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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Biographie!, 30. März 2012
Von 
"Hamburger Jung" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Machiavelli: oder Die Kunst der Macht (Gebundene Ausgabe)
Unzählige Bücher sind bereits über den berühmten Niccolò Marchiavelli geschrieben worden, er und seine Schriften wurden häufig verdammt, sein Name ist mit dem Begriff "Machiavellismus" Synonym für skrupellose Herrschaft geworden. Dem Historiker Volker Reinhardt ist es gelungen, in seinem Buch "Marchiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie." den so häufig geschmähten und verfemten Marchiavelli einer sachlichen, unvoreingenommenen und auf Basis seiner Schriften beruhenden Betrachtung zu unterziehen. Er präsentiert Marchiavelli und seine Theorien im Kontext der Zeit, die für Marchiavellis Heimatstadt Florenz vor allem eine Zeit der Krisen war und vermeidet den wertenden Blick aus der Retrospektive. Umfangreich beschäftigt er sich mit Marchiavellis diplomatische Tätigkeit im Namen der Republik Florenz. Die Erkenntnisse im Umgang mit den Mächtigen der Zeit wie König Ludwig XII. von Frankreich, den Päpsten oder Cesare Borgia und deren hautnahes erleben, beeinflussten Marchiavelli ebenso wie die Verhältnisse in seiner Heimatstadt. So erklärt der Autor auch Marchiavellis negatives Menschenbild.

Insgesamt hat mich dieses Buch durchgehend überzeugt. Reinhardt, ein ausgesprochener Kenner der gesamten Epoche, vermag ein glaubwürdiges, überzeugendes und abgerundetes Bild von Marchiavelli zu zeichnen. Das Buch ist gut verständlich geschrieben, als Leser kann man alles nachvollziehen und es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Dieses Buch ist wirklich empfehlenswert!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Idealist, Zyniker und Provokateur, 15. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Machiavelli: oder Die Kunst der Macht (Gebundene Ausgabe)
'Ich sage Euch, dass ihr ein durch und durch schädlicher Mensch seid......'.

Zumindest urteilt in dieser Form damals der päpstliche Gouverneur von Modena und verweist Machiavelli seines Hauses. Er spricht damit aus, was das Bild Machiavellis über Jahrhunderte hinweg zumindest mitbestimmte, wenn nicht sogar fast alleine prägte.

Gut, dass Volker Reinhardt sich nun dieser, so scheint es, bekannten und doch in manchen wichtigen Facetten im Buch neu überraschenden Figur der Geschichte genähert hat.
Gut, weil Reinhardt hinter die Fassade zu schauen pflegt und Machiavelli näher und tiefer ergründet als die verkürzten Darstellungen eines strategischen Machtspielers, der vielfach überall dort zitiert wird, wo es nur um vermeintliche Macht und Gewinne geht.

1469 wird Niccolo Machiavelli in Florenz in machtfernen Verhältnissen geboren. Mitten hinein in die Renaissance, in die Blüte italienischer Kultur und Macht. Eine politische Macht, in der Machiavelli seit 1498 eine Rolle spielt als Sekretär der Regierung und mehrfacher Gesandter der Republik Florenz.

Ränkespiele, das Ringen um Einfluss, die Unterordnung sämtlicher 'Spielregeln' unter den strategischen Machterfolg und das von allen Seiten der beteiligten großen und kleinen Mächte, dies sind die Zeichen der Zeit, die Machiavelli prägen und innerhalb derer er bald schon beginnt, seine eigenen Beobachtungen und Strategien zu entwickeln. Das Streben allein nach eigenem Vorteil, nicht nur der Name Borgia ist mit diesen 'Zielen' eng verbunden, die gesamte Zeit atmete dieses rein machtorientierte Leben. Eine Atmosphäre, die Reinhardt gelungen im Buch darstellt und dem Weg Machiavellis in all diesem nachgeht.

