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5.0 von 5 Sternen Das Buch ist bestens dazu geeignet, mittelalterliche Geschichte einem breiteren Publikum nahe zu bringen
Der emeritierte Professor für Mittelalterliche Geschichte und ehemalige Direktor des Deutschen Historischen Museums in Rom, Arnold Esch, hat mit diesem Buch ein eindrückliches Beispiel dafür vorgelegt, wie historisch-wissenschaftliche, wie sozialgeschichtliche Forschung so präsentiert werden kann, dass sie auch jedem Menschen, der keine akademische...
Veröffentlicht am 3. August 2010 von Winfried Stanzick

versus
31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Enttäuschung
Ich war durch eine positive Buchbesprechung bei spiegel-online auf dieses Buch aufmerksam geworden. Schnell stellte ich fest, dass der Rezensent offenbar nur den Klappentext bzw. die einleitenden Worte des Autors abgeschrieben hat! Dort heißt es u.a.: "In diesem Buch erzählen Menschen des Mittelalters aus ihrem Leben, ja ganze Lebensgeschichten: wahre...
Veröffentlicht am 9. April 2010 von Martin Schnackenberg


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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Enttäuschung, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Wahre Geschichten aus dem Mittelalter: Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst (Gebundene Ausgabe)
Ich war durch eine positive Buchbesprechung bei spiegel-online auf dieses Buch aufmerksam geworden. Schnell stellte ich fest, dass der Rezensent offenbar nur den Klappentext bzw. die einleitenden Worte des Autors abgeschrieben hat! Dort heißt es u.a.: "In diesem Buch erzählen Menschen des Mittelalters aus ihrem Leben, ja ganze Lebensgeschichten: wahre Kurzgeschichten aus dem späten Mittelalter." Das klang überaus interessant und daher habe ich den hohen Preis für den schmalen Band auch akzeptiert und mir das Buch gekauft. Ich erkannte aber schnell, getäuscht worden zu sein, denn "ganze Lebensgeschichten" liefert das Buch mitnichten, die längste Passage zu einer Person (und auch gleich eine der interessantesten, es handelt sich um die Erlebnisse eines Kölner Kaufmannes auf Zypern) umfasst drei Seiten, ansonsten aber sind die Orignialtexte jeweils nur 5-10 Zeílen lang. Das reicht nicht, um sich in eine Figur "hineinzulesen", der Rest des Buches besteht aus Paraphrasen des Autors, der die entsprechenden Quellen zu einem Themenkomplex (z.B. "Wirtshaus", "Kindheit", "Krieg", "Dörfliches Leben" usw.) erläuternd wiedergibt.
Das eigentliche Projekt ist sehr interessant, nämlich der Ansatz, die "kleinen Leute" zu Wort kommen zu lassen mit Hilfe von Dokumenten aus dem Vatikan. Und tatsächlich findet man in diesen Quellen eine Menge erzählenswerter Einzelheiten, man findet Schicksale (oft schreckliche) und unendlich viel Anekdotenmaterial. Die geschilderten Lebensausschnitte sind zudem oft drastisch und nicht selten existenzieller Natur, denn in den überlieferten Eingaben an den Vatikan ging es oft um echtes oder vermeintliches Fehlverhalten, nicht selten mit tödlicher Folge. Aber so, wie die Geschehnisse hier dargeboten werden, kann das Buch überhaupt nicht fesseln, denn die Versatzstücke, die wir jeweils zu einer Person geliefert bekommen, sind viel zu kurz.
Mich stört auch, dass der Autor mehrfach betont, dies sei Geschichte "aus der niedrigen Augenhöhe kleiner Beteiligter", eine "Perspektive, die der Historiker nur vorübergehend einmal einnehmen darf", hier berührten "kleines Leben" und "großes Geschehen" sich. Natürlich soll hier der der Verdacht, sich allzu sehr mit der doch im Grunde nichtigen Alltagsgeschichte beschäftigt zu haben, ausgeräumt werden. Mir ist auch klar, dass Alltagsgeschichte nicht alle Fragen beantworten kann und dass der "kleine Mensch" nicht immer das Ganze übersehen kann. Aber muss man das ständig betonen? Und ist es nicht so, dass die "Großen", die ja angeblich den Überblick haben müssten, oft sehr viel grausamer und unsinniger und schrecklicher gehandelt haben als die "Kleinen". Es ist doch völlig richtig, wenn Gottfried Benn die Geschichte der Menschheit mit einer Krankengeschichte vergleicht. Und wer hat denn diese Geschichte bestimmt, wer hat denn diese ständige Abfolge von Kriegen verursacht? Doch eher die "Großen" mit dem Überblick! Doch ich komme ab vom Buch und vom Thema.
