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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kafka für Kenner
diese Biographie ist wohl die umfangreichste deutsche Kafkabiographie, welche momentan auf dem Markt ist. im Gegensatz zu Rainer Stach und Klaus Wagenbach, gibt Peter Andrè Alt einen Überblick über Kafkas Leben von der Kindheit über die Studenten und Berufzeit bis zum Tod.
Alt stellt Kafkas Leben immer im Bezug zu seinem Werk dar. auf diese...
Veröffentlicht am 27. Mai 2007 von junger Kritiker

versus
11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ziel verfehlt
Für mich wurden schlicht die Erwartungen, die ich an eine Biographie stelle, nicht erfüllt. Die Biographie von Peter-André Alt geht allzusehr in Richtung Werkeinterpretation. In den Abschnitten, die den Werken von Kafka gewidmet sind, ist das in Ordnung. Alt versucht aber das gesamte Leben von Kafka hermeneutisch darzustellen. Ein Vorrezensent sprach von...
Veröffentlicht am 3. Januar 2011 von G. Weissenböck


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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kafka für Kenner, 27. Mai 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
diese Biographie ist wohl die umfangreichste deutsche Kafkabiographie, welche momentan auf dem Markt ist. im Gegensatz zu Rainer Stach und Klaus Wagenbach, gibt Peter Andrè Alt einen Überblick über Kafkas Leben von der Kindheit über die Studenten und Berufzeit bis zum Tod.
Alt stellt Kafkas Leben immer im Bezug zu seinem Werk dar. auf diese Weise bekommt man ein Gefühl dafür, wie das Werk dieses Autors entstanden ist und wie vielschichtig die Einflüsse sind, die zu den Texten geführt haben. Er stellt den Autor im komplexen Geflecht von Beziehungen und den Problemen seiner Zeit dar. Alt gibt ausführliche Deutungen zu allen Texten, der Bände "Betrachtungen" "Ein Landarzt" und "ein Hungerkünstler" sowie zu den Standarderzählungen "Die Verwandlung", "das Urteil" und "In der Strafkolonie"
den Romanfragmenten widmet Alt 3 seperate Kapitel in denen die komplexen Themen und Ebenen der Romanen analysiert werden. hier wird wieder der enge biographische Zusammenhang deutlich. Er beschreibt ausführlich, welche Einflüsse zu den Romanfragmenten geführt haben.

Weiterhin geht er ausführlich auf alle Liebes- und auf wichtige Familienbeziehungen Kafkas ein.
Dieses Buch setzt allerdings eine große Kenntnis von Kafkas Werk voraus. da man ansonsten die Deutungsansätze nicht versteht. der Autor findet neben aller Werkanalyse jedoch immer wieder in Kafkas reales Leben zurück.
manchmal nehmen die Bezüge die Kafkas Werk in seine Zeit einordnen sollen, etwas überhand.
Dieses Buch eignet sich hervorragend für Leser die Kafka bereits kennen und nun tiefer in sein Werk einsteigen wollen.
Weiterhin eignet es sich aufgrund der vielen Deutungsansätze sicher gut für Germanistikstudenten, die Kafka nicht mögen, sich aber mit ihm beschäftigen müssen. Das Werk bietet hier eine solide Grundlage für die Interpretation.
Ein weiteres Plus ist ein Werkverzeichnis am Ende des Buches. dieses ermöglicht ein schnelles nachschlagen bestimmter Texte.

Alt nutzte für dieses Buch eine enorme Anzahl von Quellen. zu den Primärquellen gehören neben sämtlichen kritischen Ausgaben von H.G.Koch auch die alle bisher erschienen Bücher der historisch Kritischen Ausgabe von R. Reuß, sowie zahlreichen Ausgaben von M. Brod und den amtlichen Schriften somit ist der Ausgangspunkt der Biographie ein vielschichtiger und auf aktuellste Forschungen basierender Ausgangspunkt.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kafka-Biographien: Peter-André Alt und Rainer Stach, 11. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka: Der ewige Sohn (Gebundene Ausgabe)
Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts sind zwei gewichtige Biographien über Franz Kafka erschienen. Eine von Rainer Stach, Kafka-Experte und Publizist, die andere von Peter-André Alt, Professor für Literaturwissenschaft. Welcher ist der Vorzug zu geben?
Zunächst einmal ist der Widerspruch zu bestätigen, den Stach in der Einführung seiner auf drei Bände angelegten Biographie feststellt: dass nämlich der Autor, der wie kein anderer eine ganze Generation von Schriftstellern prägen sollte, bisher mit keiner großen Biographie in deutscher Sprache bedacht wurde - freilich von der Biographie über Kafkas frühen Jahre von Klaus Wagenbach aus den 50er Jahren abgesehen. Nun sind es gleich zwei, beide sind ungeheuer gelehrt, in Form und Stil könnten sie jedoch unterschiedlicher nicht sein.
Beginnen wir mit Stachs Biographie. Sie ist angelegt auf drei Bände. Ihr erster trägt den Titel "Die Jahre der Entscheidungen", behandelt lediglich die Jahre 1910-1915, und ist im Umfang bereits so stark wie Alts einbändige Biographie, nämlich etwa 650 Seiten. Stachs zweiter Band umfasst die letzten Jahre Kafkas und der noch nicht erschienene Band über Kafkas Anfänge wartet auf die Freigabe des Nachlasses von Max Brod. Macht sich der dreifache Umfang Stachs in der Tiefe der Erkenntnis über Kafka bezahlt? Ich meine nein! Der übergroße Umfang der Biographie ist dem Verfahren Stachs geschuldet, der in seinem Schreiben den Menschen Kafka szenisch aufleben lassen will. Über weite Strecken scheint der Leser Kafkas Umwelt, seine Gefühlswelt usw. aus dessen Perspektive wahrzunehmen. Das braucht natürlich immensen Raum und ist auf die Dauer ermüdend. Das Verfahren gibt den ungeheuren Detailreichtum vor, aber der Leser fragt sich bald: will man's eigentlich so genau wissen. Die hunderte Seiten, in denen der Briefverkehr mit Felice Bauer wiedergegeben werden, treiben den Leser an die Grenzen seiner Kooperationsbereitschaft. Allerdings - sich abwendend von der unendlichen Seitenflut Stachs - spürt man einen immer stärkeren Drang, sich den Texten Kafkas selber zuzuwenden und das mag man vielleicht als positiven Nebeneffekt gelten lassen. Stach selber kümmert sich nicht intensiv um die Texte - bei ihm steht der Mensch Kafka tatsächlich im Vordergrund. Dies ist schade, zumal der Leser hierdurch wirklich das Gefühl entwickelt, es handele sich doch eigentlich um einen psychisch kranken Menschen statt um einen hochkarätigen Literaten. Zugute halten muss man Stach, dass ihm selber literarisch ansprechende Passagen gelingen und treffende Formulierungen, die man genießen kann. Aber da es nun einmal um Kafka geht und man hin und wieder auch bei Kafka selber reinblättert, verblasst natürlich auch dieser Eindruck.
Nun zu Peter-André Alts Biographie "Franz Kafka - Der ewige Sohn". Alts Biographie ist grandios. Sie vermag nicht nur fesselnd und in anspruchsvoller Sprache das Leben Franz Kafkas zu erzählen, sondern gibt auch einen großartigen Einblick in die Welt Prags zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So gibt es verschiedene Exkurse in die Welt der Juden in Prag, die technische Entwicklung der Zeit, Zionismus, Theaterwelt in Prag, das Verhältnis der Tcheschen zu den Deutschen usw. Alles Diskurse, an denen Kafka regen Anteil nahm. Alt zeigt auch, dass Kafka keineswegs monolithisch und aus der Zeit gefallen alleine mit seinem Werk dasteht, sondern knüpft hoch-interessante Verbindungen zu vergleichbaren Literaten der Zeit. Hierdurch gewinnt der Leser ein realeres Bild von Kafka. Alts Biographie ist darüber hinaus die eines Literaturwissenschaftlers. Dankbar nimmt der Leser wahr, dass Alt intensiv auf die Texte Kafkas eingeht und sie für den Leser auf dem Boden der bisherigen Forschung auslegt. Freilich setzt das eine grobe Kenntnis der Texte Kafkas voraus und außerdem eine gewisse literaturwissenschaftliche Bildung, da man sonst gewisse Zusammenhänge, die manchmal lediglich durch ein noch akzeptables Name-dropping erläutert werden, nicht so einfach nachvollziehen könnte.
Also zum abschließenden Urteil: Wer bei der Lektüre einer Biographie gerne in das Leben dieses Menschen versinken will, es miterleben und mitfühlen will und dies auch gut erzählt sein soll, greife zu Rainer Stach. Wer ein umfassendes Bild von Franz Kafka, den Menschen in seiner Zeit , vor allem aber, wer etwas über Kafkas Literatur erfahren will, der greife zu Peter-André Alt.
Mir hat Alt in jedem Falle mehr zugesagt.

Thomas Reuter
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Lob, 31. Mai 2009
Von 
Ich möchte diesem Buch ein ganz großes Lob aussprechen. Es hat mir sehr geholfen, mich sozusagen der erweiterten Kafka-Welt zu nähern. Die Sprache ist klar, auch für Literatur interessierte Nicht-Germanisten gut verständlich. Sie wird nie plauderich (was bei Biographien schon mal anzutreffen ist). Die Quellenangaben sind ganz exakt. Das genaue Verzeichnis der Kafka-Werke, auf die Bezug genommen wird, ist enorm hilfreich.
Das Buch ist umfassend; es enthält sowohl die ausführliche Gesamtbiographie als auch Interpretationsansätze praktisch aller Werke, wobei auch die kaum veröffentlichten Fragmente (Unter meinen Mitschülern, Erinnerungen an die Kaldabahn...) erwähnt werden, die mir jedenfalls vorher unbekannt waren. Die Interpretationen verlieren sich nicht in theoretischen Ansätzen, sondern sind eng an Sprache und Ablauf der Texte orientiert.
Das Buch lenkt die Aufmerksamkeit auf die Paradoxien der Kafka-Welt. Z.B., dass Kafka nicht so sehr aus seiner Lebenserfahrung geschrieben hat, sondern dass er im Schreiben Dinge vorweggenommen hat, die erst später für sein Leben galten. Siehe das Frühwerk "Hochzeitsvorbereitungen ... und Kafkas eigene spätere unglückliche Rolle als Verlobter. Kafka wird in der Öffentlichkeit gern als verstörter Visionär gesehen. Aber man darf ihn nicht mit seinen Figuren gleichsetzen. Er war ein beruflich sehr versierter Versicherungsjurist und kein Landvermesser, den die Bürokratie zunehmend lähmt. Auch Kafkas Verhältnis zu Frauen und dessen Niederschlag im Werk ist paradox. Er war kein verschüchterter, skurriler Junggeselle wie viele seiner Figuren. Ich würde ihn mit seiner großen Schar junger Verehrerinnen heute eher als "womanizer" bezeichnen.
Diese ganzen Widersinnigkeiten und Mehrschichtigkeiten haben das Buch für mich richtig spannend gemacht.

