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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker den man auch Lesen kann
Als gelernter Mathematiker und Programmierer gehört man wohl nicht zum "natürlichen" Leserkreis dieses Soziologie-Klassikers. Das Hineinschnuppern in Adorno, Habermas und Sloterdijk war jedesmal sehr abschreckend. Max Weber schreibt - zumindest im Vergleich mit diesen Schwaflern - sehr klar. Das Buch hat auch nichts an seiner Aktualität verloren. Man...
Veröffentlicht am 29. April 2010 von Dr. Christian Donninger

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schulbuch
Muss man das wirklich armen Schülern in der E-Phase der Oberstufe in PoWi antuen? Im Studium mag es angehen, in der Schule, bei 15-16 jährigen, ist es eine Quälerei!
Vor 20 Monaten von Münster veröffentlicht


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker den man auch Lesen kann, 29. April 2010
Von 
Dr. Christian Donninger "vulgo Chrilly" (Altmelon, Waldviertel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus: Vollständige Ausgabe (Taschenbuch)
Als gelernter Mathematiker und Programmierer gehört man wohl nicht zum "natürlichen" Leserkreis dieses Soziologie-Klassikers. Das Hineinschnuppern in Adorno, Habermas und Sloterdijk war jedesmal sehr abschreckend. Max Weber schreibt - zumindest im Vergleich mit diesen Schwaflern - sehr klar. Das Buch hat auch nichts an seiner Aktualität verloren. Man versteht z.B. welche soziale Funktion Sekten in der amerikanischen Gesellschaft haben. Man versteht auch aktuelle Begriffe wie z.B. "Zivilgesellschaft" besser und findet sie auf einmal nicht mehr ganz so sympathisch. Und man merkt, dass auch ein so Barock-Katholisches Land wie Österreich bereits sehr stark Evangelisiert ist. Wie sonst könnte der neue englische Vorstandsvorsitzende der BAWAG (ehemalige Österreichische Gewerkschaftsbank) behaupten "Arbeit muss Spass machen". Ein zutiefst unkatholischer Gedanke.

Wie man an der aktuellen Diskussion um den Staatsbankrott von Griechenland und die übrigen PIGS-Staaten sieht, ist die Protestantische Ethik in diese Regionen noch nicht vorgedrungen. Das macht diese Länder lebensfroher, hat aber auch ihren Preis.

Entbehrlich fand ich das schulmeisterliche Vorwort des Herausgebers. Die im Band ebenfalls abgedruckten "Antikritiken" geben ganz gut die Atmosphäre der Auseinandersetzung bei der Entstehung dieses Werkes wieder (inklusive kleinlicher Wadelbeisserei). Zum Verständnis würde man aber auch den Text der Kritiken benötigen. So stehen die Antworten Webers im luftleeren Raum. Man sollte bei der nächsten Ausgabe das Vorwort kürzen und dafür die Kritiken aufnehmen.

