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4.0 von 5 Sternen Globalisierung, 27. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Globalisierungs-Paradox: Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft (Gebundene Ausgabe)
Globalisierung – eine Erfolgsgeschichte?

Die ökonomische Globalisierung war eine Erfolgsgeschichte. Dazu könnte sie auch wieder werden, wenn sie veränderte Rahmenbedingungen erhält. Dani Rodrik diagnostiziert nämlich eine als Hyperglobalisierung bezeichnete Periode, in der so manches falsch gelaufen ist. Der Autor meint damit die strikten Vorgaben des Welthandelsabkommens (WTO) und des Internationalen Währungsfonds (IMF), deren Einhaltung diese von ihren Mitgliedern geradezu erzwingen. Die Folge ist, dass den Staaten kaum Möglichkeiten bleiben, eigenen wirtschaftlichen und politischen Bedürfnissen zu folgen.
Der Autor plädiert statt einer maximalen für eine intelligente Globalisierung. Diesem Ziel steht nach seiner Ansicht aber ein sogenanntes ‚politisches Trilemma der Weltwirtschaft‘ entgegen, weil politische Demokratie, Nationalstaat und Hyperglobalisierung unvereinbar seien. Rodrik spricht sich deshalb zwar für die Fortsetzung der globalen wirtschaftlichen Integration durch niedrige Transaktionskosten aus, bei der die Staaten aber in der Lage bleiben, ihre inneren Angelegenheiten, also etwa soziale Standards, Arbeitsbedingungen, Umweltschutz usw. weitgehend demokratisch zu regeln - für eine gewissermaßen ‚schlanke‘ Globalisierung also.
Das erfordert einen schwierigen Balance-Akt, weil zu befürchten ist, dass dadurch den Handel erschwerender Protektionismus wiederbelebt wird. Zur Lösung dieses Problems vermag Rodrik keine wirklich überzeugenden Vorschläge zu unterbreiten. Die beiden erfolgreichsten Protagonisten der Globalisierung, China und Indien, sind mit dem Verzicht auf die Freigabe des Kapitalverkehrs zwar bestens gefahren, aber sie eignen sich nicht als Vorbild.
Die Überlegungen scheinen gleichwohl richtig. Unser Leben wird von den ökonomischen Bedingungen so stark bestimmt, dass eine wieder wachsende Zahl von Menschen – auch in der Europäischen Union – sich Nationalismen zuwendet. Das dürfte auch auf die ökonomische Entmündigung zurückzuführen sein, die von anonymen internationalen – also undemokratischen und unkontrollierten – Mechanismen und Akteuren insbesondere des Finanzsektors ausgeht. Aufgeworfen wird damit auch die Frage nach dem cui bono: Wer profitiert davon, wenn WTO und IMF ihre Politik ändern?
Gegenwärtig gehen die größten Probleme von der finanziellen Globalisierung aus. Rodrik beschäftigt sich mit diesen rein spekulativen Transaktionen zwar in zwei Kapiteln, sagt aber nicht, worum es dabei eigentlich geht, wer profitiert, wer zahlt. Bekannt ist lediglich die Summe von grob 3 Billionen US-Dollar, die tagtäglich die Erde umrunden. Mit Globalisierung hat das nur insofern zu tun, als die Risiken wachsen, weil die Transaktionskosten viel zu niedrig sind. Dass sich der Autor mit diesem undurchsichtigsten Aspekt der Globalisierung nicht intensiv auseinandersetzt, ist ein deutlicher Nachteil.
Rodrik versucht, aus den Mängeln der Hyperglobalisierung die Lehren für einen allseits vorteilhaften internationalen Waren- und Kapitalverkehr zu ziehen, der unabdingbar der „sichtbaren Hand der Staaten“ bedürfe. Angesichts der nach wie vor herrschenden Globalisierungs-Euphorie ist diese Schrift zu empfehlen, weil sie in unüblicher Offenheit die demokratischen Defizite des globalisierten Welthandels belegt.

Bernd M. Malunat

Dani Rodrik, Das Globalisierungs-Paradox. Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, aus dem Englischen von Karl Heinz Siber, München 2011, 416 S., € 24,95
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer für die Rettung der Demokratie und eine Stärkung der Nationalstaaten, 7. Januar 2012
Von 
Michaela Hoevermann (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Globalisierungs-Paradox: Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft (Gebundene Ausgabe)
Die Schuld an der Weltwirtschaftskrise tragen die Globalisierung und das Dogma des ungehinderten Freihandels. "Die Globalisierung wurde zu einem kategorischen Imperativ, als gäbe es für alle Länder dieser Welt nur noch den einen gemeinsamen strategischen Nenner: niedrige Unternehmensbesteuerung, sparsame Haushaltspolitik, Deregulierung, Zurückdrängung der Gewerkschaften", schreibt der in Istanbul geborene Ökonom Dani Rodrik in "Das Globalisierungs-Paradox".

Die Erfahrungen der letzten Zeit zeigen, dass sich die Märkte nicht selbst regulieren. Rodrik betrachtet die unkontrollierte Globalisierung als gescheitert und sieht Demokratie und Nationalstaat als Opfer eines ungezügelten Welthandels und unkontrollierter Finanzmärkte. Mit seinem differenzierten Beitrag zur Globalisierungsdebatte greift Dani Rodrik, der als Professor für Internationale Politische Ökonomie an der renommierten Harvard Universität tätig ist, dieses grundlegende "Trilemma der Weltwirtschaft" auf. Doch Rodrik veranschaulicht: Die einzelnen Saaten sind dem Prozess der Globalisierung nicht hilflos ausgeliefert. Was fehlt, sind Strukturen und Regulierung. Er plädiert daher für eine Begrenzung des Freihandels und eine Stärkung der Nationalstaaten.

In 12 Kapiteln befasst sich der Harvard-Professor mit den wesentlichen Entwicklungen und Fragestellungen der Globalisierung. Zunächst wirft er einen Blick in die Geschichte: Am Beispiel einer Biberfell-Auktion in Garraway's Kaffeehaus, einem bekannten Sammelpunkt von Reedern, Finanzagenten und Kaufleuten, in London im 17. Jahrhundert, zeigt er auf, wie länderübergreifender Handel einsetzte. Angebot und Nachfrage entscheiden über den Preis. Allerdings bedeutet die verstärkte Nachfrage nach Biberfellen auch eine stärkere Bejagung der Biber. Anhand dieses Beispiels wird dem Leser wirtschaftliches Grundwissen vermittelt. Es wirft auch die berechtigte Frage auf, wie sinnvoll es ist, Wachstum vor Umweltschutz zu stellen. Die Nachfrage aus reichen Ländern vernichtet binnen kurzer Zeit Ressourcen, was weitreichende Konsequenzen haben kann.

Nach dem Ausflug in den Welthandel des 17. und 18. Jahrhunderts erläutert der Autor, warum Wirtschaftshistoriker "das lange Jahrhundert vor 1914" als erste Ära der Globalisierung betrachten. Möglich wurde die Globalisierung in jener Zeit durch den technischen Fortschritt: Dampfschiffe und Eisenbahnen vereinfachten den Transport über weite Strecken. Die Telegrafie revolutionierte die Kommunikationsmöglichkeiten und die Nachrichtenübermittlung. Zudem wurden erstmals marktwirtschaftliche Möglichkeiten erkannt und diskutiert. Besondere Bedeutung kommt hierbei den Ökonomen Adam Smith und David Ricardo zu. Regierungen vereinfachten den Handel untereinander; Einfuhrzölle und Verbote entfielen. Nach 1870 ging man darüber hinaus zum Goldstandard als Währungssystem über. Aber auch die Annäherung der Glaubenssysteme und der Imperialismus spielten eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der Weltwirtschaft im 19. Jahrhundert. Dani Rodrik zeigt Aufstieg und Ende dieser ersten Ära. Und er legt dar: In unserer heutigen Welt haben wir den Stand von damals in etwa wieder erreicht.

Er befasst sich mit den Vor- und Nachteilen des Freihandels, nimmt die Situationen von armen und reichen Ländern unter die Lupe und kommt eingehend auf das eingangs erwähnte "Trilemma der Weltwirtschaft" zu sprechen: Ein freier, weltweiter Handel sowie die uneingeschränkte Mobilität von Kapital und Arbeit ist nicht vereinbar mit westlichen Auffassungen von Nationalstaaten und Demokratie. Dennoch ist Rodrik kein prinzipieller Gegner der Globalisierung; vielmehr wägt er das Für und Wider fundiert und anschaulich ab, zeigt Argumente für beide Seiten auf, klammert aber die Schattenseiten nicht aus.

Der Frage, ob eine globale Regulierung möglich und zu befürworten ist, widmet er ein eigenes Kapitel. Innerhalb des Epilogs präsentiert er zum Abschluss eine unterhaltsame "Gutenachtgeschichte für Erwachsene". Der Anhang bietet neben fundierten Anmerkungen und Literaturverweisen ein umfangreiches Register. Das erleichtert das Auffinden bestimmter Informationen und rundet dieses überaus lesenswerte Werk ab.

Letztendlich, so sein Fazit, gibt es durchaus Möglichkeiten, von der Globalisierung zu profitieren, die Märkte für den weltweiten Handel zu öffnen, aber ohne auf Demokratie und soziale Sicherheiten zu verzichten. Die Staaten sind der Globalisierung nicht passiv ausgeliefert, sie muss nicht zur "Zwangsjacke" werden. Es fehlt jedoch an Strukturen und Gesetzen. Während für Klimawandel und Menschenrechte globale Maßstäbe gelten (sie bereffen alle Menschen gleichermaßen; gemeinsame Übereinkünfte/Lösungsmöglichkeiten sind erforderlich), gilt das nicht für die Ökonomie. Die einzelnen Länder teilen nicht zwangsläufig das gleiche wirtschaftliche Schicksal. Mit geeigneten 'Verkehrsregeln [...] fahren wir in der Weltwirtschaft [...] recht gut, wenn die Nationalstaaten am Steuer sitzen'. Wie genau diese Regeln aussehen könnten, legt er in seinem Kapitel "Globalisierung mit Augenmaß" dar.

Doch wie können die nationalen Regierungen die Regulierungshoheit, die sie abgegeben haben, wiedererlangen? Die Antwort auf diese Frage bleibt er schuldig.

Es ist eine anregende Lektüre, die viele Frage aufwirft, zu Diskussionen ermuntert und den Blick für neue Wege öffnet. Was man allerdings vermisst, ist die Erkenntnis, dass Wachstum und der damit einhergehende Zuwachs von materiellem Reichtum nicht unendlich vonstatten gehen können. Irgendwann wird die Grenze erreicht sein. Das Problem des Klimawandels - und die damit einhergehenden Herausforderungen für die Welt - wird ebenfalls nur kurz angesprochen. Dennoch ist es ein wichtiges, überzeugendes Werk, das die Globalisierung in all ihrer Komplexität beleuchtet.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Typisch Dani Rodrik, 3. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Globalisierungs-Paradox: Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft (Gebundene Ausgabe)
Eins meiner absoluten Lieblings-Wirtschaftsbücher!

Super kurzweilig zu lesen, in dem für Rodrik typischen, teilweise sehr humorvollen und sarkastischen Stil geschrieben.
Ich mag seine globale Art zu denken und lese auch die von ihm geschriebenen Artikel in der FTD unglaublich gern.

Immer wieder bringt Rodrik Beispiele aus der Geschichte an und setzt sie ins Verhältnis zum heutigen Geschehen, oder stellt anderweitig den Praxisbezug seiner theoretisch ausarbeiteten Hypothesen her.

Für Ökonomen ohne Scheuklappendenken ein wundervolles Buch. Allerdings sollte man natürlich schon ein bisschen ökonomisches Hintergrundwissen zur Volkswirtschaft mitbringen, sonst sind die vielen Fachbegriffe und (logischen) Verknüpfungen nicht zu verstehen, denke ich.

Ich kann das Buch nur empfehlen!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für einen Mittelweg aus zwischen radikaler Globalisierungskritik und der herrschenden ökonomischen Lehre und Praxis, 3. Mai 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Globalisierungs-Paradox: Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Buch kann und soll man verstehen, was mit dem Prozess der Globalisierung eigentlich gemeint ist. Der bekannte Ökonom Dani Rodrik ist kein radikaler Globalisierungskritiker, aber er wirft einen kritischen und provokativen Blick auf seine Exzesse.

Die neoliberale Globalisierungskehre hat nach Rodrik die letzten die Welt erschütternden Krise erst hervorgebracht. Mit anschaulichen historischen Rückblicken und der verständlichen Präsentation vieler Fakten erhärtet er diese These und zeigt auf, dass freier Welthandel und die unbegrenzte Mobilität von Kapital und Arbeit nicht mit unseren westlich geprägten Vorstellungen von Demokratie und der Souveränität unserer Nationalstaaten vereinbar ist.

Rodrik spricht sich für einen Mittelweg aus zwischen radikaler Globalisierungskritik und der herrschenden ökonomischen Lehre und Praxis. Er will die Begrenzung des Freihandels und eine Stärkung der Nationalstaaten. Jedes Land sollte sich auf einem demokratischen Weg für eine eigene Kombination von Marktöffnung, Produkt - und Arbeitsstandards und sozialem Netz entscheiden.

Ob so aber die großen, nur global und eben nicht auf der Ebene der einzelnen Staaten zu lösenden Probleme wie Klimawandel, Rohstoffversorgung etc. lösen lassen, vor allen Dingen friedlich und für alle Menschen gerecht, wage ich zu bezweifeln. Dennoch kann ich das Buch sowohl als Einstiegslektüre in das Thema, als auch als kritische Korrektivlektüre für Befürworter und Gegner der Globalisierung nur empfehlen.
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kritischer und komplexer Blick auf die Globalisierung, 4. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Globalisierungs-Paradox: Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hält exakt das, was es im Titel verspricht. Dani Rodrik listet in seinem Buch gute Gründe für und gegen die Globalisierung auf und wartet am Ende sogar mit einer sehr ausführlichen Erklärung auf, wie das globale Wirtschaftssystem verändert werden müsste. All seine Argumente erscheinen schlüssig und sind gut ausgestaltet. Auch die Schlussfolgerungen am Ende des Buches erscheinen, trotz dem Kraftakt die sie darstellen würden, ein wenig leichter zu bewältigen.

Die hohe Komplexität des Buches kompensiert Rodrik mit zahlreichen Fallbeispielen, in denen er die Situation in diversen Ländern schildert.
Aber an der Komplexität gibt es auch Kritik. Ohne ein Grundverständnis lässt sich das Buch phasenweise schwer lesen, da Rodrik fast inflationär viele Fachwörter verwendet und das Buch somit beinahe zu einem Lehr- anstatt zu einem Sachbuch macht.

Alles in allem eine sehr gute Darstellung der Globalisierung und dessen Konflikte. Ökonomiebgeisterte greifen sofort zu!
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gut verständlich, überzeugend und kurzweilig, 26. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Globalisierungs-Paradox: Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft (Gebundene Ausgabe)
Für einen renommierten Ökonomie-Professor schreibt Dani Rodrik überraschend verständlich. Er argumentiert absolut überzeugend, mit vielen Beispielen auch aus der neuen und älteren Geschichte der Globalisierung, und die Lektüre bleibt immer kurzweilig.
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Das Globalisierungs-Paradox: Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft
Das Globalisierungs-Parado
x:
von Dani Rodrik (Gebundene Ausgabe - 18. Februar 2011)
EUR 24,95
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