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Kundenrezensionen

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am 4. September 2005
Das Werk erscheint auf den ersten Blick als eine Abrechnung mit dem heutigen System in der Bundesrepublik. Doch es geht um mehr. Di Fabio stellt das System des gesamten Westens auf den Prüfstand. Seine "Werte", "Freiheiten" und "Regeln".
Dass das Positionen des Autors dabei mehr als nur einmal zum Nachdenken einladen ist mehr als erfreulich. So erfüllt es seinen Zweck, den Autor zum Denken anzuregen und das bestehende System nicht einfach anstandslos zu akzeptieren bzw. weiter zu leben.
Manche Abschnitte könnten einfacher beschrieben sein, doch dies ist auch schon der einzige Kritikpunkt. Ein Buch über dieses Thema kann kein Bilderbuch sein. Es sind ehrliche und harte Fakten, Argumente und Fragen erforderlich. Diese trifft di Fabio meist zutreffend. Dass eine eigene Meinung besser ist, als das anstandlose Annehmen des gebotenen gehört bei diesem Thema einfach mit dazu.
Zusammenfassend kann ich dieses Buch nur empfehlen. Wenn unsere Gesellschaft diesen Beitrag nicht bei Seite schiebt sondern als Ausgangspunkt für eine kritische Selbstbetrachtung annimmt, kann sie in meinen Augen viel gewinnen.
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am 18. März 2006
Die Grundwerte und Normen, auf denen eine Verfassung beruht, gleichen einem lebendigen Organismus, der ohne Nährstoffversorgung verkümmert und abstirbt. Ihr Lebenselixier sind Menschen, als Individuen und Gemeinschaft, die ihr Leben im Geist dieser Werte führen und dadurch für ihr Fortbestehen sorgen. In diesem Sinne wäre die Verfassung das Plebiszit eines jeden Tages, wie es Ernest Renan von der Nation gesagt hat. Insofern aber die für die Verfassung konstitutiven Werte aus bestimmten kulturellen Wurzeln hervorgehen, bedarf es einer Rückbindung der die besagten Werte am Leben erhaltenden Menschen an eben dieses Kulturgut.
Das ist – etwas verkürzt und abstrahiert – der thematische Ankergrund von Di Fabios Mahnschrift, die das Land alarmieren sollte. Denn der Richter am Bundesverfassungsgericht sieht das Grundgesetz gleich in doppelter Hinsicht grundsätzlich gefährdet: Wegen rückläufiger Geburtenraten droht in Deutschland schon aus rein biologischen Gründen der schleichende Verfassungstod mangels Nachkommenschaft, die für ein Fortleben grundgesetzlicher Normen und Werte eintreten könnte. Kinder- und Familienfeundlichkeit samt einem Bewusstseinswandel in Richtung auf mehr Bindungsbereitschaft und soziale Verantwortungsübernahme hält Di Fabio also für die erste Bürgerpflicht und Gemeinschaftsaufgabe in der gegebenen Lage.
Doch nicht nur aus demographischen Gründen steht der Wertekanon des Grundgesetzes heute auf tönernen Füßen. Die vergangenen Jahrzehnte der Abkehr von gutbürgerlicher Lebensart, von Bildungsbeflissenheit und Leistungsbereitschaft im Zeichen einer allzu rücksichtslos begriffenen Freiheit des Individuums zu beliebiger Selbstverwirklichung im privaten und öffentlichen Raum, in Verbindung mit einer teils fremdgesteuerten, teils selbstverschuldeten Auslieferung an Medienwelt, Konsumofferten, Erlebnisspektakel und Fernreiserummel, haben nach Di Fabio mehr oder minder unversehens dazu geführt, dass die in der Gesellschaft gelebten Werte nicht mehr zu dem kulturellen Quellgrund passen, der das Grundgesetz hervorgebracht hat und für dessen Fortbestehen nötig ist. Zu fordern ist daher Besinnung auf das, was eine Kultur der Freiheit im Sinne des Grundgesetzes ausmacht.
Bis zu dieser Einsicht wird Di Fabio folgen, wer sich den Realitäten einigermaßen stellt: Der Identifikationskern eines geläuterten, im Kreise der Völker zu neuem Ansehen gelangten Deutschland, dieses Grundgesetz (das sogar bereits zur Projektionsfläche eines Verfassungspatriotismus geworden ist) wird nur Bestand haben und fortwirken können, wenn der gesellschaftliche Unterbau das erlaubt und fördert. Allerdings gilt das in gleicher Weise für Verfassungen und Gesellschaften aller demokratischen Länder. Und die für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland maßgeblichen Werte sind ja zum überwiegenden Teil solche, die auch anderen westlichen Demokratien zugrunde liegen. Ähnliche gesellschaftliche Entwicklungstendenzen vorausgesetzt (die drei ersten Kapitel in Di Fabios Abhandlung (S. 1-70) stehen explizit unter diesem Eindruck), dürften anderwärts demnach näherungsweise gleichartige Disparitäten zwischen Verfassungsintentionen und Lebensalltag zu finden sein.
Wenn aber Deutschland mit diesem Problem nicht allein ist und wenn auch die Problemursachen nicht nur spezifisch deutsche sind (nebenbei: die vorläufig aus historischen Gründen hierzulande noch wirksame Immunreaktion der öffentlichen Meinung gegenüber nationalem Überschwang und Deutschtümelei soll man nicht fahrlässig auf den Müllhaufen der Geschichte werfen), dann muss auch die Besinnung auf die kulturellen Wurzeln unserer westlich-demokratischen Verfassung nicht allein, nicht einmal primär, am deutschen Stamme stattfinden. Di Fabio liegt sicher richtig damit, die positiven Seiten unserer nationalen Kultur und Geschichte für den gemeinten Reorientierungsprozess fruchtbar zu machen; doch geht das ergiebige kulturelle Spektrum über den nationalen Rahmen weit hinaus und endet nicht einmal an den Grenzen des von Di Fabio argusäugig betrachteten EU-Europa (Di Fabio selber zählt allein zum „Westen“, zu den Erben des „christlichen Abendlands“, sowohl Europa als auch Nordamerika, Neuseeland und Australien (S. 2f.); und ein im Ganzen national verengter Blickwinkel ist ihm auch nicht etwa vorzuhalten). Man wird daher z.B. nicht unbedingt das immer noch affektbeladene Preußen bemühen müssen (S. 222ff.), um die Gesellschaft, für die das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschaffen wurde, mit Kulturgehalten versorgen zu können.
Fazit: Di Fabios Weckruf darf weder ungehört verhallen noch als rückwärtsgewandte Spinnerei billig abgefertigt werden. Der Problemaufriss überzeugt; die Dringlichkeit der Bearbeitung ist gegeben; über die adäquaten Lösungswege sollte in demokratischer Offenheit beraten und danach schleunigst gehandelt werden. Und wegen der Bedeutung der Nachwuchsfrage, die zu vernachlässigen keiner Gesellschaft bekömmlich sein kann, haben Familienförderung sowie Bildungs- und Integrationsanstrengungen oberste Priorität.
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am 18. Oktober 2005
Wenn man Gibbons „Verfall und Untergang des Römischen Reiches" liest, dann staunt man, wie viele Zeitzeugen Gibbon zitieren kann, die die Mißstände ihrer Zeit in ihren Ursachen und Folgen sehr wohl begriffen hatten. Es ist zu befürchten, daß für die Nachwelt, wenn sie die Geschichte unserer Zeit schreiben wird, das hier besprochene Buch eines Mannes, der, aus bescheidenen Verhältnissen kommend, zum Richter am deutschen Bundesverfassungsgericht aufgestiegen ist, eine ähnliche vorzügliche Quelle sein wird.
„Die typischen Sinngehalte menschlicher Existenz scheinen verschüttet oder an den Rand gedrängt: die Suche nach Liebe und Intimität, die Geborgenheit einer Familie, die Erkenntnis, dass nur Kinder Zukunft bedeuten, das Verliebtsein in den Erfolg, Streben nach Anerkennung, die Entschiedenheit etwas zu leisten und auch dann weiterzukämpfen, wenn der Erfolg einmal ausbleibt, die Achtung vor dem Anderen." Und Di Fabio erkennt (auf S. 131): „Die Gesellschaften des Westens können auf Dauer mit der Nachwuchsrate der Gegenwart nicht existieren. .... Wenn heute in Deutschland wie in vielen anderen Staaten des Westens ein immer größer werdender Teil des akademisch gebildeten Mittelstandes kinderlos bleibt, geht die Erziehungskompetenz fast einer halben Generation Akademiker verloren mit absehbaren Folgen für die gesellschaftliche Verfassung in den nächsten Jahrzehnten. ... Diese mächtige Dezimierung einer gut ausgebildeten, unsere Sprache sprechenden kommenden Generation senkt - das ist keineswegs paradox - die Integrationsfähigkeit westlicher Gesellschaften für die Zuwanderung aus anderen Kulturräumen, die gleichzeitig notwendiger wird, wenn die tragenden Wirtschaftsstrukturen erhalten bleiben sollen."
Doch selbst wenn 1 Million deutsche Bundesbürger Di Fabios Buch lesen sollten und 10 Millionen seine Einsichten teilen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen würden, wäre die Wirkung gering, denn die Schwerkraft der anderen 70 Millionen und der 7 Milliarden Erdbewohner insgesamt würde den Gang der Geschichte bestimmen, den Weg ins „Große Chaos", das die Amerikaner Lee und White („Die Geschichte der Zukunft") fiktiv für das Jahr 2037, Kremper („Memoiren der Zukunft. Deutschland 2050 - ein Rückblick") für 2033 ansetzen. Der parteilose Di Fabio kann keine gesellschaftlichen Kräfte und Organisationen benennen, die sich dagegen stemmen. So ist zu befürchten, daß die „Kultur der Freiheit" ebenso wie Sinns „Ist Deutschland noch zu retten?", Birgs „Die ausgefallene Generation", Miegels „Epochenwende", Wöhlckes „Das Ende der Zivilisation" oder auch „Die IQ-Falle" nichts weiter bleiben werden als die vergeblichen Mahnrufe in einem Zyklus, für den schon längst das Verfallsdatum feststeht.
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am 26. April 2014
Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die das Grundgesetz als abstrakt empfinden und mehr über dessen Bedeutung im täglichen Leben erfahren wollen.
Ein anschauliches und gut geschriebenes Buch, das nie langweilig wird
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am 31. Juli 2013
Man kann das Buch wissenschaftlich und pseudowissenschaftlich zerlegen und kommentieren, wie man will. Wenn man aber mit einigermaßen wachen Augen durchs Leben geht, wird man schnll merken, dass der Mann Recht hat. In einer Gesellschaft, in der Begriffe, wie Werte und Respekt als überholt gelten, braucht man sich über Argumentationen wider jeglicher konservativen Ansichten nicht wundern. Dabei wird aber regelmäßig ausser acht gelassen, dass genau diese Werte und dahin geführt haben, was wir heute sind. Aber die Kuh geht halt aufs Eis tanzen, wenn es ihr zu gut geht und die alten großen Zivilisationen (Römer, Griechen, Inka) sind alle auf ihrem Höhepunkt kaputt gegangen. Wir sind auf dem besten Weg...
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am 28. September 2005
Das wichtigste Motto des Buches von Udo di Fabio ist für mich "Das Prinzip der Gegenseitigkeit; do ut des!": Nur wenn jeder einzelne bereit ist zu geben kann er auch Forderungen stellen. Dieses Prinzip wird in Staatssystemen, die sich immer mehr und weiter in die Privatsphären von Familien und Unternehmen einmischen, leider immer weiter zurückgedrängt. So kommt es, dass heute zuerst Forderungen gestellt werden, bevor die Leistung dazu erbracht ist, damit diese Forderungen auch begründet sind und vor allem, auch befriedigt werden können. Jeder verantwortliche Mensch und jedes verantwortliche Unternehmen muss zuerst Geld verdienen, bevor es Geld ausgeben kann. Dies sollte auch für jeden verantwortlichen Staat gelten.
Wichtig und erschreckend war für mich auch die Erkenntnis, dass ein Land ohne ausreichend Kinder, keine prosperierende Wirtschaft erwarten kann und damit seine Zukunft aufs Spiel setzt. Demnach stehen wir erst am Anfang der Globalisierung und müssen uns "warm anziehen" vor dem, was aus Asien und Osteuropa auf uns zukommt.
Ich denke, alle verantwortlichen Menschen, ob Politiker, Unternehmer oder "Normalbürger" sollten dieses Buch lesen, damit wir sehr bals in einer "Kultur der Freiheit" zu altem Glanz und zu alter Stärke zurück finden.
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am 18. Mai 2014
Ein hochinteressantes Buch. Udo Di Fabio ist ein erstklassiger Analytiker sozial-politischer Entwicklungen und Realzustände. Für Nichtjuristen ist seine Sprache manchmal etwas schwer zugänglich.
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am 29. August 2015
Eine exzellente Analyse - z. T. auch möglicher Therapien - der westlichen Gesellschaften, auch wenn sie schon 10 Jahre alt ist. Das lässt mit Spannung Di Fabios angekündigtes Buch "Schwankender Westen" erwarten.
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am 23. Februar 2016
Gibt viele Denkanstösse zu aktuellen Themen aus der Sicht eines Verfassungsrichters. Die Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff und die Einordnung von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie die Neuaufnahme des Begriffs " Bürger" oder "Citoyen" sowie die Bedeutung des gesunden Menschenverstands sind nachdenkenswert.
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am 17. Januar 2006
sagte Augustinus und so kommt er dem Gedanken des Autors schon recht nah. Gleichheit, das Prinzip der französischen Revolution ist die Beschränkung der Freiheit, die dazu gehört, doch eingegrenzt ist in der Beachtung des anderen. Beachtet man dieses Prinzip, ist nur eines sicher, nämlich im 'sich-sorgen' um sich selbst den anderen mit einzubeziehen, um letztendlich mit Marc Aurel zu sagen: "Vergeude nicht den Rest deines Lebens mit Gedanken über andere Menschen, wenn du dieses nicht im Blick auf das Gemeinwohl tust". Damit ist die Sozialisierung perfekt und der Gedanke, das Gemeinwohl zu priorisieren, trifft die Absicht di Fabios. Dieses umso mehr, da er wertkonservativ Familie und Kinder in den Vordergrund rückt, um den Bestand des Volkes zu gewährleisten. Arbeit und in Folge die hohe "Lebensfreude" als Ausgleich haben schon 1930 in Bertrand Russells Buch: „Die Eroberung des Glücks" als Argumentation für den geringen Kinderwunsch herhalten müssen. Schon Russell hat hergeleitet, dass die mangelnde Freude an sich, nicht die von außen bestimmte, dazu beiträgt, Zukunft durch Kinder zu vermeiden. Ratzinger erkennt hier eine besondere Angst an der Zukunft durch Kinderlosigkeit.
Der Integrationsgedanke und damit verbunden das Integrationsproblem wurde ebenso bei Russell wie bei di Fabio thematisiert und richtig beschrieben. Beiden ist als Botschaft klar, dass es ohne nicht geht, da Selbsterhalt mit diesen Voraussetzungen nicht machbar ist.
Di Fabio reiht sich ein in die Literatur der Miegels und Co. Feststellen muss man, dass insgesamt diese Beschreibung deutscher und globaler Wirklichkeit ein Unterfangen aller Zeiten jeden Ortes war. Allen zu Eigen sind die Lebenslust und die subjektive Zufriedenheit als Maßgabe im sozialen Kontext zu Gunsten des Gemeinwohls. Es freut, dass Epikur, Epiktet und andere unvergessen heute aktuell sind und die Ideen sich übertragen lassen auf die heutige Zeit. Es schmerzt, dass Erfahrungen vergangener Zeit nicht zum Handeln auf Grund von Erkenntnis herhalten können, sondern das der Wille zur Selbsterfahrung secondhand Erfahrungen gänzlich ablehnt. Wir leben in der "besten aller möglichen Welten", wenn man Leibniz heranholt. Und daran erkennen wir, dass das Übel der Welt dazugehört. Der Kampf gegen Vieles ist im Laufe der Zeit gewonnen, die Notwendigkeit, der Freiheit den Sinn eines kategorischen Imperativs zu geben, bietet trotz Aufklärung vielleicht noch Raum für Verbesserung.
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