Kundenrezensionen


10 Rezensionen
5 Sterne:
 (6)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein befreiender Weg
Die übliche Frage des beschäftigten und geschäftigen Westeuropäers angesichts dessen, was Christian Jostmann an Weg hinter sich gebracht hat, stellt der Juwelier im Epilog des Buches: "Wie habt ihr es bloß geschafft, Euch von allem zu befreien"?

Eine völlig verständliche Frage angesichts der vielen Verpflichtungen des...
Veröffentlicht am 25. Mai 2010 von M. Lehmann-Pape

versus
13 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "totale Kasteiung"
Um es vorwegzunehmen: Christian Jostmann ist kein erfahrener Fernwanderer und kein Pilger im eigentlichen Sinne. Für diese beiden Adressatenkreise ist das Buch kaum geeignet.
Die Motive seiner Reise weiß der Autor in mystisches Dunkel zu hüllen. Zunächst war es schlicht eine Idee, später tritt ein geheimnisvolles Gelübde hinzu...
Veröffentlicht am 18. August 2007 von Südpol-Redaktion


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein befreiender Weg, 25. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Die übliche Frage des beschäftigten und geschäftigen Westeuropäers angesichts dessen, was Christian Jostmann an Weg hinter sich gebracht hat, stellt der Juwelier im Epilog des Buches: "Wie habt ihr es bloß geschafft, Euch von allem zu befreien"?

Eine völlig verständliche Frage angesichts der vielen Verpflichtungen des Alltages und dennoch eine, in Bezug auf das Buch, nicht wirklich zutreffende Frage.
Natürlich braucht es Planung und die Schaffung von Freiräumen um den ersten Schritt des langen Weges zu gehen. Aber sich "zu befreien", das ist nicht das Ergebnis vorhergehender Planung, sondern letztlich die Frucht des Weges, zumindest dieses Weges.

Im August 2004 macht sich der Journalist und Historiker Christian Jostmann daran, einen seiner Träume zu verwirklichen. Eine Pilgerreise zu Fuß nach Rom mit München als Startort. Was es wird ist allerdings nicht nur eine einfache Wanderung oder eine rein spirituelle Erfahrung von Innerlichkeit, sondern ein lebendiger, bunter Bilderbogen einer Vielzahl von Erlebnissen, Beschreibungen historischer Orte, geschichtlicher Entwicklungen und einer Vielzahl von teils lustigen, teils bewegenden menschlichen Begegnungen und inneren Erlebnissen.

Einfach, direkt, aber bildhaft lebendig schreibt Christian Ostmann, angenehm liberal, weltoffen in seinen Glaubensüberzeugungen und dennoch in diesem katholischen Glauben verankert. Als "nicht fleißiger" Kirchgänger wird auch diese Pilgerfahrt nicht zu einer übertriebenen amtskirchlichen Reise.
Doch die befreiende Kraft eines einfachen Gottesdienstes nach einer Nacht im duftenden Heu in der "vom Morgenlicht durchfluteten" Franziskaner Kirche zu Bozen ist wieder ein kleiner Stein auf dem inneren Weg befreienden Erlebens. Ein inneres "zur Ruhe kommen", das die Sehnsucht des Lesers nach ebensolchem Erleben des Wegfalls ständiger Anspannung wachruft. Wie das ganze Buch es vermag, den Leser innerlich mit auf diese Reise zu nehmen.

Äußere Wegmarken des Pilgerns ist das kleine Heft, dass Christian Jostmann bei sich führt und in das er jeden Tag von Ämtern der besuchten Orte einen Stempel hinein setzten lässt. Äußere Wegmarken, die das innere Erleben begleiten, jede Wegmarke ein Stück näher an das Ziel, Rom, heran, jede Wegmarke ein Stück mehr an inneren Erfahrung und äußeren Erleben.

