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Vom ehemaligen Direktor der Universität für Sozialwissenschaften in Paris, Marc Augé, wurden die meisten Werke erstaunlicherweise nicht auf Deutsch übersetzt. Zu den wenigen Ausnahmen gehört seine Theorie der Nicht-Orte, die nun sogar in einer Neuauflage wieder zugänglich ist.

In diesem schmalen Band reflektiert Marc Augé über den anthropologischen Ort und wie er sich in der Moderne veränderte. Ob sinnentleerten Orten wie Flughäfen, U-Bahnen, Supermarkthallen, Hotelketten oder Flüchtlingslagern tatsächlich nur die Funktion von Transiträumen zukommt, ist zumindest eine Diskussion wert. Die Argumente von Marc Augé stießen jedenfalls vor bald zwanzig Jahren auf großes Interesse unter Ethnologen und Soziologen. Auch weil sie zum Denken anregten, welche menschlichen Interaktionen Räume und Orte bewirken sollen, was Identität stiftet und Heimatgefühle weckt. Allerdings halte ich die Ansicht, dass solche Nicht-Orte die Zeichen eines kollektiven Identitätsverlustes sind, für allzu kulturpessimistisch.

Die französische Originalausgabe erschien unter dem Titel "Non-Lieux. Introduction à une anthropologie de la surmodernité". Deutsch hieß das in der Übersetzung von 1994 "Orte und Nicht-Orte. Vorüberlegungen zu einer Ethnologie der Einsamkeit", was eine ungeschickte Eingrenzung ist. Denn unter "Übermoderne" versteht Marc Augé sehr viel mehr als nur Einsamkeit. Und gerade wie er diesen Begriff der Übermoderne herleitet und definiert, ist eigentlich das Interessanteste an diesem Buch, geht es doch um die Übermaße beim Sinn, beim Raum und beim Ich.

Mein Fazit: Gerade weil von diesem wichtigen französischen Ethnologen nur wenige Werke auf Deutsch übersetzt wurden, ist diese Neuauflage zu begrüßen. Denn die darin enthaltenen Gedanken und Modelle hatten große Auswirkungen auf ethnologische Forschungsarbeiten und Blickwinkel.
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am 26. Mai 2015
Die Herleitung über die von Augé getroffene Zeitdiagnose zum "Nicht-Ort", in der sich Postmoderne - bei ihm "Übermoderne" genannt - exemplifiziert, ist überzeugend und elegant geschrieben - Augés Stil ist einer der großen Pluspunkte des Büchleins und steht in Kontrast zu Büchern wie Martina Löws differenzierter, dafür recht langweilig geschriebener "Raumsoziologie", um lediglich ein Beispiel für einen anderen - man kann sagen: deutschen - Ansatz anzuführen. Ich hatte initial erwartet, mehr qualitatives empirisches Subtrat aufbearbeitet (!) zu bekommen, im speziellen die Atmosphäre der "Nicht-Orte" betreffend - Augé behauptet zwar nicht einfach, dass besagte Orte Stätten der Einsamkeit sind, sondern leitet diese Festellung theoretisch her, dennoch wäre es nur von Vorteil gewesen, sich in Richtung einer Phänomenologie des "Nicht-Ortes" zu bewegen, üben die "Nicht-Orte" als Einbruch des Lacan'schen Realen (des Kapitalismus) doch eine gewisse Faszination aus - der "Nicht-Ort" als prädestiniertes Reflexionsobjekt, an dem sich die kapitalistische Gesellschaftsformation im emphatischen Sinne verstehen ließe, da sinnlich zugänglich gemacht durch die phänomenologische Methode.

Ferner ist mir aufgefallen, dass der Autor darauf verzichtet, die "Nicht-Orte" auf ihr Potenzial, symbolisiert und gegebenfalls re-symbolisiert zu werden, hin zu untersuchen; gleichzeitig frage ich mich, ob sein Gegenbeispiel des "anthropologischen Ortes" heutzutage noch so instrumentalisiert werden darf, wie Augè es getan hat - wenn Raum- und Zeiterfahrung sich verändern, so gilt es, Raum und Zeit ebenfalls anders zu denken als man es bislang getan hat: so gilt es die Vorstellung des absoluten Raumes mit der des relationalen Raumes zu supplementieren. Augé hat um den "anthropologischen Ort" zwar keine normative Argumentation aufgebaut im Sinne eines Zustandes, zu dem zurückzukehren (möglich) sei, doch nicht wenige Leser könnten ihn so verstehen. Abschließend sei zu sagen, dass eine nähere Befassung mit der subjektiven Erfahrungen des "Nicht-Ortes" und seiner Möglichkeiten hinsichtlich der Bildung von Identität wünschenswert gewesen wäre; denn auch die "Nicht-Orte" finden auf irgendeine Weise Einzug in die symbolische Ordnung der Gesellschaft - die Untersuchung dieses Prozesses stelle ich mir recht spannend vor.

Für Interessierte seien die Bücher von Byung-Chul Han zu empfehlen, dessen scharfe, prägnante Gegenwartsdiagnosen, unter anderem ebenfalls Raum und Zeit betreffend, in die gleiche Kerbe schlagen wie das Buch Augés.
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am 30. Juli 2012
Ich musste mich am Anfang ziemlich durchkämpfen, da ich nicht vom Fach bin. Augé spricht von Methoden unter den Anthropologen und Enthnologen, unterschiedlichen Definitionen und "Weltbildern". Allerdings kaufte ich das Buch mit dem Hintergrund der Stadtplanung und auch der Klappentext schien noch darauf hinzuweisen.
Dennoch kamen nach den Kampf die ganzen Erkenntnisse und zwar zahlreich und tiefgründig. Ich finde seine Thesen über die Nicht-Orte und wie sie auf Menschen wirken wirklich sehr interessant und auch vollständig nachvolluziehbar. Von daher gebe ich 4/5 Sternen.
So ist es wahrscheinlich wirklich nur für Menschen von den Fächern und auch Soziologen interessant, die sich mit dem Individuem und der Gruppe im Raum beschäftigen.
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Marc Augé hatte 1992 als "Nicht-Orte" erschien fast prophetisch auf die Wirklichkeit der globalisierten Welt geschaut. Jetzt ist der Bestseller mit einem aktualisierten Nachwort erneut aufgelegt worden. In diesem Nachwort betont Augé, dass der moderne Mensch unabhängig von seinem konkreten Umfeld geworden ist. Räume sind nicht mehr notwendig, um in Beziehung zu treten. Gleichzeitig erscheinen jedoch Hinweise, bzw. man kann sie so deuten, dass in diesen Funktionsräumen Zeichen auftauchen, die mehr sind als symbolischer Ausdruck der Nicht-Orte.
Zunächst ist es jedoch wichtig, den Ansatzpunkt Augés nachzuvollziehen. Ihm geht es als Anthropologe darum, den methodischen Ansatz einer Analyse herauszuarbeiten. Hierin liegt das eigentliche Novum. Die Untersuchung der Nicht-Orte fällt leider zu kurz aus und ist deutlich von der französischen Kultur geprägt.
Augé legt dar, dass der Ort anthropologischer Forschung der Raum der Beziehungen ist. Damit geht er über den Strukturalismus hinaus. Er grenzt sich jedoch auch gegen eine historisierende Anthropologie ab. Geschichtliche Analysen können der Anthropologie förderlich sein, doch ist die Gefahr gegeben, dass Methode und Objekt verwechselt werden. Anthropologische Forschung und ihre Möglichkeiten werden insbesondere dort erkennbar, wo sich grundlegend die Voraussetzungen zur Betrachtung des Objekts geändert haben. Und das ist in der globalisierten Welt die Etablierung von Orten, die nicht mehr der Beziehung von Menschen dienen, sondern reine Funktionsgebiete sind. Ein Flughafen dient nicht dazu, dass Menschen sich treffen und Gespräche führen. Ein Marktplatz hat eine kommunikative Funktion. An Nicht-Orten lässt sich nicht erkunden, wie Menschen sind, es sind keine anthropologischen Orte. Die entstehen, wo Begriffe wie Wege, Kreuzungen und Zentren anwendbar sind.
Nimmt man den Ansatz von Augé ernst, dann sind die Nicht-Orte ein hervorragendes Forschungsfeld, um zu erkennen, was es dort nicht gibt und was dem Menschen zugehörig ist. Es lässt sich vielleicht auch besser ablesen, weil der Forscher durch die Nicht-Orte kaum involviert ist, welche zarten Pflänzchen sich an diesen Orten zeigen. Und im Nachwort deutet Augé darauf hin.
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Der französische Anthropologe Marc Auge befasst sich mit geographischen Positionen im urbanen und suburbanen Raum ,die keine Identität besitzen .Oftmals sind dies monofunktional genutzte Flächen ,denn ein Raum ,der eine Identität besitzt,ist ein Ort.- Auge stellt zunächst einmal die Frage :Lassen sich Tatsachen und Organisationsweisen (der Arbeit ,der Freizeit, des Wohnens aus anthropologischer Sicht beurteilen ?-(vgl.Auge 2010,Seite 22)Auge antwortet zurückhaltend :"Die ethnologische Foschung hat ihre Beschränkungen,die zugleich ihre Stärken sind"(Ebenda ,S23)Die Tätigkeit des Ethnologen besteht darin,das Soziale zu vermessen ,Grössenordnungen abzuwägen und kleinteilige Vergleiche anzustellen.(Ebenda,S24)Auge erkennt den Abstand ,den Ort und Nicht -Ort haben."Wenn wir einen Augenblick auf die Analyse der Moderne als eines gewollten Nebeneinanders unterschiedlicher Welten zurückkommen".(Ebenda,S.94).Die Tagesaktualität anthropologischen Denkens zeigt sich wie folgt:"In Wirklichkeit existiert die Parallelgesellschaft der Besitzenden ,während der Lebesstandard der arbeitenden Bevölkerung sinkt.Das ist die Bruchlinie der Gesellschaft." (SolidaritätNr.95 ,S3)Überraschen muss in diesem Zusammenhang Auges Nachwort: "Stadtplaner sind heute dazu verdammt,nach der Schönheit der Nicht-Orte zu suchen." Schwer vorstellbar ,dass man suchen muss und schön ist es in diesen urbanen Randzonen meist auch nicht.-Frank Wolfram Wagner beschreibt den Ort aus dem Blickwinkel Behinderter.Hier wird der Ort zum Nicht-Ort:"Schränkt die physische oder physische Konstitution den Behinderten stark ein ,so ist er stets am Ort.Dann wird er regelrecht Teil des Ortes.Teil des Ortes zu sein,ist aber keine selbstbestimmte Entscheidung. Wer immer am Ort lebt,macht keine andersartigen Erfahrungen."(Wagner2009,S.121)Ort und Nicht-Ort sind demnach Parameter, die von der persönlichen Lebessituation jedes Individuums stark beeinflusst werden.Wie dies Beispiel zeigt,gibt es manche ungewollte Ortsposition ,die in der unsozialen Stadt mehr und mehr sichtbar wird..Man könnte dieses Phänomen "Nicht-Ort Ortsposition" nennen.
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am 23. Oktober 2013
Habe mir das Buch für's Studium der Literatur gekauft. In meinem Kurs ging es um den Schauplatz Rom als setting verschiedener Romane und da war dieses Werk zum Nicht- Ort, bzw. zum anthropologischen Ort, gute Hintergrundinfo mit guten Beispielen.
Allerdings ist es natürlich ein wissenschaftliches Werk, was man nicht gerade abends zum einschlafen lesen sollte ;-)
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am 8. September 2013
Gut geschrieben, trifft den Nagel auf den Kopf genau.
Sehr subjektiv in mancher Hinsicht, bezieht sich oft auf Frankreich. Man kann dieses thema "Heimat" aber daraus auch auf andere Länder ableiten.

Als Wissens-Erweiterung und als Hilfe für die themespezifischen Arbeiten ist dieses Buch ganz gut.
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am 7. November 2013
Zu Abstrakt und kopflastig.
keine konkreten, d.h. reale, ansehbare und erfahrbare Beispiele genannt.
Für Planer oder Auftraggeber u. Bauherren kaum hilfreich.
Ein Text für Kulturphilosophen unter sich..
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am 25. Oktober 2013
Nicht-OrteIch kann mir nicht helfen, aber ich kann mich mit dem Kunstwort "Nichtorte" nicht anfreunden. Für mich sind auch Bahnhöfe, Flughäfen und Rastplätze, sowie Einkaufszentren und Supermärkte etc. Orte, was auch sonst. Natürlich fühle ich mich dort nicht zuhause, ist ja auch nicht so gedacht Aber in unserem örtlichen mittelgroßen Lebensmittelmarkt, ich nenne jetzt keine Namen, fühle ich mich doch ein bisschen zuhause. Es herrscht dort eine freundliche Atmosphäre, man macht ein bisschen Smalltalk und flirtet mit den Damen an der Kasse. Ich habe dort kein Gefühl von Einsamkeit. Eher schon in den großen Supermärkten, in denen man sich verlaufen kann. Ich käme aber nie auf die Idee, sie Nichtorte zu nennen. Das hört sich in meinen Ohren einfach blöde an und deswegen wird dieser begriff nach meiner Prognose auch keine allzu großartige Karriere machen. Ebenso wenig wie das Wort "Übermoderne". Beide sind einfach schlechtes Deutsch. - Das Buch ist teilweise sehr unverständlich geschrieben, was aber auch an der Übersetzung liegen mag. Ein deutscher Autor würde nie solche holprigen Sätze fabrizieren, wie sie in dem Buch leider in Überfülle vorkommen. Manchmal kommt der Verdacht auf, vielleicht hat der Übersetzer nicht ganz verstanden, was der Autor eigentlich sagen wollte und er übersetzt dann zu wörtlich, anstatt es in verständliches Deutsch zu bringen. Schade, aber das Buch kann ich nur begrenzt empfehlen. Man kann es wohl nur mit dem notwendigen Hintergrundwissen der französischen Anthropologie und Philosophie in etwa verstehen und richtig einordnen. In der Neuauflage hätte ich mir eine Darstellung des heutigen Diskussionsstandes von einem deutschen Autor gewünscht.
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am 25. August 2013
Wenn man sich über akademisch Begriffe streiten mag und dabei neue akademische Begriffe einführen muss, über welche sich Andere schon wieder akademisch streiten würden, weil sie sich wiederum über akademisch Begriffe streiten mögen, wie der Autor dieses Buches, dann schließt sich für den Leser hier ein Kreis und er ist hier grade richtig. Wer sich jedoch auf intellektueller Entdeckungsreise befindet, endet mit diesem Buch wohl wieder im Hörsaal.
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