Kundenrezensionen


4 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mittelalter für interessierte Laien zum Nachschlagen und Schmökern.
Ich interessiere mich seit meiner Schulzeit für Geschichte und lese daher auch gerne historische Romane, habe aber beruflich nichts mit diesen Themen zu tun und betreibe diese Interessen daher als reines Hobby.

Nun fragt man sich/ich mich beim Lesen inwieweit das jeweilige Setting stimmig ist. Aus einem guten historischen Roman sollte sich auch immer etwas...
Vor 13 Monaten von M. W. Broscheit veröffentlicht

versus
10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Florilegium eines erfüllten Forscherlebens
Ein renommierter Verlag hat einen ebenso renommierten Buchautoren gefunden. Der Name Karl Brunner geniesst in der Mittelalterforschung einen ausgezeichneten Ruf: Professor an der Universität Wien, Leiter des Kremser Instituts für Realienkunde, Direktor des Österreichischen Instituts für Geschichtsforschung, weit über 200 publizierte Aufsätze,...
Vor 18 Monaten von sog. Fredegar veröffentlicht


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Florilegium eines erfüllten Forscherlebens, 2. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters (Taschenbuch)
Ein renommierter Verlag hat einen ebenso renommierten Buchautoren gefunden. Der Name Karl Brunner geniesst in der Mittelalterforschung einen ausgezeichneten Ruf: Professor an der Universität Wien, Leiter des Kremser Instituts für Realienkunde, Direktor des Österreichischen Instituts für Geschichtsforschung, weit über 200 publizierte Aufsätze, Sammelbände und Monographien. Das Profil des Verfassers passt ausgezeichnet zum Titel, hat er sich doch in der Vergangenheit immer wieder mit Themen des Alltags, der Sachkultur und der Mentalitäten befasst. Großes ließe sich also von diesem gut 250 Seiten starken Band erwarten.

Umso enttäuschender gestaltet sich die Lektüre. Bereits die Einleitung vermag fachlich nicht zu überzeugen. Das darin referierte Konzept von "Kultur" definiert sich im Sinne des 19. Jhs. vornehmlich nach dem Gegenstandsbereich, nicht nach der Perspektive. In diese "Kulturkiste" packt Brunner ein eher ungeordnetes Bündel abstrakter Themen und Begriffe: Alltag, Identität und Differenz, Gender und Sexualität, Community und Repräsentation etc. Anders gesprochen: Alles, was dem Autor irgendwie berichtenswert scheint. Und da er seinen Text als "Frucht lebenslanger Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Quellen" bezeichnet, ist dies eine enorme Menge. Recht eigenwillig unterteilt der Autor zudem die Zeit zwischen den Jahren 500 und 1500 in ein "Erstes" und ein "Zweites" Mittelalter. Trotz seines Hinweises auf tiefgreifende Wandlungsprozesse nimmt er sich vor, diese tausendjährige Periode insgesamt zu behandeln. Entsprechend unpräzise gestalten sich seine Ausführungen. Belege der Karolingerzeit stehen unkommentiert neben solchen des 15. Jahrhunderts. "Das" Mittelalter gerät so zum Einheitsbrei.

Der Blick ins Inhaltsverzeichnis belegt, wie viel sich der Autor offenbar vorgenommen hat: Von der Geschichte des Körpers (13-55) springt er zum Themenblock "Haus und Hof" (56-97), das merkwürdigerweis auch den Bereich weltlicher und geistlicher Dichtung mit einschließt. Im Anschluss finden "Kirche und Klöster" (98-146) Berücksichtigung, es folgt "Die Stadt" (147-170), um dann unter dem Titel "Fest - Turnier - Krieg" (171-215) abermals zwischen kirchlicher Messfeier, höfischem Turnier, Gottesurteil und Kreuzzügen hin und her zu springen. Es folgt ein sechster und letzter Abschnitt, der eine Geschichte der Kulturlandschaft von der Römerzeit bis zum Epochenausgang skizziert (216-247).

So erratisch die Kapiteleinteilung ausfällt, so verwirrend wirkt die Binnengliederung der einzelnen Abschnitte. In dichtem Stakkato reiht Brunner Thema an Thema. Die Auswahl wirkt willkürlich und in der Länge unausgewogen: Dem kirchlichen Jahreskreis widmet das Buch acht Seiten, den Kreuzzügen immerhin noch zwei, während "Muslime" oder "Geschichtsschreibung" sich mit weniger als einer Seite begnügen müssen und das Kapitel "Zeit" gar nur 10 Zeilen umfasst. Wegen der unüberschaubaren Menge des Materials geraten die Überleitungen schon einmal holprig: "Bei Festen und Jagden dürfen Hunde nicht fehlen", heißt es ganz unvermittelt im Abschnitt über Höfische Feste. Brunner handelt anschließend auch die Katze ab uns springt vom "katzen vensterlin" in der Haustür unvermittelt auf das Feld des ritterlichen Turniers.

Fast jeder Satz des Buches eröffnet ein neues Themenfeld. Fast scheint es, als habe Karl Brunner alle Vorlesungen seiner dreißig Universitätsjahre gebündelt und auf eine Sammlung prägnanter Sätze zusammengekürzt. Der Leser verliert hier leicht den Überblick und bisweilen auch die Nerven. Dabei wird man dem Verfasser keine gravierenden inhaltlichen Fehler vorhalten können. In der hektischen Dichte seiner Ausführungen aber bleibt das Verständnis für Details und größere Zusammenhänge rasch auf der Strecke.

Wem kann das Buch empfohlen werden? Für interessierte Einsteiger ist es zu dicht und unübersichtlich geschrieben. Studierende der Geschichte werden von der unstrukturierten Fülle an Details eher abgeschreckt als angezogen, als Handbuch zur Prüfungsvorbereitung ist das Werk wegen seiner geringen inhaltlichen Tiefe kaum geeignet. Für Kenner der Materie bietet Brunner kaum konsistente Deutungen und überraschende Erklärungen, immerhin aber einen Steinbruch von mehr oder weniger wissenswerten Einzelheiten. Vielleicht am besten mag das Buch bei anderen emeritierten Geschichtsprofessoren ankommen: Als Beweisdokument, wie viel Wissen sich im Lauf eines erfüllten Forscherlebens aufnehmen und ansammeln lässt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mittelalter für interessierte Laien zum Nachschlagen und Schmökern., 18. Mai 2013
Von 
M. W. Broscheit "porthos" (nahe Bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich interessiere mich seit meiner Schulzeit für Geschichte und lese daher auch gerne historische Romane, habe aber beruflich nichts mit diesen Themen zu tun und betreibe diese Interessen daher als reines Hobby.

Nun fragt man sich/ich mich beim Lesen inwieweit das jeweilige Setting stimmig ist. Aus einem guten historischen Roman sollte sich auch immer etwas lernen lassen. Solange die Romane sich mit politischen Führern, großer Politik und Ähnlichem beschäftigen ist dies relativ leicht, unzählige Geschichtsbücher beinhalten kaum etwas anderes und auch das Internet hilft dort weiter. Schwieriger wird es wenn der Roman irgendwo in der Provinz spielt und die Protagonisten nur unbedeutende Adlige oder einfache Leute sind.

Angeregt zum Kauf dieses Buches hatte mich ein historischer Roman über einen Händler im 12. Jahrhundert, der in einer fiktiven kleinen Stadt an der Mosel agiert. Der Autor schaffte eine sehr stimmige mittelalterliche Atmosphäre, leider wurden aber trotz aller Ausführlichkeit einige Aspekte nur angerissen. Z. B. reist er von Mailand zur Mosel, wie muss ich mir die Wege, die Einkehrmöglichkeiten, die Gefahren auf diesem Weg vorstellen, dazu schwieg der Autor. Einige Informationen und Hinweise zu dieser Fragestellung konnte mir dieses Buch beantworten.

Dieses populärwissenschaftliche Werk ist gut verständlich zu lesen, enthält eine Menge an Informationen und eignet sich besonders als Nachschlagewerk. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von thematisch ähnlichen Büchern, bei diesem (in der E-Book Version) hat mir besonders die Möglichkeit gefallen, dass man den Links im ausführlichem Inhaltsverzeichnis so einfach durch Anklicken folgen kann, darin ist es der gedruckten Ausgabe eindeutig überlegen. Natürlich können auf 269 Seiten für eine ganze Epoche nicht alle Fragen komplett beantwortet werden, dieses Werk hält aber gut die Balance zwischen Lesbarkeit und Informationstiefe.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kleines Nachschlagewerk und differenzierte Einstiegslektüre, 31. Dezember 2012
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters (Taschenbuch)
"'Das' Mittelalter gibt es nicht, aber viele Klischees davon."
(Prof. i. R. Dr. Karl Brunner)

Mit über 100 publizierten Sachbüchern, Aufsätzen und Fachbeiträgen zu seinen Forschungsschwerpunkten, einschließlich der Historischen Hilfswissenschaften (Realienkunde, Alltags-, Mentalitäts-, Umwelt- und Sozialgeschichte sowie Wissenschaftstheorie) zählt Prof. i. R. Dr. phil. Karl Brunner auch außerhalb seines Heimatlandes Österreich zu den Experten für die Geschichte des Früh- und Hochmittelalters. Seine im August 2012 in beck'sche Reihe erschienene "Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters" ist das erste Buch nach seiner Versetzung in den Ruhestand (1. Oktober 2009) und gleichzeitig auch sein aktuellstes.

Der von den Humanisten ursprünglich mit Abwertung gebrauchte Epochenbegriff "Mittelalte" hat sich - trotz unterschiedlicher Ansichten über seinen Beginn und Ende - in der Gegenwart schließlich für das Jahrtausend zwischen 500 und 1500 eingebürgert. Zehn lange Jahrhunderte zwischen dem Niedergang der Antike und dem rasanten Aufstreben der Neuzeit, die nach Region und den unterschiedlichsten Aspekten menschlichen Zusammenlebens unterschiedlich abliefen, jedoch auch als Zeit der Geburt Europas gelten.

Eine Flut von mehr oder weniger "historischen" Romanen, Filmen und Spielen, aber auch das seit den 1980er Jahre vermehrte Aufkommen von sogenannten Mittelaltermärkten, mittelalterlichen Märkten und andere Formen eines fraglichen "Historytainments" sind einmal mehr Belege für das Eingangszitat. Die zitierte Vielfalt der Klischees und eine häufig damit verbundene Fülle von Anachronismen wurde durch die Epen um König Artus, das Nibelungenlied und andere "literarische Werke" wie Orlando Furioso usw. bereits zur Unterhaltung eines mittelalterlichen Publikums frühzeitig genährt. Auch von der Malerei, Bildhauerei und den (anderen) Bildenden Künsten wurden Jahrhunderte zuvor lebende Ereignisse, Personen usw. in spätere Zeiten transponiert. Durch Verklärung, Romantisierung aber auch Verdammung wurden Bilder geschaffen und Vorstellungen begünstigt, die nicht nur Historikern die Haare sträuben. Die heute leider noch weit verbreitete Meinung, dass die Hexenverfolgungen hauptsächlich ein Phänomen eines "finsteren Mittelalters" gewesen sei, ist blanker Unsinn, so dass Brunner konsequenterweise mit keinem Wort darauf eingeht. Im dritten Kapitel "Kirche und Kloster" beschäftigt er sich vielmehr u. a. mit Häretikern und Ketzern, denn diese landeten mitunter auf dem Scheiterhaufen der Inquisition. Demgegenüber wurden Hexenverfolgungen zurückgestellt oder gar untersagt. Auch für die Pogrome an Juden gab es weder von theologischer noch von offizieller kirchlicher Seite eine Rechtfertigung. Daneben war das Anschnallen des Waffengürtels weitaus bedeutender, als der vielfach beschriebene Ritterschlag.

In seinem Vorwort definiert Brunner den Begriff Kultur (von lateinisch: colere = bebauen, pflegen), der vom (ver)mehren bis zum Sündenfall reicht und die Leitbegriffe der "Cultural Studies": Identität und Differenz, Gender und Sexualität und Gemeinschaft. Während viele Quellen von der Kultur der Oberschicht (Kaiser, König, Adlige und Klerus) zeugen, erinnert der Autor an Bertolt Brecht, der einmal die Frage stellte: Hatte Caesar nicht einen Koch dabei? Der Frage nach dem "kleinen Mann" kommt Brunner dergestalt nach, dass er sich in jedem seiner sechs Kapitel zunächst den Aspekten widmet, von denen alle oder zumindest viele Menschen betroffen waren. Dabei wird deutlich, dass materiellen Voraussetzungen die Basis für eine höfische Hochkultur war. Die daraus resultierende gesellschaftliche Ordnung bestimmte den Lebensalltag von allen.

Einige der beschriebenen mittelalterlichen Phänomene wirken in unserer Gegenwart recht sonderbar: Eine Ausrede für den immensen Alkoholkonsum der Oberschichten, der nicht selten zu Gichtleiden führte, war die, dass sauberes Wasser nicht so einfach bekommen war. Das Äußere von Personen galt als Abbild ihres Charakters. Während Adlige ihr Haar lang trugen, mussten Bauern kurz geschoren sein. Die Mode und das Schönheitsideal kleiner weiblicher Brüste war der Oberschicht vorbehalten, denn deren Frauen brauchten ihre Kinder nicht selbst zu säugen. Die Pubertät fiel aus, denn mit Beginn der Geschlechtsreife wurden Mädchen mit 12 Jahren, Jungen mit 15 Jahren verheiratet. Qualvolle Zahnschmerzen mussten hilflos bis zum Tode des Zahns oder des Patienten ertragen werden. Als Vorsorgeleistung für ihr Alter bekam die Braut bereits bei der Hochzeit ein "Wittum"....

Der von 32 Abbildungen und einem sechsseitigen Literaturverzeichnis begleitete Band eignet sich aufgrund seines abschließenden Registers als kleines Nachschlagewerk und wegen seines flüssigen Schreibstils auch als differenzierte Einstiegslektüre.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr fundiert und gut lesbar, 16. Juni 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters (Taschenbuch)
Ein ausgezeichnetes, gut verständliches Werk von einem ausgezeichneten Mediävisten. Ich habe von niemandem so viel über das Mittelalter und vor allem die richtigen Fragestellungen in der Forschung gelernt wie von Karl Brunner.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters
Kleine Kulturgeschichte des Mittelalters von Karl Brunner (Taschenbuch - 23. August 2012)
EUR 14,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen