Kundenrezensionen


36 Rezensionen
5 Sterne:
 (33)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


101 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darum ist das Britische Museum so einzigartig
Sparsame und an Kultur interessierte Leser könnten meine Überschrift so interpretieren, dass ich damit die kostenlosen Besuchsmöglichkeiten anspreche. Doch so schön Gratiseintritte sind, mit der Sammlung und diesem Buch haben sie nichts zu tun. Einzigartig ist das Britische Museum, weil es mit seinen über sieben Millionen Objekten ein besonderer...
Veröffentlicht am 9. Oktober 2011 von Fuchs Werner Dr

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolles Hörbuch mit nervigem Gequietsche
Format: Hörbuch.
Obwohl ich Bedenken hatte, ein Hörbuch von einem Bildband zu kaufen, bin ich von dem Inhalt, dem Sprecher und der Aufmachung begeistert. Das pdf von den Objekten ist allerdings indiskutabel schlecht, aber es dreht sich ja hauptsächlich um die Geschichte, die Objekte sind da ja fast Nebensache. Soweit so gut, oder besser:...
Vor 10 Monaten von Dr. Gerhard Jonschker veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

101 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darum ist das Britische Museum so einzigartig, 9. Oktober 2011
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Sparsame und an Kultur interessierte Leser könnten meine Überschrift so interpretieren, dass ich damit die kostenlosen Besuchsmöglichkeiten anspreche. Doch so schön Gratiseintritte sind, mit der Sammlung und diesem Buch haben sie nichts zu tun. Einzigartig ist das Britische Museum, weil es mit seinen über sieben Millionen Objekten ein besonderer Ort des Wissens und Kulturbewahrung ist. Und weil ein Menschenleben nicht ausreicht, um alles zu sehen, geschweige denn zu verstehen. Daher ist das Konzept dieses Buches stimmig. Denn es ist ein Gang durch die Menschheitsgeschichte, der einigermaßen zu meisten ist.

Möglich gemacht ihn Neil MacGregor, der seit 2002 als Direktor amtet. Auch wenn eine solche Mammutarbeit ohne die Hilfe zahlreichen Kollegen nicht möglich wäre, wie MacGregor ausdrücklich betont. Das Vorwort ist so motivierend, dass ich es am liebsten in seiner ganzen Länge wiedergeben würde. Und danach bringt der ehemalige Direktor der National Gallery in London 100 Objekte so zum Leben, dass man kaum anders kann, als eine persönliche Beziehung zu ihnen aufzubauen. Oder anders gesagt: Zu all den Geschichten aus zwei Millionen Jahren schreibt man als Leser eigene Erzählungen. Und dabei vergisst man sogar, dass die meisten Menschen, von denen die Rede ist, lange vor uns lebten.

Das Buch geht auf eine Sendereihe zurück, die von BBC Radio 4 konzipiert und ausgestrahlt wurde. Das ist deshalb speziell und erwähnenswert, weil ja die Objekte so beschrieben werden mussten, dass sich die Zuhörer die Sammlungsgegenstände möglichst gut vorstellen konnten. Gelungen ist das schließlich so gut, dass man sich am Ende des Buches beim dem Wunsch ertappt, die Bildungspolitiker möchten diese Übungsanlage doch als festen Bestandteil schulischer Ausbildungen einführen.

Dinge haben eine Biographie, schreibt Neil MacGregor. Und damit meint er auch, dass sich Dinge im Laufe der Zeit verändern oder verändert werden, was oft zu Bedeutungen führt, die sich am Anfang niemand vorstellen konnte. Objekte berichten aber auch auf verstörend materielle Weise vom Scheitern, von Untergängen und von wechselnden Loyalitäten. Davon und wie man am Globus drehen und gleichzeitig die ganze Welt in den Blick nehmen kann, will Neil MacGregor berichten. Er möchte daher auch Stimmen der Gemeinschaften oder Länder wiedergeben, in denen die Objekte entstanden sind. Denn "nur ein Hawaianer weiß, welche Bedeutung der Federhelm, den man Captain Cook und seinen Mitstreitern überreicht hat, nach 250 Jahren europäischer und amerikanischer Einmischung, für die Inselbewohner besitzt." Konnte man den Gründern des Britischen Museums noch kolonialistisches Denken vorwerfen, ist dieses Buch erstaunlich frei von einer Haltung intellektueller Machtausübung.