Anmerkung: Dies ist eine leicht überarbeitete Version einer Besprechung vom 28.Dez. 2007
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heutiges Interesse an der Kulturbedeutung der prot. Ethik, 11. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus: Vollständige Ausgabe (Taschenbuch)
"Sie haben einige der spannendsten und folgenreichsten Texte vor sich, welche die wis. Soziologie (...) erzeugt hat." So beginnt das Vorwort des Herausgebers. Die Lektüre kann diese Einschätzung bestätigen. Interessant sind diese Texte nicht nur für Fachsoziolog/innen, sondern speziell auch für Protestanten: stellt sich doch die Frage, inwieweit sie an dieser Verkettung von Umständen beteiligt sind, die zu den "Gehäusen der Hörigkeit und Unfreiheit des Menschengeschlechts auf dem ganzen Globus" führten, verbunden mit "einer Art von krampfhaftem Sich-wichtig-nehmen" der "Fachmenschen ohne Geist" und der "Genussmenschen ohne Herz". Gibt es aus dem Protestantismus heraus Ansätze zu einer Korrektur der von ihm initiierten historischen Entwicklung? Wie sind die katholischen "Pilger" einzuschätzen, die heutzutage massenmedial die Aufmerksamkeit auf sich lenken?
Mehr Fragen als Antworten nach der Lektüre des Buches. Aber damit ist vielleicht gerade das Wichtigste erreicht: nicht aufhören zu fragen.
Wenn die Historikerin U. Daniel die Jahrzehnte um 1900, in denen Max Weber seine Einsichten zu Protestantismus und Kapitalismus formte, als Zeiten charakterisiert, "in denen das Selbstverständliche zur Ausnahme zu werden scheint" (katastrophale Einbrüche in die Formen und den Rhythmus menschlichen Lebens, Bedeutungsverlust symbolischer Ordnungen usw.), so gilt dies für die Zeiten um 2000 wohl mehr denn je.
Max Weber bleibt aktuell, bzw. wird durch gleichzeitige historische Distanz und Nähe in besonderem Maße aktuell. Dabei hilft die Verständnis fördernde Hinführung des Herausgebers an die Originaltexte und die Einbettung der Texte in einen umfassenden Werkzusammenhang.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Soziologen ein Muss, aber keineswegs nur..., 1. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus: Vollständige Ausgabe (Taschenbuch)
Soziologiestudenten kommen um Max Weber - ein "Klassiker" der Soziologie -nicht herum und schon gar nicht um eines seiner Hauptwerke, die protestantischen Ethik. Weber zeigt auf, dass der rationale Geist der Moderne und des Kapitalismus, nämlich Arbeit (Beschäftigung) und Gewinnstreben, aber nicht wie der postmoderne Mensch glauben würde, um die eigenen persönlichen Zielsetzungen zu verwirklichen, sondern allein des Systemes (der modernen Wirtschaftsordnung) wegen, seine Wurzeln in der Ethik der protestantischen Denominationen hat, besonders der Calvinismus mit seiner Prädestinationslehre hat für Weber dabei eine tragende Rolle. Platt und teilweise sehr undifferenziert formuliert könnte man sagen, den modernen Rationalismus und Kapitalismus gibt es nach Weber nur, weil es die protestantische Ethik der innerweltlichen Askese gegeben hat. Diese Zusammenhänge macht Weber hier deutlich und das führt letztlich zu einem Geschichtsverständnis Webers, dass erstmal in gewisser Hinsicht kontraproduktiv zu den gängigen zu sein scheint, nämlich, dass die Moderne - wie die Soziologen vor allem die Epoche der Industrialisierung bis ins letzte Jahrhundert hinein bezeichnen, was sie allerings an ganz bestimmten kulturellen Werten festmachen - eine Folge der Aufkärung sei. Aber am besten ist, einfach selber lesen...
Diese Ausgabe enthält die vollständige protestantische Ethik, was bei anderen Ausgaben nicht immer zwingend der Fall ist. Darüber hinaus leitet Dirk Kaeseler, selbst ein renommierter Soziologe, Webers Werk eingehend ein und erklärt Entstehung und Absicht von Webers Werk. Zudem findet der Leser hier verschriftlichte Reaktionen Webers auf die Kritker seines Opus. Insofern ist diese Ausgabe auch sehr wertvoll für Nicht-Soziologen, die zudem eine kleine Einführung in Webers Werk suchen. Insgesamt absolut empfehlenswert und daher 5 Sterne.
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4.0 von 5 Sternen Weber lädt ein zur Diskussion., 3. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik (Gebundene Ausgabe)
Zweifellos eine Lektüre für alle, welche die zwanghaften Handlungen des homo oeconomicus zu verstehen suchen.
Alles, was durch Menschenklugheit und Menschenhände entstand, ist wirtschaftlichen Interessen sklavisch Untertan. Von diesem Umstand ist die Religion nicht ausgenommen.
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4.0 von 5 Sternen Ethik als Wirtschaftsfaktor, 4. Februar 2013
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die protestantische Ethik (Gebundene Ausgabe)
Seine Untersuchung leitet Max Weber mit folgender Fragestellung ein: Montesquieu sagt (Esprit des lois Buch XX cap. 7) von den Engländern, sie hätten es "in drei wichtigen Dingen von allen Völkern der Welt am weitesten gebracht: in der Frömmigkeit, im Handel und in der Freiheit". Sollte ihre Überlegenheit auf dem Gebiet des Erwerbs - und, was in einen anderen Zusammenhang gehört, ihre Eignung für freiheitliche politische Institutionen - vielleicht mit jenem Frömmigkeitsrekord, den Montesquieu ihnen zuerkennt, zusammenhängen?"

Weber sieht die Ursache des wirtschaftlichen Aufschwungs vom 17. Jahrhundert an in Mitteleuropa und Amerika in der dort vorherrschenden protestantischen Ethik. Dem Calvinismus räumt er hierbei eine besonders herausragende Stellung ein, da er mit seiner Prädestinationslehre eine Heilsunsicherheit geschaffen hätte, die den Einzelnen nach Wegen der Selbstvergewisserung suchen ließ. Als eine Möglichkeit hätte sich hier der berufliche Erfolg als Ausdruck des göttlichen Segens angeboten.
Dem kann man sicherlich nur bedingt folgen. Calvin hätte eine solche Sichtweise entschieden verworfen und calvinistische Theologen wohl mehrheitlich ebenso. Wenngleich ein solches Denken sicher existiert hat, scheint es doch, dass Weber hier Randerscheinungen einen zu hohen Stellenwert eingeräumt hat. Die Reformationsbewegungen hatten ja nicht zuletzt deshalb einen so tiefen und weiten gesellschaftlichen Widerhall, weil sie mit einer psychologischen Befreiung einhergingen, nachdem die mittelalterliche Theologie den christlichen Glauben in weiten Teilen zur Forderung moralischen Verhaltens bei Androhung ewiger Höllenstrafen reduziert bzw. entstellt hatte.

