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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chronologie, Analyse & Reflexion, 26. Juni 2011
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Geschichte der deutschen Migration: Vom Mittelalter bis heute (Taschenbuch)
"Der Terminus "Wirtschaftsflüchtlinge" wäre für die Mehrzahl der deutschen Auswanderer des 19. Jahrhunderts passend gewesen, die eine Staat oder Staaten verließen, wo ihnen keine politische Beteiligung zubilligt, sowie wirtschaftlich keine ausreichenden Entwicklungsmöglichkeiten geboten wurden. Da ihnen die Türen nicht verschlossen waren, hatte sich für sie die Frage nach Asyl nicht gestellt."
(Prof. Dr. phil. Dirk Hoerder, M.A.)

Als promovierter Historiker zählt der 1943 im Ostholsteinischen Eutin geborene Autor seit über vier Jahrzehnten zu den Pionieren des Wissenschaftszweiges zur Erforschung der globalen Migrationsgeschichte. Seine Professuren und andere Tätigkeiten an deutschen, amerikanischen und kanadischen Universitäten sowie eine Vielzahl wissenschaftlicher Publikation lassen den Emeritus den Rang einer international renommierte Koryphäe einnehmen.

Ohne Vorwort und Einleitung definiert Hoerder in seinem ersten Kapitel gleich Begriffe, Konzepte und stellt Historiographie und Ideologisierungen anhand von Termini, wie Raum, Sprache, Heimat, Forschungsparadigmen und den systematischen Ansatz, vor. In den nachfolgenden sechs Kapiteln unterzieht der Autor die Geschichte der Deutschen Migration, vom Mittelalter und früher Neuzeit bis zu den deutschen Wanderungen zwischen 1914 bis 1955 chronologisch einer differenzierten multikausalen Analyse.

Nachdem er im achten Kapitel "Faktisch ein Einwanderungsland" (siehe auch die Landkarte auf dem Cover) die zuvor dargestellten Aspekte auf die jüngere Vergangenheit und dei gegenwart Deutschlands spiegelt, zieht er in seinem letzten Kapitel "vergleichende Perspektiven" in europäischer und globaler (Nord- und Südamerika und Australien) Dimension. So gab es über die Jahrhunderte hinweg Parallelen und sich wiederholende Gemeinsamkeiten, wie z. B. die Rolle der Frauen, Rück- und Transitwanderungen, Flucht, Vertreibung, koloniale sowie gewaltsame Verschleppung. Expansionen. Durch ihre Auswanderung konnten sich Migranten von ihren Landesherrn befreien, jedoch von ihrem alten Zuhause auch für imperialistische oder revanchistische Zwecke instrumentalisiert werden.

Bei seinem abschließenden Résumé stellt Dr. Hoerder schließlich fest, dass Auswanderungen aus und Einwanderungen nach Deutschland über die Jahrhunderte immer einen europäischen Kontext hatten, auch in der Periode nationaler Abgrenzung vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum zweiten Drittel des 2. Jahrhunderts. Die europäische Union hat wieder eine Öffnung herbeigeführt, die innereuropäische Migration erleichtert und in gewissem Sinne die pränationale, transeuropäische Dimension von Leben und Kulturen wieder aufgenommen und auch die regionale Spezifik wieder anerkannt. Während deutsche Migrationen denen anderer Gesellschaften ähnlich erscheinen, verhält es sich mit der Wahrnehmung von Einwanderern nach Deutschland und der nur schrittweise abnehmenden Weigerung, Migration politisch wahrzunehmen, vollkommen anders....

....denn was Aus-, Zu- und Einwanderung insgesamt betrifft, ist Deutschland Teil europäischer Geschichte, in Hinblick auf die Behandlung von Migranten haben allen deutschen Staatsgebilde vom Zweiten, wilhelminischen Reich über die Weimarer Republik, 'Drittes Reich' bis zur Bundesrepublik und DDR jedoch einen Sonderweg gewählt. Während sich einerseits eine restriktiv reglementierende Zuwanderung wie ein roter Faden von der preußischen Tradition bis in die Gegenwart zieht, halten andererseits neben Deutschland (Aussiedler deutscher Volkszugehörigkeit) nur Japan und Israel am Konzept der Abstammung fest. Eine Ausnahme hierzu bildet das Gesetz über 'Kontingentflüchtlinge', das in Krisen humanitäre Hilfe erlaubt.

Für Leser, die noch tiefer in das Thema einsteigen wollen, bietet ein zweiseitiges Literaturverzeichnis, zu dem auch einige Fachpublikationen des Autors gehören, zahlreiche Möglichkeiten. Den Abschluss des Bandes bildet ein Ortsregister.

Mit dem Band "Geschichte der Deutschen Migration" ist Dr. Hoerder nicht nur eine packende Chronologie und Analyse gelungen. Durch seine Reflexion auf die Gegenwart ist das 128seitige Büchlein vor allem auch ein Beitrag zu einem stets topp-aktuellen Thema, der mit 5 Amazonsterne zu bewerten ist.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Blickwinkel der zu Neuem führt, 3. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der deutschen Migration: Vom Mittelalter bis heute (Taschenbuch)
Leider habe ich mich nicht so intensiv und gründlich mit dem Thema befasst und so habe ich, ob wohl ich selbst davon betroffen bin, eine tolle Anregung zu neuem Denken erhalten. Das Buch macht klar, dass wir alle von Migration betroffen sind und aufgefordert die wahre Umgebung neu zu sehen. Ich hoffe es findet einen großen Lesekreis.
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Geschichte der deutschen Migration: Vom Mittelalter bis heute
Geschichte der deutschen Migration: Vom Mittelalter bis heute von Dirk Hoerder (Taschenbuch - 27. August 2010)
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