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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompendium an linguistischem Wissen, 9. April 2007
Von 
Enrico Quaas (Halle/Saale) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Weltgeschichte der Sprachen (Taschenbuch)
Für all diejenigen, die sich gerne mit linguistischen Themen auseinandersetzen wollen, oder einfach nur einen Einblick in die Sprachgeschichte der Welt gewinnen wollen, um ihren Allgemeinwissenshorizont zu erweitern o.ä., sind mit diesem wirklich sehr gelungenen, kompakten - aber nie oberflächlichen - Werk bestens bedient.

Vor allem ist dieses Buch auch sehr gut für Studenten der Sprachwissenschaft geeignet, da wirklich sehr sehr viele Theorien und Modelle gut vorgestellt und an anschaulichen Beispielen erläutert werden.

Einziges Manko ist das Kapitel über die Pidgins und Kreolsprachen, das jedoch keinesfalls schlecht ist, für Interessierte hinsichtlich der angesprochenen Thematik leider aber etwas oberflächlich wirkt; für den Einstieg aber gut erklärt.

Auch ist das Preisleistungsverhältnis wohl mit das beste derzeit auf dem deutschen Markt; nirgendwo sonst wird ein derart großes Wissensspektrum auf solch kleinem Platz präsentiert.

Es bleibt schließlich nur eins zu sagen: Dr. phil. habil. Harald Haarmann ist der derzeit wohl bekannteste und einer der besten Sprachwissenschaftler weltweit, und ich hoffe auch, dass diese Wissenschaftsdisziplin in Deutschland in der Zukunft einen größeren Zulauf erfahren darf...

...das Buch repräsentiert diese Disziplin in munterer und gut verständlicher Art und Weise, wobei man vor allem 'exotische' resp. nicht-alltägliche Sprachen der Welt (z.B. das Finnische, Vietnamesische, Grönländische u.v.m.) und die angenommenen Sprachstadien früherer Hominiden näher kennen lernt, was man nirgendwo anders in dieser Form findet (außer evtl. in teuren Fachbüchern oder -zeitschriften).

Zugreifen und Lernen!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut den für den Einstieg ins Thema, 16. Februar 2007
Von 
Manfred Dempf (Buchloe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Weltgeschichte der Sprachen (Taschenbuch)
Das ideale Buch für jemanden, der neu in das Thema "Entwicklung von Sprachen" einsteigt. Auch wenn das Buch größtenteils allgemeinverständlich geschrieben ist, muss man doch eine wissenschaftliche Grundbildung mitbringen.

Einen Stern Abzug gibt es für die zweite Hälfte des Buches, in der die Kapitel inhaltlich etwas unzusammenhängend aneinander gereiht sind und sich viele Wiederholungen finden.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weltgeschichte der Sprachen - ein kaum einlösbares Versprechen, 20. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weltgeschichte der Sprachen (Taschenbuch)
Eine Weltgeschichte der Sprachen zu geben ist nach dem heutigen Stand der Forschung wohl einfach unmöglich - ein ernsthafter Versuch würde sicherlich tausende Seiten füllen und immer noch mehr Fragen stellen als beantworten. Das Buch von Haarmann versucht es deshalb legitimerweise eher als Grundriss, wenn auch nicht ganz konsequent. Sehr informativ ist der erste Teil des Buches, der die Möglichkeiten der Lautbildung und von Sprachstrukturen überhaupt aufzeigt. Da hätte gern noch mehr stehen können, etwa zu der behaupteten, aber nicht wirklich gezeigten strukturellen Ähnlichkeit des Chinesischen mit dem Englischen. Ein Kernproblem des ganzen Buches ist zweifellos, dass sich der Verfasser gerne festlegt, also komplexe Fragestellungen wie nach der Sprachfähigkeit des Homo erectus oder des Neanderthalers nach seiner Überzeugung beantwortet, anstatt sie verständlich auszubreiten. Da ist es für eine Entscheidung definitiv noch zu früh und man sollte sich sicher nicht blindlings Haarmanns Meinung anschließen. Ärgerlich ist insbesondere die stiefmütterliche Behandlung der Herkunft der indoeuropäischen Sprachen. Haarmann vertritt dabei die These von der Verbreitung durch Reitervölker aus der südrussischen Steppe, die die Kontrolle über neolithische Bauern unbekannter Sprache in Europa übernommen hätten. In Bausch und Bogen verworfen wird dagegen die These, dass ausgehend von einem ostanatolischen Kernland drei Ausbreitungsrichtungen der neuen bäuerlichen Kultur stattgefunden haben, jeweils mit einer eigenen Sprache. Nach Osten die Vorfahren der heutigen Darvida-Völker, die im Indus-Tal eine städtische Hochkultur aufbauten, bis sie dann von indoeuropäischen Gruppen überlagert wurden; nach Süden die Träger der verwandten semitischen und nordafrikanischen Sprachen (u.a. Ägypten), nach Westen die Indoeuropäer. Dazu gibt es sehr viel mehr zu sagen als sich bei Haarmann findet und dazu hätte ich in einer Weltgeschichte der Sprache auch mehr erwartet. Ein wenig Kritik kann ich auch dem Lektorat nicht ersparen. Manche Passagen wie z.B. die zu den Wanderungen der Goten hätte man in diesem Zusammenhang auch streichen können und es gibt auch einzelne Abschnitte, die so voller fachwissenschaftlicher Ausdrücke sind, dass sie für den normalen halbwegs gebildeten Leser erst bei dritten Lesen verständlich werden. Aber wie schon oben gesagt, eine Weltgeschichte der Sprachen zu schreiben ist ein eigentlich unmögliches Unterfangen, das aber immer mal wieder versucht werden muss und zwangsläufig immer wieder manche Leser enttäuschen wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassende Darstellung, 19. April 2010
Von 
Ingo Bild (Aalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weltgeschichte der Sprachen (Taschenbuch)
Das Buch ist von einem Kenner der Materie geschrieben. Es liefert eine umfassende, gute Darstellung der Geschichte der menschlichen Sprachen, erläutert viele Hintergründe, über die es sonst wenig für Laien verständliche Informationen gibt. Der Leser bekommt einen Einblick auch in einige interessante Bereiche der Linguistik, wie zum Beispiel in das Gebiet der Sprachtypologie. Die Ausbreitungsbedingungen und -umstände auch einer ganzen Reihe exotischer Sprachen oder Sprachfamilien werden vorgestellt. Und immer bleibt die Verständlichkeit gewahrt.

