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Kundenrezensionen

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am 29. Januar 2010
In ihrem Erstlingswerk "Die Monster von Templeton" entführt uns die Autorin Lauren Groff in eine sagenumwobene Welt. Die Geschichte spielt sich, wie der Titel schon verrät, im Städtchen Templeton ab.

Die junge Willie Uptonn kehrt in einer Krisenzeit zurück in ihrem Heimatort Templeton, um bei ihrer Mutter Vivienne Schutz und Geborgenheit zu suchen. Jedoch findet Willie nicht nur Geborgenheit bei Vivienne sondern gerät in ihren Ahnennachforschungen, wobei sie hofft endlich auf ihren Vater zu treffen in einen wilden Strudel, der Vergangenheit und Gegenwart in sich verschwimmen lässt.

Lauren Groff zeichnet mit ihrem schönen Schreibstil eine farbenprächtige wie auch pompöse Umgebung mit dem Städtchen Templeton was mit der Zeit immer mehr zu einem Städtchen des Massentourismus wird aber nie seine Wurzeln vergisst. Der mystische Flimmerspiegelsee birgt ein Monster in sich das die Bürger in Aufruhr versetzt als dieses tot geborgen wird. Auch unsere symphatische Protagonistin Willie ist zu diesem Zeitpunkt am Flimmerspiegelsee.

Zu Anfang weiß man nicht so Recht was für eine Verbindung Flummy, das Monster vom Flimmerspiegelsee, mit der Familiengeschichte von Willie hat. Bei ihren Nachforschungsarbeiten und Recherchen stößt Willie auf weitere Puzzleteile die nach und nach ein ganzes Bild zu ergeben scheinen. Besonders gut hat mir dabei gefallen wie man immer mal wieder im Buch auf eine "Ahnentafel" stößt die immer mehr Verzweigungen annimmt, und es dem Leser leichter macht den Überblich zu behalten.

Die gruslig schöne Geschichte von Lauren Groff zieht mich nicht nur durch die spannende Familienbande in Bann, sondern auch durch die Charaktere die durch ihre Vielseitigkeit überzeugen. So bekommen wir es nicht nur mit dem ehrgeizigen Mädchen Willie und ihrer Hippie-Mutter Vivienne zu tun, sondern auch mit alten Schulkameraden von Willie und mit schon lange vergangenen Persönlichkeiten die das Gesellschaftsbild von Templeton geprägt haben.

Mein Fazit:
°°°°°°°°°°°

Lauren Groffs Debütroman "Die Monster von Tempelton" zieht einen mit seiner vielseitigkeit und seinem Fantasiereichtum in den Bann! Die Geschichte um die Sagen Templetons ist eine spannungsreiche Story die junge sowie ältere Leser begeistern dürfte.
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am 31. März 2009
Wie schon der Klappentext sagt, ist es schwierig, dieses Buch deutlich einzuordnen. Über weite Strecken handelt es sich um eine Familiensaga, die rückblickend aus dem 20. Jahrhundert erzählt wird. Dieser Rückblick ist Teil einer Selbstfindungsaktion der Heldin, deren Leben gerade in Scherben gegangen ist, und die - angesichts einer ungewollten Schwangerschaft - herauszufinden versucht, wer ihr eigener Vater ist. Dabei deckt sie eine groteske Familiengeschichte auf, die vor charismatischen und extremen Persönlichkeiten nur so wimmelt. In ihrer Ahnenreihe gibt es eine schwarze Sklavin, eine Giftmörderin, einen weltbekannten Schriftsteller, den Stadtgründer des Ortes, in dem sie lebt, einen französischen Gigolo, Historiker und Prostituierte, Indianer und Trapper.
Diese illustren Charaktere nehmen den weitaus größten Teil des Buches in Anspruch, auch wenn man (quasi nebenher) erfährt, daß die Heldin ihr Leben doch wieder auf die Reihe bekommt.
Das Thema des "Schauerromans", das ebenfalls auf dem Umschlag genannt ist, ergibt sich durch das "Monster" - übrigens das einzig echte Monster in der Geschichte. Obwohl im Titel auf mehrere Monster hingewiesen wird, sind alle übrigen Monstrositäten lediglich Mitglieder der Temple-Familie, um die es geht; denn einige Vorfahren der Heldin haben durchaus unmenschliche Züge an sich. Es gibt allerdings eine Art "Nessie" in der Geschichte. Am Tag, an dem die Heldin in ihren Heimatort heimkehrt, wird im angrenzenden See ein totes Ungeheuer gefunden, das an die Oberfläche getrieben ist. Das Tier zieht Scharen von Reportern, Schaulustigen und natürlich Regierungsmitarbeitern an, wird aber im Buch immer nur sehr kurz behandelt: Das tote Monster wird schnell weggeschafft und abgesehen von einem Fernsehinterview mit einem Wissenschaftler und dessen späterem Zeitungsartikel über das Monster hört man nicht mehr viel davon im Haupterzählstrang. In den historischen Dokumenten allerdings, die die Heldin durchforstet, taucht dieses Tier regelmäßig auf.
Es scheint so, als habe praktisch jeder ihrer Vorfahren davon gewußt und es mindestens einmal (lebend) im See gesehen. Der Eindruck entsteht, daß das Monster die Familie oder zumindest den Ort Templeton repräsentiert. Am Ende der Geschichte taucht auch noch einmal ein junges (lebendes) Monster auf - das Junge des toten -, so daß die Zukunft der Familie Temple und des Ortes Templeton gesichert scheint.
Das Buch enthält einige Bilder (teils Schwarz-weiß-Fotos, teils gezeichnete oder gemalte Bilder), die Mitglieder der Temple-Familie darstellen sollen. Die Bildunterschriften enthüllen teils Dinge, die in den Texten nicht offengelegt werden. Insgesamt erzeugt dieses Einfügen von Abbildungen den Eindruck, man lese eine Chronik. Große Teile der Geschichte (d.h. die historischen Texte) sind auch sehr zeitgetreu und traditionell gehalten. Sie zeigen keinen zu modernen Blickwinkel auf die Welt und stellen nicht jeden Charakter als gleich gebildet, intelligent oder informiert dar. Das konterkariert etwas den flippigen und extrem liberalen Stil, den die Heldin und ihre Mutter pflegen.
Abschließend muß ich sagen, daß das Buch sehr gut geschrieben und leicht zu lesen ist. Die Autorin schafft es durchgehend, Interesse für den Plot und die Figuren zu wecken und vermeidet es, offen parteiisch zu sein. Manche Sachverhalte werden aus mehreren gleichwertigen Perspektiven erzählt, so daß die Erzählung nie einseitig oder rechthaberisch wirkt.
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am 18. April 2009
Zum Inhalt dieses Buches wurde ja schon genug geschrieben, aber allein darum geht es gar nicht. Es ist eine Hommage an eine historische Kleinstadt mit all den exzentrischen, aber liebenswerten Charakteren, die dort leben. Man kann es kaum beschreiben, aber die Geschichte fesselt einen vom Anfang bis zur letzten Seite. Wer genug hat vom Roman-Alltagsbrei: Sowohl die originelle Story als auch der Schreibstil der Autorin sind hochinteressant, fesselnd und lebensnah; die Charaktere sind so glaubwürdig, dass sie einem fast aus den Seiten entgegenspringen. Ich kenne das Original leider nicht, aber die Übersetzung ist sehr hochwertig und elegant geschrieben. Intelligente Literatur, aber mit hohem Unterhaltungswert! Erwähnenswert ist vielleicht auch das wunderschöne, geheimnisvolle Cover, in dem man beim Lesen einige Figuren aus der Geschichte wiedererkennt. Meine Empfehlung: Lesen!
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am 19. März 2010
Ich weiß gar nicht so recht, wo und wie ich anfangen soll - dieses Buch ist einfach wundervoll!
Und dabei ist nicht nur die Geschichte, die Lauren Groff erzählt wundervoll, nein, auch bei der Gestaltung dieses Romans stimmt einfach alles! Ein schön gestalteter Einband, in rot/schwarz/weiß gehalten, der, zusammen mit der Schrift, etwas Edles hat und Geheimnisse verspricht, die es sich zu erlesen gilt. Jedes Kapitel wird von einem kleinen Ornament angeführt, in dem man ein Element aus dem Cover wiedererkennt und zu meiner großen Freude hat dieser liebevoll gestaltete Roman auch noch ein Lesebändchen. Also, der erste Eindruck könnte kaum besser sein.
Nun zur Geschichte: Wilhelmine "Willie" Sunshine Upton ist schwanger - von ihrem verheirateten Professor. Nachdem die geprellte Ehefrau hinter das Techtelmechtel ihres untreuen Gatten gekommen ist und ihrer Rivalin in aller Öffentlichkeit eine Ohrfeige verpasst hat, macht Willie sich verwirrt auf den Weg nach Templeton, ihrer Heimatstadt, zu ihrer Mutter Vivienne. Ihre Zukunft versinkt in tiefem Nebel und ihr wird klar, dass auch ihre Vergangenheit ungewiss ist. Um sich abzulenken von der Entscheidung, die sie treffen muss, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater, dessen Identität sie nicht kennt. Ihre Mutter gibt ihr nur einen einzigen Anhaltspunkt: Willies Vater stammt aus Templeton und hatte der damals siebzehnjährigen Vivienne erzählt, er und sie hätten womoglich einen gemeinsamen Ahnen. Also wühlt Willie sich durch Briefe, Tagebucheinträge und Zeitungsartikel und findet dabei letzlich mehr, als sie zu suchen dachte...

Was im ersten Moment nur nach einer Familiengeschichte klingt, ist so viel mehr als das. Allein schon der erste Satz des Buches macht deutlich, dass in diesem Roman mehr Magie auf den Leser wartet als die Magie des Lebens:

"An dem Tag, als ich, knietief in der Schande, nach Templeton zurückkehrte,
tauchte im Flimmerspiegelsee der über fünfzehn Meter lange Kadaver eines
Ungeheuers auf."

Der Tod dieses Ungeheuers taucht die Stadt in eine tiefe, unerklärliche Trauer - es galt als Legende und jetzt, wo es nicht mehr da ist, fühlen die Bewohner sich leer und traurig. Während ihrer Forschungen erfährt Willie einiges über Templeton, dessen Gründer einer ihrer Uhrahnen war. Das Magische, das Unerklärliche und die Geister der Toten gehörten schon immer zu Templeton und ihren Bewohnern, wenn auch nur im Verborgenen und unausgesprochen. Auch Willie kennt einen solchen Geist, er lebt in ihrem Zimmer und hat ihr schon immer im Leben die Richtung gewiesen.
Nach und nach erfahren wir die Geschichte der Familie Temple, durch die Berichte der Ich-Erzählerin, aber auch in einzelnen Fragmenten, die die Ahnen selbst zu Wort kommen lassen. Dadurch gewinnt der Roman an Tiefe, denn aus den verschiedenen Perspektiven entsteht ein vilefarbiges Bild der Vergangenheit.
"Die Monster von Templeton" ist ein Familienroman, ein historischer Roman und ein Schauermärchen in einem - einfach wunderbar!
Als ich am Ende des Buches angelangt war, ging es mir wie Stephen King, der folgendes über "Die Monster von Templeton" sagte:

"Ich war traurig, als das Ende des Romans in Sicht kam - einen größeren Erfolg
kann man nicht erzielen."
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. November 2009
Ich kann mich den sehr positiven Rezensionen über dieses Buch nur anschließen. Ich habe das Buch gestern "aus" gelesen, und bin richtig traurig, dass es zuende ist; ich denke, ein größeres Kompliment kann man einem Buch nicht machen.
Zum Inhalt wurde hier ja bereits viel gesagt, und die Geschichte um Willie, ihr "Klümpchen" und ihre Vorfahren entwickelt einen ganz eigenen Sog, was natürlich an all den schillernden, liebenswerten und nicht so liebenswerten Charakteren und der tollen Sprache der Autorin liegt, die ein wirklich großes Herz, und das nicht nur für ihre Heimatstadt, hat.
Es ist, wie hier schon erwähnt, eine ungewöhnliche Geschichte, aber so richtig zum Eintauchen und versinken, fast wie Flimmie im See. Besonders hervorheben muss man tatsächliche die ausgezeichnete, lebendige und lebensnahe Überseztung. Ein wunderbares Buch, bei dem man es sich wirklich nicht erlauben kann, bis zur Taschenbuch-Ausgabe zu warten.
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Im Vorwort stimmt die in Cooperstown, New York, geborene Autorin die Leser auf ein Buch der ganz besonderen Art ein. Sie behauptet, dass die Kunst des Schreibens einer Geschichte darin läge, zu lügen und dabei die Wahrheit zu sagen. Nach diesem Schema funktioniert »Die Monster von Templeton«. Lauren Groff nutzt ihre Heimatstadt und den dort geborenen Schrifsteller James Fenimore Cooper sowie den Mythos um das Monster von Loch Ness, um eine über Jahrhunderte reichende Geschichte heraufzubeschwören. Sie spannt ein faszinierendes Band zwischen Vergangenheit und Fiktion, das die Leser zum Staunen bringen und zugleich mit einem traurigen Blick zurücklassen wird. Denn die Figuren aus Templeton wachsen einem in den gut 500 Seiten ans Herz, da sie eine besondere Eigenschaft haben: sie sind lebendig!

Verfolgt werden mehrere Handlungsstränge, in deren Mittelpunkt oft Willie steht. Einerseits ihre Suche nach der Identität des eigenen Vaters, ihre Schwangerschaft und die Krankheit ihrer Freundin Charlotte. Zudem der Wirbel um "Flimmy", das Ungeheuer aus dem See, und zahlreiche Tagebucheinträge, Notizen, Briefwechsel von Willies Verwandten, die - manchmal in gekürzter Version - dem Leser ebenfalls zur Verfügung stehen, und Meinungen anderer involvierter Charaktere zum Geschehen oder zu Willie selbst. Dabei wird im Text immer wieder auf tolle, unkonventionelle Elemente gesetzt. Ein immer wieder fortgeschriebenes Schaubild zu Willies Stammbaum, in dem neue Erkenntnisse eingebaut werden und Bilder der Verwandten, beides liebevoll von Autorin und gegebenenfalls Übersetzerin kommentiert. Diese gelungene Mischung führt dazu, dass so gut wie nie Langeweile aufkommt.

Sympathische Witze, keine derben Schenkelklopfer, und besagte liebenswerte Charaktere runden das Gesamtbild ab. Bei Willie, Vi, Charlotte und all den Templetons und Averells läuft im Leben nicht immer alles glatt. Bereits das macht sie zu glaubwürdigen Charakteren, von denen viele ein dunkles Geheimnis hüten. Die Ungewissheit über die Vergangenheit, gepaart mit der drohenden Zukunft braut eine Mischung herauf, der man sich nicht entziehen kann. Spannend wie ein guter Krimi und doch gleichfalls eine Geschichte fürs Herz. »Die Monster von Templeton« ist eine so reichhaltige Erzählung, das für jeden Geschmack etwas dabei ist!

Wenn auch das Ende allzu amerikanisch daherkommt, bleibt »Die Monster von Templeton« ein Feuerwerk. Ein Buch mit farbenfrohen, lebensechten Charakteren aus unterschiedlichsten Zeiten und Generationen. Hier tut es einem in der Seele weh, das Buch nach Beendigung zur Seite legen zu müssen!
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TOP 500 REZENSENTam 2. April 2009
In einem Interview berichtete die Autorin, dass sie mit diesem Buch eine Liebeserklärung an ihre Stadt Cooperstown schreiben wollte. Während des Schreibens hat sich die Stadt verändert, wurde zauberhafter, magischer und das Ganze entwickelte eine eigene Dynamik. Wirklichkeit und Fiktion verschwammen ineinander und es entstand das Bild einer Stadt, die zwar Cooperstown ähnelte, jedoch ganz eigene Züge hatte, so dass sie ihr den Namen "Templeton" gab.

Ich habe lange überlegt, was das Besondere an diesem Buch ausmacht und bin bis jetzt noch nicht ganz dahinter gekommen - Vielleicht ist es die Stimmung, in die es einen beim Lesen versetzt. Lauren Groff lässt ihre Protagonistin Willie in einer Art und Weise über die Menschen in der kleinen Stadt berichten, dass man das Gefühl hat, man blickt in eine kleine heile, aber zum Glück nicht perfekte Welt, die trotz vieler Geheimnisse ihrer Bewohner und dunkler Vergangenheit, lebenswert und echt erscheint. Willie macht sich gründlich auf die Suche nach ihrem Vater, hat sie doch selbst ein "Klümpchen" im Bauch, und meint, bald Verantwortung für ein Kind übernehmen zu müssen. Sie arbeitet sich durch Berge von alten Dokumenten, Fotos und Büchern und ganz nebenbei erfährt man so die Geschichte von der Gründung Templetons durch ihren Vorfahren Marmaduke, aber auch viele kleine Anekdoten über die Bewohner der Stadt kommen so ans Licht.
Schockierende Taten, Skurrile Vorfälle haben sich im Ort abgespielt, doch immer hat man den Eindruck, das Ganze sei mit einem Augenzwinkern geschrieben - Es finden sich zahlreiche (echt aussehende) alte Fotos, deren Bildunterschriften mich mehr als einmal haben lachen lassen. Fast meint man, dort ein Stück authentische Geschichte vor sich zu haben, wenn nicht ab und zu kleine Geister auftauchen, oder etwas über das Monster erwähnt wird, dass es schon seit der Gründerzeit im Flimmerspiegelsee gibt und das zur Stadt dazu gehört, wie die Geschichte von dem merkwürdig behaarten Kind, welches eine junge Indianerfrau zur Welt brachte und das merkwürdigerweise ebenso rote Haare hatte, wie der Sohn des von allen verehrten Stadtvaters...

Es gibt fast keinen Kritikpunkt, außer vielleicht den so typisch amerikanischen Schluss, der aber glücklicherweise durch ein dickes Stückchen Originalität etwas abgemildert wurde (mehr will ich nicht verraten). Insgesamt hat mir dieses Buch jedoch sehr gut gefallen. Es ist einfach ein Wohlfühlbuch - man taucht ein in diese liebenswerte Geschichte, und man hat fast das Gefühl, die Stadt und deren Bewohner persönlich zu kennen. Und mir ging es so, dass ich sie alle ein ganz klein wenig vermisst habe, als ich das Buch beendet hatte...
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am 3. Juli 2015
Um dieses Buch wurde ja ein Riesenwirbel gemacht, und als ich es durch Zufall in der Bücherei gesehen habe, habe ich es mir natürlich sofort zu Gemüte geführt.

Die junge Wilhelmina "Willie" Upton kehrt nach einer folgenschweren Affaire nach Templeton und ihrer Mutter Vi zurück, um ihre Gedanken zu ordnen und wieder Struktur in ihr Leben zu bringen. Im Laufe des Romans wird die Geschichte des Ortes Templeton beschrieben und erzählt, wie der Gründer die Stadt aufgebaut und geprägt hat. Und wie Willie letztendlich mit diesem verwandt ist.
Über weite Strecken gibt es Kapitel, die als Rückblicke verschiedene Personen und deren Schicksale beschreiben, so dass sich am Schluss ein Bild von Templeton herauskristallisiert und Ereignisse und Verwicklungen einen tieferen Sinn bekommen. Nebenher wird aber auch beschrieben, wie sich Willie in ihrer Misere fühlt und versucht, diese zu lösen. Und dann gibt es noch ein paar Episoden eines seltsamen Wesens, einem "Monster" namens Flimmy, das im Spiegelwassersee wohnte, dann aber als Kadaver an der Oberfläche auftaucht und für zusätzlichen Rummel sorgt.

Dieser Roman ist gut geschrieben und flüssig zu lesen, leider bleibt er einfach viel zu gleichmäßig und ist wenig eingängig. Die Beschreibung der Jetzt-Zeit aus Sicht von Willie klingt Stilmäßig genauso wie die Beschreibungen aus dem 18. oder 19. Jahrhundert, auch wenn es sich um Tagebucheinträge oder Briefe handelt. Auch das "Testament" von Guvnor klingt einfach nur bemüht und unecht. Auch die Fotos, die hie und da den Text unterbrechen, versuchen bemüht authentisch zu sein, aber sind sie es...?
Auch war mir Willie die ganze Zeit unsympathisch, mit ihrer selbstherrlichen Art, die die Menschen - vor allem ihre Mutter - vor den Kopf stößt, und mit ihrer Schnoddrigkeit, von der sie meint, das wäre so cool. Trotzdem ist sie natürlich der Dorfliebling, den alle Vergöttern und muss sich gefallen lassen, dass sämtliche Geschichtsdozenten und -lehrer auf der Schule und der Uni sie umlagert haben, weil sie einen berühmten Vorfahren hatte. Gähn!! Vielleicht wäre sie mir ein bisschen sympathischer gewesen, wenn sie nicht so eine Hure gewesen wäre.

Alles in allem ein schöner Schmöker, mit dem sich viel Mühe gegeben wurde. Trotzdem hätten dem Buch ein paar Absurditäten und vor allem ein paar weniger Seiten gutgetan.
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Es ist nicht leicht, wieder in seinen Heimatort zurückzukehren und bei der Mutter einziehen zu müssen, weil man es zwar geschafft hatte, dem Provinznest zu entfliehen, nun aber etwas Ungeplantes geschehen ist. Willie allerdings bleibt gar nichts anderes übrig, ist sie doch ungewollt schwanger von ihrem ' natürlich verheirateten ' Professor.
Zeitgleich mit der Ankunft Willies geschieht noch etwas Außergewöhnliches in Templeton: Das Monster aus dem Flimmerspiegelsee wird als Kadaver geborgen, was die gesamte Atmosphäre des Ortes ändert.
Willie hat erst einmal Probleme, sich wieder im Ort ihrer Kindheit einzufinden, erst recht, weil ihre Mutter so gar nicht begeistert ist, dass ihre kluge und gut ausgebildete Tochter in die gleiche Falle getappt ist wie sie selbst damals.
Als Willie erfährt, dass ihr Vater gar nicht unbekannt ist, sondern in Templeton lebt, sie ihre Mutter aber nicht dazu überreden kann, ihr den Namen zu verraten, beginnt sie, ihre Herkunft zu erforschen.
Bei der Suche nach dem Vater helfen nicht nur die Bibliothekarin und ein ehemaliger Schulfreund, sondern auch ein Geist und das Seeungeheuer.
Diese außergewöhnliche Familiensaga ist herrlich skurril, dabei aber auch warmherzig, obwohl die Männer (zu Recht) nicht besonders gut weg kommen. Streckenweise liest sich das spannend wie ein viktorianischer Schauerroman, und es ist eines dieser Bücher, in die man richtig versinken kann.
Vor allem aber vermittelt dieses lesenswerte Buch die beruhigende Erkenntnis, dass andere Familien noch schlimmer sind als die eigene.
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TOP 1000 REZENSENTam 27. Februar 2009
Ein totes Ungeheuer treibt in einem See. Eine junge Frau kommt zurück zur Mama in die Provinz und eine merkwürdige Stimmung legt sich über den kleine Gemeinde mit ihrer neuen "ungeheuerlichen" Sensation. Die junge Frau ist nicht irgendwer. Sie stammt aus einer (einst) angesehenen Familie und soll Ergebnis einer wilden Gruppensex-Veranstaltung sein. Als sie dann von der Mama zur Aufmunterung erfährt, dass das nicht die ganze Wahrheit ist und ihr leiblicher Vater aus dem kleinen Städtchen kommt, macht sich die junge Frau auf die Suche nach ihren Wurzeln und stolpert über einen eigenwilligen Stammbaum. Mehr will ich nicht verraten, weil ich sonst den Plot der Geschichte zerstören würde. Nur so viel: Das Buch beginnt leise, lebt von Stimmungen und ist ein herrlicher Schmöker für alle, die die phantastische Literatur lieben. Sorry, dass ich nicht konkreter werde. Aber ich glaube, sonst beraube ich jeden willigen Leser eines großen Vergnügens
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