Ein nicht ungebrochener Weg im Übrigen. Nach einer Niederlage und Wendung des Kriegsglücks gegen Florenz kehren die Medici als Machthaber zurück, Machiavelli wird seiner Ämter enthoben, verhaftet und gefoltert, nur eine Amnestie rettet letztlich sein Leben. Politisch kaltgestellt verfasst er 'De Principatibus', aber auch Komödien und ein reichhaltige Korrespondenz und so manche Schriften. Vor allem aber verbleibt er den Medici gegenüber in kritischer Haltung bis zu seinem Tod 1527.

Diese äußeren Eckdaten versteht Reinhardt, mit Atmosphäre und Leben zu versehen. Die Entwicklungen Machiavellis werden von Beginn an detailliert dargestellt, sein Weg zu einem strategisch versierten 'Gesandten im Auftrag der Macht' zeichnet Reinhardt ebenso nachhaltig nach, wie er es allerdings auch versteht, immer wieder den Blick hinter die Fassade des kühl, hart und zynisch wirkenden Mannes zu werfen.

Gerade in seiner, inneren wie äußeren, Auseinandersetzung mit den Medici in seinen letzten Lebensjahren wird deutlich, dass Machiavelli eine klare und durchaus ideale Vorstellung des politischen und allgemeinen Lebens hatte. Machiavelli kritisiert vernehmlich, dass oftmals Talente und Möglichkeiten der Mächtigen nicht 'zum Wohl der Republik' eingesetzt werden, sondern nur für das eigene Klientel.

In dieser Einordnung und diesen Maßstäben an 'die Macht und die Mächtigen' wird Reinhardts Buch in der Darstellung der Werte und Ideale Machiavellis äußerst fruchtbar für die Gegenwart, denn viel verändert hat sich ja nicht unbedingt in der Ausrichtung der Macht.

Das Buch ist verständlich geschrieben, nachvollziehbar in der Darstellung der Entwicklungslinien Machiavellis und öffnet noch einmal eindrücklich den Blick auch auf die auf Größeres ausgerichtete innere Haltung Machiavellis und zeigt so ein differenziertes Bild einer oft verkürzt dargestellten Persönlichkeit. Ein Buch über einen Mann, aber auch über die Politik, die Abläufe der Macht und das, was an der Ausrichtung an Idealen oft fehlt in der Machtpolitik aller Zeiten. Sehr empfehlenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine neue Biografie war notwendig, 10. April 2012
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Machiavelli: oder Die Kunst der Macht (Gebundene Ausgabe)
Machiavelli darf viele Eigenschaften für sich beanspruchen. Unter anderem die, selbst für die unsinnigsten Ideen als Projektionsfläche zu dienen. Aber setzt man sich mit Leben und Werk dieser bedeutenden Person auseinander, wundert man sich schon sehr über die Anmaßung, mit der ihn viele für ihre eigenen Ideologien und Glaubensvorstellungen vereinnahmen. Zitierfreudige Zeitgenossen können sich für den Missbrauch allerdings nicht mehr mit dem Hinweis rechtfertigen, es gäbe keine gute Biografie über Machiavelli. Denn was den 1954 geborenen Geschichtsprofessor Volker Reinhardt vorlegt, ist einfach Klasse. Und weil er den geschichtlichen Rahmen immer mitliefert, braucht es zum Verständnis auch kein riesiges Vorwissen.

Welche Wahrheiten der "Missionar im Spöttergewand" seiner Zeit verkündete, wird dem Leser gleich im Prolog mitgeteilt. Und so wird klar, dass es sich um happige Kost handelt, zumal für Machiavelli auch die Religion Betrug ist. Sollte Reinhardts Prolog dazu motivieren, zumindest "Il principe" in einer deutschen Übersetzung zu lesen, macht die Lektüre dieser Biografie noch mehr Spaß. Für den sorgte übrigens auch Machiavelli bei seinen Zeitgenossen, indem er Geschichten erfand, die in ihrer Absurdität durchaus komisch wirken mussten.

