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71 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die Kultur-Klima Wechselwirkung, 8. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Wolfgang Behringer ist Historiker und führt den Leser auf eine Reise durch die Geschichte der Menschheit, von den eiszeitlichen Jägern über die Antike, das Mittelalter bis hin zur Gegenwart. Das Besondere: immer unter dem Aspekt des Klimas.

Bücher zum Thema Klima stützen sich in der Regel vorwiegend auf naturwissenschaftlich gewonnene Daten, wie z.B:
- Sedimente
- Eisbohrkerne
- Dendrochronologie

Dahingegen nutzen Geschichtsbücher als Quellen meist nur menschliches Schrifttum, welches im Falle des Klimas erst seit dem Mittelalter in brauchbarem Umfang zur Verfügung steht.
Behringer kombiniert beide Sorten von "Archiven".

Im Laufe der Betrachtungen stellt sich immer wieder heraus: Das Klima ist eine einzige Katastrophe! Ob es wärmer, kälter, trockener oder feuchter wird, immer stehen perfekt angepasste menschliche Gesellschaften vor grossen Herausforderungen. Das Austrocknen der Sahara zur Zeit des sehr warmen Atlantikums zum Beispiel führt mit der Konzentration der Menschen im Niltal erst zum Aufstieg Ägyptens, bevor eine weitere Dürre dem alten Reich den Garaus macht. Dann wird es wieder feuchter, so dass Nordafrika zur Kornkammer des römischen Reiches werden kann. Als diese dann trocken fällt, beschleunigt das den Untergang des weströmischen Reiches. Das Wärmemaximum des Hochmittelalters korreliert dann mit der Entstehung der ersten Hochkulturen in Mittel- und Nordeuropa. Mit Beginn der "kleinen Eiszeit" im 14.Jhdt kommt es zu vermehrt zu Missernten, bei denen die Sekundäreffekte (religiöse Verfolgungen, Krieg und Pest) weit gravierender sind als die eigentliche Klimaverschlechterung. Erst als religiöse Schuldzuweisungen von aufgeklärtem Denken abgelöst werden, geht es -trotz anhaltend schlechten Klimas- wieder aufwärts.

FAZIT: Nie hat es ein echt stabiles Klima gegeben, so dass es gerechtfertigt erscheint, den zum Unwort gewordenen Begriff "Klimawandel" fast inflationär benutzen zu dürfen.

Im letzten Kapitel geht es dann um das Modethema "anthropogener Klimawandel". Hier liegt m.E. eine kleine Schwachstelle, da manchmal nicht ganz klar wird, ob der Autor die wohlbekannten gängigen Klima-Apokalypsen eher unter der Kategorie "religiöse Schuldzuweisung" oder als Beispiel für "aufgeklärtes Handeln zum Wohle der Menschheit" ansieht.

Überhaupt erhebt das Buch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit. So stimmt z.B. weder der physikalische Zusammenhang der Strahlungsbilanz der Erde (S.29), noch der volkswirtschaftliche Zusammenhand zwischen Getreidepreisen und Nachfrage (S.149).
Im ersten Fall reicht der Energieerhaltungssatz bei weitem nicht zur Lösung der Gleichungen, sondern es muss -mit vielen Annahmen!- modelliert werden (daraus resultiert ja die Kontroverse). Im zweiten Fall (Brotpreis in Silber) ist nicht von Belang, ob die Bevölkerung schneller wächst als die Getreideproduktion, sondern, ob die Silbermenge schneller wächst als die Getreideproduktion. (Und das tat sie seit ca. 1500, als die Kulturen Südamerikas von den Spaniern geplündert wurden).

Aber darum geht es im Buch auch gar nicht. Es geht um die Kultur als Instrument zur Anpassungsfähigkeit an unsere Umwelt. Klimawandel anthropogen oder nicht: entscheidend ist, was wir daraus machen!

Das Buch ist gut recherchiert, nett aufgemacht und beleuchtet das Thema von vielen Seiten. Es ist jeden seiner ca. 20 Euro wert!
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fakten statt Alarmismus, 17. Oktober 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Im Gegensatz zum internationalen Sprachgebrauch, der Begriffe wie "climate change" und "global warming" umfasst, faseln wir Deutsche gerne von der "Klimakatastrophe". Der Historiker Wolfgang Behringer lässt den von Medien und Wissenschaftsastrologen (welche noch in den 1970er Jahren vor einer Abkühlung gewarnt hatten) verbreiteten Alarmismus beiseite und beleuchtet in seiner "Kulturgeschichte des Klimas" die Fakten vom Treibhauseffekt des Archaikums (ca. 3,8 - 2,5 Milliarden Jahre), der erst die Voraussetzungen für das Leben auf der Erde schuf, bis zur gegenwärtigen globalen Erwärmung, die sich jedoch immer noch innerhalb einer Eiszeitperiode abspielt.

Das Klima befand sich in dieser unvorstellbar langen Periode nie in einem Gleichgewichtszustand. Die Extreme schwankten zwischen Treibhausklima und kompletter Vereisung des Erdballs. In der Erdgeschichte sind fünf große Massenaussterben bekannt. Das verheerendste war die Permkatastrophe, der etwa 75 - 95% der marinen Tierarten und ein großer Teil der Landlebewesen zum Opfer fielen.

Auch die relativ kurze Kulturgeschichte der Menschheit wurde von klimatischen Veränderungen beeinflusst. Die globale Erwärmung des Holozäns ermöglichte erst die Herausbildung menschlicher Hochkulturen und den Übergang von der halbnomadischen Jäger- und Sammlerkultur zur Sesshaftigkeit mit Viehhaltung und Ackerbau. Klimatische Schwankungen führten jedoch immer wieder zu Aufstieg und Niedergang von Zivilisationen wie in Ägypten und Mesopotamien.

Selbst die letzten beiden Jahrtausende waren von klimatischen Einflüssen geprägt. Die Blütezeit des Römischen Reiches fiel mit der Erwärmung vom 1. Jahrhundert bis etwa 400 n. Chr. zusammen. Die Nordausdehnung des Reiches war nur deshalb möglich, weil durch das Abschmelzen der Gletscher die Alpenübergänge ganzjährig passierbar waren. Zur gleichen Zeit entstand das erste chinesische Großreich. Ein ähnliches Klimaoptimum wurde erst wieder während der Mittelalterlichen Warmzeit erreicht, in der Grönland (Grünland) besiedelt wurde. Von dort aus wurde der amerikanische Kontinent erstmals entdeckt. Die Baumgrenze stieg in den Alpen bis auf über 2000 Meter, und Wein wurde in Pommern, Ostpreußen, Südschottland und Norwegen angebaut.

Die "Kleine Eiszeit" setzte im 14. Jahrhundert ein und führte in den folgenden Jahrhunderten zu Missernten, Hunger und Krankheiten, wofür zunächst "Hexen" verantwortlich gemacht wurden. Jenseits aller religiösen Wahnvorstellungen bewirkte die Anpassung an die neuen Lebensbedingungen schließlich einen rationaleren Umgang mit der Krisenbewältigung. Es entstanden staatliche Strukturen, die modernen Naturwissenschaften, technische Entwicklungen und ein weltumspannendes Wirtschaftssystem.

Die gegenwärtigen klimatischen Verhältnisse liegen noch unter den Klimaoptima der Antike und des Mittelalters. Gemessen am Paläoklima, das meist sehr viel wärmer als heute war, leben wir jetzt noch in einer Eiszeitperiode. Dass es anthropogene Ursachen für die momentane Erwärmung gibt, schließt Behringer zwar nicht aus, folgert allerdings, dass eine sofortige Verhaltensänderung oder die Suche nach Sündenböcken den Klimawandel nicht aufhält. Tatsache ist auch, dass die CO2-Konzentrationen ohne menschliche Einflüsse in der Erdgeschichte erheblich schwankten und die Kurven für Temperatur und Kohlendioxydgehalt der Atmosphäre nicht einfach parallel verliefen, obwohl deren Zusammenhang zum klimatologischen Dogma erklärt wurde. Selbst dann bleibt die Frage, ob die veränderten CO2-Konzentrationen Ursache für die veränderten Temperaturen sind oder umgekehrt - oder ob beide von einem dritten, noch unbekannten Vorgang gesteuert werden.

Es bleibt zu hoffen, dass sich - wie im Verlauf der "Kleinen Eiszeit" - die Vernunft gegen den pseudoreligiösen und politisch-ideologischen Alarmismus durchsetzt. Die Suche nach Schuldigen und Sündenböcken als moderne "Hexen" hilft nicht weiter. Gefragt ist eine flexible Anpassung an den ständigen Klimawandel, der auch ohne menschliches Zutun stattfand und in Zukunft immer stattfinden wird, und die Erkenntnis, dass die gegenwärtige Erwärmung nicht nur Risiken sondern auch Chancen birgt. Dafür leistet dieses Buch einen wichtigen Beitrag.
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53 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nie war das Reden über das Wetter spannender, 15. Februar 2008
Von 
M. Wolf (Stechlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Empfohlen wurde mir das Buch unter der Prämisse, dass 'endlich mal jemand die Lüge vom Menschen gemachten Klimawandel widerlegt'.
Aber das ist nicht das Thema des Buches.
Der Saarbrücker Historiker Behringer weist spannend wie ein Krimi nach, dass es das 'natürliche Gleichgewicht' der Erde nie gab, dass es immer Klimaschwankungen gegeben hat und dass auf globale Katastrophen wie das Aussterben der Saurier eine neue Blüte des Lebens folgte.

Eine Hommage an das Leben!

Auch die Kulturgeschichte wird unter klimatischen Gesichtspunkten betrachtet. Große Reiche entstehen und gehen unter in Zeiten des Klimawechsels.
Dass die heutige Klimaerwärmung menschengemacht sein könnte, streitet B. nicht ab.
Dass verantwortlicher Umgang mit Ressourcen geübt werden muss, streitet er nicht ab.
Dass der Klimawandel eine Katastrophe sei, das streitet er ab.

Köstlich sind seine Vergleiche mit den Panikmachereien der 60-ger Jahre, als man noch von einer globalen Eiszeit ausging. Man wollte doch tatsächlich die arktischen Gebiete mit schwarzen Folien abdecken und mehr CO² in die Luft blasen, um die Kälte zu stoppen.
30 Jahre später werden ähnlich absurde Maßnahmen vorgeschlagen ' nur in umgekehrter Richtung!

Was habe ich gelernt?
U.a. dass die jüngste Eiszeit eigentlich ganz gemütlich war, kalt aber mit stabilen Hochdrucklagen, wenig Stürmen und selten extremen Temperaturen.
Dass jede Warmzeit (in der Antike und im hohen Mittelalter) zur kulturellen Blüte führte, auch wenn manche Gebiete (die Sahara) unbewohnbar wurden.
Dass die kleine Eiszeit in der Neuzeit schreckliche Folgen hatte (Hungersnöte, Pest und Krieg, siehe Lieder von Paul Gerhard), aber die Menschen auch zu großartigen Innovationen bewegt hat.
Dass alle jammern, wie viele Arten der Klimawandel koste (die schönen Eisbären, die aber auch keiner im Garten will!), aber niemand von einer neuen Artenvielfalt redet, die dorthin zurückkehrt, wo sie vor 1000 Jahren schon mal war.
Grönland war ein grünes Land und in Dänemark hat man guten Wein produziert.
Der Klimawandel ist eine Frage des Blickwinkels, Artenschutz ist nicht selten purer Konservativismus: Alles soll bleiben wie es ist.
War es aber nie.
B. bleibt immer wissenschaftlich misstrauisch seinen eigenen Analysen gegenüber, getreu dem Motto: Meine Aussagen gelten nur, bis das Gegenteil erwiesen wurde, und daran arbeite ich hart.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine positive Botschaft als bittere Pille für Apokalyptiker, 16. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Eines der gravierendsten Probleme der menschlichen Urteilskraft liegt in der zeitlichen Beschränkung ihres geistigen Horizonts, der meistens nur wenige Jahrzehnte zurückreicht und dazu neigt, die Vergangenheit als "die gute alte Zeit"zu verklären. Nirgendwo wird dieses Manko deutlicher als in der aktuellen Klimadebatte. Ungewohnte Hitzesommer und milde Winter ohne Schnee verunsichern die Menschen, deren Eindruck durch reißerische Presseberichte über Monate mit Rekordtemperaturen verstärkt wird. Die veröffentlichte Meinung hat sich dabei einseitig auf den Menschen als Verursacher dieser Klimaveränderung festgelegt, die angeblich unsere ganze Zivilisation zu vernichten droht, wenn ihr nicht mit einschneidenden Maßnahmen gegengesteuert wird.

Da der Kern der Debatte, ob die Klimaveränderung anthropogenen Ursprungs ist oder nicht, für die meisten naturwissenschaftlichen Laien unentscheidbar ist, hilft ein Rückblick in die Geschichte des Klimas. An dieser Aufgabe versuchte sich der Historiker Wolfgang Behringer, der in seiner "Kulturgeschichte des Klimas - Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung" untersucht, wie sich das Klima auf der Erde entwickelte und dabei den Verlauf der Menschheitsgeschichte beeinflusste.

Verblüfft nimmt der Leser zur Kenntnis, dass es weder einen konstanten Klimaverlauf gab, noch einen dynamischen Pendeln um einen bestimmten Durchschnittswert herum. Perioden mit eisfreien Polkappen wechselten mit Eiszeiten ab. Auf Klimaoptima folgten -pessima. Und all diese Phasen waren nicht frei von extremen Ausschlägen. Ein Referenzwert für ein "normales" Klima lässt sich dabei nicht ausmachen. Behringer hält sich nicht lange mit der Erörterung der naturwissenschaftlichen Ursachen dieses Wandels auf, sondern zeigt auf, wie er sich auf die menschliche Zivilisation ausgewirkt hat. Es ist erstaunlich, wie fast jedem historischen Epochenwechsel ein Klimawandel vorausging, so wie beispielsweise beim Übergang von der Jagd- und Sammlerkultur der Mittleren Steinzeit zur Ackerbaukultur der Jungsteinzeit oder von der Bronze- zur Eisenzeit. Aber den Schwerpunkt des betrachteten Zeitrahmens legt Behringer auf die in den Beginn der Neuzeit fallende Kleine Eiszeit, die Europa vor gewaltige Herausforderungen stellte. Ihre Auswirkungen führt Behringer dem Leser nachfühlbar vor Augen, indem er die Auswirkungen des nassen, kalten Wetters und der eisigen Winter bis in die menschliche Psyche hinein nachgeht. Die Kleine Eiszeit markiert für Behringer die europäische Abwendung vom religiösen Irrationalismus, der Hexen oder die Strafe Gottes für wetterbedingte Missernten verantwortlich machte, durch an der Vernunft orientierten Lösungen, an deren Ende die Industrielle Revolution stand. Erst ab hier wurde der Mensch dank der Technik unabhängig von den unberechenbaren Launen des Klimas.

Ohne sich auf eine bestimmte Ursache für den Klimawandel festzulegen, geht Behringer in seinen Schlussbetrachtungen mit den Alarmisten und ihren Prognosen, die sich oft als unzutreffend herausstellten, hart ins Gericht: "Was heute wahr erscheint, ist morgen Schnee von gestern." Ebenso kritisiert er die einseitige Festlegung der Klimaforschung auf das Kohlendioxid als maßgeblichen Verursacher der Erwärmung und fragt spitz: "Wenn der CO2-Anteil der Atmosphäre die Temperatur bestimmt und der vorindustrielle CO2-Anteil konstant bei 280 ppm lag, woher kamen dann die Temperaturschwankungen des letzten Jahrtausends? Ist die Hypothese falsch? Sind die Messdaten falsch? Oder wurde nur die Statistik gefälscht, um den Klimawandel zu dramatisieren?"

Statt der absurden Vorschläge zur Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen empfiehlt er Gelassenheit und eine pragmatische Anpassung an den Klimawandel, der ohnehin unvermeidbar sei. "Die Welt wird nicht untergehen", so Behringers positive Botschaft, die auf manchen mit apokalyptischen Szenarien aufwartenden Klimaforscher wie eine bittere Pille wirken muss.

Es ist zu hoffen, dass dieses Buch eine möglichst breite Verbreitung findet, um die feste Phalanx der Alarmisten zu durchbrechen. Wer auch als Laie eine sichere Grundlage in der Klimadebatte haben will, sollte unbedingt zu Behringers Werk greifen. Danach kann er die nächsten Schreckensmeldungen der "falschen Propheten und moralischen Unternehmer", die aus einer herbeigeredeten Klimakrise Kapital zu schlagen versuchen, beruhigter angehen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle Klimadiskutanden, 11. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Es muß für den Autor Wolfgang Behringer wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein, als der Weltklimarat IPCC die beiden Klimaanomalien der Mittelalterlichen Wärmeperiode (9.-14. Jh.)und der darauf folgenden Kleinen Eiszeit (15.-19. Jh.) nach und nach von 1990 bis 2001 aus seinen Klimakurven tilgte und schließlich nur noch die berühmt-berüchtigte (inzwischen diskreditierte) Hockeystick-Kurve im Programm hatte. Durch seine Forschung hatte Behringer nämlich Zugang zu unzähligen historischen Details, die zusammengenommen einen eindrucksvollen Beweis der Existenz beider Klimaextreme abgeben. Die Existenz von historischen Temperaturschwankungen bei gleichzeitig stablilem Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist dabei Auslöser für die Frage, wie wohl das wirkliche Verhältnis von anthropogener zu natürlicher Steuerung des aktuellen Temperaturanstiegs sein könnte. Mit Ausnahme von ein paar Zeilen in der Einleitung sowie dem Epilog hält sich jedoch der Autor aus der aktuellen Klimawandel-Diskussion weitgehend heraus und beschränkt sich auf die solide und eindrucksvolle Schilderung der historischen Klimaschwankungen der letzten paar Tausend Jahre. Lediglich in ein paar Abbildungen (z.B. 40 & 44) blitzt nochmal kurz Widerstand gegen die IPCC-"Konsensmeinung" auf, ansonsten hält sich der Autor weitgehend dezent (und vielleicht klug?) zurück und läßt die Fakten sprechen.

Nach einer kurzen Einleitung beginnt das Buch mit der knappen Schilderung des Klimas der letzten paar hundert Millionen Jahre. Dann jedoch geht es schnell ins Holozän, also die letzten 12.000 Jahre. Es ist dies die Endphase der letzten Eiszeit sowie vor allem die nacheiszeitliche Erwärmung. Ein erster für mich sehr interessanter Punkt ist eine kurze Rückkehr eiszeitlicher Bedingungen (Jüngere Dryaszeit) während der allgemeinen Erwärmungsphase. Ein Beweis dafür, dass das Klima sich unter bestimmten Voraussetzungen sehr abrupt ändern kann. Vor 8000 Jahren dann das holozäne Klimaoptimum, wo es deutlich wärmer war als heute. Und all das bei relativ geringem CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Der Autor schildert wie die Entwicklung von Zivilisationen oft an das Klima gekoppelt war. Fortschritte wurden überwiegend innerhalb von Wärmephasen erzielt.

So arbeitet sich Behringer allmählich durch die ständigen Klimawechsel der letzten paar tausend Jahre vor. Es gibt vieles Interessantes zu lernen. Manchmal verliebt sich der Autor jedoch so ins Detail, dass man sich ab und an beim Querlesen ertappt. Aber schon wenig später ist man dann wieder voll dabei. Bemerkenswert ist das Kapitel "Klimadeutung als neue Religion" wo Behringer den Klima-Alarmismus anprangert und einen Vergleich mit der Sündenökonomie des Spätmittelalters anstellt.

Das Buch ist all denjenigen wärmstens zu empfehlen, die sich ein eigenes, Fakten-belegtes Bild zur natürlichen Klima-Variabilität der letzten paar Tausend Jahre machen möchten. Etliche Aha-Erlebnisse sind garantiert. Nach der Lektüre wird man das aktuelle Klimageschehen sehr viel differenzierter sehen und die dazugehörige Diskussion vermutlich mit etwas kritischeren Augen verfolgen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut zu lesen, 1. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Was kann man von einem vollbärtigen Professor zu diesem Thema erwarten? Eine ganze Menge!
Wenn er die Kulturgeschichte der Menschheit vorbeirauschen lässt und die Hintergründe verschiedener geschichtlicher Entwicklingen nicht politisch, ökonomisch oder sozial, sondern klimatisch herleitet, dann kratzt man sich am Kopf und fragt sich, wieso die vielen Historiker, die all die Geschichtsbücher geschrieben haben, offenbar keine Ahnung vom Klima hatten oder es nicht wichtig fanden. Teilweise erscheint es so, als müsste die Menschheitsgeschichte zumindest in Teilen neu geschrieben werden. Dieser erste Teil des Buches ist unglaublich stark, zeigt er doch die Kulturen und Menschen auf der ständigen Suche nach optimalen Lebensbedingungen, gekoppelt an ein sich stets wandelndes Klima, dass als gegeben hingenommen werden musste.
Im hinteren Teil des Buches, wo es um den aktuellen "Klimawandel" und seine Folgen geht, wird der vollbärtige Professor leider etwas übermütig und daher auch etwas ungenau: Politische, wirtschaftliche oder soziale Kräfte als Antrieb der aktuellen Klimadiskussion werden leider ignoriert. Er beschränkt sich auf die Relativierung der aktuellen Beobachtungen vor den historischen Fakten. Wurde die Frz. Revolution noch mit Getreidepreisen vor dem Hintergrund einer Kälteperiode statt mit politischen Ideen hergeleitet, findet der Autor zum Ablasshandel mit CO2 Zertifikaten heutiger Tage keine passenden Worte. Nichts über die durch den aktuellen "Klimaschutz" ausgelösten Geldströme und Machtverschiebungen innerhalb der Kulturen und politischen Systeme unserer Zeit. Hier bleibt der Autor hinter seinen Möglichkeiten weit zurück. Und es offenbart sich erneut das große Dilemma der Klimadiskussion: Eine Annäherung eines Wissenschaftlers aus einem einzigen Fachgebiet (egal welchem) liefert immer leicht neue Aspekte zum Staunen, aber leider praktisch nie ein disziplin-übergreifendes Verständnis aktueller Vorgänge. Dennoch ein sehr lesenswertes Buch, solange es nicht das einzige zum Thema bleibt.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klima ist mehr als Tagespolitik, 5. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Obgleich schon andere Rezensenten Treffendes zu dem Buch von W.Behringer gesagt haben, möchte ich hier noch ein paar Zeilen hinzufügen, da ich den Eindruck habe, dass es dieses Buch wirklich verdient, gelesen zu werden. Wenn man als 'Normalmensch' --sprich man ist kein Klimaexperte-- dem heutigen Bombardement an Schlagzeilen und politischen Verlautbarungen zum Thema Klima ausgesetzt ist, dann kann sehr wohl Verwirrung oder gar Panik aufkommen, sofern man nicht einfach 'abschaltet', sprich das Thema verdrängt. Eine Lektüre des Buhces von B. kann hier sehr wohltuend wirken. Er erklärt einführend auf gut verständliche Art, wie die Klimatologen überhaupt zu ihren Daten kommen. Und schon bald eröffnet sich dem Leser das Bild einer weiten Landschaft von vielen Millionen und gar Miliarden Jahren, in der die heutige Diskussion ihren Platz ganz neu findet: die Veränderungen die wir heute feststellen sind real, aber sie sind --verglichen mit dem, was die Erde an Veränderungen schon erlebt hat-- keinesfalls ausserordentlich; vor dem Hintergrund der Geschichte des Klimas sind sie eigentlich 'normal'. Was die klimatischen Veränderungen heute so 'ungemütlich' machen ist allerdings die Tatsache, dass sich seit ein paar tausend Jahren die heutigen Menschen in einer Weise auf der Erde ausgebreitet und eingerichtet haben, dass schon kleine klimatische Änderungen für menschliche Verhältnisse grosse --wenn nicht gar dramatische-- Wirkungen zeitigen können. B. zeigt in seinem Buch auf spannende Weise, wie das Klima Menschheitsgeschichte schon immer nachhaltig beeinflusst hat, Zusammenbrüche ganzer Kulturen eingeschlossen. Damit soll das Problem des Klimawandels --der als solcher nicht in Frage steht-- nicht verharmlost werden. Aber die Darstellungen von B. können doch helfen, das Problem in einen grösseren Zusammenhang einzuordnen. Natürlich ist die Existenz von Menschen in komplexen Gesellschaften ein völlig neuer Faktor im Kontext der Klimageschichte; dies sowohl als wirkender Faktor, der das Klima mitverändert (das wird im Buch auch sehr klar), wie auch als neuer Bezugspunkt, auf den hin die Änderungen aus Sicht der Menschheit eine neue Qualität bekommen. Wenn zu früheren Zeiten immer wieder mal 60 - 90% aller Arten aufgrund von Vorgängen auf der Erdoberfläche und in der Atmosphäre ausgestorben sind, sind dies Dramen der Vergangenheit. Doch wenn wir als Menschen aus unserer engen anthropogenen Perspektive mit solchen Vorgängen in Berührung kommen, ist dies unsere eigene Existenz. Die Relativierung der heutigen 'kleinen' klimatischen Veränderungen ist also eine Sache, die darin dennoch enthaltene mögliche Bedrohung menschlicher Gesellschaften heute und in der Zukunft eine andere. Auch diese Überlegungen finden sich in dem sehr, sehr lesenswerten Buch von B.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Thema mit viel Potential, 20. August 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Wolfgang Behringer hat mit der "Kulturgeschichte des Klimas" ein lesenswertes Buch vorgelegt. Der Versuch in einer Monographie den Zusammenhang zwischen der kulturellen Entwicklung der Menschheit und der des Klimas herauszuarbeiten ist interessant wie notwendig. Der Autor schafft es an vielen Stellen diesen Zusammenhang überzeugend herzustellen.

Der Leser fragt sich allerdings häufig, wie konkret er sich diesen Zusammenhang denn vorzustellen hat. Zu oft beschränkt sich der Autor darauf, eine zeitliche Korrelation zwischen Klima- und historischen Ereignissen zu rekapitulieren. Oft schränkt er ein, dass es natürlich auch anderer Ursachen bedarf, um geschichtliche Entwicklungen vollständig zu erklären. An anderen Stellen scheint er die Auswirkungen des Klimas dann wieder als entscheidend zu betrachten. Besonders verwirrend wird dies, wenn er sowohl die irrationalen Hexenverfolgungen als auch die Aufklärung mit ihrem Anspruch auf Rationalität mit den klimatischen Änderungen der kleinen Eiszeit in Zusammenhang zu bringen versucht und den Widerspruch mit dem kurzen Einschub zu lösen glaubt, dass nach langer Zeit die Menschen eben merkten, dass die Verbrennung einer Hexe zu keiner Klimaverbesserung führe. Selbst wenn diese einfache These stimmen würde - mit Klima alleine wäre die Aufklärung damit noch lange nicht erklärt.

Interessant wäre es gewesen zu erfahren, in welchen Situationen Klimaereignisse zu gesellschaftlichen Veränderungen führen und in welchen nicht. Da der Autor aber fast ausschließlich Beispiele für Korrelationen zwischen beidem anführt, ist ein Buch herausgekommen, das eine Geschichte erzählt, in der die Menschheitsgeschichte in wahrscheinlich zu großem Maß vom Klima abhängt, auch wenn der Autor nicht vergisst zu erzählen, wie sehr die Menschheit auch das Klima verändert hat.

Trotz dieser Einwände ist das Buch zu empfehlen. Es öffnet den Blick für bisher in der Geschichtswissenschaft unterbelichtete Zusammenhänge. Die Reaktion auf klimatische Entwicklungen und Ereignisse spielt eine wichtige Rolle in der Menschheitsgeschichte. Diesem Buch bleibt daher nur zu wünschen eine Reihe weiterer Studien hervorzubringen, um zu erfahren wie genau Klima und Geschichte zusammenhängen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für Klimapaniker, 6. Oktober 2009
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Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Und wieder ein Werk, das sich die Klimapaniker einmal ansehen sollten. Natürlich kann man Fanatiker nicht bekehren, aber der vernunftbegabte Leser wird diesem sehr gut zu lesenden Buch einiges an Wahrheit abgewinnen können. Wobei man sich nun noch lange nicht zurücklehnen darf und weiterhin seiner Verantwortung für die Umwelt gerecht werden muss. Der Mensch beeinflusst die Natur, aber für alles kann er nicht verantwortlich gemacht werden.
Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die in der Lage sein wollen den Scharlatanen nicht auf den Leim zu gehen...
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Thema gut temperiert und richtig eingeordnet, 26. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung (Gebundene Ausgabe)
Der Autor erweist sich nicht nur als profunder Kenner der Materie sondern auch als fähig diese flüssig, kurz und logisch wiederzugeben.
Das Buch hilft so den Klimawandel als - wie der Name sagt -das einzig Beständige zu verstehen ;-)
Angesichts der überhitzen Diskussion fand ich vor allen den Hinweis auf die Eiszeit-Hysterie der 60er Jahre (wir müssen die Pole mit Wasserstoffbomben anschmelzen um eine Eiszeit zu verhindern) als sehr treffend.
Man kann das Thema nach diesem Buch wieder wissender und beruhigter angehen. Die Klimaforschung ist sicher verdienstvoll, aber die moralischen Unternehmer (tuet Buße das Ende ist nah und mein Forschungsinstitut braucht das Geld!!!) sollten in ihre Schranken verwiesen werden.
Wie überall gilt - Ball flach halten und überlegen: was ist eigentlich der Tatbestand, können wir ihn beeinflussen und wenn ja wie und warum.
Dazu hilft die Ausgangserkenntnis: Klimawandel ist immer und überall - wir können uns aber zumindest überlegen, was wir daraus machen - und das heißt sowohl verhindern oder gestalten.
Der Wert des Buches besteht darin, dass es die Debatte erdet und Vernunft walten läßt - und das ist sehr viel in diesen Zeiten.
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Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung
Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung von Wolfgang Behringer (Gebundene Ausgabe - 16. Juni 2010)
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