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5.0 von 5 Sternen Ein mörderisches Gemälde wird beleuchtet, 26. Juli 2011
Von 
Heidi Zengerling "Bücherfreak" (Heyerode) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mörder, Maler und Mäzene: Piero della Francescas 'Geißelung'. Eine Kunsthistorische Kriminalgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte neulich einen Film geschaut, der mich auf einen Maler aufmerksam gemacht hatte, der mich sehr interessierte. So habe ich mich umgehört und bin im C. H. Beck Verlag fündig geworden.

Mörder, Maler und Mäzene ist ein historischer Kunstkrimi vom Feinsten. Das Buch beschäftigt sich mit einer kunsthistorischen Kriminalgeschichte rund um Piero della Francescas Geißelung".

Gliederung:
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Das Buch ist in 15 Kapitel, Epilog und Anhang gegliedert.

Es beginnt mit den Erklärungen zum mystischen Meisterwerk. Es ist das Rätsel um die Geschichte um eines der wohl berühmtesten Gemälde der italienischen Renaissance. , welches im Roman angegangen wird.

Kurze Hintergrundinfos:
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Piero della Francesca

Piero della Francesca (* um 1420 in Borgo San Sepolcro (heute: Sansepolcro), Toskana; 12. Oktober 1492 ebenda; eigentlich Pietro di Benedetto dei Franceschi, auch Pietro Borgliese) war ein italienischer Maler der Frührenaissance, Kunsttheoretiker und Mathematiker.
Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind seine Fresken in der Kirche San Francesco in Arezzo, die von 1991 bis 1996 restauriert wurden: Der Traum Konstantins, Die Königin von Saba betet das Kreuzesholz an (beide im Zyklus Legende des wahren Kreuzes"). Ein weiteres Fresko fand sich mit der weltberühmten Madonna del Parto (Madonna der Geburt) im pittoresken Dorf Monterchi (10 km südlich von Sansepolcro in der Toskana) in der dortigen Kapelle. Seit der aufwendigen Restaurierung 1992/93 kann das Fresko in einem eigens eingerichteten Museum in der ehemaligen Grundschule Monterchis besichtigt werden.
Weitere bekannte Werke sind die Taufe Christi, Maria mit Kind, umgeben von Heiligen, das Diptychon des Federico da Montefeltro mit seiner Gattin Battista Sforza, sowie die Auferstehung Christi.
Er hat im Alter auch wichtige kunsttheoretische Bücher geschrieben, die sich in erster Linie mit der Perspektive, Geometrie und Trigonometrie beschäftigen: De prospectiva pingendi und Libellus de quinque corporibus regularibus. Piero della Francesca war der erste Maler, der versuchte, mit Hilfe der Mathematik perspektivische Probleme zu lösen bzw. den Umgang mit Perspektive durch geometrische und mathematische Hilfsmittel zu perfektionieren. Weiterhin existiert in der Biblioteca Laurenziana in Florenz ein Traktat namens Del Abaco von ihm.
Zu seinen Schülern gehörten vermutlich Luca Signorelli und Pietro Perugino sowie der Mathematiker Luca Pacioli (um 1445-1514).
Sein Testament machte er am 5. Juli 1487. Fünf Jahre später starb er erblindet und vereinsamt in seinem Geburtsort.
Das Gemälde: Die Geißelung Christi"
Die Geißelung Christi ist Öl-Tempera Gemälde Piero della Francescas. Das 59 x 81 cm messende Tafelbild ist ein frühes Beispiel konsequent angewandter Zentralperspektive und gehört zur Sammlung der Galleria Nazionale della Marche in Urbino. Der genaue Entstehungszeitpunkt und die Bedeutung des Bildes sind umstritten.
Das Bild wird zum ersten Mal 1744 in einem Inventar der alten Sakristei des Urbiner Doms erwähnt, wo es als Geißelung Unseres Herrn an einer Säule von Pietro Dall'Borgo, während die Herzöge Oddo Antonio, Federico und Guid'Ubaldo beiseite stehen" von dem Erzpriester Ubaldo Tosi aufgelistet wird. [2] Johann David Passavant, ein deutscher Kunsthistoriker, hat 1839 das Bild gesehen und wahrscheinlich auf dem Rahmen des Bildes die Inschrift CONVENERUNT IN UNUM [3] vorgefunden. Nach Angaben von Crowe und Cavalcaselle [4] waren Inschrift und Rahmen 1864 verschwunden. 1916 wurde das Bild aus der Sakristei des Domes in den Palazzo Ducale gebracht, wo es bis heute aufbewahrt wird.
Im 19. Jahrhundert wurde das Bild restauriert, wobei drei große Risse auf der Oberfläche entstanden sind, die bei einer weiteren Restaurierung Anfang der 1950er Jahre durch das Istituto Centrale del Restauro in Rom beseitigt worden sind. Eine weitere Restaurierung erfolgte 1968 durch dasselbe Institut. Aufsehen erregte ein Diebstahl Anfang Februar 1975 - das Gemälde sollte versteigert werden -, wurde jedoch am 23. März in einem Hotel im Locarno wiedergefunden.
Quelle: wikipedia

Illustrationen:
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Das Buch ist reich bebildert und illustriert (74 Abbildungen) mit überaus interessanten und aussagekräftigen Fotos und Abbildungen, die die Texte, die ohnehin verständlich geschrieben sind - auch für Laien - nochmals bildhaft untermalen.
Was kann man im Buch sehen?
Zuerst einmal natürlich zu Beginn auf einer Doppelseite das Gemälde mit kompakter Erklärung.
Auf der vorderen inneren Umschlagseite ist doppelseitig eine Karte zu sehen, die den Mittelmeerraum rund um den Stiefel" zeigt. Auf der hinteren inneren Umschlagseite ist dann ein Ausschnitt daraus zu sehen. Das Bild ist von Ignazio Dantis und ein Fesko, welches in der Galleria delle carte geografiche im Vatikan zu sehen ist. Es zeigt das Herz Italiens. Im Detailausschnitt werden die Orte hervorgehoben, an denen Piero della Francesca sich aufgehalten haben soll, um zu malen oder die Werke anderer Künstler zu studieren.

Im Buch kann man weiterhin viele interessante Detail-Abbildung sehen, Kopien, Gemälde die im Zusammenhang mit der Geißelung bzw. dem Maler stehen, weitere Gemälde des Künstlers, Fotos von Stätten, wo sich der Künstler aufgehalten hat, Abbildungen von Wappen, Detailansichten verschiedener Reliquien und und und.
Jedes Kapitel beginnt mit einer ganzseitigen Abbildung.
Inhalt des Buches:
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Das Buch ist auf der Suche nach dem Geheimnis des Gemäldes Die Geißelung". Der Autor konnte anhand intensiver Recherchen herausfinden und belegen, dass das Gemälde eine Mordklage beinhaltet, die der Maler versteckt im Bild untergebracht hat. Um diese geht es im Buch ...

Es sind dies Anspielungen auf ein mögliches Attentat, dem im Sommer 1444 der herzog von Urbino, Oddantonio da Montefeltro zum Opfer gefallen war.

Im Buch geht es darum, historisch zu verfolgen, Zusammenhänge aufzudecken - um den Täter zu finden. ABSOLUTE MEISTERKLASSE !!!

Man wird in die historische Welt des Italien zu Zeiten der Renaissance zurück versetzt und verliert sich darin.

Man kann sehr viel von der Tradition und Kultur an den Höfen des damaligen Italien erfahren, die prächtige Architektur wird bildhaft rübergebracht und auch die negative Seite der Medaille wird nicht vergessen. Es gab Krieg und Gewalt, Verschwörung und Machtgehabe.

Roeck schafft ein historisches Panorama, welches seinesgleichen sucht.

Meine Meinung:
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Klar, man sollte sich schon für Kunst interessieren, aber auch Krimifans werden begeistert sein. Ist man aber an Gemälden und auch Biografien interessiert, dann ist man hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle.

Der Autor hat es geschafft, einen - man meint sachlich trockenen Stoff - in einen faszinierenden Rahmen zu bringen und spannungsgeladen an den Leser weiter zu geben.

Ich kann nicht sagen, ob ich das Buch als Sachbuch oder Roman bezeichnen möchte. Es steht eines fest, das Buch liest sich spannend wie ein Roman und hat inhaltlich so viel zu bieten an Informationen, dass es ein Sachbuch ist.

Schön finde ich immer wieder die Bezüge zum historischen Hintergrund, zu den in den Recherchen herausgefundenen Beweggründen. Man kann sich sehr gut in die Zeit und den Maler hineinversetzen, weil der Autor so detailliert, aber trotz dessen auf den Punkt bringend schreibt. Es ist nicht an einer einzigen Stelle langweilig und langwierig und zähflüssig zu lesen, sondern sprüht nur so vor Spannung und ständigen Aufdeckungen, die mitreißend sind und faszinieren.

Die Texte sind leicht verständlich auch für solche Leser, die sich in der Kunstszene nicht so wirklich auskennen. Besonders schön ist, dass alles immer genauestens hinterfragt wird und man also sozusagen Schritt für Schritt mit dem Mordfall und den auf dem Gemälde befindlichen gemalten Szenen konfrontiert wird. Aber nicht nur das Gemälde und seine Aussage sind für den Autor und uns als Leser interessant, sondern unbedingt auch alles, was mit dem Künstler und seinem Leben und Wirken in Zusammenhang steht, so ist es irgendwie auch eine Biografie Piero della Francescas, die man in diesem Buch findet und eine schöne Erzählung zu seinen Werken.

Alles in allem ist es ein abwechslungsreiches, spannendes und historisch und künstlerisch wertvolles Buch von hohem literarischen Genuss und absoluter Spannung.

Kurze Leseprobe:
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Aus Pieros Skizzenbuch

Resümiert man, wie viele Reisen, welche Erfahrungen erforderlich waren, damit die Geißelung" so gemalt werden konnte, wie sie vor Augen steht, ergibt sich ein stattliches Itinerar (Vorsatz hinten): Rubens Mantel könnte von Ferrara und dem Licht des Nordens erzählen; in Rom und Assisi müssen Vorzeichnungen entstanden sein, wahrscheinlich auch in Florenz, Pieros kleines bild redet von der Lektüre der Goldenen Legende" und der Bibel; Gespräche mit Aniquaren, Humanisten - in Rom, vielleicht in Rimini - und einem politisch versierten Auftraggeber klingen nach, dazu Begegnungen mit den Überlebenden der Antike, den Würdenträgern aus Byzanz....

Byzanz ist mit einer hochgestellten 7 versehen, was bedeutet, dass man hier bei Interesse nachschlagen kann.

Prädikat: BESONDERS WERTVOLL !!!
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Mörder, Maler und Mäzene: Piero della Francescas 'Geißelung'. Eine Kunsthistorische Kriminalgeschichte
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