So wenig wie sich die Einleitung zitieren lässt, so unmöglich ist es, den Inhalt der zwanzig Teil wiederzugeben. Aber am aktuellen Zeitgeschehen Interessierten kann ich immerhin die gute Nachricht überbringen, dass zu den 100 Objekten auch eine Kreditkarte und eine Solarlampe inkl. Lademodul gehören.

Bevor ich zum Fazit komme, möchte ich noch auf einige technische, bzw. formalen Dinge eingehen. Übersetzt wurde das englische Original von Waltraud Götting, Andreas Wirthensohn und Annabel Zettel, die ihre schwierige Aufgabe hervorragend meisterten. Die Qualität des Drucks ist so gut, dass der Betrachter der farbigen Bilder jedes Detail erkennen kann, was in diesem Fall besonders wichtig ist. Jedes der 100 Objekte wird im Inhaltsverzeichnis bereits aufgeführt und sowohl historisch als auch thematisch eingeordnet. Im gut sechzig Seiten umfassenden Anhang finden wir das Kartenmaterial, eine Liste der Objekte mit Maßangaben und Inventarnummer, die Bibliographie zu jedem Objekt, Text- und Bildnachweise sowie Personen-, Orts- und Sachregister. Schade finde ich eigentlich nur, dass offenbar alles in einem Band Platz haben musste, da dies die Lesefreundlichkeit unnötig erschwert.

Mein Fazit: Ein Buch, das so einzigartig ist wie das Museum, aus dem die 100 beschriebenen Objekte stammen. Einzigartig, weil es auf einem Konzept beruht, das Dinge als Zeitzeugen zum Leben erweckt, eine bildhafte Sprache bedingt, überraschende Zusammenhänge aufzeigt, Lust an Bildungswissen weckt und das Publikum in diese Inszenierung der Menschheitsgeschichte einbezieht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das britische Empire im viktorianischen Teeservice, 29. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist nicht dafür geeignet, abends im Bett gemütliche Leserunden zum Einschlafen abzuhalten. Das verbietet allein schon der Umfang und das damit einhergehende Gewicht des Werkes (außer, man möchte damit Unterarmmuskeln trainieren), vor allem aber wartet Neil MacGregor mit einer solchen Fülle von Eindrücken, Hinführungen, Folgerungen, seinen betrachteten Objekten innewohnenden Bedeutungen auf und schafft damit eine solche Anregung des Geistes, das dieses Buch doch eher in Etappen gründlich genossen und zu Gemüte geführt werden will.

Denn es sind im Eigentlichen nicht nur 100 Objekte, die MacGregor beschreibt, sondern tatsächlich die in den Objekten wohnende 'Weltgeschichte', die im Gesamten ein breites und tief reichendes Bild dessen in den Raum setzen, was Entwicklung und Intention menschlichen Seins seit Jahrhunderten befördert und ausmacht.

In der Struktur des Buches geht MacGregor auf diesem Weg strikt chronologisch vor, wobei die ersten Kapitel weite Zeiträume abdecken ('Vom Werden der Menschen' (Faustkeil und Steinmesser) 2000000-9000 v.C.) über die Eiszeit (Tonmodell, Maya Statue, Stößel u.a.) 9000-3500 v.C. bis hin zu ersten Städten und Staaten, dem Einläuten der Zivilisation (Standarte von Ur, Siegel von Indus, Jadebeil etc.) 4000-2000 v.C. werden dann so langsam die Zeiträume enger und die historischen Fakten breiter. Die Betrachtung der Statue des Ramses II. ist dann eines der Objekte, an dem die Wendung zur kultur-zivilisierten Gesellschaftsform deutlich wird. Nachvollziehbar arbeitet MacGregor heraus, dass hier nicht das Werk eines einzelnen Künstlers im Vordergrund steht, sondern 'Leistung einer ganzen Gesellschaft', einer Gesellschaft, die zu klarer Identität gefunden hat im alten Ägypten in den 66 Jahren Regierungszeit unter Ramses II. Hier, im Jahre 1250 v.C. angelangt sind gerade einmal 170 der gut 750 Textseiten des Buches verstrichen. Wie im gesamten Buch kurzweilige, flüssig zu lesende und historisch fundierte Seiten. So legt MacGregor an der Statue als Objekt eine tiefen Einblick in das Innere der gesamten Gesellschaft der damaligen Zeit am konkreten Ort vor.

In dieser Arbeitsweise MacGregors liegt begründet, dass jedes der vorgestellten Objekte über sich selbst hinausweist und als Symbol der konkreten Zeitspanne vorliegt.

