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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchst aufschlussreich, in jeder Hinsicht gelungen, 6. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Deutschen und ihre Nachbarn: Niederlande (Gebundene Ausgabe)
Der niederländische Schriftsteller Geert Mak unternimmt hier den Versuch sich selbst und uns die Niederlande als Staat, Gesellschaft, Kulturraum zu erklären. Bei der Lektüre wurde mir bewusst wie wenig Wissen darüber ich trotz häufiger Aufenthalte in diesem Nachbarland hatte (und habe). Diese Anmerkung zum begrenzten eigenen Wissensstand vorausgeschickt, scheint mir hier ein überaus gelungenes Buch vorzuliegen.

Bewundernswert, wie es Mak schafft wesentliche Züge kompakt, anschaulich und offenbar gut fundiert darzustellen. Die Niederländer sind geprägt durch die ständige Anstrengung das Land vor Überflutungen zu schützen und dem Meer dauerhaft Land abzugewinnen. Früh gab es ein "goldenes Jahrhundert", das schon in der Anfangsphase der niederländischen Geschichte erreicht wurde und vielfältig auf die europäischen Nachbarn ausstrahlte.

Wenig bekannt ist die Rolle der Niederlande als frühe Kolonialmacht mit dem riesigen Gebiet der indonesischen Inseln. Wenig bekannt auch, wie sich das Land mit dem übermächtigen Nachbarn Deutschland in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zunächst arrangierte, um dann aber in den Widerstand gehen - um es grob zu vereinfachen. Warum ein so republikanisches, urdemokratisches Land eine durchaus einflussreiche Monarchie besitzt - auch das weiß man nach der Lektüre.

Selten habe ich so differenzierte, nachdenkliche und gut begründete Analysen zu Problemen von Immigration und Integration in hochentwickelten Länder gelesen wie hier. Mak referiert eine vergleichende Studie zu New York und Amsterdam.

Ein Buch ungewöhnlich reich, klar und fähig zur Synthese - und darin wohl ein Spiegelbild des Landes, dem Mak sich in Zuneigung und kritischem Blick zutiefst verbunden fühlt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unser Nachbar leicht verständlich!, 24. Februar 2009
Von 
R. Friebe (Erfurt, Thüringen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Deutschen und ihre Nachbarn: Niederlande (Gebundene Ausgabe)
Die Niederlande bilden die erste Ausgabe aus der von Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker herausgegebenen Serie "Die Deutschen und ihre Nachbarn" und das Buch hat meine Erwartungen weit übertroffen.
Geert Mak schildert die Geschichte der Niederlande chronologisch, abwechslungsreich und vor allem spannend. Von den Anfängen weit vor Christi bis zu aktuellen Entwicklungen sind alle Phasen so erzählt, dass es für jede Entwicklung logische und leicht verdauliche Erklärungen gibt, sodass es sich liest wie eine wirklich gute Geschichte.
Anzumerken - aber keineswegs kritisch - ist bei diesem Buch, dass auf das niederländisch-deutsche Verhältnis eher wenig eingegangen wird (was ja eigentlich Ziel der Serie ist), sondern eher die kontinentale/globale Rolle des Landes beleuchtet. Immerhin verliert es sich dadurch nicht in platten Floskeln der fussballerischen Feindschaft...
"Niederlande" von Geert Mak ist auf jeden Fall geeignet, die Mentalität, die Probleme und das Selbstverständnis unserer Nachbarn verständlich zu machen und nach dem Lesen des Buches möchte man gerne ins Auto steigen und die Niederlande bereisen und das eben Gelesene sich noch mal vor Augen führen und vor Ort nachvollziehen.

Generell ist die gesamte Reihe "Die Deutschen und ihre Nachbarn" sehr schön aufgemacht und durch eine aktuelle Landkarte in der Coverinnenseite und einige historische Karten im Innern des Buches kann man so manche Gegebenheiten sich auch nochmal an der Karte verdeutlichen. Sehr hilfreich ist die am Ende des Buches angehängte Zeittafel, die einem gelegentlich Vergessenes wieder für das Verständnis eines Kapitels wieder ins Gedächtnis ruft. Durch die Literaturhinweise am Ende erhält das Ganze noch einen leichten wissenschaftlichen Anstrich und macht jedes einzelne Buch vollkommen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte leicht gemacht, 29. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Deutschen und ihre Nachbarn: Niederlande (Gebundene Ausgabe)
Die Niederlande, ein Land das von vielen Deutschen bewundert, aber auch belächelt wird und wurde. Die Menschen denken dabei an schöne Seebäder, Naherholungsgebiete, Amsterdam mit diesen prächtigen Grachten, aber auch an Menschen die gerne anders sind als andere. Die Gesetzgebung ist in vieler Hinsicht extrem liberal und pragmatisch. Das Wort Toleranz wird in Verbindung mit Holland häufiger benutzt als für jedes andere Land in der Welt.

Doch woher kommen diese Wahrnehmungen und entsprechen sie auch der Realität?