Warum gebe ich also überhaupt drei Sterne? Weil das Buch aus wissenschaftlicher Sicht sehr gut und sorgfältig gemacht ist. Arnold Esch, ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der mittelalterlichen Geschichte, zitiert gewissenhaft und ausführlich, der Anmerkungsapparat ist dementsprechend gelungen (und dick, er umfasst 30 der insgesamt 220 Seiten). Außerdem ist das Buch sehr schön illustriert mit zu den Geschichten passenden Abbildungen, die jeweils auch gut kommentiert sind. Schließlich sind die einführenden quellenkritischen Bemerkungen ebenfalls sehr interessant und gelungen. Fazit: Ein schönes Lesebuch für Geschichtsstudenten, die sich mit der "Alltagsgeschichte" des Mittelalters beschäftigen wollen und die einen Einstieg zum Thema suchen. Es ist aber nichts für an Geschichte Interessierte, die sich, dem Klappentext folgend, mittelalterliche Lebensgeschichten erhoffen, die wirklich eine Person kennenlernen wollen, die auch einmal gefesselt sein wollen. Aus dem selben Grund ist es nichts für den schulischen Geschichtsunterricht, denn Schüler brauchen Anschauung. Ich vermute, dass die Quellen dafür, für längere Lebensausschnitte, nicht genug hergeben, man hätte dann schon ergänzen müssen, was wiederum dem wissenschaftlichen Anspruch des Buches nicht gerecht geworden wäre. Doch dann sollte man dem Leser auch nicht etwas Derartiges versprechen!
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2.0 von 5 Sternen Mehr Geschichte als Geschichten, 6. Mai 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wahre Geschichten aus dem Mittelalter: Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst (Gebundene Ausgabe)
Man sollte sich bewusst sein, dass der Autor des Buches kein Schriftsteller ist. Er ist Wissenschaftler. Arnold Esch ist Professor für Mittelalterliche Geschichte und war bis zu seiner Emerittierung Direktor des Deutsches Historischen Instituts in Rom. Insofern täuschen Titel ("Kleine Geschichten...") und Untertitel "Kleine Schicksale selbst erzählt..." doch arg über den Inhalt des Buchs hinweg. Es werden in den seltensten Fällen tatsächlich "Geschichten erzählt", vielmehr findet man thematisch sortierte Aneinanderreihungen von Textsplittern vor. Kaum je erfährt man den Anfang einer Geschichte, geschweige denn den Schluss.
Ein Beispiel: "Überhaupt die Unfälle mit durchgehenden Pferden: das Pferd, das gerade zur Tränke geritten wird, galoppiert plötzlich davon; das Pferd, das zum Baden an den Strand von Riga geritten wird, wirft den Reiter ab; das Pferd, das einer gerade auf dem Wochenmarkt gekauft hatte und schon auf dem Heimweg von Bautzen nach Marienstern im Rennen mit anderen Pferden ausprobieren will, überrennt einen Mann, obwohl die Straße doch breit war und vorgewarnt wurde, daß jetzt Pferde im Galopp vorbeikämen."
Einblicke in das mittelalterliche Leben bekommt man da nur auf sehr eigentümliche Weise.
Gute Unterhaltung jedenfalls ist anders.
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1.0 von 5 Sternen Hirnerweichend langweilig!, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Wahre Geschichten aus dem Mittelalter: Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist eine mittlere Katastrophe für den Leser - außer es handelt sich vielleicht um Historiker mit Zugang zu der ausgewerteten Quellensammlung, den Suppliken des päpstlichen Büß- und Gnadenamts. Frei nach dem Grundsatz "Masse statt Klasse" greift der Autor hier eine Vielzahl von Fällen heraus - wir zählen 490 Fußnoten - und rattert diese fast ausschließlich in indirekten Zitaten herunter. Details zu den Suppliken, ihrem Hintergrund oder ihrem Ausgang? Absolute Fehlanzeige. Die Lektüre ist ungefähr so interessant wie ein Hörbuch des Bundesanzeigers, Jahrgang 1952.

