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Kundenrezensionen

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3,8 von 5 Sternen
Pompeius: Der Feldherr Roms
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Mai 2005
Auf knapp 200 Seiten versucht sich Christ an einer Persönlichhkeit, die von der deutschen Geschichtswissenschaft fast 50 Jahre vernachlässigt wurde: Gnaeus Pompeius Magnus. Nun erschienen innerhalb weniger Monate gleich 2 Monographien, die den Feldherren im Titel tragen, 'Cäsar und Pompeius' von Ernst Baltrusch und eben jene von Christ.
Leider ist Christs Buch bei weitem kein Meilenstein geworden. Es ist gut zu lesen und somit auch für Laien interessant, allerdings bietet es nur wenig neues, seine Thesen sind allesamt aus seinem großen Buch 'Krise und Untergang der römischen Republik' bekannt.
Bleickens 'Augustus' hat gezeigt, wie eine imposante Biographie einer antiken Persönlichkeit aussehen kann, Christs Pompeius Biographie dagegen ist alles in allem recht überflüssig.
Für eine umfassende Pompeiusbetrachtung muß weiterhin der englische Buchmarkt herhalten (Saeger, Leach etc.). Einsteiger sind mit Baltrusch wesentlich besser bedient.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. März 2014
Plinius der Ältere überliefert folgende Weiheinschrift, die einst auf einem Heiligtum der römischen Göttin Minerva prangte:

"Der Feldherr Gnaeus Pompeius Magnus, der einen dreißigjährigen Krieg beendigt, 12.183.000 Menschen zersprengt, in die Flucht geschlagen, getötet, unterworfen, 846 Schiffe versenkt oder genommen, 1538 Städte und Kastelle zur Übergabe gezwungen und die Länder vom Mäotischen See bis zum Roten Meer unterworfen hat, bringt der Minerva seinen schuldigen Dank dar."

Diese beeindruckenden Aufzählung macht begreiflich, warum der spätrepublikanische Feldherr Gnaeus Pompeius den Beinamen "Magnus" (= "der Große") mit Recht trug - zumindest nach antiken (Moral-)Vorstellungen.
Während des Krieges gegen die schwimmende Nation der Piraten und Mithridates von Pontos legte er mit seinem Heer eine Strecke zurück, die in der griechisch-römischen Antike vermutlich nur von Alexander dem Großen und Kaiser Trajan übertroffen wurde. Darüber hinaus sollte Pompeius' kluge Verwaltung der eroberten Gebiete noch beispielgebend für die heraufdämmernde römische Kaiserzeit sein.
Die Tragik dieses Mannes ist es wohl gewesen, dass er nicht ganz so skrupellos wie sein späterer Gegner Caesar war. Der in einer Monarchie sozialisierte Theodor Mommsen warf ihm dann auch vor, nicht rechtzeitig nach der absoluten Macht gegriffen zu haben, als sich ihm die Gelegenheit dazu bot. Nun, Pompeius beging hier den moralisch verzeihlichen Fehler, die römische Verfassung nicht völlig zu ignorieren. Er strebte keine Zerschlagung der Republik an, wie es Caesar und Augustus später kaltlächelnd taten, sondern begnügte sich mit der auf seinen Leistungen beruhenden Sonderstellung innerhalb der dehnbaren Grenzen des politischen Systems.
Andererseits war Pompeius auch gewiss kein Kind von Traurigkeit. Dass man ihm beispielsweise zu Beginn seiner militärischen Karriere den wenig schmeichelhaften Beinamen "adulescens carnifex" ("der junge Schlächter") verpasste (wird im Buch leider nicht explizit erwähnt), dürfte kein Zufall gewesen sein. In späteren Jahren zeichnete er sich jedoch immer wieder auch durch Mäßigung und Milde aus. Als man ihm beispielsweise den Leichnam des besiegten Mithridates vor die Füße legte, ordnete er eine ehrenvolle Bestattung in der Königsgruft an. Die bei seinem anschließenden Triumphzug mitgeführten feindlichen Feldherren ließ er nicht - wie es üblich war (und von Caesar mit Vercingetorix gemacht wurde) - erdrosseln, sondern schenkte ihnen das Leben.
Pompeius selbst starb jedoch einen elenden Tod in den Händen ägyptischer Verräter, nachdem seine größtenteils hastig ausgehobene Armee bei Pharsalos gegen Caesars Gallien-Veteranen eine schwere Niederlage erlitten hatte.

Der Autor widmet sich in diesem Buch all den oben genannten Aspekten - und zwar in einem angenehm zu lesenden Schreibstil. Genau das war auch einer der Gründe, warum ich zu dieser speziellen Biographie griff und nicht etwa zu jener von Matthias Gelzer. Zwar soll letztere, wie Christ im Kapitel "Wirkung" einräumt, eine besonders hohe Informationsdichte besitzen, da sie jedoch bereits in den 1940er-Jahren verfasst wurde, hatte ich Bedenken, ob mir der sprachliche Stil zusagen würde.
Völlig anspruchslos ist allerdings auch Christs Werk nicht. Jemand der sich mit dem Abgesang der Römischen Republik und ihren morsch gewordenen Institutionen noch nicht genauer beschäftigt hat, dürfte Schwierigkeiten dabei haben, die nicht gerade unkomplizierten Zusammenhänge gänzlich zu begreifen.