Liest man verschiedene Texte Webers zum Thema wird allerdings deutlich, dass er die Akzente in immer wieder unterschiedlich setzte. Er lag sicherlich richtiger, wenn er eine in der Reformation neu erwachte Tugendhaftigkeit als ursächlich für eine Steigerung des Arbeits- bzw. Unternehmerethos, sowie auch eine Perfektionierung der Herstellungs- bzw. Geschäftsabläufe ansah. Dass der Hang zur Sparsamkeit und eines sorgsamen Umgangs mit finanziellen Mitteln insgesamt ebenfalls ein wichtiges Kriterium darstellten, indem so ein hohes Maß an Kapitalakkumulation möglich wurde, ist sicher ebenfalls richtig. Etwas überzeichnet hat Weber aber wohl auch hierin - das Marktvolumen einer asketischen Gesellschaft dürfte einer konjunkturellen Entwicklung wohl eher hinderlich sein. Interessant ist, dass das Kreditwesen trotz fortbestehender Zinsbeschränkungen florierte. Tugenden wie Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit waren dafür entscheidende Voraussetzungen.

Doch nicht in der Reformation an sich oder auch nur in nachfolgenden Aufbrüche, wie dem
Puritanismus, der Täuferbewegung, dem Pietismus oder Methodismus sieht Weber den Geist des modernen Kapitalismus" erstehen. Vielmehr fand hier sozusagen als Nebenprodukt einer ethisch-moralischen Erneuerung auch ein Wirtschaftsaufschwung, eine neue Dynamisierung des ökonomischen Geschehens statt. Unternehmerischen Ehrgeiz gab es in diesem Sinne nicht, kein unmittelbares Streben nach Erfolg, weltlicher Anerkennung oder Wohlstand war die eigentliche Triebfeder. Diese Motive wurden erst bestimmend als das geistliche Leben aus der Bewegung schwand, sie in weiten Teilen in bürgerlichem Moralismus erstarrte und sich in den Strömungen der Säkularisierung verlor. Das geistliche Vakuum wurde nun gefüllt mit rastlosem unternehmerischem Aktionismus. Äußerlich betrachtet blieben die entscheidenden Tugenden bestehen, jedoch die Antriebe veränderten sich in beschriebenem Sinne.

Nun entstand ein Denken, das Weber prototypisch bei Benjamin Franklin ausmacht, wenn dieser sich u. a. wie folgt äußert: Für 6 £ jährlich kannst du den Gebrauch von 100 £ haben, vorausgesetzt, daß du ein Mann von bekannter Klugheit und Ehrlichkeit bist. Wer täglich einen Groschen nutzlos ausgibt, gibt an 6 £ jährlich nutzlos aus, und das ist der Preis für den Gebrauch von 100 £. Wer täglich einen Teil seiner Zeit zum Werte eines Groschen verschwendet (und das mögen nur ein paar Minuten sein), verliert, einen Tag in den andern gerechnet, das Vorrecht 100 £ jährlich zu gebrauchen. Wer nutzlos Zeit im Wert von 5 Schillingen vergeudet, verliert 5 Schillinge und könnte ebensogut 5 Schillinge ins Meer werfen. Wer 5 Schillinge verliert, verliert nicht nur die Summe, sondern alles, was damit bei Verwendung im Gewerbe hätte verdient werden können, - was, wenn ein junger Mann ein höheres Alter erreicht, zu einer ganz bedeutenden Summe aufläuft."

Freilich gesteht Weber Franklin zu, dass es diesem durchaus noch um das Allgemeinwohl, die Prosperität und das Erblühen der jungen amerikanischen Nation ging. Erst mit der Zeit sollten sich so geartete Lebensphilosophien mehr und mehr ideell so entleeren, dass man zu Recht von Krämerseelentum" reden konnte. Dennoch konstatiert Weber: Eine Gesinnung wie sie in den zitierten Ausführungen Benjamin Franklins zum Ausdruck kam und den Beifall eines ganzen Volkes fand, wäre im Altertum wie im Mittelalter ebenso als Ausdruck des schmutzigsten Geizes und einer schlechthin würdelosen Gesinnung proskripiert worden"
Zum ersten Mal in der Geschichte begann eine Ethik sich zu etablieren, die nicht mehr auf ein lebendiges und harmonisches Miteinander oder gar so etwas wie menschliche Tugendhaftigkeit und Größe im antiken Sinne hinzielte, sondern vom utilitaristischen Geist kühler Zweckrationalität bestimmt war. Das der Newtonschen Physik entlehnte Bild vom wie ein Uhrwerk funktionierenden Universum, das einst von Gott erschaffen und aufgezogen nun dem Selbstlauf überlassen war und mit mechanischer Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Durchschaubarkeit tickte, wurde auch auf Individuum und Gesellschaft übertragen. Es galt die Gesetzmäßigkeiten des Wirtschaftsgeschehens zu erkennen und alles ihnen entsprechend zu ordnen. Dies war der Auftakt zur Ökonomisierung der gesamten zunächst westlichen und viel später auch außerwestlichen Welt.

Die Dynamik die so in Gang gesetzt wurde, führte zu einer Entwicklung ungeahnten Ausmaßes. Nicht zu übersehen waren und sind aber auch die Nebenwirkungen und Kollateralschäden. Weber interessierte v.a., was das Ganze mit dem Menschen an sich machen würde und fürchtete - und hegte diesbezüglich - ebenso wie bpsw. Goethe - große Befürchtungen. Die ein knappes Jahrhundert alten Analysen Webers wirken jedenfalls verblüffend aktuell und seine Warnungen sind es wert, neu gehört zu werden:

"Der Puritaner wollte Berufsmensch sein, wir müssen es sein. Denn indem die Askese aus den Mönchszellen heraus in das Berufsleben übertragen wurde und die innerweltliche Sittlichkeit zu beherrschen begann, half sie an ihrem Teile mit daran, jenen mächtigen Kosmos der modernen, an die technischen und ökonomischen Voraussetzungen mechanischmaschineller Produktion gebundenen, Wirtschaftsordnung erbauen, der heute den Lebensstil aller einzelnen, die in dies Triebwerk hineingeboren werden - nicht nur der direkt ökonomisch Erwerbstätigen -, mit überwältigendem Zwange bestimmt und vielleicht bestimmen wird, bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffs verglüht ist. Nur wie "ein dünner Mantel, den man jederzeit abwerfen könnte", sollte nach Baxters Ansicht die Sorge um die äußeren Güter um die Schultern seiner Heiligen liegen. Aber aus dem Mantel ließ das Verhängnis ein stahlhartes Gehäuse werden. Indem die Askese die Welt umzubauen und in der Welt sich auszuwirken unternahm, gewannen die äußeren Güter dieser Welt zunehmende und schließlich unentrinnbare Macht über den Menschen, wie niemals zuvor in der Geschichte.

Heute ist ihr Geist - ob endgültig, wer weiß es? - aus diesem Gehäuse entwichen. Der siegreiche Kapitalismus jedenfalls bedarf, seit er auf mechanischer Grundlage ruht, dieser Stütze nicht mehr. Auch die rosige Stimmung ihrer lachenden Erbin: der Aufklärung, scheint endgültig im Verbleichen und als ein Gespenst ehemals religiöser Glaubensinhalte geht der Gedanke der "Berufspflicht" in unserm Leben um. Wo die "Berufserfüllung" nicht direkt zu den höchsten geistigen Kulturwerten in Beziehung gesetzt werden kann - oder wo nicht umgekehrt sie auch subjektiv einfach als ökonomischer Zwang empfunden werden muss -, da verzichtet der einzelne heute meist auf ihre Ausdeutung überhaupt. Auf dem Gebiet seiner höchsten Entfesselung, in den Vereinigten Staaten, neigt das seines religiös - ethischen Sinnes entkleidete Erwerbsstreben heute dazu, sich mit rein agonalen Leidenschaften zu assoziieren, die ihm nicht selten geradezu den Charakter des Sports aufprägen. Niemand weiß noch, wer künftig in jenem Gehäuse wohnen wird und ob am Ende dieser ungeheuren Entwicklung ganz neue Propheten oder eine mächtige Wiedergeburt alter Gedanken und Ideale stehen werden, oder aber - wenn keins von beiden - mechanisierte Versteinerung, mit einer Art von krampfhaftem Sich - wichtig - nehmen verbrämt. Dann allerdings könnte für die "letzten Menschen" dieser Kulturentwicklung das Wort zur Wahrheit werden: "Fachmenschen ohne Geist, Genussmenschen ohne Herz: dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe des Menschentums erstiegen zu haben."
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2.0 von 5 Sternen Schulbuch, 29. Januar 2013
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Muss man das wirklich armen Schülern in der E-Phase der Oberstufe in PoWi antuen? Im Studium mag es angehen, in der Schule, bei 15-16 jährigen, ist es eine Quälerei!
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Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus: Vollständige Ausgabe
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