Diese Lektüre war eine Zeitverschwendung für mich - hier wollte wohl jemand für die Nachwelt ein Zeugnis seines Fleißes in der Quellenlektüre abliefern... Schade, Thema und Quellen weisen so ein großes Potential auf. Leider ist nicht jeder zum Schriftsteller geboren.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch ist bestens dazu geeignet, mittelalterliche Geschichte einem breiteren Publikum nahe zu bringen, 3. August 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wahre Geschichten aus dem Mittelalter: Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst (Gebundene Ausgabe)
Der emeritierte Professor für Mittelalterliche Geschichte und ehemalige Direktor des Deutschen Historischen Museums in Rom, Arnold Esch, hat mit diesem Buch ein eindrückliches Beispiel dafür vorgelegt, wie historisch-wissenschaftliche, wie sozialgeschichtliche Forschung so präsentiert werden kann, dass sie auch jedem Menschen, der keine akademische Ausbildung vorweisen kann, absolut verständlich wird.

Aus zahllosen Gesuchen aus unterschiedlichen europäischen Ländern, die im Laufe einiger Jahrhunderte an den jeweiligen Papst gerichtet wurden, hat Arnold Esch ein spannendes Bild der verschiedenen Lebenswelten von Menschen des Mittelalters herausgeschält.

Nachdem er zu Beginn eine Einführung über die Quellenlage und ihre geschichtswissenschaftliche Bedeutung gegeben hat, beschreibt er in neun Kapiteln "kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst".

Im ersten Kapitel geht es um "Lebensalter und Lebenslagen in Einzelschicksalen", im zweiten um die mittelalterliche Gesellschaft. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Berufs- und Lebenswelt der Geistlichen verschiedener Stände, das vierte erzählt vom Leben im Kloster, das fünfte vom Krieg. Von unglaublichen Zuständen in den Wirtshäusern berichtet Kapitel sechs, gefolgt von Beschreibungen des Lebens auf dem Lande und von Einzelschicksalen des Lebens in der Fremde.

Im letzten Kapitel erzählt Arnold Esch, wie sich, "gespiegelt in kleinen Schicksalen", große historische Ereignisse wie etwa die Hussitenkriege darstellen.

Mit vielen zeitgenössischen Bildern ausgestattet ist das vorliegende Buch ein Geschichtsbuch im doppelten Sinn. Man erfährt viel von der Sozialgeschichte des Mittelalters, aber die zahllosen Miniaturen, herausgefiltert aus den Gesuchen völlig namenloser Menschen an den Papst, ergeben ein buntes, teilweise erschütterndes, manches Mal auch erheiterndes Panorama menschlicher Schicksale.

Das Buch ist bestens dazu geeignet, mittelalterliche Geschichte einem breiteren Publikum nahe zu bringen, und ich kann es, auch als Geschenk, nur empfehlen.
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Buch, 19. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Wahre Geschichten aus dem Mittelalter: Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst (Gebundene Ausgabe)
Ware ist ganz ordentlich und gut verpackt und pünktlich noch vor Weihnachten bei mir angekommen.
So ist das in Ordnung.
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Wahre Geschichten aus dem Mittelalter: Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst
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