Durch den knapp zwanzigseitigen Prolog bestens eingestimmt, wird der Leser im ersten Kapitel auf eine Zeitreise mitgenommen, die 1469 beginnt und vorerst bis 1498 dauert. Niccolò Machiavelli wird überraschend zum Sekretär der Florentiner Regierung und Chef der Zeiten Kanzlei gewählt. Und damit ist auch der Leser mitten im Zentrum der Macht, Intrigen und Verschwörungen. Doch bevor Machiavellis Wirken als Beamter erzählt wird, erfahren wir mehr über seine Kindheit, von der allerdings vieles nicht bekannt ist. Die Annahme, was sich unter der Herrschaft der Medici ereignet habe, sei nur in der damaligen Zeit vorstellbar, ist natürlich naiv. Denn gerade weil Machiavelli überzeitliche Verhaltensmuster beschreibt, ist er noch heute aktuell.

Nach der Verbrennung des Priors von San Marco und dem Verlust von Pisa, war Machiavelli "Unterhändler und Fürsprecher von Florenz und zugleich Landeskundler, Psychologe und Spion", was in dieser Krisenzeit sicher keine leichte Aufgabe war. Zu den diplomatischen Fähigkeiten Machiavellis gehörte auch die Kunst, für jedes Publikum die passende Geschichte zu erfinden. Wahrheit gehört sicher nicht zum Inhalt eines Diplomatenkoffers, wie schon die ersten Missionen zeigen, mit denen Machiavelli beauftragt wurde. Treffen meine Recherchen zu, ist die von Reinhardt erwähnte Novelle von Belfagor, dem Oberteufel, in Deutsch leider nur in den Gesammelten Werken Machiavelli greifbar.

Nachdem wir im Kapitel "Die Kunst der Diplomatie" auch Cesare Borgia ausführlich kennenlernten, geht es in "Die Kunst des Überlebens" vorwiegend um die Auseinandersetzungen Frankreichs mit dem Papst und damit auch um das Fünfte Lateranerkonzil, das Julius II am 2. Mai 1512 eröffnete. Spannend zu lesen, weil Volker Reinhardt auch locker Vorlesungen in Kirchengeschichte halten könnte.

Das Kapitel "Die Kunst des Schreiben" umfasst die Jahre von 1513 bis 1520. In diesem Zeitabschnitt geht es auch um amouröse Eroberungen, innere Emigration und Machiavellis Talent, seine Ideen, Beobachtungen und Glaubensvorstellungen in Worte zu fassen. Nachdem sich Machiavelli mit seiner Kritik an den Humanisten und verweichlichten Mächtigen seiner Zeit ins politische und intellektuelle Abseits manövrierte, musste er mit den verschiedensten Mitteln um seine Stellung kämpfen. Was damit gemeint ist, erfahren wir im Kapitel "Die Kunst der Provokation", das von den Jahren 1521 bis 1527 erzählt. Dankbar nimmt der Leser danach wahr, dass der Epilog von der gleichen Qualität ist wie der Prolog. Denn auf knapp sieben Seiten vermittelt Volker Reinhardt nochmals das Wesentliche, indem er Machiavellis Leben und Werk zwischen Verfemung und Ruhm ansiedelt.

Mein Fazit: Eine wichtige, gut recherchierte und glänzend geschriebene Biografie über eine der wichtigsten Persönlichkeiten im Zeitalter der Renaissance. Volker Reinhardt, Professor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg, versteht es, aus unzähligen Puzzlesteinen ein Bild zu entwerfen, das ebenso anschaulich wie faszinierend ist. Wer es gesehen hat, wird nicht mehr jeden Satz von Machiavelli als Beweis für eigene Theorien und Glaubensbekenntnisse gebrauchen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Machiavelli: Zyniker, Agnostiker, Idealist und Hofnarr der Mächtigen, 10. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Machiavelli: oder Die Kunst der Macht (Gebundene Ausgabe)
ZUM AUTOR
Volker Reinhardt (*1954) ist Professor an der Uni Fribourg. In Fachkreisen gilt er als Experte für die ital. Renaissance. Durch einen mehrjährigen Studienaufenthalt in Italien kann er die literarischen Hinterlassenschaften Machiavellis im Original studieren. Und Erfahrung mit Biographien hat er auch. Beispielsweise schrieb er schon über die Medici, die Borgia und Michelangelo. In der vorliegenden Lebensbeschreibung über Machiavelli schöpft Reinhardt aus dem Vollen. Was ein guter Historiker leisten muss, steht auf S. 16: „Er muss Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer Gesamtschau vereinigen, also Analysen liefern, die zum erfolgreichen Handeln im Hier und Jetzt befähigen.“ Dem wird Reinhardt in dieser Machiavelli Biographie gerecht. Wer diese Biographie gelesen hat, versteht die Beweggründe Machiavellis und erkennt den historischen Hintergrund, auf dem sie entstanden sind.

ZUM BUCH
Wie so oft, lohnt es sich auch hier, hinten zu beginnen, mit dem Epilog. Dort werden sie wesentlichen Erkenntnisse kompakt zusammengefasst. Der letzte Satz lautet (S. 373): „Gerecht wird man Machiavelli nur, wenn man ihn aus seiner eigenen Gegenwart heraus versteht: als einen brillanten intellektuellen Außenseiter, der Hilfsmittel gegen die Krisen seiner Zeit erfand, die zum Stein des Anstoßes für alle Zeiten geworden sind.“ Dann sollte man eine Blick auf die Zeittafel werfen (S. 377 ff), in der die wesentlichen historischen Daten kurz erläutert werden und auf das zerklüftete Staatenbild Italiens um 1500. Wie widersprüchlich das Urteil über Machiavelli ausfällt, zeigen einige Charakterisierungen Reinhardts: (S. 8) „zweitklassiger Diplomat, Exzentriker“, (S. 10) „Sonderling, intellektueller Hofnarr der Mächtigen“, (S. 18) „Zyniker, Idealist“, (S. 23) „destruktiver Entzauberer der Welt und des Menschen“, (S. 52) „Unterhändler, Landeskundler, Psychologe, Spion“, (S. 238) „selbsternannter Zukunftsdeuter“ und (S. 343) „notorischer Systemkritiker“.

Entsprechend dem Zeitverlauf gliedert Reinhart sein Buch in fünf Kapitel. Machiavellis Jugend wird nur kurz erwähnt, wohl auch, weil es kaum Dokumente darüber gibt. Sein Aufstieg in der Republik Florenz, seine Missionen, sein Abstieg und die frustrierende politischen Tatenlosigkeit gegen Ende seines Lebens werden ausführlich beschrieben. Reinhardt belegt seine Ausführungen und Folgerungen mit sehr vielen Original-Zitaten, die deutlich im Text erkennbar sind (etwas kleinere Schrift und eingerückt). Es werden bei den Betrachtungen auch Machiavellis Briefe während seiner politischen Tätigkeit und seine Gedichte und Komödien berücksichtigt. So ergibt sich ein Gesamtbild, das nicht nur auf dem bekannten Buch „Der Fürst“ basiert. Diese mehr soziologische Studie wird auf nur zwölf Seiten (S. 251 – 263) besprochen und gewürdigt. Machiavellis Credo wird so beschrieben (S. 116): „Da man ihnen [den Menschen] ihre destruktiven Eigenschaften nicht austreiben kann, muss man diese für den Staat nutzbar machen“. Einsicht in eigene Fehler seien Machiavelli fremd gewesen. Und bei einigen literarischen Veröffentlichungen sei er auch (S. 322) „abseits der historischen Wahrheit“ geblieben, habe also mit „beispielhafter Dreistigkeit“ gelogen.

Doch Machiavelli habe den Mut gehabt (S. 21) „den Menschen verhasste Wahrheiten zu sagen“. Er habe die Trakte von Humanisten und Theologen als (S. 252) „hohles Geschwätz“ gesehen, das „von reinem Wunschdenken diktiert wurde“. Er habe (S. 253) „unbarmherzig mit den humanistischen Schreibtischtätern“ abgerechnet, die (S. 262) „Maske der Wohlanständigkeit heruntergerissen und die Herrschaft als Inszenierung der Propaganda entlarvt“. Im Traktat „Der Fürst“ seien (S. 255) „an die Stelle der moralischen Kategorien Gut und Böse“ die Alternativen „Erfolg oder Scheitern“ getreten. Der Schock, den dieses Buch ausgelöst habe sei (S. 261) „umso größer, als die harten Aussagen zum Menschen und zur Politik durch keinerlei Ausdrücke des Bedauerns abgemildert werden“.

Die intellektuelle Redlichkeit Machiavellis sieht Reinhardt dadurch bewiesen, dass er während seiner politischen Tätigkeit sich nicht habe bestechen lassen, nicht betrogen habe und daher auch keine Reichtümer angesammelt habe. Machiavelli war ein Realist, Zyniker, Agnostiker und zugleich Idealist, der sich nicht verbogen habe und seinen Überzeugungen treu geblieben war.

GESAMTURTEIL
Wer sich nicht mit oberflächlichen Beurteilungen über Machiavelli zufrieden geben will, für den wäre diese Biografie ein Muss. Das Buch ist flüssig geschrieben und erfüllt dennoch hohe Ansprüche an wissenschaftliche Korrektheit. Es wird dem Menschen Machiavelli in all seinen Widersprüchlichkeiten gerecht.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely." Lord Acton, 6. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Machiavelli: oder Die Kunst der Macht (Gebundene Ausgabe)
Ein begabter und ehrgeiziger Florentiner, geboren in eine Familie ohne großes Vermögen und Einfluss, fristet seine Jugend mit Literaturstudien und Gedankenspielen, hat ernüchternde Rückschläge zu schlucken.

Was auch immer er versucht, um sich einzubringen: man lässt ihn auflaufen. Seiner Familie fehlen die passenden Verbindungen.

Er sitzt sein Leben ab. Sein Talent wird ignoriert. Die Zeit vergeht.

Doch dann geschieht das nicht Vorhersehbare: die Tonangeber stürzen ab, verlieren vorübergehend ihre Macht. Eine neue Politik muss her. Die Stunde der unverbrauchten Geister hat geschlagen.

Das Begreifen dieser Zusammenhänge prägt sein Denken und Handeln für den Rest seines Lebens - mit 29 Jahren beginnt die berufliche Laufbahn des Niccolò Machiavelli.

Volker Reinhardt hat eine wunderbare Biographie geschrieben und fasst im letzten Satz noch einmal zusammen, was sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht:

"...Gerecht wird man Machiavelli nur, wenn man ihn aus seiner eigenen Gegenwart heraus versteht: als einen brillanten intellektuellen Außenseiter, der Hilfsmittel gegen die Krisen seiner Zeit erfand, die zum Stein des Anstoßes für alle Zeiten geworden sind."
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4.0 von 5 Sternen Die Rehabilitierung von Niccolo Machiavelli, 31. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Machiavelli: oder Die Kunst der Macht (Gebundene Ausgabe)
Der italienische Diplomat, Philosoph und Dichter Niccolo Machiavelli gilt als ein zynischer Techniker der Macht, für den Erfolg wichtiger als Moral ist. In seiner umfassenden Biographie zeichnet Volker Reinhardt (Universität Freiburg) jedoch ein differenzierteres Bild von Machiavellis, der nämlich auch ein überzeugter Republikaner war, dessen großes Vorbild Rom auch Leitbild für den Stadtstaat Florenz sein sollte.

Andererseits ist die Republik in den Augen Machiavellis immer auch expansiv und Krieg ein legitimes Mittel der Politik. Die Glorifizierung des Krieges als Mittel der Politik bleibt ein sichtbarer Schatten auf dem intellektuellen Nachlass Machiavellis.

Stilistisch ist das Buch zwar wenig aufregend zu lesen, aber für Machiavelli-Interessierte ist es sicherlich dennoch eine Pflichtlektüre.

Eine ausführliche Rezension finden Sie auch auf danielflorian.de
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Machiavelli: oder Die Kunst der Macht
Machiavelli: oder Die Kunst der Macht von Volker Reinhardt (Gebundene Ausgabe - 20. Juli 2012)
EUR 24,95
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