Wo war der Richter den er nie gesehen hatte?'' ruft K. vor seiner Hinrichtung. ''Wo war das hohe Gericht bis zu dem er nie gekommen war''? (S. 168) Als Wörtliche Rede (!!) wird hier zitiert, was in Kafkas Text Teil eines Stream of Consciousness ist, erkennbar am Präteritum!

Angesichts des Ansehens, das Saul Friedländer als Historiker völlig zu Recht genießt, und angesichts seiner biografischen Erfahrungen, ging ich mit hohen Erwartungen an die Lektüre dieses Buches - und wurde über weite Strecken sehr enttäuscht. Empfehlen kann ich dieses Buch deshalb nur mit sehr großen Vorbehalten.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Franz Kafka, 17. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka (Gebundene Ausgabe)
Saul Friedländer findet ab der Mitte des Buches kein gutes Haar mehr an Kafka. Aber man liest Kafka anhand der Storys und nicht, weil man den Privatmann Kafka mag oder auch nicht!
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5.0 von 5 Sternen Der Prager Friedländer über den Prager Kafka, 4. Februar 2013
Von 
HEIDIZ "Bücherfreak" (Heyerode) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka (Gebundene Ausgabe)
Franz Kafka – ein Schriftsteller, der für viele heutige Klassiker verantwortlich zeichnet …
Ich habe auch einige – bei weitem nicht alle seiner Bücher gelesen und bin fasziniert von Kafka, aber so wirklich viel aus seinem Leben wusste ich noch nicht, ich war in Prag und habe mir sein Geburtshaus angeschaut, aber eine Biografie von ihm hatte ich noch nicht gelesen, bis zum Wochenende …

Nun möchte ich euch berichten, was ich aus der Biografie Kafkas von Saul Friedländer für mich mitgenommen habe und wie sie mir allgemein gefallen hat …

Meine Meinung zum Buch:
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Das Rätselhafte an der Person Kafka ist vielleicht nicht ganz für mich verloren gegangen, aber es wurde wesentlich erhellt – und das ist schon Grund genug für mich, diesem Buch volle Punktzahl zu vergeben, das ist aber lange nicht alles, was mich positiv diesem Buch gegenüber stimmt.

Der Autor ist auch in Prag geboren, ich weiß nicht, ob es das ist, was ihn so sehr zu Kafka hinzieht, ihn zu einem so extremen „Spezialisten“ dieser Person macht oder einfach, weil er von frühester Jugend mit Kafka „lebt“ – mit dessen Werk lebt.

Dieses Buch sollte man aufmerksam lesen, man muss sich damit auseinander setzen – das soll nicht negativ gemeint sein – gar nicht – im Gegenteil, weil, wenn man sich intensiv damit auseinander setzt, dann versteht man nicht nur das Buch und das, was der Autor seinen Lesern sagen möchte, sondern auch den Menschen und Schriftsteller Kafka – eng verbunden mit seiner Zeit und den Menschen, die in seinem Umfeld lebten.

Friedländer schreibt detailliert, er stellt Fragen, beantwortet sie und er gibt dem Leser ein Auge für Kafkas Werk. Die Aspekte, die er anführt, hatte ich bisher echt noch nicht bedacht und wahrgenommen, aber sie sind, wenn man es nach dem Lesen bedenkt, logisch. Dieses Porträt ist etwas ganz besonderes, es ist detailliert bildhaft geschrieben, flüssig zu lesen, spannend und faszinierend und wirft ein ganz anderes – ein umfassendes Licht – auf Kafka und sein Werk. Friedländer interpretiert ehrlich und offen seine Erfahrungen und seine Recherchen und gibt dem Buch somit einen qualitativ hohen Wert.

Die Kafka-Forschung gibt es schon lange, aber ich finde, dass dieses Buch für den Otto-Normal-Leser und Interessenten zur Person Kafka hier perfekt bedient ist, wobei auch Spezialisten ganz gewiss viel Interessantes finden werden. Friedländer beleuchtet umfassend und beobachtet auch humorvoll, so dass das Buch nicht nur sachlich interessant ist und Wissen vermittelt, sondern auch kurzweilig und spannend zu lesen ist, also beste Unterhaltung.

Gliederung:
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Danksagung
Einleitung

Erster Teil: Prag lässt nicht los …
Der Sohn
Der dunkle Komplex des allgemeinen Judentums

Zweiter Teil: Der Lohn für Teufelsdienst
Nachtfahrt


Anhang
Anmerkungen
Bildnachweis
Register

Leseprobe:
========

Die zweite Episode zieht sich länger hin, und zu ihr gehören zwei getrennte Texte. In „Die Verwandlung“ kündigt der zweite Absatz der Erzählung bereits das sexuelle Erwachen Gregor Samsas an: „Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu kleines Menschenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden. Über dem Tisch, auf dem eine auseinander gebreitete Musterkollektion von Tuchwaren ausgebreitet war – Samsa war Reisender -, hing das Bild, das er vor kurzem aus einer illustrierten Zeitschrift ausgeschnitten und in einem hübschen, vergoldeten Rahmen untergebracht hatte. Es stellte eine Dame dar, die, mit einem Pelzhut und einer Pelzboa versehen, aufrecht5 dasaß und einen schweren Pelzmuff, in dem ihr ganzer Unterarm verschwunden war, dem Beschauer entgegenhob.“ …

Man sieht, der Autor dieser Biografie beschäftigt sich nicht nur mit dem Leben Kafkas im Zusammenhang mit seiner Zeit, sonder detailliert und tiefgründig mit seinen Werken, mit der Entstehung und dem Hintergrund seiner Werke.

Das alles zusammen genommen macht es für mich einfach volle Punktzahl zu vergeben. Ich habe die Lektüre genossen, bin bestens unterhalten worden und bekam jede Menge Wissen auf verständliche und kurzweilige Art, aber auch sachlich vermittelt.
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Facettenreicher Kafka, 16. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka (Gebundene Ausgabe)
Friedländer gelingt es, nicht nur bisher unerforschte Aspekte aufzuzeigen. Auch Bekanntes wird auf sehr subtile und zugleich treffende Weise neu interpretiert.
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5.0 von 5 Sternen kafka für Literaturliebhaber, 29. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka (Gebundene Ausgabe)
Das ist ein wunderbares Buch für Kafka-Liebhaber, eine außerordenKafktlich interessante Art der Werkbetrachtung.Ich bin sehr beigeistert sowohl vom Inhalt als auch vom Druck und der Aufmachung und Ausstattung, außerordentlich empfehlenswert!
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1 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Treffender Kafka Eindruck, 1. Oktober 2012
Von 
Wolfgang Schmid "lupus" (Oberbibrach, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka (Gebundene Ausgabe)
Saul Friedländer versteht es ausgezeichnet das Genre Kafka aus seiner Sicht und im Kontext der wichtigsten Werke darzustellen.
Für Kafka-Verehrer ein Muss !
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Franz Kafka
Franz Kafka von Saul Friedländer (Gebundene Ausgabe - 23. August 2012)
EUR 19,95
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