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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schweifender Schweizer
Dem Gesamtkonzept der zwölfbändigen Buchreihe habe ich fünf Sterne gegeben (siehe "Russland").

Der "Schweiz"-Band von Iso Camartin hat die von den beiden ersten Rezensenten beschriebenen Vorzüge. Erstklassig ist Camartins Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven aufzutun und beim Wegräumen von Klischees zu helfen. Manchmal...
Veröffentlicht am 3. Januar 2009 von Jörg Liemann

versus
3.0 von 5 Sternen Eine Hommage
Das Buch von Iso Camartin ist als eine einzige Hommage an die Schweiz zu lesen. Für die Menschen, die die Schweiz gar nicht kennen, sicher ein Appetitmacher auf dieses wunderschöne Land, das allerdings für Fremde irgendwie verschlossen bleibt. Leser, die die Schweiz gut kennen, werden in sehr vielem bestätigt werden, was sie aus eigener Erfahrung...
Veröffentlicht am 29. Mai 2010 von Uwe Ditzen


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schweifender Schweizer, 3. Januar 2009
Von 
Jörg Liemann (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schweiz (Gebundene Ausgabe)
Dem Gesamtkonzept der zwölfbändigen Buchreihe habe ich fünf Sterne gegeben (siehe "Russland").

Der "Schweiz"-Band von Iso Camartin hat die von den beiden ersten Rezensenten beschriebenen Vorzüge. Erstklassig ist Camartins Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven aufzutun und beim Wegräumen von Klischees zu helfen. Manchmal amüsant, wie im Abschnitt "Texanern die Schweiz erklären".

Im Ergebnis komme ich zwar auf eine Vier-Sterne-Bewertung, aber zwei Aspekte finde ich enttäuschend bis ärgerlich: (1) Camartin bleibt an vielen Stellen unnötig allgemein, er bemüht Binsenweisheiten und Floskeln. (2) Seinem Prinzip, subjektive Geschichten zu erzählen, wird er zuweilen untreu und schreibt dann, als könne er den Spickzettel nicht aus der Hand legen.

(zu 1) Zum Unkonkreten ein Zitat, Seite 175: "Es gab Pioniere der Volks- und Berufsbildung, es gab Kämpfer für das befreiende und das beflügelnde Wissen, das uns jener Gruppe von Menschen zugehörig macht, die gut gerüstet und voller Ideen und Pläne in die Zukunft schauen. Heute ist die Schweiz auch hier neu gefordert. Je besser der Wissensrucksack der Jugendlichen gepackt ist, umso größere Chancen werden diese haben, in einer Welt der ungelösten Fragen nicht nur zu überleben, sondern selber für drängende Probleme Lösungen zu finden. Man kann der nächsten Generation nicht eine Welt vermachen, in der..." - Man ahnt schon, dass es im Ton und mit dem Nährwert einer Neujahrsansprache weiter geht, für welchen Staat auch immer.
Besonders störend ist das Diffuse, wenn Überschriften Konkretes versprechen, etwa: "Die Literaturen der Schweiz" (S. 68 ff.). Auf sechs Seiten - das Buch ist dünn, der Platz wertvoll! - fällt schweizbezogen allein der Name Max Frisch. Ansonsten Allgemeines oder eine Aufforderung wie diese auf S. 72: "Überlegen Sie einmal, welche "Tonarten" die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Schweiz dichtend und erzählend verwenden." Ja, das würde ich gerne, wenn mir denn der Autor einige vorstellte oder in Erinnerung brächte... Ah, endlich die Überschrift: "Fünfzig Bücher" (S. 74). Camartin erwähnt Rousseau und ist stolz darauf, dass Giovanni Andrea Scartazzini aus dem unteren Bergell einer der größten Danteforscher wurde. Das ist auch schon alles an Namen und Titeln auf den drei Textseiten. Und die 50 Bücher? "Wenn Sie in die Schweiz kommen, wähle ich aus meiner Bibliothek fünfzig Bücher aus..." (S. 75) Ach so. Und am Schluss, S. 77? "Hunderte von Büchern liegen in den Regalen hunderter von Bibliotheken..." - warum soll man da eines nennen? "Hunderte von Männern und Frauen haben ihr Bestes gegeben..." - wozu sich mit schnöden Namen herumschlagen? Endlich dann der (Schweizer) Gipfel, die Quintessenz des Literatur-Abschnitts und zugleich des Kapitels "Fakten (!) und Fiktionen" (S.77): "Kommen Sie bald! Vieles wartet hier auf Sie!" Ja, was auch immer.

(zu 2) "Steigen Sie ein in meine für Sie gebastelte Zeitmaschine!" (S. 85). Das ist richtig gut. Zeitmaschine! Zwei, drei Ausflüge in die Zeit unternehmen... Gebastelt! Für Sie! - Was folgt? 60 Seiten Chronologie, ein Drittel des Buches. Darin stecken interessante Details, keine Frage, aber man spürt leider immer wieder, wie da die aus Büchern übernommene Liste abgearbeitet wird. Das ist auch sprachlich nicht mehr interessant. Zwei kurze Beispiele, S. 91 und 129: "Ein wichtiges Datum der Schweizer Geschichte ist der 15. November 1315." Kann man eine Geschichte langweiliger einleiten? "Am 8. Mai 1945 geht der Zweite Weltkrieg zu Ende. ..."
Dass der Autor etwas zu sagen hat, hoffte ich besonders bei dem Kapitel über die "hässlichen Seiten der Schweiz" (S. 56 f., es ist eine Seite). Ich lese: "... heute ist das Bild der Schweiz eingetrübt von Realitäten, die mit Schuld und mit Scham etwas zu tun haben." Etwas. Konkreter wird es nicht: "unrühmliche Eigenschaften", "anpasserisch", "Wagemut", "Herausforderung", "Verantwortung für Geschehenes". Alles klar? Ein Bericht wird genannt, sogar Name und Herkunft des Verfassers. Der habe (sogar) Ergebnisse. - Sie ahnen sicherlich, dass Camartin nichts über deren Inhalt verrät.

Das beste an dem Band ist also, dass man Appetit bekommen hat, sich mal ein Buch über die Schweiz zu besorgen. Oder hinzufahren. Die Sympathie zur Schweiz und zum Autor ist trotzdem übergesprungen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nur für Schöngeister zu empfehlen, 31. März 2010
Von 
Michael Kühntopf (Widen, Kanton Aargau, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schweiz (Gebundene Ausgabe)
Das schmale Bändchen hat es in sich. Eine schier unglaubliche Fülle an Namen, Daten, Ereignissen wurde hier in die wenigen Seiten hineingestopft, dass es einem schwindelig wird. Und das in Kombination mit einem altväterlich-behäbigen Schreibstil, den man zuletzt bei Thomas Mann, aber dort irgendwie klarer und weniger verquast, gesehen hat. Man braucht Zeit, Musse und eine heutzutage sehr rar gewordene Seelenruhe, um sich auf diese langen Sätze wirklich einzulassen. Im Sinne eines geplanten Informationskonsums nur ein Ärgernis - aber es gibt ja auch noch die Schöngeister, die so etwas mögen mögen.

Trotz der Fülle muss man bei dem geringen Umfang des Büchleins doch eine Auswahl treffen. Mehr als man gesund verdauen kann bleibt aber immer noch übrig, und man hat den Eindruck, hier wurde - auch Thomas Mann hat so gearbeitet - aus einem alten Zettelkasten, der über Jahrzehnte gewachsen und verstaubt ist, alles, was man irgendwie wichtig und/oder kurios fand, konsequent abgearbeitet.

Die Folge davon kann ja nur sein, dass kaum etwas erklärt, sondern beinahe alles vorausgesetzt wird. Teilweise handelt es sich um blosses Name dropping. Und dann glaubt man eben doch, das Buch sei eher für Schweizer als Selbstreflexion und Selbstvergewisserung oder für sonst irgendwie Eingeweihte geschrieben - was ja klar der Aufgabenstellung der Reihe, innerhalb derer dieses Buch erschienen ist, widerspricht.

Das Abarbeiten der Stichwortliste hat dann als weitere Konsequenz den Mangel an innerem Zusammenhang. So wirkt das Buch insgesamt sehr "konstruiert" und unausgewogen. Die einzelnen Teile sind sehr disparat und von unterschiedlicher Qualität. Die Auswahl der Zitate über das Frauenbild in der Schweiz z. B. zeigt eine nicht mehr zu überbietende Beliebigkeit. Das Schlusskapitel über den Filmregisseur Daniel Schmid ist ganz klar ein Fremkörper und hat - jedenfalls so - in diesem Buch nichts verloren. Vielleicht war der Lektor bestochen oder dieses Kapitel Teil des Deals, für das Buch überhaupt als Autor zur Verfügung zu stehen? Übersehen kann so etwas kein Lektor - oder er gehört gefeuert.

Bei allem ist die Tendenz des Buches ganz klar apologetisch: Das typisch Eidgenössische oder was man dafür hält, wird belobigt und beglaubigt. Das darf schon so sein. Dagegen ist ja gar nichts zu sagen. Iso Camartin ist dann aber andererseits offen und fair genug, auch die hässlichen Seiten der Schweiz und der Schweizer anzusprechen und nicht zu verstecken. Das lässt das ganze Buch dann in einem anderen Licht erstrahlen und macht es sogar sympathisch.

Der Teil zur Schweizer Geschichte (Hauptkapitel 3) ist das Beste am ganzen Buch und eine hervorragende Darstellung, die zu lesen lohnt.

Michael Kühntopf
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3.0 von 5 Sternen Eine Hommage, 29. Mai 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schweiz (Gebundene Ausgabe)
Das Buch von Iso Camartin ist als eine einzige Hommage an die Schweiz zu lesen. Für die Menschen, die die Schweiz gar nicht kennen, sicher ein Appetitmacher auf dieses wunderschöne Land, das allerdings für Fremde irgendwie verschlossen bleibt. Leser, die die Schweiz gut kennen, werden in sehr vielem bestätigt werden, was sie aus eigener Erfahrung glauben zu wissen. Doch wer weiss schon viel über die Geschichte der Schweiz, die sich immer etwas von Europa abgesetzt hat und gerne auch eine Sonderrolle für sich in Anspruch nimmt. Wie in jeder Gesellschaft haben auch diese Schnurrigkeiten ihre Wurzeln in der Geschichte. Ohne Napoleon wäre die Schweiz, wie sie heute geschätzt oder auch manchmal verachtet wird, wohl niemals enstanden. Dafür sind die Unterschiede zwischen den Kulturen, den Sprachen und den Religionen einfach zu gross. Der Schweizer denkt in "kleinen Räumen", von Dorf zu Dorf und zurecht von Kanton zu Kanton und von Dialekt zu Dialekt. Der Nationalstaat tritt nur nach aussen so auf und das ist oft schon schwer genug. Vor allem natürlich zwischen Deutschschweizern, den Westschweizern und den Tessinern. Die Gemeinsamkeiten sind eher klein und man will sie meist auch gar nicht. Die Rätoromanen spielen hierbei natürlich die allerkleinste Rolle .
Das alles wird von Camartin thematisiert, aber sehr selten kritisch hinterfragt, wie sollte er auch. Als Graubünder ist sein Schweizer Bild sehr stark von den wunderschönen Landschaften geprägt und da gerät er auch mal über 70 Seiten ins Schwärmen. Als ehemaliger Kulturdirektor des Schweizer Fersehens hat er ein starkes Faible für die Kunst und die Literatur, was sicher nicht weiter wundert. Doch seine eher unpolitische Haltung gegenüber Europa zeichnet ihn auch wieder als typischen Schweizer aus und es wird deutlich, wieso die Schweiz im Verhältnis zu Deutschland viel distanzierter ist, als das der Österreicher. Die Schweiz will und ist einfach mehr "Ausland" als Österreich und hier entwickeln sich manchmal starke Widersprüche und Komplexe gegenüber den Deutschen, die ihnen viel zu direkt und zu laut sind. Viele Schweizer haben überhaupt kein Interesse an dem nördlichen Nachbarn und waren auch, wenn überhaupt, nur mal in Berlin nach dem Mauerfall.
Trotz aller Kritik, der Leser erfährt viel über dieses Land und seine Geschichte und lernt so auch das Verhalten vieler Schweizer gegenüber Ausländern besser einzuschätzen und zu verstehen.
Der Stil von Iso Camartin ist manchmal langatmig und arg philosophisch und verdirbt auch dem geneigten Leser den ungetrübten Spass an der Lektüre, die wie gesagt durchaus lehrreich ist.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sich für den Charme der Schweiz erwärmen, 23. Dezember 2008
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schweiz (Gebundene Ausgabe)
Es gibt nicht diese eine Schweiz! Vielleicht ist das die bedeutendste Botschaft dieses Buches aus der Reihe "Die Deutschen und ihre Nachbarn".
Iso Camartin zeigt mit seinen Ausführungen, wie wechselhaft und wechselseitig das Land "Schweiz" geprägt ist. Die Schweiz ist ein Puzzle aus einer Vielzahl von Eindrücken und Ausprägungen. Es gelingt dem Literatur- und Kulturwissenschaftler, dem Philosophen und Schriftsteller, dem Literaturkritiker und Moderator auf eine sehr informative Weise, tiefergehende Einblicke in die Eidgenossenschaft zu gewähren, in das Stimmungsbild und die kulturelle, sprachliche und politische Verfasstheit.
Hierbei merkt man Iso Camartin an, dass er aus einem breiten Erfahrungsschatz schöpfen kann und es wunderbar versteht, Bezüge herzustellen, welche die Schweizer Sprache, die Verkehrsinfrastruktur, den Patriotismus, die Kunst, die Wirtschaft und Politik und die schon so lange währende Geschichte zu einem liebenswerten Bild zusammenfügt. Man wird als Leser/-in viel Vertrautes zwar entdecken können, aber ebenso auch über so manche Verknüpfungspunkte überrascht sein. Gleich einem Reiseführer leitet der Autor von einem Gedanken zum nächsten über und entführt in die entlegenen Gassen der Schweiz. Hier kann man Neues entdecken, erhält einige Erklärungen und wird doch immer wieder auf sich allein gestellt, ein persönliches Urteil zu fällen.
Und hier liegt der besondere Reiz des sehr ansprechend gestalteten Bandes: sein persönliches Urteilsvermögen immer wieder überprüfen, neue Erkenntnisse und Erfahrungen einarbeiten in den Blick auf die Schweiz und nach der Lektüre noch mehr als vorher, sich um ein gut nachbarschaftliches Verhältnis aktiv bemühen. Die einzelnen schwarz-weißen Photographien und die im Vorsatzblatt hilfreich dargestellte Schweiz in ihren heutigen Grenzen - eingebunden im europäischen Kontext - sowie die einzelnen topographischen Abbildungen im Innenteil schärfen weiter das Bild von der Schweiz und runden zusammen mit der dreiseitigen Zeittafel am Ende des Buches diesen "Bild von der Schweiz"- Entwicklungsband hervorragend ab.
Iso Camartin hat keinen vollzähligen Band über die Schweiz verfasst, vielmehr erzählt er ganz persönlich und doch zugleich sehr anregend von seinem Schweiz-Bild, seiner Heimat, in die er gerne einlädt. Wie heißt sein letzter Satz im Buch?: "Ich hole sie ab." Dies vollbringt der sehr anschaulich und informativ erzählende und (Schweizermesser-)scharf beobachtende Autor in glänzender Weise. Nun mag man sich auch gerne in der Realität von der Schweiz abholen lassen und wirklich schauen, was es mit den Nachbarn auf sich hat: dieser Besuch wird sich lohnen - genauso wie die Lektüre! Den Herausgebern, die sich zeitlebens um Verständigung mit den Nachbarstaaten bemüht haben, sei Dank für die großartige Reihe in welcher dieser Band erschienen ist!
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schweizer verstehen ..., 29. März 2009
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Schweiz (Gebundene Ausgabe)
... wird man nach dieser leicht lesbaren und unterhaltsamen Lektüre. Und das ist hierzulande gerade dringend nötig, nach den Verbalattacken, die gewisse Politiker gerade gegen die Schweiz reiten. Diese sind zwar hauptsächlich Wahlkampfgetöse, aber die Schweizer fühlen sich dadurch tatsächlich sehr verletzt; denn sie sind untereinander extrem höflich und unterscheiden sich in ihrer dezenten und sachlichen Herangehensweise an politische Probleme stark von der Unsrigen. Als Bewohnerin einer grenznahen Gemeinde ist mir das plumpe Herumhacken auf den Schweizern äußerst zuwider - insbesondere wenn es auf ein paar uralten Klischees und kurzfristigen Interessen beruht. Dagegen hilft nur Bildung und Wissen und es gibt ja soviel Interessantes über unsere südlichen Nachbarn zu erfahren.

Es geht mit dem Nachbarland Schweiz genau wie mit den Wohnungsnachbarn: Echtes Interesse und das Bemühen um Verstehen befördern ein gutes Verhältnis. Und mit einem guten Verhältnis lassen sich viele Sachfragen einfacher regeln. Ein gutnachbarliches Verhältnis muss jedoch bisweilen ein wenig gepflegt werden. Es besorgt mich, dass man es in Deutschland für selbstverständlich hält und obendrein unnötig strapaziert.

Das Verschenken und Ausleihen dieses Buches an möglichst viele Freunde und Bekannte halte ich für eine aktive politische Tat im Dienste der Diplomatie und Völkerverständigung. "Schweiz" gehört in jede Hausbibliothek, wie auch andere Bücher dieser Reihe über Deutschlands Nachbarländer, welche von Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker herausgegeben wird.

Mit Iso Camartin wurde ein hervorragender Autor für die Schweiz ausgewählt. Ein geschichtlich, philosophisch, literarisch und kulturell bewanderter Medienexperte, der wunderbar schreiben kann und charmant erzählen. Er bringt uns nicht nur die Schweizer Geschichte nahe sondern auch die Landschaft, das politische System und die Kultur. Camartin bringt uns sein Wissen in Form einer persönlichen Einladung nahe. Selten las ich so konzentriert eine Menge wichtiger Fakten und fühlte mich dabei so freundlich angesprochen.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der die Schweiz bereisen will oder auch nur etwas qualitativ Hochwertiges über unser Nachbarland - eine der ältesten Demokratien der Welt - erfahren möchte.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kann nicht mit den anderen Büchern der Reihe mithalten, 30. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Schweiz (Gebundene Ausgabe)
Ich habe jetzt alle 4 bisher erschienen Bände der Reihe gelesen und muss leider sagen, dass dieser Band aus der Reihe fällt, leider im Negativen. Während man bei den anderen Bänden in einer kurzen Form durch die jeweilige Geschichte des Landes und die Interaktion mit den Deutschen geführt wird (eben das, was die Reihe verspricht), hatte ich hier den Eindruck, eine verlängerte Version eines MERIAN-Artikels zu lesen. Ich gebe den anderen Rezensenten recht: Man bekommt Lust, auf ein tiefergehendes Schweiz-Buch oder das Nachschlagen im entsprechenden Wikipedia-Eintrag, aber die anderen Bücher der Reihe sind deutlich besser.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Selbstverliebtes Blabla, 21. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Schweiz (Gebundene Ausgabe)
Während die Bände Belgien und Luxemburg, Frankreich, Niederlande und Polen unbedingt zu empfehlen sind, ist hier dringenst abzuraten, es sei dann man will Vorurteile linker Couleur über die Schweiz und die Schweizer bestätigt wissen. Dem Autor gelingt es absolut nicht, eine der Reihe angemessene Objektivität zu versuchen.

Das selbstverliebte Geschwafel über die unkritischen Schweizer, die Geld horten - während der Autor s o ganz anders sein will, das ist linksliberale Verlogenheit.

Wer einen präzisen Abriß der Schweiz sucht, ist mit dem kleinen Bändchen aus dem gleichen Hause (in der Reihe -Wissen-)von Volker Reinhardt bestens zufrieden!
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Schweiz
Schweiz von Iso Camartin (Gebundene Ausgabe - 30. März 2011)
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