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3,9 von 5 Sternen
Die Assyrer: Geschichte, Gesellschaft, Kultur
Format: TaschenbuchÄndern
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juni 2007
Eva Cancik-Kirschbaums Buch gibt einen recht guten, freilich - aufgrund des bescheidenen Umfangs - recht oberflächlichen Überblick über die Geschichte und Kultur der Assyrer, eines der wohl mächtigsten Völker des alten Orients. Dabei begnügt sich die Autorin nicht allein mit der Historie, sondern streift auch Themen wie Verwaltung, Religion sowie die Stellung der Könige nebst ihren vielen Frauen. So gesehen ist Frau Cancik-Kirschbaums Buch vor allem für Studenten geeignet, die sich in die Materie erst einlesen möchten und auf der Suche nach weiterführender Literatur sind.
Was meiner Ansicht nach zu kurz kommt, das sind Erklärungen oder zumindest Erklärungsversuche. Warum erlangten die Assyrer in verhältnismäßig kurzer Zeit die militärische Oberhand über ihre Nachbarn? Warum gelang ihnen diese Expansion so spät, nämlich erst (grob) zwischen 850 und 650 v. Chr., wo doch Assur als Territorialstaat schon viel länger existierte. Und umgekehrt bleibt offen, weshalb das Reich plötzlich unterging. Allein die These einer "Überdehnung" befriedigt nicht. Gab es vielleicht militärische Entwicklungen, die an den Assyrern vorbeigegangen waren?
Als wirklich störend allerdings empfand ich den Umstand, dass der Text gespickt ist mit Interpunktions- und Grammatikfehlern. Es mag kleinlich klingen, aber von einer anerkannten Historikerin, vor allem aber auch von einem Wissenschaftsverlag wie Beck erwarte ich, dass wenigstens die Grundzüge der Kommasetzung bekannt sind. Tatsächlich konnte man bei der Lektüre den Eindruck gewinnen, dass spätestens nach jedem vierten Wort (ja, ich übertreibe!!!) ein Komma fällig war. Das muss nicht sein, nicht einmal nach der verkorksten Rechtschreibreform ... Und auch den korrekten Gebrauch des Genitivs sollte die Autorin nicht scheuen - er beißt nicht!
Aus diesen beiden Gründen gibt es zwei Sterne Abzug.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juni 2015
Es ist faszinierend, wie unglaublich eurozentristisch und auf die letzten 2.500 Jahre fokussiert unser Geschichtsverständnis ist. So sehr wir uns auch um einen globalen und langfristigen Blick in die Geschichte bemühen, so sehr kleben wir durch kulturelle Prägung doch in diesen Parametern wie Fliegen im Spinnennetz. Es tut daher gut, sich als Gegenmittel einfach mal in Zeiten und Räume einzulesen, die einem bisher fremd und unbekannt waren. Der altorientalische Raum ist dabei kein schlechter Start, denn hier kommt man zumindest schon mal ansatzweise aus dem Mittelmeerraum raus und legt im Gegensatz zur europäischen Antike noch einmal 2000 Jahre drauf. Babylonier, Sumerer, Hethiter sind klingende Namen; Hurriter, Elamer und Kimmerier nun weniger, aber auch spannend – die Auswahl ist also groß.

Meine Wahl fiel auf die Assyrer, aus zwei Gründen: Zum einen habe ich in Jugendtagen den Roman „Lugal“ nicht nur gelesen, sondern auch geliebt. Und zweitens sind die Assyrer militärhistorisch ausgesprochen faszinierend.

Cancik-Kirschbaums Einführung aus der Beck'schen Reihe erfüllt grundsätzlich erstmal die Erwartung, die man an so ein Buch richten kann: Auf sehr knappem Raum arbeitet sie ein Thema sehr breit und dabei so tief ab, wie es der geringe Raum eben erlaubt. Das resultiert in einem knackigen Überblick, der alle möglichen thematischen Aspekte vereint. Ausgesprochen lobenswert ist dabei, dass Cancik-Kirschbaum immer wieder erläutert, welchen Einfluss die Quellenlage auf unser Wissen über die Assyrer hat. Das macht nicht nur die einzelnen Themen verständlicher, es macht vor allem nachvollziehbar, warum das Buch strukturiert ist, wie es ist, und warum es dünne Teile und blinde Stellen gibt. Wie kaum zu vermeiden, resultieren die sehr gerafften Darstellungen gelegentlich in Ratlosigkeit beim Leser, aber das liegt in der Natur solcher hochkompakten Bücher und ist kaum zu vermeiden.

Schade ist allerdings, das die Autorin einen derart trockenen Stil pflegt, das aber auch so gar keine Faszination für die Zeit, den Raum und die Menschen aufkommen will. Man muss ja nicht den Knopp machen, aber die hier zeigt sich wieder mal die für den deutschen Wissenschaftsbetrieb typische Staubtrockenheit. Das machen die britischen und amerikanischen Kollegen schon lange viel, viel besser: Ja, ein Buch muss fundiert sein, aber es darf gerne AUCH unterhalten.

Überrascht hat mich, dass die militärischen Aspekte im Buch gar keine Rolle spielen. Das war bei meiner Interessenlage enttäuschend, ist aber auch prnzipiell zweifelhaft: Ein Volk wie die Assyrer umfassend beschreiben zu wollen und dieses Thema nicht einmal auf ein bis zwei Seiten anzusprechen, riecht verdächtig nach den alten Vorurteilen gegenüber der Militärgeschichte als drittklassigem Interessengebiet. Schade, die Zeiten sollten vorbei sein. Dies gilt um so mehr, als dass ausdrücklich erwähnt wird, dass die Assyrer schwer an Vorurteilen über exzessive Gewalt zu tragen haben und das diese dekonstruiert werden müssten – nur passiert genau dies dann im Buch nicht.

Sei's drum. Das Buch leistet, was ich eingangs gefordert habe: Es tritt dem eigenen Eurozentrismus in die Kniekehlen. Wenn man liest, wie unglaublich komplex die assyrische Gesellschaft schon im dritten und zweiten Jahrtausend (!) vor der Zeitenwende waren, und dass dieses Staatswesen über ca. 2000 Jahre Bestand hatte, dann ruft das althergebrachte Staunen gegenüber den Griechen oder den Römern als „antike“ Zivilisationen künftig durchaus ein ironisches Lächeln hervor.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Anhand von Quellen wie Keilschrifttexten auf Tontafeln, archäologischen Funden oder überlieferten Texten, hat die Autorin einen Überblick über Geschichte und Kultur der Assyrer verfasst. Anhand der Tatsache, dass wenig Quellenmaterial zur Verfügung steht, kann man das Werk als guten Überblick bezeichnen.

Zentrale des Aufstiegs der Assyrer, welche sich um das 9. Jahrhundert v.Chr. zur Grossmacht erhoben, bildete die Stadt Assur. Anfänglich existierte man so als Stadtstaat zwischen etablierten Mächten wie des Ägyptern, Hethitern oder Mittani. Durch Handel avancierte die Stadt zu einem bescheidenen Wohlstand. Indem man später die politische Schwäche der Nachbarn ausnutzte, gelang es den Assyrern, sich als Territorialstaat, später dann als Grossreich emporzuheben. Die Expansion basierte auf den Tributzahlungen der Unterworfenen. Diese finanzierten den Wohlstand der assyrischen Eliten. Dieses System bedingte aber jeweils weitere Ausdehnungen und hierin lag dann wiederum die Basis des späteren Niedergangs.

Bei einem schwachen Herrscher kam es des öfteren dazu dass Verwalter sich zu Lokaldynasten erhoben. Unterworfene Klientelkönige bargen jeweils das Risiko von Aufständen. Dadurch war eine gewisse Instabilität des Reiches zu jedem Zeitpunkt möglich. Des weiteren bestand das Reich au seiner ethnischen und kulturellen Vielfalt, wo trotz administrativer Unterordnung keine Reichsidentität entstand.

Der Untergang des Assyrerreiches wurde so durch einen Aufstand der Chaldäern aus dem unterworfenen Babylonien gemeinsam mit den Medern, eingeleitet.

Neben den politischen Ereignissen geht die Autorin auf die religiösen, kulturellen und administrativen Begebenheiten der Assyrer ein. Religiös war der assyrische König der Vertreter des Hauptgottes Assur und handelte auf desses Befehl. Kulturell und administrativ erreichte das Reich eine hohe Entwicklung.

Das Büchlein ist flüssig geschrieben und allen Interessenten an den früheren orientalischen Kulturen zu empfehlen, insbesondere da es wenig aktuelles Lesematerial über die Assyrer gibt.
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am 26. Oktober 2013
In diesem kleinen Band aus der Reihe C.H.Beck-Wissen zeichnet Eva Cancik-Kirschbaum, eine Kennerin der altorientalischen Kulturen, die Geschichte des Volkes der Assyrer nach. Auf den etwas mehr als 100 Seiten legt die den Schwerpunkt dabei immer auf diejenigen Aspekte, die vor allem einen Laien interessieren dürften und ihm auch ohne Vorkenntnisse einen guten Einblick in deren faszinierende Kultur ermöglichen. Dass ihr eben dies gelungen ist, zeigt sich nicht zuletzt in dem Umstand, dass ihr Band inzwischen in zweiter Auflage vorliegt.

