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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was kommt nach den "Klassikern" der Soziologie?, 13. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Aktuelle Theorien der Soziologie: Von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne (Broschiert)
Zum Werk

In Anknüpfung an die erfolgreichen Bände „Klassiker der Soziologie" (4. Aufl. 2003, 5. Aufl. in Vorbereitung) bietet dieser Band einen Überblick über die aktuelle Weiterentwicklung soziologischer Theorieproduktion. Seit dem Ersterscheinen der beiden Bände im Jahr 1999, die inzwischen zum Standardwerk im deutschsprachigen Raum geworden sind, hat sich einiges in der nationalen und internationalen Landschaft soziologischer Theorieentwicklungen getan. Der hier vorgelegte Band informiert über jene Autoren und Schulzusammenhänge, die als aktuelle, „post-klassische" Theorien der Soziologie bezeichnet werden können. Sie knüpfen zum einen an jene Beiträge, wie sie in den beiden bewährten Klassiker-Bänden behandelt werden, weisen zum anderen über diese hinaus, indem sie Perspektiven für die zukünftige Entwicklung soziologischer Theoriearbeit anbieten.
Die historische und inhaltliche Spanne reicht von Shmuel N. Eisenstadt (geb. 1923) über Michel Foucault (1926-1984) und Richard Sennett (geb. 1943) bis zu ausgewählten Repräsentanten der soziologischen Netzwerkanalyse und der Theoretiker der Postmoderne in der französischen Gegenwartssoziologie.
Die insgesamt 15 Beiträge von namhaften Spezialisten sind wiederum im Stil einer "dichten Beschreibung" verfaßt. In lesbarer Form führen sie in die jeweiligen Entstehungszusammenhänge und die daraus entstandenen Werke ein, indem sie zentrale Argumentationslinien, deren forscherische Absichten und deren aktuelle Diskussions- und Wirkungszusammenhänge transparent machen. Für jeden der ausgewählten Theoriezusammenhänge wird zugleich verdeutlicht, für welchen Typus von Soziologie sie stehen. Der Band soll sowohl als eine Zustandsbeschreibung aktuellen soziologischen Denkens gelesen werden, als auch als ein experimentelles Angebot zur Debatte über die Weiterentwicklung der Soziologie.

Zum Inhalt

Vorwort [des Herausgebers]

Dirk Kaesler: Post-klassische Theorien der Soziologie im Haus der Soziologie

Matthias Koenig: Shmuel N. Eisenstadt

Matthias Junge: Zygmunt Bauman

Wolfgang Knöbl: Alain Touraine

Reiner Keller: Michel Foucault [1926-1984]

Hubert Knoblauch: Thomas Luckmann

Georg Kneer: Jean Baudrillard

Dieter Boris: Immanuel Wallerstein

Willfried Spohn: Neuere Historische Soziologie: Charles Tilly, Theda Skocpol, Michael Mann

Rainer Greshoff / Uwe Schimank: Hartmut Esser

Markus Schroer: Richard Sennett

Ronald Hitzler: Ulrich Beck

Jens Beckert: Soziologische Netzwerkanalyse

Julian Dierkes / Dirk Zorn: Soziologischer Neo-Institutionalismus

Stephan Moebius: Postmoderne Theoretiker der französischen Soziologie. Das Collège de Sociologie, Edgar Morin, Michel Maffesoli, Bruno Latour

Autoren

Personenregister

Zum Herausgeber

Dirk Kaesler lehrt als Professor für Allgemeine Soziologie an der Philipps-Universität Marburg. Seine Arbeitsgebiete sind Geschichte der Soziologie, Theorien der Soziologie und Max Weber-Forschung. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. „Die frühe deutsche Soziologie 1909 bis 1934 und ihre Entstehungs-Milieus" (1984); „Max Weber. Eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung" (3. Aufl. 2003); „Soziologie als Berufung." (1997).

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orientierungswissen in doppelter Hinsicht, 21. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Aktuelle Theorien der Soziologie: Von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne (Broschiert)
Die "Aktuellen Theorien der Soziologie" vollenden vorerst eine grundlegende Orientierung über Autoren und Texte, "die den Menschen ihre Gesellschaften und ihren eigenen Platz in diesen erklären können" und damit sowohl über den Stand der Fachdisziplin informieren, als auch über die Gesellschaften,in denen wir leben.
(Siehe auch zur historischen Vertiefung: die 2 Bände "Klassiker der Soziologie" und "Hauptwerke der Soziologie" vom selben Hrsg.)
Nachdem ich die "Aktuellen Theorien" gelesen habe, bin ich "wieder stolz", eine Soziologin zu sein, vor allem, weil es das Fach auch mit europäischen Vertretern geschafft hat, durch Dezentrierung die einseitig gewordene nationalstaatliche Sichtweise zu sprengen und den Blick freigibt auf die weltweit sich vollziehenden sozialen Wandlungsprozesse und die Vielfalt der Moderne.
Dies ist sicher nur ein Aspekt unter vielen möglichen, die dem Buch abgewonnen werden können, da es sich als aktuelles Nachschlagewerk eignet und bei neu auftretenden soziologischen und sozialen Fragen und Problemen zu Rate gezogen werden kann.
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5.0 von 5 Sternen Sehr interessant, 8. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Aktuelle Theorien der Soziologie: Von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne (Broschiert)
Dirk Kaesler drückt es in seinem Vorwort sehr gut aus: die gegenwärtige Soziologie ist multiparadigmatisch und das ist gut so. So wie in der Postmoderne überhaupt alles in lebendige Fragmente zerfällt wie bei einem zerstückelten Regenwurm, so gibt es auch in der Soziologie viele verschiedene Denkschulen, die ihre ganz eigenen Wege gehen. Die Soziologie, die als Gesellschaftslehre angetreten ist, hat sich in einen Gesellschaftsspiegel verwandelt. An ihrer Beschaffenheit als Wissenschaft erkennt man den Gegenstand der Gesellschaft am besten.

In 14 Artikeln stellen 16 Autoren 21 Theoretiker vor. So würde es ein Soziologe ausdrücken, der Zahlen verehrt. Ihn fände man in der soziologischen Netzwerkanalyse etwa eines Roland Burt. Der Baudrillard-Anhänger dagegen sähe in der ganzen Kritik hier ein Simulakrum, das vom Original gar nicht mehr zu unterscheiden ist. Ein Weltsystematiker à la Wallerstein fühlt sich durch das Erscheinen dieses Textes im World Wide Web natürlich bestätigt, da er ja sämtliche nationalen Barrieren überwindet und potentiell allen Erdenbürgern zugänglich ist. Der postmoderne Denker Michel Maffesoli möchte in der überschaubaren Lesergemeinde dieser Website sicherlich eine neotribale Gruppe erkennen. Die immer noch marxistisch geprägten Soziologen Alain Tourraine und Zygmunt Bauman vermuten hier einen emanzipativen Akt. Und Richard Sennett hält den Autoren für ein Geständnistier" -warum auch nicht?

So hat eben jeder Kopf seine eigenen Augen. In der Soziologie gibt es viele Häuptlinge und wenige Indianer. Ob es nun eine echte Wissenschaft ist oder eher eine literarische Gattung, darüber darf man streiten. Man sollte aber bedenken, dass Literatur an sich nichts schlechtes ist. Sie erweitert den Horizont. Der Buchleser schaut in andere Gehirne und lernt etwas daraus. Die Phantasie bekommt neuen Brennstoff. Die Langeweile wird vertrieben.

Wer sich natürlich die Frage nach der einen richtigen Theorie stellt, wer wissen will, was denn nun die Wahrheit ist, der wird kein Freund des soziologischen Denkens. Wahr ist, was man für wahr hält, erkannte W. I. Thomas. Und das ist die einzige Wahrheit. Sie ist unbequem und verwirrend, aber dennoch schön und gut. Ach was, einzige Wahrheit, das ist doch nur der soziale Konstruktivist, der da spricht.

So geht es zu in der Soziologie. Ein Schlachtfeld. Ein Guerrilla-Krieg. Aber viel spannender als World of Warcraft. Wer mitspielen will und ein paar Feldherren kennen lernen möchte, kann dieses Buch lesen. Es wartet nur darauf.
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5.0 von 5 Sternen Orientierungswissen in doppelter Hinsicht, 21. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Aktuelle Theorien der Soziologie: Von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne (Broschiert)
Die "Aktuellen Theorien der Soziologie" vollenden vorerst eine grundlegende Orientierung über Autoren und Texte, "die den Menschen ihre Gesellschaften und ihren eigenen Platz in diesen erklären können" und damit sowohl über den Stand der Fachdisziplin informieren, als auch über die Gesellschaften,in denen wir leben.
(Siehe auch zur historischen Vertiefung: die 2 Bände "Klassiker der Soziologie" und "Hauptwerke der Soziologie" vom selben Hrsg.)
Nachdem ich die "Aktuellen Theorien" gelesen habe, bin ich "wieder stolz", eine Soziologin zu sein, vor allem, weil es das Fach auch mit europäischen Vertretern geschafft hat, durch Dezentrierung die einseitig gewordene nationalstaatliche Sichtweise zu sprengen und den Blick freigibt auf die weltweit sich vollziehenden sozialen Wandlungsprozesse und die Vielfalt der Moderne.
Dies ist sicher nur ein Aspekt unter vielen möglichen, die dem Buch abgewonnen werden können, da es sich als aktuelles Nachschlagewerk eignet und bei neu auftretenden soziologischen und sozialen Fragen oder Problemen zu Rate gezogen werden kann.
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