Einem äußeren Erleben, das nicht durchweg romantisch ist. Die Strapazen des Weges klingen durchaus an, mit Ratten zu nächtigen ist sicher kein großes Vergnügen gewesen, wohl aber eine Erweiterung persönlicher Erfahrungen.
Erfahrungen, die immer vom Humor begleitet sind, bei dem der ernste Hintergrund allerdings spürbar mitschwingt. Am 40. Tag der Reise (exakt die Dauer von Jesu Aufenthalt in der Wüste), sieht sich Christian Ostmann einer weiteren, harten Prüfung ausgesetzt: Er geht zu dieser Zeit nicht allein, sondern begleitet von seiner Lebensgefährtin Veronika.
Streit kennzeichnet das gemeinsame Gehen. Doch auch hier erleben wir, mitfühlend an seiner Seite, das befreiende Erleben des klaren Wortes und das innere Zueinanderfinden dann doch. Vielleicht braucht es manches Mal in vielen Beziehungen Situationen ganz außerhalb des Alltages, um miteinander wirklich zu sprechen?

In der Struktur des Buches folgt Christian Jostman Mystischer Zahlentradition. In sechs Alter gliedert sich das menschliche Leben, sechs ist die Zahl der Aktivität, in sechs Unterkapitel (Bücher) gliedert Jostmann sein Buch. Eine überzeugende Verbindung seiner persönlichen Reise in den großen Zusammenhang der Lebensreisen dieser Welt.

Ebenso in der Form anders ist der Satz des Buches. Nicht im Blocksatz, sondern linksbündig ist das Buch gesetzt und folgt damit der inneren Form des fließend erzählten Tagesbuches. So entsteht letztlich keine Reisebeschreibung im geographischem Sinne, sondern dem Leser wird eine innere Begleitung auf dem Weg möglich, die eigene Assoziationen und ein ganz eigenes Erleben mit dieser "Lebensreise des Glaubens" freisetzt.

Herausgenommen aus dem alltäglichen Leben, um in das wirkliche, eigene, innere Erleben einzutauchen, diese Lebensreise erlebt Christian Jostmann und durch seine Art der direkten und klaren Beschreibung ist das Lesen des Buches ein Miterleben dieser äußeren und, vor allem, inneren Reise.
Die Kraft, die der christliche Glaube auch in (kirchlich fast verfehmter) liberaler, weltoffener und dennoch vertrauensvoller Form in sich trägt und die Welteröffnung, die damit einhergeht sind spürbar im Raum

