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am 29. November 2011
Selten trifft man auf gut 1200 Seiten, die in dieser Art fundiert, umfassend und zudem noch sprachlich lesbar und nachvollziehbar dargestellt sind.

Minutiös folgt Winkler in seinem Aufbau und seiner Darstellung chronologisch der 'Zeitenwende' der westlichen Zivilisation. Von der 'Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts', dem ersten Weltkrieg über die Zeit hin und durch die Weltwirtschaftskrise 1918 ' 1933.
Die breite und tief reichende Betrachtung der politischen Landkarte unter der Überschrift Demokratien und Diktaturen, die beileibe nicht nur in der Darstellung verhaftet bleibt, sondern in den politischen Entwicklungen und Systemen jene Wurzeln zu benennen weiß (wie im gesamten Buch, übrigens), die nachfolgende Ereignisse fast folgerichtig nach sich ziehen mussten. Folgen, die Winkler treffend als 'Zivilisationsbrüche' bezeichnet, die in der Darstellung des zweiten Weltkrieges und des Holocaust nicht nur ihren leidvollen Höhepunkt fanden, sondern auch endgültig zivilisierte Grenzen und Verhaltensweisen für nachfolgende Kriege niederrissen. Ein Bruch der zivilen Übereinkünfte, der übrigens bereits in Teilen im ersten Weltkrieg sich andeutete. (Einsatz von Giftgas u.a.).

So zeigt Winkler durchaus nachvollziehbar und sorgfältig argumentiert auf, dass die 'Geschichte des Westens' in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts vor allem eine Geschichte der Verletzung und Brechung eigener Regeln darstellt. Eine damit hoffähig gemachte Verletzung eigener Regeln, die durch die vielfachen Brüche ihre Tragkraft damit auch für die darauffolgende Zeit verloren haben. Nicht nur in der Betrachtung des dritten Reiches liegt dies ganz offenkundig vor, auch im Blick auf den Stalinismus (glänzend vorgelegt) arbeitet Winkler ohne Mühe diese Leitlinie seiner Geschichtsdarstellung heraus.

Auch oft und leicht vergessene 'Nebenschauplätze' finden ihre Würdigung im Buch. Wie sich in Italien der Faschismus einrichtete und durch den Abessinienkrieg festigte. Wie Frankreich in eine innere und äußere Schwächeperiode eintrat in der dritten Republik. Wie schon vor 1933 in Asien durch Japans Besetzung der Mandschurai Wurzeln gelegt wurden, durch die in spätern Jahren verhärtete Fronten geschaffen wurden.

Viel Stoff, den Winkler in seine Darstellung aufnimmt. In der Form daher wichtig und ebenso gut gelungen wie der Rest des Buches stellen sich Einleitung und Zusammenfassung dar, in denen die wichtigsten Leitlinien und die daraus zu folgernden Schlüsse knapp und präzise vorgelegt werden. Ein Stil, der im Übrigen auch für die gesamte Darstellung gilt. Auf der einen Seite mögen 1200 Seiten durchaus als viel erscheinen, auf der anderen Seiten finden sich ähnlich umfangreiche Bücher durchaus zu bereits einzelnen Teilthemen, die Winkler in der Gesamtschau vereint. Auch dies kann als gelungen festgehalten werden, die einerseits umfassende und differenzierte Darstellung, andererseits eine knappe und präzise Form der Darbietung, die den Stoff komprimiert, ohne ihn in den wichtigen Teilen zu verkürzen.

Schon mit seinem ersten Band hat Heinrich August Winkler einen Standard der Geschichtsschreibung gesetzt, den er in der Qualität in diesem Folgeband mühelos aufrecht hält. Für das wissenschaftliche Arbeiten, das reflektierte Nachlesen und das allgemeine 'Lernen aus der Geschichte' allseits bestens geeignet.
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Ist der 'Westen' mehr als nur eine Himmelsrichtung? Ist die 'westliche Wertegemeinschaft' mehr als nur eine abgedroschene Floskel aus dem Repertoire von Berufspolitikern auf der Suche nach etwas wohlklingendem Überbau im drögen Alltag? Heinrich-August Winkler betrachtet die Geschichte Deutschlands in den vergangenen gut zwei Jahrhunderten als einen langen Weg nach Westen, so der Titel seiner vor 11 Jahren erschienenen monumentalen Darstellung deutscher Geschichte von der Französischen Revolution bis zur Jahrtausendwende. Im ersten Teil der Geschichte des Westens umschrieb Winkler das "normative Projekt des Westens", welches sich aus der Amerikanischen und er Französischen Revolution herausgebildet habe. Zentraler Bestandteil dieses Projektes seien die unveräußerlichen Menschenrechte, die die westlichen Gemeinwesen von allen anderen Gemeinwesen dieser Welt unterscheiden würden (vgl. Geschichte des Westens I, S. 21-24). Beschrieb Winkler im ersten Teil die Geschichte des Westens (Europa und die USA) von der antike bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, behandelt der mit Spannung erwartete zweite Teil das Zeitalter der Weltkriege von 1914 bis 1945. Für diesen Zeitraum kann Winkler eigentlich nur eine Frage an seinen Untersuchungsgegenstand richten: "Es ist ein Versuch zu klären, wie es dazu kam, daß ein Land, das kulturell zum Westen gehörte, sich dem normativen Projekt des Westens, obenan der Idee der unveräußerlichen Menschenrechte, so hartnäckig verweigern konnte, daß es darüber sich und die Welt in eine Katastrophe stürzte" (12).

Das Buch beinhaltet eine herausragend erzählte sowie eine spannend und gewinnbringend zu lesende Geschichte der Jahre zwischen 1914 und 1945 aus der jeweiligen Sicht der Mitgliedsländer der normativen Projekts des Westens. Wohl noch nie hat es eine derart multiperspektivisch angelegte Untersuchung dieser Epoche gegeben. Winklers Rekonstruktionen, zum Beispiel der Shoah oder der alliierten Bombenangriffe auf Deutschland gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, gehen über ein reines Nacherzählen bekannter Fakten hinaus und geben zahlreichen inspirierende Denkanstöße für eine tiefer gehende Beschäftigung mit dem Thema. Ebenso erhellend sind Winklers abschließende Bewertung der Frage, ob man den Ersten und Zweiten Weltkrieg zusammenfassend als zweiten Dreißigjährigen Krieg bezeichnen kann (vgl. S. 1200f.).

Fazit: So wie sich Hans-Ulrich Wehler für seine deutsche Gesellschaftsgeschichte ein geistiges Denkmal gesetzt hat, wird Winkler als Historiker des Westens in die Annalen der Geschichtswissenschaft eingehen. Auf den abschließenden dritten Band kann man sich schon jetzt nur freuen.
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am 13. Juni 2015
Heinrich August Winkler setzte 2011 mit diesem zweiten Band seine monumentale und beeindruckende politische Geschichte der westlichen Welt und seiner freiheitlichen, demokratischen und humanistischen Werte und Ideale fort, die sich spätestens seit den Revolutionen in Amerika und Frankreich (1776 bzw. 1789) entwickelt hatten und sich sukzessive seit dem 19. Jahrhundert durchzusetzen begannen: Demokratie, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit, Individualrechte.
Dass diese Geschichte zugleich eine Geschichte der VERLETZUNG, ja teilweise Hohnsprechung des Anspruchs, für diese Werte zu stehen, gewesen ist, belegten leider nur zu deutlich die Jahre 1914 bis 1945:
In dieser Zeit stand der Westen (und mit ihm die Welt) vor seinen größten Herausforderungen in Form von zwei Weltkriegen, einer Weltwirtschaftskrise, der "autoritären Transformation" (S. 332 ff.) großer Teile Europas samt der Faschisierung Italiens und vor allem Deutschlands.
Vor allem die Geschichte und Entwicklung, das Wirken Deutschlands zwischen 1933 und 1945 sollte den größten Angriff darstellen, welchen es jemals gegen die sich herausbildenden Grundsätze des Westens, der Freiheit und der individuellen Menschenwürde, gegen die Demokratie, gegen den Geist der Aufklärung und die Herrschaft des Rechts, gegeben hatte. Man kann daher, wie Winkler das tut, das Zeitalter zwischen 1914 und 1945, gar als das "deutsche Kapitel" der westlichen Geschichte darstellen (S. 11).
Zugleich erlebte der Westen jedoch auch den ebenfalls unheil- und verhängnisvollen Aufstieg des imperialistischen Japans und vor allem der kommunistischen Sojwetunion, der es gelang, das wirkmächtigste Gegenprojekt gegen die normative Idee des Westens vorzulegen; doch dazu sollte es vor allem nach 1945 kommen.

Winkler gelingt es wie in Band 1, mit beeindruckender analytischer Schärfe die wesentlichen politischen Entwicklungen dieser bewegten Jahre herauszuarbeiten:
Er zeigt, wie aus dem Ersten Weltkrieg zwar neue politische Ideen und Prinzipien (neben dem Kommunismus vor allen Wilsons Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker) hervorgingen, dass in der Folge die westliche Idee der repräsentativen, rechtsstaatlichen Demokratien fast nirgends in den neu entstandenen Staaten Europas feste Wurzeln schlagen konnte, dass ein Land nach dem anderen (beginndend mit Italien) die Demokratie preisgab.
Winkler gelingt es, die Schwäche der westlichen europäischen Demokratien und den Aufstieg der neuen Herausforderer des Westens, Italiens, NS-Deutschlands und Japans, aufzuzeigen: Gekonnt wie auch in seinen einschlägigen Büchern über die Weimarer Republik und die deutsche Geschichte allgemein kann er zeigen, weshalb es Hitler gelang, 1933 die Macht zu ergreifen, dass dies alles andere als alternativlos war.
Gekonnt kann er dies aber auch deshalb zeigen - dies soll hier weder verschwiegen, noch überbewertet werden - , weil er bei den Kapiteln zur deutschen Geschichte schlicht und ergreifend aus seinen eigenen Büchern abschreibt; teilweise komplett.
Im Übrigen würde ich inhaltlich kritisieren, dass er gewisse Kontinuitäten zwischen "Bismarck und Hitler" überbetont, zu sehr die Ursachen für Hitlers Machtergreifung 1933 bereits im Kaiserreich angelegt sieht, sich also allzu sehr Argumente des von den meisten Historikern längst beiseite gelegten Interpretaments des deutschen "Sonderwegs" zu eigen macht.

Daneben stellt der Autor jedoch auch die allgemeinen politischen Emtwicklungen dieser Jahre, besonders eindrücklich auch in Frankreich, Großbritannien und den USA, dar: Während vor allem Frankreich besonders in den 1930er Jahren vermehrt mit innenpolitischen Krisen zu kämpfen hatten, hatten sich die Hauptsieger des Ersten Weltkrieges, die USA, nach 1918 aus Europa zurückgezogen und damit eine machtpolitische Schwäche hinterlassen, die solche Staaten ausnutzen konnten, welche die für sie unbefriedigenden Ergebnisse des Weltkrieges bzw. der darauf folgenden Friedensschlüsse revidieren wollten.

Auch der schrecklichen Zeit des Zweiten Weltkrieges und des größten Zivilisationsbruches in der Geschichte nicht nur des Westens, sondern auch der Menschheit, des Holocausts, kann der Autor gerecht werden:
Durch den von Hitler entfesselten und wohl bereits seit 1933 avisierten Weltkrieg mussten die Westmächte sich mit ihrem schärfsten späteren ideologischen Feind, der Sowjetunion, zusammentun, um den größten Feind aller Zeiten, Hitler, zu besiegen. Dieser entfesselte jedoch nicht nur einen Krieg gegen die halbe Welt, sondern vor allem gegen alle Menschen jüdischen Glaubens. Ergebnis war der schrecklichste Völkermord aller Zeiten.
Zugleich zeigt Winkler, wie noch im und kurz nach dem Weltkrieg die Weichen auf eine Weiterentwicklung der westlichen Wertegemeinschaft gestellt wurden: Mit der Antalntik-Charta wurden zentrale Prinzipien der Vereinten Nationen bereits zwischen dem amerikanischen Präsidenten Rossevelt und dem englischen Kriegspremier Churchill formuliert. Die UN wurden dann gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet.

Wer nach schnellen Informationen zu einzelnen oder auch den wichtigsten Entwicklungen in diesem Zeitalter der Weltkriege sucht, wird in Winklers Werk fündig werden. Der Autor formuliert verständlich und doch analytisch scharfsinnig, seine Kapitel sind so gegliedert, dass man sie auch getrennt voneinander lesen kann.
Wirtschaftliche und soziale Themen (abgesehen von der Weltwirtschaftskrise) werden aber erneut zugunsten noch der kleinsten politischen Einzelheit (Wahlen, Umstürze, Regierungsbildungen usw.) marginalisiert. Das macht die Lektüre trotz des guten Stils mitunter etwas zäh, lässt auch viele Fragen aufkommen aufgrund der erwähnten Lücken.
Dagegen ist es logsich, dass sich der Autor nicht nur auf die Geschichte der im engeren Sinne "westlichen" Staaten konzentriert, sondern auch und ausführlich die Geschichte der Sowjetunion einbezieht.

Insgesamt:
Winkler legte 2011 eine glänzende Fortsetzung seines ersten Bandes über die Geschichte der westlichen Welt vor, die bereits damals gespannt machte auf die Fortsetzung.
Die beiden danach folgenden Bände sollten Band 1 und Band 2 an Qualität gar noch überbieten.
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am 24. November 2011
Laut Einleitung zum diesem Band steht "im Mittelpunkt [...] die Entwicklung dessen, was ich das normative Projekt des Westens nenne", womit die Amerikanische und die Französische Revolution gemeint sind. Liest man das Buch, so wird einem diese Zielsetzung aber nicht besonders deutlich. Man bekommt einen ausführlichen, wenn gleich sehr konventionellen Überblick über die Geschichte der USA und Europas von 1914-1945. Dies ist ohne Frage verdienstvoll und angesichts der nachhaltigen Bedeutung dieses Zeitabschnitts auch zu würdigen. Für historisch Interressierte, aber fachlich nicht (aus-)gebildete Leserinnen und Leser ist das Buch diesbezüglich gut.

Allerdings reicht das angesichts des Anspruchs des auf nun drei statt ursprünglich nur zwei Bände ausgelegten Werkes nicht aus. Ohne weitere Erläuterung ist zunächst nicht klar, warum Russland/der Sowjetunion und den anderen osteuropäischen Gebieten - und damit genuin nicht-westlichen Räumen - ein so breiter Raum gegeben wurde; möglicherweise kommt eine Erklärung im geplanten dritten Band. Wurde im ersten Band wenigstens teilweise auf die prägenden und konstituierenden Ideen, Kräfte und Personen hingewiesen, so fehlt dies hier beinah völlig. Statt der notwendigen Darstellung und Erörterung sowie Auseinandersetzungen mit den geistes-, ideen- und kulturgeschichtlichen Aspekten dieser Epoche referiert der Autor die Zeit überwiegend unter dem Thema "Große Männer machen die Geschichte", eine aus früheren Werken des Verfassers bereits bekannte Methodik. Dies ist schade, denn was hätte eine am Leittthema bleibende "Geschichte des WESTENS" alles beinhalten können, wie beispielsweise die Diskussion der Frage nach dem eigentlichen Westen, eine Begriffsgeschichte des Westens, Fragen nach kollektiven wie individuellen "westlichen" Identitäten u.a.m. Wie schon gesagt, angesichts der besonderen Gegebenheiten der beschriebenen Epoche mag die Schilderung "außerwestlicher" Geschehnisse als Kontrapunkte lässlich sein. Im dritten Band jedoch muss der Verfasser die bekannten Pfade jedoch verlassen und sich endlich "dem Westen" zuwenden, alleine schon aufgrund des "Ost-West-Konflikts", aber auch aufgrund seiner inneren Entwicklung (Marktwirtschaft, Emanzipation, Kultur). Neben diesen Kritikpunkten besteht ein echtes Ärgernis (wie auch schon im ersten Band) in der mangelhaften Zitierweise: Lediglich am Ende eines Abschnitts steht eine Fußnote, die die verwendete Literatur enthält, sogar wörtliche Zitate werden nicht belegt. Dies ist für ein historisches Buch schlicht ungenügend und nicht zu rechtfertigen.

Ich war skeptisch, als zum Erscheinen des Buches mit Peer Steinbrück ein Politiker statt eines Gelehrten die Laudatio im "Spiegel" schrieb - die Skepsis ist leider bestätigt worden. Nach der Lektüre der beiden vorliegenden Bände von Winklers "Geschichte des Westens" ist das Ergebnis unbefriedigend.
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am 28. Juli 2013
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist sicherlich für jeden an der Neueren Geschichte Interessierten die am gründlichsten durchdrungene Phase. Schließlich bildet sie mit dem zivilisatorischen Schandmal von Nazideutschland den Fluchtpunkt für alles davor liegende und den Ausgangspunkt für alles danach kommende. Auch Winkler dürfte seine Prägung wesentlich durch die Beschäftigung mit dieser Epoche erfahren haben. Angesichts der Vielzahl bereits vorliegender Darstellungen ist die Herausforderung immens, den Mehrwert einer weiteren Publikation zu erweisen, insbesondere wenn sie den Anspruch einer ganzheitlichen Analyse genügen soll und sich dem Verlieren in kleinteiligen Details versagt. Winkler hat seiner "Geschichte des Westens" eine dieser Gefahr entgegengesetzte Zielrichtung gegeben. Er verlässt bewusst den nationalen Rahmen und stellt sein Werk unter das Leitmotiv "Projekt Westen". Dass er dabei als deutscher Historiker weiterhin den Schwerpunkt bei der deutschen Entwicklung legt, entspricht sicher auch der Erwartungshaltung seiner Leser. Für die im vorliegenden zweiten Band behandelte Epoche liegt das zudem in der Natur des Gegenstandes. Dank seiner breiter angelegten Perspektive gelingt es Winkler aber nicht nur den Zivilisationsbruch in der Mitte Europas als bisher absoluten Tiefpunkt dieses Projektes Westen zu veranschaulichen. Wie bereits im ersten Band so bindet er auch hier im zweiten Band die Entwicklung in den Kontext einwirkender und bewirkter Ereignisse in einem eher weit verstandenen Wirkungszusammenhang. Das erweitert den Blick und das Verständnis des Lesers ungemein. Auch wenn das meiste dem Leser aus anderen Quellen vertraut ist, zeugt nicht nur die zugleich ausgewogen und doch tiefe Betroffenheit zeigende historische Bewertung durch Winkler von seiner ausgewiesenen Kenntnis des Behandelten. Bereits die ganzheitliche Zusammenfassung in einem Werk ist eine herausragende und dauerhaft ergiebige Leistung. Zudem darf nicht vergessen werden, dass es ja zum Glück immer wieder an der Geschichte neu Interessierte geben wird. Sie finden in Winkler`s Beschreibung der Zeit der Weltkriege von 1914 - 1945 einen Einstieg, der seines Gleichen sucht. Dafür gebührt Winkler ein ganz großes Lob. Möge der angekündigte dritte Band diese Qualität halten.
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am 11. Januar 2012
Spannend und verständlich für jeden, der nur ein Quentchen Interesse an Geschichte mitbringt für die Lektüre ist auch der zweite, nicht weniger monumentale Band von Heinrich August Winklers "Geschichte des Westens", in dem er die Zeit der Weltkriege zwischen1914 und 1945 unter seine Historikerlupe nimmt. Ein Zeitraum, in der das "deutsche Kapitel" in der Geschichte des Westens aufgeschlagen und erst nach immensen Zerstörungen materieller und auch immaterieller Art geschlossen wurde. Denn es war besonders diese Zeit, als der Westen, historisch betrachtet das lateinische Europa, seine Werte und seine Grundlagen und Regeln systematisch selbst verletzt und in Frage gestellt hat.

Winkler definiert den Westen als den Teil Europas, in dem die Geschichte der Gewaltenteilung beginnt, auch die Trennung von fürstlicher und ständischer Gewalt. Nur dort, nur in den Ländern und Gebieten, wo es diese Gewaltenteilung gab, konnte sich die Trennung in gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Gewalt durchsetzen.

Ein Aspekt, den ich als Theologe wichtig fand, beschreibt Winkler so: "Ich habe die unmittelbare Kontinuität betont, die vom jüdischen und christlichen Monotheismus zum modernen Westen führt. Der Gedanke der Gleichheit aller Menschen vor Gott geht dem Gedanken der Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz voran. Und in der Gottebenbildlichkeit steckt schon die Menschenwürde. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist- in diesem Wort Jesu ist die Emanzipation und die Säkularisierung der Welt als Möglichkeit angelegt."

Durch den neuen Westen in Gestalt Amerikas und vor allem der britischen Dominions haben die westlichen Werte den Zweiten Weltkrieg überlebt. Vielleicht auch deshalb, weil die Ursprünge der westlichen Ideen von Menschenwürde und Freiheit aus der jüdisch-christlichen Tradition dort nach wie vor stark gelebt werden.

Ich fürchte, dass die Vernachlässigung der jüdisch-christlichen Wurzeln des Westens ihn in der Zukunft weiter schwächen wird. Denn ohne diese Grundlage hat er den weltweiten Herausforderungen kaum etwas entgegenzusetzen und wird nicht mehr ernst genommen.

Winklers Buch ist trotz seines Umfangs eine lehrreiche und wichtige Lektüre.
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am 11. Januar 2013
Zum Nachschlagen und Erkennen, wie es politisch zu den schrecklichen Ereignissen der deutschen Geschichte kam. Eine Aufforderung, sich aufmerksam für den Frieden zu engagieren.
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am 4. Januar 2014
Alles super! Vielen Dank für den guten Service und Preis. Jederzeit wieder. Weiter so! Su su su su su super
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