Fazit: "Pompeius - Der Feldherr Roms" ist meiner Ansicht nach ein gelungenes, flüssig geschriebenes Buch. Dass man nicht der Versuchung erlag, diese Biografie zu einer umfassenden Abhandlung über die politische Lage der späten Republik aufzublasen, ist nur zu begrüßen. Ich kann allerdings auch verstehen, dass es Leser gibt, die sich hier mehr Details erhofft haben. Doch wie gesagt, meine persönlichen Bedürfnisse wurden hier durchaus befriedigt.

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Inhalt:

Vorwort
Der Zerfall der römischen Republik
Der Vater
Unter Sulla
Feldherr des Senats
Konsul des Jahres 70 v. Chr.
Der Seeräuberkrieg (67/66 v. Chr.)
Der Krieg gegen Mithridates und die Neuordnung des Ostens
Pompeius in Syrien und Iudaea
Die Rückkehr - Innenpolitische Probleme
Das erste Triumvirat (60 v. Chr)
Zwischen Caesar und dem Senat
Der Ausbruch des Bürgerkrieges
Die Kämpfe in Italien und auf der Balkanhalbinsel
Wirkung
Persönlichkeit, Familie und Imperium
Zeittafel
Bibliographie
Abbildungsnachweis
Stammtafel
Register
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Karl Christ schildert den Lebenslauf des Gnaeus Pompeius, welcher während einer instabilen Periode im römischen Reich lebte. Rom befand sich auf dem Weg von der Demokratie zu einer Monarchie, wobei diese Umgestaltung Jahrzehnte durchlief, welche durch Bürgerkriege sowie aussenpolitische Konflikte gekennzeichnet war.

Roms Aufschwung brachte mit sich, dass die traditionellen Strukturen nicht mehr aktuell waren. Trotzdem hielt die Oberschicht daran fest. Hierauf folgten die Auseinandersetzungen zwischen den traditionsbewussten Optimaten und den volksnahen, veränderungswilligen Popularen. Einer dieser Konflikte brachte Sulla 83 vor Christus an die Macht. Sulla konnte u.a. auch auf die Unterstützung des Pompeius zählen, welcher eigenhändig Legionen ins Feld führte. Unter seinem Vater hatte Pompeius bereits Kriegserfahrungen gesammelt.

Nach Sullas Erfolg agiert Pompeius weiterhin erfolgreich auf mehreren Schauplätzen. Er beendet Aufstände in Spanien, besiegt die Seeräube, unterwirft Mithridates und reorganisiert die Ostgebiete. Dabei ordnet er sich immer der republikanischen Verfassung und dem Senat unter. Im Gegensatz hierzu strebt sein Gegenspieler Caesar zur Führungsposition. Caesar kann Pompeius 59 dazu leiten, gemeinsam mit Crassus ein Triumvirat zu bilden, welches seine Linie trotz Opposition durchzusetzen versucht. Pompeius versucht allerdings, neben seiner Kooperation mit Caesar, ebenfalls verfassungskonform zu agieren.

Nachdem der Senat sich mit Caesar überworfen hatte, eröffnete Caesar den Bürgerkrieg. Pompeius wird zum Oberbefehlshaber des Heeres gegen Caesar bestimmt. Wegen mangelhafter Vorbereitung sowie schlechtem Zusammenwirken mit den Optimaten muss Pompeius Italien räumen. Er wird 48 bei Pharsalos von Caesar besiegt, flieht und wir dann später ermordet.

Im Gegensatz zu Caesar fehlte es Pompeius am Willen, sich gegen das Traditionelle zu erheben. Trotz seiner Genialität als Feldherr und Organisator lässt er sich als Schachfigur hin- und herschieben. Deswegen avancierte er nicht zu jener schillernden Gestalt seines Gegenspielers.

Das Buch gibt einen guten Überblick über Pompeius' Lebenslauf und die politischen Entwicklungen jener Zeit, hätte allerdings etwas detaillierter ausfallen können.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Februar 2007
Ich bin eigentlich ein großer Anhänger von Karl Christ. Sein Werk über die Krise der römischen Republik setzte Standarts, seine Sulla-Biographie war ausgezeichnet. Mit umso größeren Ansprüchen ging ich an diese Biographie über Pompeius Magnus - und wurde enttäuscht. Das Werk wirkt teilweise lustlos geschrieben und bringt nichts großartig Neues über die historische Gestalt zu Tage. Der erste Teil des Buches wirkt wie eine Kurzfassung des "Krise und Untergang"-Werkes von Christ, ein zweiter Teil handelt dann direkt von Pompeius und ein dritter Teil über das Wirken - die Quellenlage und die Persönlichkeit. Alles in allem nichts was den Althistoriker vom Hocker reißt. Wer wirklich über Pompeius informiert werden will, muß wohl zum guten alten Matthias Gelzer greifen, seine Biographie ist imer noch das Nonplusultra!
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