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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seiltanz gelungen. Fast.
Ein Thema kulturgeschichtlich anzugehen, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben eines Autors. Daher habe ich vor jedem Versuch grossen Respekt und bin jeweils neugierig, wie die konzeptionellen Fragen gelöst werden. Welche Quellen wähle ich aus? Wo setze ich Schwerpunkte? Gehe ich chronologisch oder exemplarisch vor? Wie unterhaltsam darf ich Fakten...
Veröffentlicht am 2. Juni 2008 von Fuchs Werner Dr

versus
3.0 von 5 Sternen Es geht noch besser
Es ist gar nicht so einfach, sich jenseits der Klischees zur deutschen Küche zu orientieren. Das Buch von PP hilft aber schon mal sehr. Auf 239 Seiten bietet es einen Abriss der deutschen Küchenkultur seit der Antike bis in die heutige Zeit, jedes Kapitel eine Epoche. Dazwischen gibt es Betrachtungen zu Sonderthemen wie Schnaps, Brot oder Wildbret. Es lässt...
Vor 1 Monat von Lucius veröffentlicht


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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seiltanz gelungen. Fast., 2. Juni 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der deutschen Küche (Gebundene Ausgabe)
Ein Thema kulturgeschichtlich anzugehen, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben eines Autors. Daher habe ich vor jedem Versuch grossen Respekt und bin jeweils neugierig, wie die konzeptionellen Fragen gelöst werden. Welche Quellen wähle ich aus? Wo setze ich Schwerpunkte? Gehe ich chronologisch oder exemplarisch vor? Wie unterhaltsam darf ich Fakten präsentieren? Welche Bilder wähle ich aus? Und welches Layout unterstützt das Informationspaket am besten? Der Restaurantkritiker Peter Peter hat diese Fragen ganz in meinem Sinn beantwortet. Einzige Ausnahme: die Wiedergabe des Bildmaterials. Kann ich mit dem braunstichigen Altrosa bei alten Fotos noch leben, wird mir beim Betrachten schöner Kunstwerke übel, wenn sie in diesem Farbmus verschlammen. Schade, hätte beinahe einen Stern gekostet, wenn mich der Rest nicht so überzeugt hätte.

Der Autor lässt seine Kulturgeschichte mit einem Zitat von Johannes Mario Simmel beginnen. "Wir Deutschen können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat." Zwar scheinen noch immer viele Köche Spass daran zu haben, diese üble Behauptung zu bestätigen, aber seit einigen Jahren geht es auch in Deutschland rasant aufwärts mit Salaten. Wie es dazu kam und warum es so lange dauerte, erfährt der Leser bei Peter Peter. Aber selbstverständlich hat der Autor noch sehr viel mehr zu bieten. Wir hören von ihm, was bei den Germanen verspeist und versoffen wurde, warum Hildegard von Bingen die Klosterdiät erfand, was die Humanisten in Kochbücher kritzelten, worüber sich Luther freute, wo barocke Exzesse stattfanden, wie aus Essig langsam Wein wurde, wo die Drogen Kaffee, Tee und Schokolade ihren Siegeszug begannen, mit welchen Rezepten Dienstmädchen und Hausfrauen um die Gunst der Männer buhlten, warum Fastfood in Deutschland so ungemein beliebt war - und noch immer ist, wie Kohl Kohl bleibt, wer Hawaiitoast besonders mag, wann endlich Raffinierteres in deutsche Küchen drang, wen die TV-Menschen am liebsten an den Töpfen sehen und weshalb es auch im nächsten Jahrtausend noch Sauerkraut, Knödel, Würste und weich gekochte Nudeln geben wird.

Der unterhaltsame Text des fachkundigen Autors wird immer wieder von Bildern, Zitaten und Rezepten unterbrochen. Wobei einige schräge Rezepte den Kauf des Buches bereits rechtfertigen würden. Peter Peter lobt, kritisiert, beobachtet, mischt Ungewöhnliches zusammen und trennt scheinbar Unzertrennbares, gibt seine Literaturquellen preis und legt schliesslich ein kleines Gesamtkunstwerk auf den Tisch, das fast vollkommen ist.

Mein Fazit: Die merkwürdige Idee, Werke von Max Liebermann und seinen Kollegen gleich zu behandeln wie alte Kitschpostkarten, hält mich nicht davon ab, dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Es wird allen gefallen, die Infotainment, viel Bildmaterial, aussergewöhnliche Rezepte und überraschende Zusammenhänge lieben. Der Autor macht nicht nur gekonnte Vergangenheitsbewältigung, sondern auch beste Werbung für die neue deutsche Küche.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Überblick, 2. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der deutschen Küche (Gebundene Ausgabe)
Ein Mit-Rezensent hat das Buch von Peter Peter "Die Kulturgeschichte der Deutschen Küche" als Infotainment bezeichnet - - und trifft damit den Nagel auf den Kopf.
Hinzuzufügen ist: Sehr gelungenes Infotainment.
In großen Zügen, flott formuliert, aber auch tatsächlich sehr kenntnisreich und gut recherchiert, voll bunter Querverweise und historisch sattelfest breitet Peter Peter den Werdegang der "typisch deutschen" Küche aus. Er zeigt die Einflüsse der Römer, der Klöster, beleuchtet Tischsitten und Bräuche;das Mittelalter, die Renaissance und Barock kommen nicht zu kurz, bis sich schließlich in der Neuzeit allmählich unsere heutige Geschmacks- und Eßkultur herausbildet. Ein eigenes Kapitel widmet er einem der wichtigsten Nahrungsmittel der Deutschen - in flüssiger Form: dem Bier. Peter Peter gelingt es, sowohl das Exotische der Vergangenheit aufs Tapet zu bringen als auch länger wirkende Strukturen zu identifizieren.
Fazit: Man schmökert und lernt!
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Küche in Zitaten, 23. Juni 2008
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der deutschen Küche (Gebundene Ausgabe)
Kultur und deutsche Küche, ja geht denn das zusammen? Blicken wir nicht immer schnell über die Alpen oder zumindest in das Land jenseits des Rheins, wenn wir unseren Gästen etwas wirklich gutes servieren wollen? Haben wir nicht viel mehr Spaß, etwas über das Kochen in Asien oder vielleicht Mexiko zu lernen, als sich mit den regionalen Klassikern wie den Königsberger Klöpsen zu beschäftigen? Deutsche Küche, so meint man zu wissen, das besteht doch nur daraus, das älteste Schwein des Hofes so lange in einem Bottich weich zu kochen, bis es genießbar geworden ist.

Das vorliegende Buch eines Autors mit dem spannenden Namen Peter Peter beschreibt die Entwicklung der einheimischen Küche weit dynamischer. Immer schon haben fremde Einflüsse eine Rolle gespielt. Erst mit den Römern betraten die Germanen die historische Bühne, und schon haben die Germanen diesen ihre Rezepte geklaut. Und immer schon wurden Lebensmittel aus der Ferne eingeführt. Auch im Mittelalter und in der Renaissance hat man sich also beim Kochen Mühe gegeben. Leider spielte aber auch immer wieder das Thema Gesundheit eine Rolle und - noch schlimmer - das Thema Religion. Und dann gab es in der frühen Neuzeit ein protestantisches Ethos, was den Genuss zumindest für uns Nordlichter plötzlich schwierig machte. Und dann kamen Kriegszeiten und Wirtschaftswunder, wechselnde Moden und politische Systeme. Und immer haben diese einen Einfluss auf das Essen gehabt.

Peter Peter begleitet diese Entwicklungen in einem Kapitel pro Epoche. Im Wesentlichen zitiert er dazu zeitgenössische Quellen, so oft, dass es dem Leser auch schon mal zu viel werden kann, vor so vielen Fragementen aus Kochbüchern, Traktaten, Romanen, Gedichten, Gesängen, Tagebüchern, Gesetzen und anderen Textsammlungen. Auf der anderen Seite: Spannend ist das schon. Und man erhält so auch einen Überlick über das, was man heute vielleicht nicht mehr so genau wissen kann. Dazu gibt es dann auch noch zeitgenössische Rezepte (oft allerdings ohne Maße, Zeit- und Gewichtsangaben). Ergänzt wird das dann noch durch epochenübergreifende Kapitel zu Sonderthemen wie Bier, Wurst und Brot.

Insgesamt ein informatives und unterhaltsames Buch, welches durchaus den Appetit des Leser anregen kann.
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3.0 von 5 Sternen Es geht noch besser, 17. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der deutschen Küche (Gebundene Ausgabe)
Es ist gar nicht so einfach, sich jenseits der Klischees zur deutschen Küche zu orientieren. Das Buch von PP hilft aber schon mal sehr. Auf 239 Seiten bietet es einen Abriss der deutschen Küchenkultur seit der Antike bis in die heutige Zeit, jedes Kapitel eine Epoche. Dazwischen gibt es Betrachtungen zu Sonderthemen wie Schnaps, Brot oder Wildbret. Es lässt sich eine ganze Menge lernen, z.B. - um mit einer Platitüde anzufangen, die man aber auch erst einmal registrieren muss -, dass die deutsche Küche nicht abgeschlossen vor sich hin existierte, sondern in ihrer gesamten Geschichte Einflüsse aus anderen Ländern aufgenommen hat, und zwar bis zum Sauerkraut. Deutsche Küche ist auch nichts, das irgendwie feststünde oder einen festen Charakter hätte, sondern im Gegenteil starke Veränderungen durchlaufen hat. Vieles von dem, was heute unter typisch deutsch firmiert, ist es historisch gesehen eigentlich gar nicht, sondern viel jüngeren Datums. Und vieles andere, was lange Bestand hatte, haben wir längst entschlossen über Bord geworfen. Das wirft Fragen auf, z.B. danach, was "deutsch" in diesem Zusammenhang bedeutet oder wie Tradition zu verstehen ist.

PP schreibt flott, vielleicht ein wenig zu flott, ein wenig Vertiefung hätte dem Buch jedenfalls gut getan. Insgesamt finde ich es zu, na ja, illustriertenhaft. Unterhaltsam und leicht zu lesen ist es dadurch natürlich, und PP beweist in der Tat auch immer wieder ein Talent für die pointierte Formulierung. Trotzdem, so nett eine flotte Schreibe und ein allen zugänglicher Text sicherlich sind, noch mehr lohnt des Gedankens Anstrengung. Um nur ein Beispiel zu nehmen, so setzt sich PP gegen Ende des Buches mit dem derzeitigen Modethema Regionalität auseinander, ein Konzept, das nach meinem Eindruck mehr Fragen generiert als welche zu beantworten. PP ist an dem Thema erkennbar interessiert, trägt hierzu auch einige anregende Erwägungen zusammen, aber eine zusammenhängende Gedankenführung mit einer oder mehreren Schlussfolgerungen als Ergebnis ist etwas anderes. So ist es im ganzen Buch, besonders auffällig wird dieser Aspekt allerdings auf den letzten 50, 60 Seiten, also da, wo es um uns selbst geht. Und das ist dann zu wenig.

Das Buch ist in seiner jetzigen Form einige Jahre alt. Es hat sich wieder einiges getan, z.B. die mächtige Entwicklung hin zur vegetarischen und veganen Ernährung. Hr. Peter sollte es für eine dritte Auflage vom Anfang bis zum Ende kräftig überarbeiten und sein Wissen, seinen Witz und seine Intelligenz nutzen, ein richtig gutes Buch zur Kulturgeschichte der deutschen Küche zu schreiben.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Plädoyer für die deutsche Küche, das man jedem Koch und jeder Köchin in unseren Gaststätten nur empfehlen kann, 29. Oktober 2008
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der deutschen Küche (Gebundene Ausgabe)
Peter Peter ist unter anderem Restaurantkritiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, wo er mir seit Jahren mit seinen einfallsreichen klugen Texten gefällt.

Er hat schon kunsthistorische und kulturhistorische Bücher verfasst und zahlreiche Restaurantführer verfasst. Mit seinem Angebot von kulinarischen Reisen, die er selbst entwirft, verbindet er den Kunst- mit dem Gaumengenuss.

Im vorliegenden Buch "Kulturgeschichte der deutschen Küche" unternimmt er den Versuch, die Geschichte der deutschen Küche von seinen Anfängen bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. Von der Zeit der Germanen, über die durchaus glanzvolle Kochkunst des späten Mittelalters gelangt er zum Niedergang der bürgerlichen Küche und der Renaissance der deutschen Küche in den letzten Jahren.

Was bisher vielleicht vor lauter Frankophilie und Italophilie nicht ausreichend beachtet wurde: Deutschland ist schon allein durch die Vielfalt seiner Regionalküchen einer der interessantesten kulinarischen Nationen.

Dieses verdeutlicht zu haben, ergänzt durch eine Vielzahl von Rezepten und anderen Tipps, ist das große Verdienst dieses Buches, das man jedem Koch und jeder Köchin in unseren Gaststätten zur Lektüre empfehlen möchte. Der Rückgang der Gästezahl in vielen Gaststätten hängt nämlich nicht nur am Rauchverbot, wie uns die Wirte weismachen wollen. Er hängt auch an zunehmend einfallslosem, schnellem und ungesundem Kochen.

Mit etwas mehr Fantasie und dem Rückgriff auf Bewährtes aus deutscher Küche könnten mehr Gaststätten reüssieren, ohne die Preise erhöhen zu müssen oder zu Gourmets zu werden.
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Kulturgeschichte der deutschen Küche
Kulturgeschichte der deutschen Küche von Peter Peter (Gebundene Ausgabe - 16. Februar 2009)
Gebraucht & neu ab: EUR 13,76
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