In bester Form motiviert diese Wegbeschreibung, selber möglichst bald einen ganz anderen Weg als den der ausgetretenen, alltäglichen Pfade unter die eigenen Füße zu nehmen.
Letztlich ist es dies, was in den Zeilen mitschwingt und was der eigentliche Gewinn einer solchen Unternehmung von 50 Tagen ist, sich selber näher zu kommen in ganz anderen Umständen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen danke, hape kerkeling, 18. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
eins vornweg: ich kenne hape kerkeling nicht und habe auch nicht sein buch "ich bin mal weg" (oder so) über seine pilgerreise auf dem jakobspilgerweg gelesen. aber ich könnte mir vorstellen, daß der erfolg seines buches herrn beck bewogen hat, im c.h.beck verlag ein buch zu einem ganz ähnlichen thema in schöner ausstattung herauszubringen: christian jostmanns "nach rom zu fuß" - geschichte einer pilgerreise. jostmann ist im august/september 2004 in ewas mehr als 50 tagen von münchen nach rom gewandert und erzählt in kleinen episoden über begegnungen, erlebnisse, persönliche erfahrungen auf diesem weg. das buch ist kein buch zum "nachwandern", die route und andere technische details bleiben angenehm im dunklen, sondern ein buch, das in knapper, schlichter sprache die erfahrungen jostmanns auf seinem weg plastisch macht. gewürzt mit allerlei kleinen historischen exkursen - der autir ist historiker - die aber nie oberlehrerhaft und aufgesetzt wirken. obwohl eine weggefährtin, mit der jostmann einŽstück der strecke zurücklegt, ihm genau das vorwirft. eine beeindruckende lektüre.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Auf nach Rom, 14. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch wird ein Geschenk für einen meiner Pilgerfreunde. Es soll eine Erinnerung an seine eigene Pilgerei sein.
Er ist vor zwei Jahren von München nach Rom gepilgert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine etwas andere Pilgergeschichte, 19. März 2007
Von 
Lars Bruecher (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Zu Fuß nach Rom gehen - wenn man das als Vielflieger liest, kann man sich das gar nicht vorstellen. Ist uns angesichts billiger und schneller Verbindungen doch das Gefühl für Distanz verloren gegangen. Umso interessanter ist es, einen Reisebericht eines "Verrückten" zu lesen, der das tat, was vor Jahrhunderten der Normalfall war - auch weite Strecken zu Fuß zu gehen. Und wenn es so abwechslungsreich geschieht wie bei Christian Jostmann, mit Histörchen aus belesenem Munde, kommentiert aus einer bibelfesten, aber eher anarchistisch-katholizistischen Sicht, mit ihm die Leiden, Gefahren, Glücksmomente und Beobachtungen teilt, dann erwischt man sich dabei, innerlich schon selbst das Bündel zu schnüren. Auch wenn wir vielleicht das Lager nicht mit Ratten teilen und die Socken nicht nur einmal wechseln würden. Und natürlich auch nie losgehen würden, weil wir doch zu zivilisationsverwöhnt sind. Eine Empfehlung für alle, die nicht auf der Sinnsuche sind, sondern einen solche Reise miterleben wollen. Eine unterhaltsame Lektüre, auch wegen der schönen Sprache.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "totale Kasteiung", 18. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Um es vorwegzunehmen: Christian Jostmann ist kein erfahrener Fernwanderer und kein Pilger im eigentlichen Sinne. Für diese beiden Adressatenkreise ist das Buch kaum geeignet.
Die Motive seiner Reise weiß der Autor in mystisches Dunkel zu hüllen. Zunächst war es schlicht eine Idee, später tritt ein geheimnisvolles Gelübde hinzu. Ansonsten zeichnet sich der Autor durch eine merkwürdige Distanz zum Thema Religion aus: So erklärt er, "als 'ein aufgeklärter Mensch nicht an die Kraft der Apostelreliquien" zu glauben, vergleicht Gottesdienste mit Aktionärsversammlungen oder spricht von einem Pfarrer und '"seinem'" Gott. Auf der anderen Seite sammelt er fleißig Pilgerstempel, klopft an Klosterpforten und erwartet mit dem Geleitbrief seines Pfarrers unter dem Schein der frommen Wallfahrt gastfreundliche Aufnahme.