Der Fokus des Bandes liegt insgesamt merklich auf einer chronologischen Darstellung vor allem der politischen Geschichte Assyriens. Dem sind zunächst aber einige umfangreichere Ausführungen zu Quellenlage, Forschung und Forschungsgeschichte um dieses Volk vorgelagert. Dann jedoch arbeitet sie sich systematisch von den Anfängen Assurs im dritten und frühen zweiten vorchristlichen Jahrtausend bis zum Untergang des assyrischen Imperiums im späten 7. Jahrhundert v. Chr. vor. Dabei lässt sie wiederholt textliche wie archäologische Quellen zu Wort kommen und passt den Gegenstand ihrer Ausführungen an diejenigen Aspekte der Geschichtsschreibung an, zu welchen am meisten Informationen verfügbar sind.
Im Anschluss folgen noch einige kürzere Erläuterungen zu spezifischen Aspekten assyrischer Gesellschaft und Kultur. Auch diese werden, sofern möglich und sinnvoll, in ihrer historischen Entwicklung dargestellt. Insgesamt wirkt dieses Kapitel jedoch eher wie ein Lückenbüßer, mit welchem diejenigen Aspekte abgehandelt werden, die sich in die übrige Darstellung nicht einfügten.

Cancik-Kirschbaums Buch wird durch gelegentliche bildliche Darstellungen aufgelockert. Dies könnte insgesamt jedoch noch etwas stärker geschehen. Gelungen ist jedoch das knappe Literaturverzeichnis, das dennoch die wichtigsten weiterführenden Gesamtdarstellungen zur assyrischen Kultur benennt, ohne sich in Details zu verlieren. Etwas mehr Energie hätte jedoch in das Lektorat gesteckt werden sollen, wodurch sich hätten Grammatik- und Zeichensetzungsfehler vermeiden lassen. Gleichwohl ist dieses Buch in einfacher und verständlicher Sprache geschrieben und daher auch als Feierabendlektüre geeignet.

Insgesamt lässt sich das Werk damit all denjenigen nahelegen, die sich einen schnellen ersten Einblick in die Kultur der alten Assyrer verschaffen wollen. Dies gilt insbesondere für interessierte Laien, aber auch Studenten der Altorientalistik mögen hierin einen ersten und vor allem aktuellen Anlaufpunkt finden. Für einen tieferen Einblick wird man freilich auf die am Ende des Werkes aufgelisteten weiterführenden Bände zurückgreifen müssen; doch gehören vertiefte Einblicke sicher nicht zum Anliegen dieses Bandes.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. März 2005
Neben Babyloniern und Sumerern haben die Assyrer wesentlich den Alten Orient geprägt. Ihr schlechtes Image wird gründlich rela-
tiviert, sie erscheinen alltagsnah und plastisch. Dennoch wird
ihrer Geschichte genügend Raum gegeben. Auch wenn Originaltexten
und dem täglichen Leben mehr Raum gegeben werden könnte, ist das Buch
als Einstieg in den Alten Orient als Wissensgebiet und Hobby
sehr geeignet und macht Appetit auf mehr.
Zur Lektüre für den historisch kulturell Interessierten kann
es uneingeschränkt empfohlen werden.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Oktober 2005
Ich habe selbst Vorlesungen bei Fr. Kirschbaum besucht und kann jedem dieses Büchlein ans Herz legen, denn es verschafft auch dem Neueinsteiger einen tollen Überblick über die Kultur der Assyrer und macht neugierig....
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Februar 2010
Nun habe ich aus dieser Beck'schen Reihe schon zahlreiche Werke gelesen. Zu diesem Werk muß ich eines klar sagen. Es ist mit Abstand das Schwächste. Andere Autoren bringen in den wenigen, meist nur 120 - 130 Seiten umfassenden Büchlein kurz und inhaltsreich einen groben, nicht tiefergehenden aber als Angfangslektüre geeigneten Einblick in das jeweilige Fachgebiet. Dieses Buch hingegen wirkt eher wie eine jener Pseudo-Geschichtssendungen im Fernsehen. Viele Worte, wenig Inhalt. Mag die Autorin möglicherweise in diesem Fach bewandert sein, so hat sie dies hier in keinster Weise gezeigt.
In meinen Augen ist dieses Werk nur für den absoluten Laien, bzw. Schüler geeignet.
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