Mein Votum: Für Kafka-Interessierte unbedingt empfehlenswert
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios, 5. September 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka: Der ewige Sohn (Gebundene Ausgabe)
Peter-André Alt liefert mit "Der ewige Sohn" eine grandiose Biografie von Franz Kafka ab. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass es dem Autor gelingt, Kafkas Wirken in die Phänomene der Zeit einzuordnen. So ist dieses Buch nicht nur eine reine Abhandlung von Kafkas Leben -- vielmehr werden die zahlreichen Nebenschauplätze äußerst faktenreich umrissen. Hierbei reicht das Spektrum von geschichtlichen Themen, wie den Konflikten zwischen Tschechen und Deutschen in Prag, religiösen Themen (assimiliertes West- vs. Ostjudentum) bis zu Aspekten wie Psychoanalyse, Literaturgeschichte, Traumdeutung und zahlreichen anderen Feldern. Der Leser enthält somit einen sehr tiefgehenden Einblick in den zeitgeschichtlichen Kontext von Kafkas Wirken.
Wie bereits in anderen Rezensionen erwähnt, sollte man bereits mit dem Werk Kafkas vertraut sind, insbesondere mit den drei Romanen, da diesen in Alts Buch jeweils ein ganzes Kapitel gewidmet ist. Auf sämtliche andere Werke geht der Autor hermeneutisch teils sehr tief ein, sodass auch hier eine gewisse Kenntnis zweckdienlich ist.
Für einige Leser wird sicher die Sprache von Alt gewöhnunsbedürftig sein. Der Autor drückt sind sehr gewählt aus, was aufgrund der hohen Anforderungen hinsichtlich einer präzisen Ausdrucksweise durchaus vonnöten ist. Es schadet somit nicht, während der Lektüre ein Wörterbuch in Reichweite zu haben.
Zusammengefasst kann festgehalten werden, das Alts Buch eine hervorragende Biografie von Franz Kafka und meines Erachtens sogar die beste Biografie überhaupt ist, die ich jemals die Freude gehabt habe zu lesen.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ziel verfehlt, 3. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka: Der ewige Sohn (Gebundene Ausgabe)
Für mich wurden schlicht die Erwartungen, die ich an eine Biographie stelle, nicht erfüllt. Die Biographie von Peter-André Alt geht allzusehr in Richtung Werkeinterpretation. In den Abschnitten, die den Werken von Kafka gewidmet sind, ist das in Ordnung. Alt versucht aber das gesamte Leben von Kafka hermeneutisch darzustellen. Ein Vorrezensent sprach von anspruchsvoller Sprache, in der das Buch geschrieben sei, das empfinde ich ebenso. Aber eine mit Fachausdrücken gespickte Biographie ist nicht automatisch gut, das Buch besteht zu sehr aus philosophischen Zitaten, jeder vorkommende Begriff wird durch alle möglichen Zitate untermauert. Insofern dies Personen betriff, mit deren Werken sich Kafka beschäftigt hat und die auf sein Denken Einfluss hatten wie z.B. Nietzsche, ist dies ja noch nachvollziehbar, aber was hat z.B. Foucault damit zu tun? Durch das Überhandnehmen dieser Hermeneutik kommt aber das biographische viel zu kurz. Dazu kommen noch die permanenten Zeitsprünge, dem Buch fehlt einfach der rote Faden, ich konnte mir aus dieser sogenannten Biographie kein Bild von Kafkas Leben machen! Dem gegenüber hatte ich nach der Lektüre der beiden Bände von R. Stach und der Jugendbiographie von K. Wagenbach eine sehr konrekte Vorstellung. Abschließend kann ich dieses Buch nur jenen empfehlen, die eine Werkeinterpretation bzw. eine Interpretation des Lebens durch Kafkas Werke suchen, wenn man aber an einer Biographie interessiert ist, um Kafkas Leben, seine Beziehungen und seine Umwelt näher kennenzulernen, dem kann ich nur die Bücher von R. Stach bzw. K. Wagenbach empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 26. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka: Der ewige Sohn (Gebundene Ausgabe)
Gut geschriebenes und sehr detailreiches Buch, informativ und mi vielen Verweisen auf weitere Lektüre für den interessierten Leser. Zu empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen Der ewige Sohn, 18. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka: Der ewige Sohn (Gebundene Ausgabe)
Der Titel des Buches "Der ewige Sohn" sagt schon aus, um was es in dem Buch geht. Kafka wurde von seinem Vater bevormundet und beherrscht, durfte sich in seiner Persönlichkeit nicht zu einem Selbst entwickeln und blieb damit zeit seines Lebens immer der Sohn. Das heißt im Klartext, dass er nicht erwachsen werden konnte und durfte, in seiner Entwicklung immer hintenan blieb. Das durchzog sein gesamtes Leben.
Fesselnd und packend erzählt der Autor über Prag aus der Zeit, in der Franz Kafka lebte und ebenso mitreißend über Kafka selbst.
Als sei ich auf einer Wanderung oder bei einem Ausflug, stellt mir der Autor Alt die Prager Juden vor. Er macht sich die Arbeit, führte mich zu jenen Theateraufführungen aus der Zeit Kafkas im 20. Jahrhundert, zeigte mir die damalige Technik, das Leben und das Wirken der jüdischen Bürger als auserwähltes Volk und was die Tschechen über die Deutschen dachten.
Alles das, was Kafka wichtig, was ihm ein inniges Anliegen gewesen sein mochte, bringt uns der Autor näher. Außerdem setzt sich Alt mit den Texten Kafkas auseinander und erklärt, was Kafka mit seinem Stil des Schreibens an den Leser bringen wollte. Er vergleicht Kafkas Werke mit denen anderer Schriftsteller und zeigt damit, dass Kafka nicht einmalig ist oder als alleiniger Literat mit seinem Schreibstil da steht.
Alt legt die Texte aus der Sicht eines Wissenschaftlers auseinander und das finde ich sehr speziell und äußerst spannend, aufschlussreich.
Vor einigen Jahren besuchte ich die Berufsoberschule, um mein Abitur nachzuholen. In dieser Zeit musste ich mir Texte Kafkas vorknöpfen und mich damit auseinandersetzen.
Es ist wichtig, wenigstens etwas von Kafka zu kennen, um zu wissen, wovon der Autor Alt hier schreibt.
Sehr umfassend geht Alt auf Kafka und sein Leben ein. Leben und Werk stehen immer direkt in Bezug zueinander.
Was strömte alles auf Kafka ein, dass er solche Texte schrieb - auch darauf lässt sich der Autor ein.
Die Beziehung zum Vater und damit auch die Probleme, die in Kafka entstanden, ist Thema des Buches und der Analyse.
Unter den Schriftstücken Kafkas nimmt sich Alt folgenden an:

Betrachtungen
Ein Landarzt
Ein Hungerkünstler
Die Verwandlung
Das Urteil
In der Strafkolonie

Alt geht analytisch vor, zerpflückt die Texte, erläutert genau, aufschlussreich, sehr detailliert.
Eine umfassende Biografie, leicht verständlich, sehr gut zu lesen. Alt benutzt klare Formulierungen.
Eingebaute Fragmente:

Unter meinen Mitschülern
Erinnerungen an die Kalderbahn

Diese Fragmente wurden nie veröffentlicht, doch die Manuskripte waren noch vorhanden.
In welcher Zeit lebte Kafka und was hatte diese Zeit und die Einflüsse der Zeit mit Kafkas Persönlichkeit zu tun? Alt baut neben Prag auch andere Handlungsorte ein und entwirft damit ein komplettes, ein Gesamtbild Kafkas und seinem Leben und Wirken. Alt beschäftigt sich mit den Juden in Ost und West, zeigt damit diese Religion und einen Einblick ins Leben und die Religion Kafkas.
Alt spricht die Psychoanalyse an, geht auf Traumdeutungen ein und widmet sich der Literaturgeschichte.Aus den kompletten Büchern Kafkas pickt sich Alt ein ganzes Kapitel und zerlegt es, erklärt und erläutert es.
Das Leben und das Wirken Kafkas sind sehr detailreich, tiefgründig und vielschichtig. Mit einem anderen Blick und einer Ahnung davon, wie es zu dem Schreibstil Kafkas kam, kann ich mich seiner Werke jetzt anders annehmen.
Zuerst, als ich Kafka für die Schule lesen musste, merkte ich den Surrealismus, die Fantasien und Träumereien, seine Wunschvorstellungen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben und konnte das Gelesene nicht fassen. Jetzt kann ich das mit anderen Augen sehen.
Kafka war ein Mann, der, so lange er lebte, bei seinen Eltern wohnte und damit der ewige Sohn war und blieb.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausgiebiger Einblick in Kafkas Universum, 21. Januar 2013
Von 
Jens Neumann (Stadthagen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Franz Kafka: Der ewige Sohn (Gebundene Ausgabe)
Franz Kafka, der bis auf wenige Monate zeitlebens bei seinen Eltern wohnte und sich traditionell als familiären Außenseiter und Sonderling betrachtete, wird in dieser Biographie als "ewiger Sohn" ausführlich gewürdigt. Vielschichtig und sehr detailliert zeichnet Peter-Andre Alt den Lebenslauf Kafkas nach, der zudem ausgiebige Interpretationen sämtlicher Manuskripte beinhaltet. Ich habe die Lektüre sehr genossen und kann sie jedem Kafka-Interessierten nur warm ans Herz legen.
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Franz Kafka: Der ewige Sohn
Franz Kafka: Der ewige Sohn von Peter-André Alt (Gebundene Ausgabe - 20. Mai 2008)
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