'"So ein Scheinheiliger"' - was Jostmann über einen lombardischen Bauern schreibt, fällt auf ihn selbst zurück. Zumal dort, wo er seinen Weggenossen und Zufallsbegegnungen mit bornierter Reserviertheit gegenübertritt. Rentnergruppen umschwirren ihn '"wie ein Schwarm Fliegen"', Venedigwanderer degradiert er zu '"Grasslers Jüngern'", ein freundliches Ehepaar zu '"Genußwanderern"'. Dieser Spezies aber steht der Autor nach eigenem Bekunden denkbar fern. Seine Tour beschreibt er mehrfach als "totale Kasteiung". Der unvermeidliche Wechsel zwischen Herausforderung und Glückserlebnis -' für andere der besondere Reiz des Pilgerns '- gerät ihm zu Mühsal und Qual: '"Den vierzigsten Tag"', so klagt er an einer Stelle, sei er '"heute auf der Straße, ebensolange wie Jesus in der Wüste war, den Versuchungen des ewigen Widersachers ausgesetzt'". Sieben Prüfungen - 'Bremsen, Verkehr, Hitze, Durst, Fußschmerzen, Heimweh und ein streitsüchtiges Weib habe der Herrgott ihm geschickt. Dieses Lamento zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch, obwohl Jostmann durchaus über eine anständige Barschaft verfügt und sich sogar von seinem Vater frische Wäsche nach Verona liefern läßt.
Den Leser beschleicht das Gefühl, die Welt bewege sich zwar unter Jostmanns Füßen hinweg, er selbst aber verharre weitgehend auf seinem eigenen Standpunkt. Diese starre Perspektive hat freilich etwas durchaus Unterhaltsames. Sieht man von bildungsbürgerlichen Stileskapaden -' wenn etwa der '"brave Seume"' zitiert wird - ab, so erschließt sich einiges vom Innenleben eines Wanderers, der die Eindrücke seines Weges präzise beschreibt und einordnet. Sie mitzuerleben gelingt dem Leser umso leichter, als er unabhängig von der Sympathiefrage zweifellos Facetten seiner eigenen Erfahrungen im Text wiederfindet. Insofern eignet sich das Buch für alle, aus welchen Gründen auch immer, Daheimgebliebenen, die an der Seite Jostmanns eine virtuelle Pilgerfahrt unternehmen und darüber hinaus zum Bildungserlebnis gestalten wollen. Wem Stil und Marschtempo des Autors nicht zusagen, der möge '- Jostmann selbst macht es mehrfach vor -' seine Reisebegleitung getrost stehen lassen und eigene Wege beschreiten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichten als Würzmittel, 10. Juni 2009
Von 
Mag Michael Strobl (Bruckneudorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Bücher über den Jakobsweg sprießen in den letzten Jahren regelrecht wie die oft strapazierten sprichwörtlichen Schwammerl aus dem ebenso sprichwörtlichen Boden. Der Autor dieses Buches wählt zur Abwechslung eine andere Richtung und beschreibt seinen ganz persönlichen Marsch in ein nicht weniger geschichtsträchtiges Pilgerzentrum, nach Rom, somit direkt ins Zentrum und ins Herz der katholischen Kirche. Er tut dies mit sehr viel Liebe zum historischen und kulturhistorischen Detail, wandert auf alten, längst vergessenen Wegen und berichtet von vergangenen Zeiten und aktuellen Geschehnissen ebenso spannend wie lebendig. Von München führt ihn sein Weg über Hall in Tirol und Brixen nach Bozen, über Verona, Bologna, Florenz und Siena vorbei am Bolsena-See nach Rom.
Einige Kostproben aus dem Reisetagebuch gefällig? Jostmann erlebt eine Abenddämmerung am Fuße eines Bergmassivs: Der Dente Italiano und der Dente Austriaco sind zwei Felsrücken, die nur einen Handgranatenwurf voneinander entfernt liegen. Hier standen im 1. Weltkrieg einander die Armeen Österreichs und Italiens gegenüber. Es folgt ein Exkurs über langwierige, aufreibende Grabenkämpfe, welche schließlich mit einer gewaltigen Sprengung des einen Felsens endete.
In Bologna, wo der Autor in der Jugendherberge übernachtet, schließt er Bekanntschaft mit einer jungen Frau aus Tübingen namens Veronika, die für einige Zeit seine Reisebegleiterin wird. Sogleich assoziiert er diesen Namen mit vera icon, dem wahren Bild Christi", welches eine der bekanntesten Reliquien der Christenheit ist und bis heute im Petersdom in Rom (und daher am Ziel der Pilgerreise) liegt.
In Siena trifft der Weg des Pilgers auf die legendäre Via Francigena, die Frankenstraße, welche im 10. Jahrhundert von Sigeric, dem Erzbischof von Canterbury bereist und beschrieben wurde. Sofort schickt Jostmann den Leser auf eine Zeitreise in die Toskana des Mittelalters.
Die Stadt Sutri in Latium wiederum verbindet der Autor mit dem berühmten Investiturstreit zwischen Papst und Kaiser, da hier im Jahr 1046 eine berühmte Synode stattfand. Geschichten wie diese sind die Würzmittel, die dieses kleine Büchlein so schmackhaft machen.
Man bekommt beim Lesen große Sehnsucht nach Italien und verspürt unbändige Lust, das Beschriebene selbst, auf eigene Weise zu erleben. Da die meisten Leser die Zeit und Muße zu einem derartigen Unterfangen wohl nicht aufbringen können, ist es gut, dass es Bücher wie das von Christian Jostmann gibt. So kann man wenigstens träumen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tour de force nach rom, 14. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Eine mehrwöchige Wanderung auf den Spuren einer mittelalterlichen Pilgerstrecke von München nach Rom. Kein Selbsterfahrungsgefusel, kein aufgesetztes Nachpilgern. Ein persönlicher Reisebericht, der den ganzen Erfahrungsbogen wiedergibt, inklusive aller Enttäuschungen und allem Dreck, mit historischen Sachverstand ausformuliert.
Wen eine derartige Unternehmung auch nur ein kleinwenig anspricht, ist mit diesem Buch gut bedient. Dicht, aber immer kurzweilig geschrieben, erschließt es uns, die wir keine solchen Trips exekutieren können, eine authentische und singuläre Erfahrung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nicht der ideale pilgerweg !, 8. Mai 2007
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Daß die Strecke von München nach Rom nicht als idealer Pilgerweg zu bezeichnen ist, wußte der Autor vorher: die Wanderwege enden noch vor Verona. Und daß man diese Buch nicht mit dem von Hape Kerkeling vergleichen sollte, ist ebenso klar; ich mache es aber trotzdem. Denn man sieht am Vergleich ganz gut, wie man sich eine Pilgerreise leicht (Kerkeling) - und wie man sich eine Pilgerreise schwer machen kann (Jostmann). Der Autor Christian Jostmann erläutert seitenlang das größte Problem der Reise, die Durchquerung der norditalienischen Po-Ebene (sie ist lebensgefährlich!), sieht aber auf der anderen Seite nicht, daß man in Verona in den Zug steigen, und eine Station nach Bologna im Eurostar oder Intercity fahren könnte. Das wäre die klügste Lösung gewesen. Aus dem Buch von Kerkeling wissen wir ja, daß die Pilgerreise als solche auch anerkannt wird, wenn man lediglich größere Teilstrechen zu Fuß zurück legt. Man muss nicht die gesamte Strecke gehen. Und hier komme ich wieder zum Buch zurück: der beste Teil des Buches ist die Alpenüberquerung. Von Verona bis Rom quält sich (auch) der Leser streckenweise.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pilgerbericht mitten aus dem Leben, 23. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Nach Rom zu Fuß ist ein persönlicher, naturgemäß subjektiver Reisebericht, der vor allem durch seine direkte, ehrliche Art gefällt. Darin wird nichts beschönigt oder gar verklärt, und der junge Autor lässt uns auch über seine aufgeklärten Einstellungen zur Religion, die für den "echten" Pilger als der wahre Grund seines Handelns gelten kann, nicht im Unklaren. Sehr eindrucksvoll in diesem Zusammenhang dann die Schilderung eines mystisch anmutenden Erlebnisses, mit dem der Autor unterwegs beschenkt wird. Für allerhand Kurzweil sorgen außerdem interessante Anekdoten und Anmerkungen zur jüngeren und auch älteren Geschichte Mitteleuropas, immer geknüpft an einzelne, konkrete Stationen des Pilgerwegs. Lebendig wird die Erzählung aber meiner Meinung nach erst durch die Begegnung mit ganz unterschiedlichen Menschen, die Jostmann, der weite Strecken alleine in für ihn zeitweise bedrückender Einsamkeit zurücklegt, sehr schön zu portraitieren versteht. Wer in diesem Buch allerdings eine praktische Anleitung zum Nachwandern sucht, der dürfte enttäuscht werden, die Wegstrecke ist auf den wenigen Übersichtskarten nur grob skizziert. Ebenso darf man von dem Buch keinesfalls eine romantische Pilgerfahrt des Typs "Engel Alois von Wolke 7 unterwegs nach Rom" erwarten. Es handelt sich eben um eine moderne Pilgerreise eines Zeitgenossen, und wer ein wenig sensibel ist für das, was zwischen den Zeilen geschrieben steht, dessen Durst nach "Sinn", nach dem Metaphysischen einer solchen Unternehmung, wird auch in der Rolle als Leser reichlich befriedigt werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mühevoller Weg mit Hindernissen, 14. August 2007
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise (Gebundene Ausgabe)
Mitten im Buch überrascht uns als Leser und Leserin diese Meldung: "Das beste Eis von Florenz wird in einer unscheinbaren Nebengasse verkauft, hinter altmodischen Glastüren." Darunter dann das dazugehörige Foto.
So und ähnlich werden wir also unterhalten? Und es ist nicht von ungefähr, dass man dann staunt oder lacht. Denn einige von uns waren vielleicht schon mal da und dort und haben ähnliches erlebt.

Auch ist es z.B. durchaus interessant, von einer wunderbar ruhig gelegenen Jugendherberge zu lesen, eine andere wiederum ist nicht ganz so idyllisch, wie es scheint.
Und die ab und an dräuende Gefahr wird beschworen, die sich hinter dem Rücken quasi, oder besser gesagt, im Gefühl des Wanderers bemerkbar macht, z.B. bei der Begegnung mit zwei recht kräftigen Gestalten, die dann aber nach gehörigem, fast einseitigem Palaver des Wanderers sich mit eindrucksvoll durchdrehenden Reifen von dannen machen ("Ich glaube, der ist in Ordnung.").
Ja, so kann es gehen in good old Italy, aber natürlich auch bei uns.

Was wirklich wichtig zu vermerken wäre, ist die Gefahr des Laufens in Italien, wenn die Straße von hochaufragenden Steilwänden umgeben ist und die Raser ankommen, aber die hört man ja fast immer rechtzeitig am abgedunkelten Sound ihrer Maschinen.

Was aber berührt, ist die Ehrlichkeit in diesem Buch. Man erkennt fast automatisch, dass sich hier jemand einer Therapie unterwirft (etwas könnte dräuen, siehe oben!). Das zu Papier zu bringen ist legitim. Die einpaar Tage mit einer Wanderin zusammen sind wunderlich schön beschrieben und es entsteht soetwas wie eine Zweisamkeit unter Spannung, die mehr verbirgt und beleuchtet als nur mit Worten zugegeben möglich ist. Das z.B. reizt die Leser.
Die Erfahrung, dass man das Laufen selbst sehen kann, mag der Verinnerlichung dieser Pilgerfahrt zu verdanken sein, denn die Begegnung mit Guido und dessen Schicksal ist wohl die Auslösung dazu.
So wird das Wandern, besser gesagt, der Weg, wird selbst zum Ziel.

Schön und berührend die Erkenntnisse, daß bei einer Papstaudienz im Jahr 2004 der alte leidende Mann auf Petri Stuhl wohl etwas zu sehr der Neugier der Massen ausgesetzt wurde. Doch es fließt ja auch die Ansicht ein, dass er es sicherlich ebenfalls so gewollt hat. Das sich Verhalten der Menschen in Massenansammlungen wird in dieser Szene eindrücklich beschrieben. Außerdem wird der Mythos des Pilgerns, so meine ich, insgesamt beschworen.
Dadurch treten Sorgen, Beschwernisse aller Art in eine besondere Beziehung zu dem zutage, was man gerade tut (dem Wandern) und somit begegnet man Zufälligkeiten, die von Bedeutung sein können ganz allgemein gesagt. In diesem Bericht ist davon die Rede und von viel mehr, was für uns wichtig wäre, z.B. für unser Miteinander auf dieser Erde. Auch die Schönheit dieser Landschaft und die Menschen dort, ihre teilweise fromme Ergebenheit und ihr Stolz bis hin zu faschistoiden Zügen berühren enorm.

Das Buch ist sehr vielseitig und anfänglich ziemlich interessant, wird zum Ende hin etwas weniger spannend gehalten, wird quasi ruhig zu Ende geführt. Christian Jostmann erzählt eine Menge Erbauliches auf seinem Weg nach Rom. Ganz bestimmt aber ist es ein Versuch, Menschen mit dem zusammenzubringen, was zählt im Leben und was unsere menschliche Entwicklung prägte: Das Gehen zu Fuß ("And miles to go before I sleep/ and miles to go before I sleep.").
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise
Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise von Christian Jostmann (Gebundene Ausgabe - 30. Mai 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 12,40
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen