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am 25. Februar 2006
Ein faszinierendes Buch, das eine sensationelle archäologische Entdeckung miterleben läßt: die Wurzeln unserer heutigen Zivilisation. Dem Autoren gelingt es, anschaulich zu machen, wie scheinbar feststehende archäologische Erkenntnisse durch neue Funde umgestoßen werden, wie sich die Wissenschaftler Schritt für Schritt zu neuen Erkenntnissen vorantasten. Zugleich macht Klaus Schmidt deutlich: Vieles der rätselhaften Kultur der Steinzeitjäger wird uns wohl für immer verborgen bleiben. Gut ist es daher auch, daß sich der Autor gegen ungesicherte Spekulationen und phantasievolle Interpretationen wehrt, sondern streng sachlich bei der Beschreibung der gefundenen Objekte bleibt und höchstens die eine oder andere vorsichtige Überlegung anschließt, was hinter den steinernen Zeugnissen gesteckt haben mag. Klaus Schmidt ist es gelungen, eine lebendige, manchmal fast poetische Sprache zu finden, so daß das Buch alles andere ist als ein trockener Grabungsbericht.
Nur: nicht immer traut es der Wissenschaftler seinen Lesern so richtig zu, ihm folgen zu können, z.B. wenn er schreibt, er wolle seine Leser "so behutsam wie möglich" mit seinem Thema vertraut machen. Warum so "großväterlich", so "gönnerhaft"? Schließlich will ich als Käufer und Leser des Buches ernstgenommen werden und nicht indirekt gesagt kriegen, daß ich doch keine Ahnung habe. Aber ich glaube, ich habe das Buch trotzdem begriffen.
Noch etwas Positives, leider nicht immer selbstverständlich: Das hervorragende Lektorat. Mir sind nur zwei Druckfehler und einmal eine Doppelung in einer Bildunterschrift aufgefallen. Dazu noch die althergebrachte Rechtschreibung - mehr kann man kaum verlangen. Nur hätte ich mir gewünscht, daß der Text öfter die Abbildungen benannt hätte, auf die er sich bezieht. Auch Querverweise im Text wären hilfreich gewesen, z.B. wenn der Autor auf S. 217 eine Reliefschale nennt, die auf S. 80 abgebildet ist. Nach über hundert Seiten und zwei Abenden dazwischen mußte ich dann doch erst ein wenig nachgrübeln, zumal die vielen für unsereiner Ohren ungewohnten Ortsnamen doch etwas verwirrend sind. Und ich hätte noch gern gewußt, ob und wie ich Göbekli Tepe selber besuchen kann.
Alles in allem: Ein spannendes Buch mit neuen Erkenntnissen und noch mehr neuen Fragen. Ich bin neugierig geworden, was die Archäologen noch herausfinden werden über die Welt der Steinzeitjäger, die schließlich seßhaft geworden sind.
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am 27. Februar 2009
Wurden die Menschen aus religiösen Gründen sesshaft? Dieser Gedanke liegt nahe, wenn man Schmidts Buch liest. Er selbst behauptet das aber nicht apodiktisch, sondern interpretiert die Funde von Göbekli Tepe, an denen er zum großen Teil selbst beteiligt war, sehr behutsam. Überhaupt ist sein Buch geprägt von einer wohltuenden Seriosität, wenn man es mit anderen Werken vergleicht, etwa "Warum die Menschen sesshaft wurden". Dort etwa spekuliert ein (im Grunde fachfremder) Evolutionsbiologe trotz kaum vorhandener Beweislage einfach mal munter drauf los, dass sich die Menschen niederließen, um Bier brauen und besser dem Rausch frönen zu können. Von solch völlig losgelösten Thesendreschern unterscheidet sich der Experte Schmidt grundlegend. Trotz des wissenschaftlichen Anspruchs ist sein Buch aber auch für den Laien sehr verständlich und gut formuliert geschrieben. Schmidt führt eine Menge Fachbegriffe ein, erklärt aber jeden einzelnen davon direkt im Anschluss. Ein Rezensent hat das kritisiert, ich hingegen finde das gerade gut: Es hat nichts mit Angeberei zu tun. Man kann sowieso davon ausgehen, dass Schmidt das Fachvokabular drauf hat. Das muss so ein Kenner nicht beweisen, aber er bringt es auf unangestrengte Weise dem Leser bei. Der kann davon bei weiterer Lektüre profitieren, denn nicht alle Autoren lassen sich freundlicherweise dazu herab, einem Laienpublikum die Fachtermini persönlich zu erschließen.
Das Buch kommt übrigens auch mit einem netten kleinen Accessoire: einem Lesezeichen, auf dem die Urgeschichte tabellarisch aufgeführt ist. Da kann man zwischendurch immer mal wieder spicken, auch wenn Schmidt sich im Text große Mühe gibt, dem Leser zu erklären, von welchem Zeitabschnitt er gerade schreibt.
Vielleicht findet mancher die detaillierte Beschreibung der Fundlage(n) zu minutiös. Ich fand sie ganz interessant, da Schmidt erstens gut schreibt und mir zweitens seine Sorgfalt gefällt, den Leser wirklich akkurat ins Bild zu setzen. Ebenso schätze ich seine vorsichtigen Schlussfolgerungen. Man hat nicht das Gefühl, da will wieder mal ein eitler Autor mit flamboyanten, möglichst originellen Ideen überraschen, sondern da ist ein echter Wissenschaftler am Werk, der sich ans Faktische hält und (sich und dem Leser) Raum lässt für künftige Entdeckungen.
Für Einsteiger, die nur mal eben so einen lockeren Überblick über die Urgeschichte gewinnen wollen, vielleicht nicht das ideale Erstbuch. Für die, die sich mit der Prähistorie schon ein bisschen beschäftigt haben, aber eine absolut empfehlenswerte Lektüre.
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am 30. Dezember 2006
Klaus Schmidt ist Wissenschaftler durch und durch, Privatdozent für das Deutsche Archäologische Institut und Leiter der Ausgrabungen am Göbekli Tepe, Anatolien (Türkei), die die bisher ältesten Tempelbauten der Menschheit zutage förderten: "Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger", wie er es nennt. Und dieses Buch berichtet von diesen Ausgrabungen, von seinen Anfängen vor 10 Jahren bis heute, in einem Stil zwischen Wissenschaft und Allgemeinverständnis. Beidem wird er dadurch sicher nicht immer gerecht.

Das Buch ist gegliedert in zwei große Themen: Zum einen behandelt es die einzelnen Ausgrabungsabschnitte, ihre Funde und daraus resultierende Theorien, zum anderen aber - und das macht vermutlich den Wert für den interessierten Laien aus - setzt Schmidt seine Funde in das seit Jahrzehnten bestehende Wissen ein. Bisher sicher geglaubte Erkenntnisse der Menschheitsgeschichte in Alt- und Mittelsteinzeit werden angezweifelt. Es wird die These aufgestellt, dass nicht das Aussterben des Großwildes zur Sesshaftwerdung des Menschen führte, sondern weil sie begannen, Tempel zu bauen.

Schmidts Stil reißt mit, wenn er Theorien aufstellt (was er sich zwei Sätze später selbst verbietet), und lässt den Kopf schütteln, wenn er pausenlos Fachbegriffe verwendet und die verständliche Formulierung in Klammern setzt oder umgekehrt, als müsse er den Fachleuten beweisen, dass er es kann. Seine Verweise zu den Bildern sind mitunter etwas verwirrend und die Bilder nicht immer so aussagekräftig, wie man es sich wünscht - und doch ist es ein empfehlenswertes Buch für interessierte Laien.
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am 30. August 2007
Dem Team um Klaus Schmidt sind auf dem Göbekli Tepe beachtliche Funde gelungen. Daher konnte die nun vorliegende Publikation eigentlich gar nicht schief gehen; das Faszinosum des steinzeitlichen Heiligtums liegt in seiner Stellung am Übergang zur sesshaften Lebensweise des Menschen sowie in der vielfältigen Bilderwelt des neolithischen Menschen, die am Göbekli Tepe vor Augen tritt. Das Buch ist als Vorbericht zu seit 10 Jahren andauernden Grabungen zu betrachten, dabei ist der Text ist nie zu trocken, gleichwohl stets seriös mit aller gebotenen Vorsicht formuliert, bewegt sich Schmidt doch vielfach auf wissenschaftlichem Neuland und kann, anders als klassische Archäologen oder Ägyptologen, nicht auf eine schriftliche Überlieferung zurückgreifen, um seine Funde in kulturelle Zusammenhänge einzuordnen. Er versucht jedoch bisweilen, einen Bogen zur sehr viel späteren Überlieferung der altorientalischen Hochkulturen zu spannen.
Inhalt und Stil des Buches reißen mit. Schmidt versucht einen Mittelweg zwischen allgemein verständlicher Einführung und wissenschaftlichem Vorbericht zu gehen, was ihm erstaunlich gut gelingt. Auf fast 100 Seiten geht es zunächst um Forschungsgeschichte und vergleichbare Fundplätze, dann folgen weitere 100 Seiten mit ausführlicher Beschreibung der Funde und Befunde vom Göbekli Tepe - deutlich wird auch, wie viel bis heute noch nicht ausgegraben ist. Schließlich werden auf gut 70 Seiten Deutungsversuche geboten. Immer macht Schmidt dabei deutlich, wo er Hypothesen und wo er Fakten bringt. Den Wissenschaftler mag ein wenig der bisweilen romanhafte Ton befremden, wenn die Entdeckung des Hügels in fast autobiographischer Schilderung in der ich-Perspektive dargestellt wird. Störend sind zudem die fehlenden Verweise auf die Abbildungen, so dass man im zweiten Abschnitt ständig, auf der Suche nach den erläuternden Plänen und Zeichnungen alleingelassen, das Buch durchblättern muss.
Dennoch ist es Schmidts großes Verdienst, sich trotz vieler unsicherer Deutungen oder ungeklärter Fragen zu dieser Publikation entschlossen zu haben und nicht zu warten, bis er vielleicht irgendwann einmal alle sich stellenden Fragen beantworten kann. So liegt am Ende ein erstaunlich "rundes" Buch für Leser mit ganz verschiedenen Interessen vor, das einen faszinierenden Fundplatz wissenschaftlich seriös und dennoch packend vorstellt. Damit zeigt der Verfasser, dass Seriosität und Spannung keinen Widerspruch bilden müssen.
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am 14. August 2015
Es handelt sich um ein Seccond-Hand Einkauf, weshalb ich lediglich den Zustand des Bandes bewerte. (Das Buch bedarf keiner Bewertung: es ist ohnehin das einzig vorahndene wissenschaftliche zu dem Thema.)
Der Band war in tadellosem Zustand!
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am 20. Juni 2007
Klaus Schmidt, Archäologe bei den Ausgrabungen zum Göbekli Tepe, hat mit diesem Buch einen spannenden Bericht verfasst. Das Ganze lässt sich wie ein Roman lesen und vermittelt nicht die übliche Trockenheit von Fachbegriffen bzw. dem sturem Herunterzählen von Befunden.
Sehr zu empfehlen, auch für Neulinge und Leser ohne Vorwissen!!
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am 10. November 2007
Faszinierend, was diese Steinzeitjäger weit vor der Entstehung der ägyptischen Kultur zustande gebracht haben. Wir denken immer, wir Menschen der Neuzeit sind so weit entwickelt ...

Nachdem wir uns in letzter Zeit so viel Gedanken wegen der Veränderung des Klimas machen, ist die Beschreibung, was alles in diesem Gebiet wuchs und lebte sehr faszinierend. Dieses Gebiet wirkt heutzutage sehr karg. Es ist das Zeugnis einer Erde, die sich ständig im Wandel befindet.

So sehr es zu schätzen ist, dass er Fachsprache und Ausdrücke gebraucht, die für Jedermann verständlich sind, so sehr gerät er dadurch manchmal in viel zu lange Sätze und Abschnitte, die die Ausdauer des Lesers hart testen. Einige seiner Beschreibungen hätte er in der Hälfte der Paragraphenlänge einpacken können.

Aber Klaus Schmidt schafft es trotzdem, den Leser bis zuletzt zu faszinieren. Ein sehr interessantes Buch für Leser, die mehr über die Ursprünge unserer Kultur erfahren wollen.
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