Geert Mak, ein in Holland sehr beliebter Schriftsteller hat vieles in seinen Betrachtungen über seine geliebte Heimat beleuchtet. Er geht dabei zurück in die früheste Geschichte der heutigen Niederlande und beginnt mit den Batavern, die schon den Römern die Stirn gebote haben. Mak lässt kein Jahrhundert aus bis in die heutige Zeit und dabei wird deutlich wie so etwas wie ein holländischer Volkscharakter entstehen konnte. Es gab fürchterliche Zeiten wie überall, aber auch ein goldenes Zeitalter, das etwa 100 Jahre währte. Es war zwar nie eine Weltmacht und doch immens reich mit einem gebildeten Bürgertum. Mak entlarft auch Klischees, die sich bis heute fest mit den Niederlanden verkittet haben. Die gepriesene Toleranz ist demnach nicht mehr als ein angeborenes Desinteresse an Dinge, die sie nicht betreffen. Oder der Widerstand gegen die Nazis entstand erst nachdem Rotterdam bombardiert worden war. Bis 1940 gab es grossen Zuspruch für die nationalistische Idologie, sie war modern und wurde begrüsst. Antisemitisch waren sie nicht, doch der Widerstand gegen Verrat und Deportation hielt sich lange in sehr engen Grenzen. Kleine Beamte in den Verwaltungen und Rathäusern führten die Befehle der Nazis aus, ohne gross die Moral zu hinterfragen. Mak sucht nicht nach einfachen Erklärungen und relativiert auch nur sehr selten. Das trifft auch zu auf die Kolonien, vor allem Indonesien . So geht es weiter bis in die heutige Zeit, in der die Niederlande zu den wohlhabensten Ländern dieser Erde zählen, ohne eine Weltmacht zu sein.

Geschichte ist sehr schwer ohne Jahreszahlen und Namen zu vermitteln, und hier beginnt Mak sich etwas zu verzetteln. Dem Leser werden unzählige Jahreszahlen und Namen serviert, die kein Mensch behalten kann. Die Einordnung fällt manchmal schwer und erinnert dann auf unangenehme Weise an die Schulzeit, in der man schon als Schüler überfordert war.

Aber insgesamt ist es ein eindruckvolles kleines Geschichtsbuch, das die Niederlande dem Leser näher bringt und auch verständlich macht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beschwingte Geschichte(n) der Niederlande, 19. Januar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Deutschen und ihre Nachbarn: Niederlande (Gebundene Ausgabe)
Mal wieder macht sich Mak daran, Geschichte(n) der Niederlande aufzuschreiben. Diesmal tut er dies allerdings nicht aus einem spezifischen soziologischen (wie in 'Wie Gott verschwand aus Jorwerd') oder historischen (wie im 'Jahrhundert meines Vaters') Blickwinkel. Diesmal ist es die Nation, die sich als roter Faden durch sein Werk zieht. Mak beginnt in römischer Zeit und endet mit der Situation des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts. Immer wieder springt er gekonnt zwischen Ereignissgeschichte und Sozialgeschichte, manchmal auch zwischen Geschlechter- und Theologiegeschichte hin und her. Leicht und unterhaltsam will er dem deutschen Leser (auf niederländisch sind nur einzelne Passagen in anderen Kontexten erschienen) nicht nur die Historie des westlichen Nachbarnlandes näherbringen, sondern auch charmant und zugleich mit einem Augenzwinkern ' und hin und wieder auch mit einem selbstkritisch erhobenen Zeigefinger in Richtung seiner Landsleute ' für Sympathie werben.
Da liegt allerdings schon eine Schwäche des Buches. An Anachronismen mangelt es Mak nicht. Die VOC als multinationaler Konzern und die Poldergesellschaft des 16. Jahrhunderts als Entsprechung des modernen Liberalismus sind nur zwei Beispiele für eine etwas zu mutige Geschichtsdeutung, um sie unkommentiert stehen zu lassen. Auch geht er stellenweise zu willkürlich mit einzelnen Begriffen um. So subsummiert er, historisch korrekt, auch den Raum des heutigen Belgiens und Luxemburgs unter die frühneuzeitlichen Niederlande. Unlauter wird es allerdings dort, wo er Spezifika gerade dieser Landesteile als Wurzel bestimmter Kennzeichen der Bevölkerung der späteren Niederlande als Nation ausmacht. Hinzu kommt ein leider etwas schwaches Lektorat, das Fehler bei Jahreszahlen (das Antwerpener Wunderjahr war 1566, nicht 1556) oder statischen Angaben (die Bevölkerung Antwerpens um 1566 ist mit ca. 100.000, keinesfalls 200.000 Einwohnern anzusetzen) nicht korrigiert hat.
Insgesamt ist es eine heitere, unverhohlen subjektive (hier sei nur an den Umgang mit Theo van Gogh und Pim Fortuyn erinnert) und in ihren großen Linien gut geschriebene Erzählung, die allerdings durch ihre mitunter zu wagemutigen Deutungsmuster und kleinere Fehler an Qualität nicht an andere Werke Maks herankommt.
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Die Deutschen und ihre Nachbarn: Niederlande
Die Deutschen und ihre Nachbarn: Niederlande von Geert Mak (Gebundene Ausgabe - 2. Juni 2010)
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