Ich kann den Kauf empfehlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "glottologisches" Standardwerk, 20. Februar 2010
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Weltgeschichte der Sprachen (Taschenbuch)
"Est etiam sermo societatis humanae instrumentum....."
(J. L. Vives, katalanischer Philosoph und Humanist)

Harald Haarmans "Weltgeschichte der Sprachen" ist bereits im September 2006 erschienen. Der multidisziplinäre Philologe fast hierin Erkenntnisse seiner früher erschienenen Werke "Kleines Lexikon der Sprachen: Von Albanisch bis Zulu (2001), Lexikon der untergegangenen Sprachen (2002),Kleines Lexikon der Völker: Von Aborigines bis Zapoteken (2004) und Lexikon der untergegangenen Völker: Von Akkader bis Zimbern (2005) zur Darstellung seiner globalen Glottogenese zusammen.....

.....wobei er in seiner Einleitung auch die Risiken eines solchen Überblicks einräumt. Obgleich er den Schwerpunkt der systematischen Abhandlung auf die letzten 10.000 Jahre setzt, gibt es zu vielen Entwicklungen, insbesondere den sehr frühen, empirisch kaum faßbaren, die unterschiedlichsten Theorien und Hypothesen. Die wichtigsten werden in diesem Buch vorgestellt, vor allem auch dann, wenn sich noch keine weitgehend einheitliche Lehrmeinung zu einer Frage herausgebildet hat. Haarmann weist jedoch auch darauf hin, dass eine derart breit angelegte Betrachtung auch Chancen biete, denn nur wenn man in evolutionsgeschichtlicher perspektive die Bedingungen für die Entstehung und Entwicklung von verbaler Kommunikation begreift, kann man auch die Weltgeschichte der Sprachen nachvollziehen. Nach einer "pragmatischen Definition" auf dieFrage "Was ist eine Sprache?" schließt der Autor seine Einleitung mit einer kurzen Vorstellung der historischen Sprachforschung und den Überlegungen "Vom Zufall der Sprachentwicklung".

Haarmanns "Weltgeschichte der Sprachen" hält sich an chronologische wie geographische Entwicklungslinien. Beginnend bei den Anfängen der Sprachfähigkeit der Hominiden über die Ausbreitung menschlicher Populationen "out of Africa" in den Nahen Osten, von dort nach Europa und Südasien, weiter nach Neuguinea, Australien, in das östliche Sibirien und auf den amerikanischen Doppelkontinent, erst im 10. nachchristlichen Jahrhundert nach Neuseeland, bis hin zur Ausgliederung in regionale Zweige und Einzelsprachen, unserer heutigen Sprachenwelt. "Die Anfänge der Sprachrevolution" ist das erste von insgesamt zehn Kapiteln. Die symbolische und verbale Kommunikation früher Menschen gepaart mit Sprachfähigkeit und Identitätsfindung wurde schließlich zu einem kulturellen Motor für die Menschheit. Aus der Protosprache des Neandertalers entwickelte sich die komplexe Sprache des Homo sapiens. Haarmann nennt die Konstruktionspläne und Baumaterialien von Sprachen. Für die mögliche Ausdrucksvielfalt in einer bestimmten Umwelt gibt er unter "Schnee ist nicht gleich Schnee" ein Beispiel aus dem Inari-Saamischen, das für den gefrorenen Niederschlag einundzwanzig (!) verschiedene Worte kennt, die seinen Zustand näher beschreiben. Kapitel 2 und 3 befassen sich mit Afrika und Eurasien, bzw. Australien, Sibirien und die Neue Welt. Hierzu gibt es unter anderem Karten, die die Ausbreitung des modernen Menschen aufzeigen und Schemata zur Ausgliederung menschlicher Populationen und Sprachen. Das vierte Kapitel bewegt sich "Auf den Spuren der ältesten Sprachen" Eurasiens und Afrikas und ihren modernen Rückzugsgebieten. Eine zweiseitige Aufzählung nennt die vor-indoeuropäischen Sprachen des gesamten Mittelmeerraumes, dazu gibt es eine Karte, auf der alle ausgestorbenen Sprachen, also auch indoeuropäische und afroasiatische, dieses Raumes eingezeichnet sind. Zu den überlebenden vor-indoeuropäischen Sprachen zählen die autochthonen Idiome des Kaukasus und das Baskische, das in einem Fokus mit den altmediterranen Sprachen behandelt wird. In Asien zählen vor allem die dravidischen Sprachen und das Ainu, Afrika die Khoisan-Sprachen mit ihren eigenartigen Schnlazlauten (englisch: Clicks) zu den sogenannten "Altsprachen".

"Die Entstehung von Sprachfamilien" ist Gegenstand des fünften Kapitels. Einer tabellarischen, nach der Anzahl ihrer Einzelsprachen und dem hauptsächlichen Verbreitungsgebiet gelisteten, Übersicht aller Sprachfamilien folgt eine entsprechende Weltkarte. Mit einem Stammbaum der Konstitueneten der einer nostratischen und eurasischen Suppersprachfamilie versuchte der italienische Populationsgenetiker Cavalli-Sforza im jahre 2000 fast alle Sprachen der Welt zuammenzuführen. Besonders interessant sind die Konvergenzvprozesse "alter" und "neuer" Sprachen auf dem indischen Subkontinent, die auch auf einer Karte wiedergegeben sind. Mit 88 Seiten bildet das sechste Kapitel, um "Die Indoeuropäische Sprachfamilie" den Schwerpunkt des Buches. Der Bogen spannt sich von der Frage nach der Urheimat, den Bauplänen des Proto-Indoeuropäischen (Satem- und Kentumzweig), die sprachlich-kulturelle Indoeuropäisierung Europas bis zur Ausgliederung regionaler Sprachzweige, wie bespielweise dem Albanischen, Keltischen, Germanischen, Tocharischen usw. Für jeden dieser Sprachzweige gibt es einen eigenen Abschnitt. Der Ausgliederung und Entwicklung des Deutschen ist ebenso, wie dem Thema "vom Lateinischen zu den romanischen Sprachen", ein Fokus gewidmet. Sprachen in Verbindung zu Technologien, wie die Ausbreitung des Ackerbaus, der Eisenverabeitung oder ihre Rolle bei Kulturkontakten und der Verbreitung von Schriftsystemen sind Themata des achetn Kapitels. Ein Schaubild offenbart die wichtigsten Stationen der Alphabetenenwicklung im Votrderen Orient, Europa und Südasien. Nach Pidgins- und Kreolsprachen, den Nachzuüglern der Neuzeit in Kapitel neun, befasst sich das letzte Kapitelmit der "Gegenwart und Zukunft der Sprachen". Überlegungen zur sprachlichen Dynamik in Europa folgen Trends und Prognosen zum Fragen zum "Wachstum der Großen" und "Untergang der Kleinen" in der Sprachenvielfalt des Globalisierunsgprozesses.

Den Abschluss des Bandes bildet ein 41seitiger Anhang mit einer umfangreichen Bibliographie - zu der Haarmann alleine mehr als zwei Seiten als eigene Quellen beisteuert - und ein Register der Sprachen und Sprachfamilien. Mit seiner " ist dem dem Preisträger des "Prix logos" der Association européenne des linguistes et des professeurs de langues (1999), des "Premio Jean Monnet" (1999), der "American Medal of Honor" (2002) und des "Plato Award" (2006) wieder einmal ein "glottologisches" Standardwerk zum Lesen und Nachschlagen gelungen. 5 Amazonsterne.
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Weltgeschichte der Sprachen
Weltgeschichte der Sprachen von Harald Haarmann (Taschenbuch - 20. September 2006)
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