Die eigentlich völlig unspektakuläre Tasse Tee zum Beispiel, zu Zeiten Grundausdruck der britischen Kultur, zeigt erst bei näherem Hinsehen auf, wie tief sie das Empire in sich trägt. Der Tee aus Indien, der Zucker aus der Karibik. Anfangs reiner Luxus, aber mit Festigung des Empire zur essentiellen Beigabe des alltäglichen Lebens geworden. Eine Entwicklung der 'einfachen' Tasse Tee, die sich am betrachten Objekt eines Teeservices deutlich ablesen lässt, folgt man den Einlassungen MacGregors. Gerade die eher Einfachheit dieses konkreten Services zeigt auf, wie breit ein einfaches Getränk in die Gesellschaft 'eingeführt wurde', dabei durchaus zur sozialen Kontrolle dient, wie viel an geschichtlicher Herleitung hinter einem solchen Service steht und wie stark die Beförderung der 'Massenkultur' Tee in Britannien gesellschaftlich wirkte (als Symbol des 'neuen britischen Charakters', seriös und freundlich, ohne die bis dato lange Zeit vorherrschende, alkoholgeschwängerte 'Geselligkeit'). Drei Teile hat das Service und bildet eine ebenfalls dreiteilige Sozialgeschichte Britanniens ab, von der selbst das Milchkännchen noch beredetes Zeugnis ablegt.

Indem MacGregor sich in eben 'hundertfacher' Weise über prägnante Objekte einer konkreten Zeitgeschichte zuwendet, gelingt ihm eine ganz andere, neue, erfrischende, vor allem aber leicht haftenbleibende Form des Zugangs zur Weltgeschichte. In der Verbindung mit den einzelnen Objekten und den hervorragenden Abbildungen im Buch prägen sich die dazugehörenden Ereignisse und geschichtlichen Entwicklungen bestens ein. Am Ende des Buches verbleibt nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde, sondern dass MAcGregor die Essenz der Menschheitsgeschichte in allen wesentlichen Entwicklungszyklen knapp, präzise und bestens erfasst hat. Ein wunderbares Geschichtsbuch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


53 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmal um die Welt in 100 Objekten und ihren Geschichten, 23. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Ich übernehme einfach die Rezension von Alexandra zur englischen Originalausgabe, weil sie so zutreffend ist:

"Was für eine spannende Idee: die Welt zu erklären anhand von 100 Museumsobjekten. Neil MacGregor, Direktor des British Museum, hat zunächst für den BBC eine Artikelserie entwickelt, in der er Stücke seines Museums als besonders charakteristisch für einzelne Epochen oder Entwicklungsstufen der Weltgeschichte definiert und dann - eben nicht nur beschreibt sondern anhand der Stücke die Welt erklärt. Soviel Bildung wie er möchte man haben. Es ist ein Riesenvergnügen, das Buch zu lesen, man bekommt Lust auf einen Besuch des Museums, vor allem aber: man bekommt Lust auf eine vertiefte Beschäftigung mit der Welt!"

Das Buch ist schön und zugänglich geschrieben, sehr erzählerisch und ohne Fachsprache. Man kann es jedem schenken, der lesen kann, von der Oma zum Enkel, es macht Lust auf mehr Wissen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissensvermittlung auf höchstem Niveau!, 15. Juli 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
So ein Buch habe ich noch nicht zuvor gesehen. Kompakt geschrieben, wohl sortiert und mit einer breiten Fülle von Wissen erschlägt Neil MacGregor seine Leser beinah. Da ist es sehr wichtig bereits im Inhaltsverzeichnis gute Arbeit geleistet zu haben. Im vorliegenden Buch ist dies geschehen.

Wie ein Spaziergang durch die Geschichte der Welt ist dieses Buch angelegt. Man kann weit entfernt im 1. Kapitel beginnen, aber auch zu jeder anderen Zeit einsteigen, alles ist ohne Probleme möglich.

Vor den 816 Seiten dieses Wälzers muss niemand zurückschrecken. Eine Vielzahl von Fotos, auch ganzseitigen, sorgen für Auflockerung, auch ist die Schriftgröße diesem Monumentalwerk gut angepasst.

Von der pädagogischen Seite her ist die Herangehensweise des Autors beeindruckend. Der Museumsdirektor MacGregor hat 100 Objekte seiner heiligen Hallen herausgesucht und erzählt während des Betrachtens Geschichten, damit vermittelt er gekonnt Weltgeschichte.

Wenn man so Geschichte präsentiert bekommt, wird man keine gelangweilten Leser mehr vor sich sehen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abends im Museum, 6. Dezember 2011
Von 
Susanne Preusker "SP" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
In geschichtlichen Dingen muss ich mich bedauerlicherweise als eher unterbelichtet bezeichnen und Museen deprimieren mich, seitdem mein Vater mich als wehrloses, gelangweiltes Kind gerne durch altägyptische Sammlungen geschleppt hat - also schon seit vielen, vielen Jahren. Und nun halte ich diesen Schinken in den Händen und blättere und gucke und lese und staune. Und langweile mich kein bißchen, ganz im Gegenteil. Es fühlt sich ein wenig an, als erhalte ich, abends gemütlich auf dem Sofa sitzend, eine museale Exklusivführung durch die Weltgeschichte. Eine tolle Buch-Idee, ein tolles Geschenk, auch für einen selber.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Konzept mit Mängeln in der Übersetzung, 27. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Die Idee des Buches ist so gut, dass man sich fragt, wieso sie vorher noch niemand hatte: 100 repräsentative Objekte auszuwählen und exemplarisch an ihnen die Entwicklung der Menschheit aufzuzeigen. Insofern erklärt sich das Buch von alleine. Es fällt (positiv) auf, dass zeitlich der Bogen sehr weit gespannt ist und dass nicht Gegenstände aus den letzten 200-300 Jahren dominieren. Auch sind die Objekte gut und sehr vielseitig ausgewählt: Es lässt sich an ihnen viel Typisches zeigen. Das Buch ist durch Register so gut erschlossen, dass man gezielt zu einzelnen Themen, Zeiträumen, Kulturen, Erdteilen, Objekten nachlesen kann. Dazu ist schon viel Richtiges in anderen Rezensionen geschrieben worden; ich will es nicht wiederholen.

In der Übersetzung sehe ich Schwächen, die meine Freude mit diesem Buch etwas trüben. Die Übersetzung ist oft unnötig kompliziert, manchmal voll von Anglizismen, gelegentlich auch direkt falsch. Das Buch geht zurück auf eine Rundfunksendung; aber der deutsche Text ist kein Text mehr, den man durch das Hören schon verstehen könnte. Es breitet sich durch die Übersetzung immer wieder eine Art gedanklicher Nebel über die Ausführungen, der den Nachvollzug erschwert und der manchmal irritiert. Zwei einfache Beispiele für Fehlleistungen des Übersetzers: "chemikalische Zusammensetzung" statt "chemische Zusammensetzung" (S. 36); "irritierende Synchronizität" (gemeint ist: "irritierende Gleichzeitigkeit"; S. 24). Gerade wenn es darum geht, die Menschheitsgeschichte anschaulich zu machen, und alle anderen Zutaten stimmen, ist eine solche Übersetzung kontraproduktiv.
Eine zweite Schwäche ist, dass sich der Autor für meinen Geschmack manchmal zu gerne selbst reden hört. Aber das ist wirklich eine Geschmacksache.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht das was man erwartet, 9. September 2012
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Entstanden aus einer BBC-Produktion zeigt der Autor die Geschichte der Menschheit anhand von 100 Objekten - allesamt Exponate des British Museum, deren Direktor der Autor ist. Da alle Objekte auch in Farbfotos gezeigt werden, ist das Buch nicht nur lehrreich, sondern auch schön.

Die Idee des Buches ist zweifelsohne schon gut und hat nicht umsonst viele Nachahmer gefunden. Wo es sich aber klar von denen abhebt, ist dass die Objekte keineswegs die Teile der Geschichte beleuchten, die man erwartet. So beginnt das Buch mit Faustkeilen und Faustäxten und als dann eine Speerspitze kam, dachte ich "OK, jetzt geht es um die ersten zusammengesetzten Waffen. Oder um Wurfwaffen". Debkste! Die Speerspitze stammt aus Amerika und das Kapitel beschäftigt sich mit der Wanderung von Asien nach Amerika. Solche Überraschungen findet man überall im Buch. Generell werden bestimmte Ereignisse meistens ausgeblendet (kein Objekt über den 2. Weltkrieg z.B.), vielmehr geht es um menschliche Entwicklungen und globale Trends: Handelsbeziehungen, Religiöser Einfluss, Philosophien. Auch ist die Reichweite der Kapitel ist groß: So lernt man nebenbei viel darüber, wie Archäologen oder Historiker zu ihren Erkenntnissen kommen. Während ich z.B. "A History of the World in 7 Drinks" sehr platt fand (ich hätte vorher sagen können, um welche Getränke es geht und was sie aussagen" ist dieses Buch nicht nur lehrreich, sondern auch überaschend, originell und obendrein gut geschrieben. Als Beispiel vielleicht noch das letzte Kapitel: Die Objekte des 20. Jahrhunderts sind ein Teller der Russischen Revolution (Änderungen in Russland, aber vor allem Wechsel vom "Er" zum "wir"), Hockneys "In the dull village" (Toleranzentwicklung), der "Throne of weapons" - Kriege in Afrika und Freiheitsbemühungen, Kreditkarte (Neues Geldsystem) und eine Solarlampe (Herausforderungen für die Zukunft: Armut und Global Warming).

Das einzige, was vielleicht den einen oder anderen stören könnte (außer dass die klassiche "Jahreszahlengeschichte vermiede wird, was ich als Bonus sehe) ist, dass die einzelnen Kapitel zwar ein ganzes bilden, aber für sich abgeschlossen sind - Jetzt lese ich über Afrikan, danach über Porzellan aus China. Aber das ist für mich kein wirklicher Kritikpunkt.
Fazit: Eines der besten Geschichtsbücher, das ich kenne!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das wirklich informiert., 19. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Auf unterhaltsame Art Geschichtsuntericht so genießen zu können, ist ein wahres Vergnügen. Meine Lehrer haben das nie so geschaft. Hier sind Information und hervorragende Abbildungen zu einem Hochgenuss verschmolzen. Bravo!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wau: Geschichte mit dem Holografie-Effekt!, 10. März 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Skulpturen, Reliefs, Schrifttafeln,Kultpfeifen oder Kulthocker aus der Vergangenheit erzählen Geschichte nicht bloß, sie verkörpern sie in ihrer ganzen Fülle und Widersprüchlichkeit. Und kümmern sich dabei keinen Deut um Lehrpläne, "Fachbereiche", Regionsgrenzen oder Ideologien. Das unnachahmliche Kobaltblau des weiß-blauen China-Porzellans - so "chinesisch" wie das Alphorn "schweizerisch" - wurde in Europa entwickelt, der künstlerische Stil im Iran. Ein 1600 Jahre altes Christus-Mosaik teilt sich die Bodenfläche einer süd-englischen Villa wie selbstverständlich mit Mythengestalten der heidnischen Antike. Und mit Handelswaren reisten etwa auf der Seidenstraße auch kulturelle Impuls zwischen indischen Mogulen, persischen Saffawiden, Osmanen und Europäern zu einer Zeit, als von Globalisierung noch keine Rede war.
Der Direktor des Britischen Museums Neil MacGregor nähert sich jedem der von ihm präsentierten "100 Objekte" mit Respekt. Mit dem Blick des Kenners registriert er unscheinbare Details. Er deutet jedes Objekt, ohne daran kleben zu bleiben. Vielmehr webt er aus den Objekten heraus und um sie herum ein breites Geschichtspanorama über Zeiten und Regionen hinweg und macht auf diese Weise die großen Bewegungen in der Entwicklung der menschlichen Zivilisation anschaulich. Mit einem Mal wird aus flacher Geschichtskunde eine Holografie, die mit jedem Hinschauen neue, faszinierende Aspekte zeigt. Ein Buch, das allein schon für das zu Grunde liegende Konzept 5 Sterne verdient!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale Idee genial umgesetzt ..., 30. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten (Gebundene Ausgabe)
Das Konzept ist schon genial. Wie bekomme ich Zugang zu den vielen Millionen Objekten des Britischen Museums? Über eine schlichte Auswahl von 100 Stück. Wie spreche ich möglichst viele potenzielle Besucher an? Indem ich erst eine Radiosendung mache, daraus ein Buch mache und anschließend den Routenplan zur Besichtigung der Objekte ins Internet stelle. Wie schaffe ich es, damit die Geschichte der Welt zu erzählen und gleichzeitig das Objekt an sich zu würdigen? Indem ich immer wieder von Detail zu Zusammenhang, von realem Objekt zu der dahinterstehenden Idee wechsle. Lange hat mich kein Buch mehr so angerührt. Viele der Objekte sind so schlicht, dass der Laie im Museum daran vorbeigehen würde. Die Erklärung, die genaue Beobachtung und einige - bewußt subjektive - Einschätzungen zeigen Gemeinsamkeiten und Einzigartigkeiten in einem auf. Für mich das beste populärwissenschaftliche Geschichts- bzw. Archäologiebuch seit Cerams "Götter, Gräber und Gelehrte". Darüber hinaus ist das ganze Buch noch als Podcast bei BBC4 herunterladbar.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten
Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten von Neil MacGregor (Gebundene Ausgabe - 2. September 2013)
EUR 39,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen