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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wichtige Epoche europäischer Geschichte, 4. März 2012
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die Merowinger (Taschenbuch)
Ihr Curriculum Vitae hat Martina Hartmann, geb. Stratmann (Jg. 1960) als Autorin für den in der Reihe C.H.Beck Wissen erschienen Band "Die Merowinger" geradezu prädestiniert.. Nach ihrer Promotion an in mittelalterlicher Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (1989) war sie bis 2000 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der "Monumenta Germaniae Historica" in München und Redakteurin des "Deutschen Archivs für Erforschung des Mittelalters" tätig. Ihrer Berufung als Professorin für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an die Universität Regensburg, folgte seit eine Anstellung als außerplanmäßige Professorin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Universität Heidelberg (2006) und schließlich die Umhabilitation an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Geschichte des frühen Mittelalters und die Historischen Hilfswissenschaften bilden die Forschungsschwerpunkte, zu denen sie bereits eine Reihe von Büchern veröffentlicht hat. Verheiratet ist Prof. Dr. Martina Hartmann mit dem Mediävisten Prof. Dr. Wilfried Hartmann, der bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2008 an der Universität Tübingen an der Eberhard Karls Universität in Tübingen lehrte.

Während die Begeisterung der Deutschen und ihrer Geschichtswissenschaft seit dem 19. Jahrhundert für die Germanen und das Frankreich der der Karolinger groß war, wurde dabei das Frankreich der Merowinger ausgespart. Auch timediver® machte vor über vier Jahrzehnten im Geschichtsunterricht zuerst Bekanntschaft mit den fränkischen Hausmeiern, also den Karolingern, die mit Childerich III. den letzten König der Merowinger die Haare scheren ließen und ihn ins Kloster schickten. Der stiefmütterliche Umgang in den Lehrplänen war auf mehrere Gründe zurückzuführen. Neben der drastischen Schilderung der Grausamkeiten der merowingischen Großen durch den Chronisten Gregor von Tours, waren es vor allem die historischen Romane "Fredigundis" (1886) und "Chlodovech" (1895) die ein negatives Image zeichneten. Hinzu kamen die merkwürdigen verwirrend ähnlichen Namen sowie der Umstand, dass alle Könige in Städten residiert hatten, die im heutigen Frankreich liegen. Auch die berühmtesten Heiligen, die mit den merowingischen Herrschern in Kontakt gestanden hatten, lebten dort wo man einen anderen Umgang mit den Merowingern pflegt. Bereits der Karpetinger Ludwig IV. "der Heilige" (Reg. 1226 - 1270) hatte die "Grandes chroniques de France" in Auftrag gegeben, in denen die Merowinger einen breiten Raum einnehmen. In der Basilique Saint Denis konnte sich timediver® im August 2011 davon überzeugen, dass man dort bereits im 12,. Jahrhundert Kenotaphe für die merowingischen Könige und Königinnen anfertigen ließ, um sich bewusst in deren Traditionslinie zu stellen. Auch Napoleon Bonaparte knüpfte bei seiner Kaiserkrönung im Jahre 1804 an die Merowinger an, indem er seinen Krönungsmantel nicht mit Lilien, sondern mit Bienen - einer Symbolik die man 1653 Im Grab von Childerich I. in Tournai gefunden hatte, besticken ließ.

Nach ihrer Einleitung zum unterschiedlichen Geschichtsverständnis der Merowinger in Deutschland und Frankreich präsentiert die Autorin die Geschichte, Herrschaft, Gesellschaft und Kultur der Merowinger in zwei Teilen. In fünf Kapiteln bietet Teil 1 die Chronologie der Dynastie von ersten König Childerich I. bis hin zu den Schattenkönigen (rois fainéants), die immer als Teil der französischen Geschichte betrachtet wurde. Die zweifelhaften Highlights dieser Epoche bestehen neben mach frommen Werk vor allem in Polygamie, Konkubinat, Eroberungs- und Raubzüge sowie Machtkämpfe, die am Ende an deren Ende zumeist mit dem Abschneiden des langen Haupthaars oder Mord endeten. Eine zukunftsweisende Entscheidung für das aus einem Siedlungsgebiet römischer Föderaten entstandenen Frankenreiches war die - wenn auch halbherzige - Annahme des katholischen Christentums durch Chlodwig I. (zw. 497- 507). Denn alle anderen, aus der Völkerwanderung hervorgegangenen Germanenreiche, die dem Arianischen Christentum anhingen waren hingegen dem Untergang geweiht. Aber auch der Katholizismus sollte die Merowinger nicht von ihren Gewohnheiten abbringen. Eine Hilfe bilden die sukzessiv fortgeführten Teilstammbäume, die den Leser nicht den Überblick über die Gesamtgenealogie verlieren lassen.

Der zweite Teil beginnt mit der Darstellung der merowingischen Könige als Krieger, Herrscher und Richter. Die Merowinger leiteten ihre Abstammung auf ein Meeresungeheuer, halb Mensch und halb Stier zurück, das der Sage nach der Erzeuger des Stammvaters der Dynastie, Merowech, gewesen war. Ein von Ochsen gezogener Reisewagen und Stierköpfe gehörten daher zu den kultisch-magischen Attributen des Reisekönigtums, dessen heidnische Elemente sich auch durch die Annahme des Christentums nicht verändern sollten. Der mitgeführte Königsschatz spielte bei der Machtausübung eine besondere Rolle. Neben den Hofämtern gab es königliche Beamte zur Steuereintreibung. Neben den comes civitatis als königliche Statthalter mit weitreichenden Kompetenzen in Heer, Verwaltung und Gerichtswesen fungierte der örtliche dux (Herzog) als eine Art Polizei. Nur in den Fällen des Landes- und Hochverrats blieb die Gerichtsbarkeit alleine dem König vorbehalten. Zur Verhinderung von Blutrache kam das Prinzip des Wergeldes zur Anwendung. Hinsichtlich Regentschaft, politischem Einfluss, Hofstaat etc. standen die Königinnen den Männern in nichts nach. Die Gesellschaft in der sowohl Aufstieg als auch Abstieg möglich war, gliederte Freie, Halbfreie und Unfreie. Die "Lex Salica" spiegelt die rechtliche und soziale Ungleichheit der Bevölkerung, die aus ca. 200.000 fränkischen Siedlern gegenüber 6 bis 7 Millionen Gallorömern bestand. Eine besondere gesellschaftliche Wertstellung genoss die freie Frau im gebärfähigen Alter. Für sie musste mit 600 Schillingen ein dreimal so hohes Wergeld wie bei einem freien Mann gezahlt werden.

Neben 16 schwarzweißen Abbildungen bilden ein Literaturverzeichnis, Glossar und Personenregister sowie eine Zeittafel und historische Karte die Materialien einer gelungen Darstellung, die als wichtiger Teil der europäischen Geschichte auch Teil jener Süd- und Mitteldeutschlands ist. Dafür gibt es 5 Amazonsterne.

Für Leser, die sich auf unterhaltsame Weise mit der Geschichte der Merowinger auf dem Wege der Belletristik beschäftigen möchten, gibt timediver® folgende Empfehlungen:
"Die langhaarigen Merowinger. Historische Spaziergänge." waren bereits 1933 das Thema für ein Essay des schwedischen Autors und Schachspielers Frans Gunnar Bengtsson (1894 - 1954).Robert Gordian hat die historischen Ereignisse von Chlodwig I. bis zu seinen Urenkelinnen Chrodechilde und Basina in eine Roman-Tetralogie umgesetzt, die in folgender Reihenfolge zu lesen ist: "Der Wolfskönig." (2005), "Die Heilige und der Teufel." (2006), "Die schrecklichen Königinnen" (1998) und "Aufstand der Nonnen." (1999).
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5.0 von 5 Sternen ziemlich gut, 9. März 2014
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Rezension bezieht sich auf: Die Merowinger (Taschenbuch)
Wer sich über die Merowinger diesseits von Kitsch und Mythen informieren möchte, ist hier bestens beraten. Seit Zöllners längst vergriffenem Buch von 1970 ist endlich wieder eine griffige Darstellung zu haben, die Lust auf mehr macht; zumal für diejenigen, die die unendlich verzettelte, gern auch dröge Spezialforschung (Geary, Ewig u.a.) zunächst nicht verfolgen können. Von politischen und demografischen Strukturen bis zum kulturellen Leben erschrieb Hartmann auf 120 Seiten eine knappe Darstellung dessen, was man heute über die Epoche/Dynastie VOR Karl dem Großen, also über die Genese des abendländischen Mittelalters, wissen kann oder sollte. Gutes Buch.
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5.0 von 5 Sternen beck's serie, 4. Mai 2014
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Rezension bezieht sich auf: Die Merowinger (Taschenbuch)
wie immer bei dieser serie von beck's ein idealer einstieg in ein thema auf ca. einhundert seiten. informative, genau recherchiert und von ausgewiesenen experten auf dem jeweiligen gebiet. für intensivere und detaillierte nachforschungen bedarf es dann weiterführender bücher.

fazit: ein hervorragendes buch um sich in ein thema einzulesen
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5.0 von 5 Sternen Merowinger, 16. Mai 2014
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Rezension bezieht sich auf: Die Merowinger (Taschenbuch)
Bewertung: Mein Interesse wurde geweckt, nachdem man kürzlich in der Nähe von Wetzlar ein Merowinger Schwert in einer
Grabstätte aus dem 5. Jahrhundert gefunden hat. Mit dem Buch bekam ich für einen günstigen Preis eine interressante Zusammenfassung der Merowinger Franken. Hat meine Erwartungen voll erfüllt, habe vieles dazugelernt. Danke
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1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Quellenlage der Merowinger ist sehr schwierig und Original kann von Fälschung sehr schlecht unterschieden werden, 18. Dezember 2012
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Rezension bezieht sich auf: Die Merowinger (Kindle Edition)
Martina Hartmann hat bei dieser schwierigen Quellenlage ein interessantes und teilweise auch spannendes Buch verfasst.
Es enthält alle wichtigen Informationen.
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Die Merowinger
Die Merowinger von Martina Hartmann (Taschenbuch - 8. Februar 2012)
EUR 8,95
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