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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Weltmacht und ihre Außenpolitik
Auf gut 260 Seiten die Außenpolitik der Vereinigten Staaten seit 1917 zu behandeln, ist ein gewagtes Unternehmen. Stephan Bierling wagt - und gewinnt. Präzise und souverän in der Aufbereitung des Stoffes legt der Verfasser, Professor für Internationale und Transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg, einen konzisen und informativen...
Veröffentlicht am 7. Juli 2003 von Midos

versus
8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein verlogenes Machwerk aus dem Elfenbeinturm
Bierling beschreibt die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik als reine Abfolge von politischen Ereignissen aus der Sicht der Mächtigen. Das kann man in jedem guten Lexikon kompakter und besser nachlesen.
In der Art und Weise, wie er unterwürfig jede ernsthafte Kritik an der US-Außenpolitik vermeidet, grenzt das Buch an US-Propaganda der...
Veröffentlicht am 27. März 2010 von eyes wide shut


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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Weltmacht und ihre Außenpolitik, 7. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Auf gut 260 Seiten die Außenpolitik der Vereinigten Staaten seit 1917 zu behandeln, ist ein gewagtes Unternehmen. Stephan Bierling wagt - und gewinnt. Präzise und souverän in der Aufbereitung des Stoffes legt der Verfasser, Professor für Internationale und Transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg, einen konzisen und informativen Überblick vor.
Dabei orientiert sich der Autor weitgehend chronologisch an den geschichtlichen Meilensteinen; dadurch entsteht ein zusammenhängendes Panorama der Ereignisse sowie ihrer Entstehung und Folgen. Positiv fällt auf, dass dem Vietnamkrieg ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Der sonst häufig nur am Rande erwähnte Konflikt in Südostasien erhält wegen seiner weitreichenden Auswirkungen damit eine angemessenes Gewicht.
Hervorzuheben ist auch die Erläuterung der Grundlagen der amerikanischen Außenbeziehungen vor der eigentlichen Darstellung. Dort werden empathisch, aber mit kritischer Distanz die natürlichen, geistigen, institutionellen und historischen Hintergründe, Voraussetzungen und Determinanten der auswärtigen Politik der USA beleuchtet. Nicht nur der weit gefasste Untersuchungszeitraum seit 1917, sondern vor allem die gelungene Vermittlung der Beweggründe und Motive ermöglichen ein tieferes Verständnis der amerikanischen Außenpolitik. Dadurch wird das Ziel des Buches, die Besonderheiten und die großen Linien der US-Außenpolitik herauszuarbeiten, erreicht. Sowohl die Fehler, als auch die Leistungen der Vereinigten Staaten werden dabei ausgewogen geschildert. Nicht zuletzt deshalb erscheint der Text angesichts der momentan emotionalen Empörung und moralisierenden Diskussion über die Vereinigten Staaten als sachorientierte Arbeit genau zum richtigen Zeitpunkt.
Flüssig und verständlich geschrieben, mindert nur die etwas zu kleine Schriftgröße das Lesevergnügen. Ein Anhang mit Anmerkungen und ein wenig zu knapp ausgefallenen, dafür aber annotierten Literaturhinweisen schließen das gelungene Werk ab.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als Einführung in die Thematik schlicht hervorragend, 22. Oktober 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Stephan Bierling hat eine hervorragende Einführung in die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik seit 1917 auf 270 Seiten vorgelegt. Dabei geht er in einem Abschnitt auch auf die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik seit ihrer Gründung im Jahre 1789 ein und macht seine Darstellung plausibel. Ähnlich wie Christian Hacke in seiner - wesentlich umfangreicheren - Darstellung über die amerikanische Außenpolitik von Kennedy bis Bush "Zur Weltmacht verdammt" (aktualisierte Ausgabe 2003) geht Bierling auf die Institutionen (Präsident, Kongress, gesellschaftliche Akteure) ein und beleuchtet kurz auch die Voraussetzungen der amerikanischen Außenpolitik (Raum, Wirtschaftskraft, Geschichte), bevor er eine knappe Darstellung der Außenpolitik von Wilson bis Bush junior gibt. Insbesondere die Außenpolitik unter Bush junior seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ab s. 239, die Entwicklung der Bush-Doktrin wird präzise erläutert und dadurch verständlich gemacht. Das Buch endet mit dem Ende des militärischen Feldzuges gegen den Irak mit einer gemischten Bilanz. Trotz gravierender völkerrechtlicher Einwände und Bedenken hätten die USA und Großbritannien die Militäraktion durchgezogen und die Terrorherrschaft Saddam Huseins innerhalb von nur drei Wochen beendet. "Dabei kamen auf beiden Seiten zwar weit weniger Soldaten und Zivilisten ums Leben als im Golfkrieg 1991 und als von vielen Beobachtern vorhergesagt. Der schwierigste Teil des Unterfangens, die politische Stabilisierung und der wirtschaftliche Wiederaufbau des Irak sowie eine Befriedung des israelisch-palästinensischen Konfliktes steht den Vereinigten Staaten allerdings noch bevor. Es wird sich zeigen, ob die Regierung Bush dazu in der Lage ist, über den Einsatz militärischer Gewalt hinaus politische Konzuepte zu entwickeln und erfogreich umzusetzen" (S. 252). In einem - kurzen Epilog bilanziert der Autor, der amerikanische Aufstieg zur Weltmaht sei ni! cht so sehr einer bewussten Strategie entsprungen, die eigene Herrschaft zu erweitern, sondern sei mehr die Folge von Aktionen gewesen, die Washington entweder aufgezwungen wurden oder die es zur Verteidigung anderer unternommen habe. Einmal herausgefordert, neigten die Vereinigten Staaten, die weltpolitisch aufgrund eines stabilen innenpolitischen Zweiparteiensystems handlungsfähig gewesen seien, zwar zu Simplifizierungen und zu Überreaktionen. Die "checks and balances" im demokratischen Prozess, der Wunsch der Bevölkerung, nach großen internationalen Anstrengungen das amerikanische Engagement zu reduzieren sowie das weltanschauliche Leitbild von Demokratie, Menschenrechten und Marktwirtschaft hätten dafür gesorgt, dass sich Fehlentwicklungen in der amerikanischen (Außen-)politik in Grenzen gehalten hätten. "Dass die Bipolarität des Kalten Krieges ohne große geopolitische Verwerfungen in eine amerikanische Unipolarität überführt werden konnte und sich die potentiellen Rivalen der USA nicht gegen die Supermacht verbündeten, lag bislang in erster Linie an der fehlenden Bedrohung, die von der amerikanischen Vormachtstellung ausging. Auch künftig wird die Außenpolitik der Vereinigten Staaten aber nur dann breite internationale Unterstützung erfahren, wenn nicht die "harte Macht" der militärischen Gewalt im Vordergrund steht, sondern es Washington wie so oft in seiner Vergangenheit gelingt, seiner weltpolitischen Führungsrolle moralische Autorität und völkerrechtliche Legitimität zu verleihen."
Dies ist richtig. Allerdings kontrastiert dieses Fazit mit der - ebenfalls korrekten - Feststellung, das Bush junior einen der dramatischsten außenpolitischen Kurswechsel der amerikanischen Geschichte inszeniere (S. 239). Dies zeigt sehr deutlich die neue "Bush-Doktrin", die es erlaubt, "Schurkenstaaten", die Massenvernichtungswaffen besitzen oder erwerben wollen und damit die Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohen, mit "präemptiven Handlungen" entgegenzutreten, d.h. unschädlich zu machen. Leider erläutert Bierling hier nicht den Unterschied zwischen Prävention und Präemtion (vgl. hierzu: Karl-Heinz Kamp: Von der Prävention zur Präemtion? Die neue amerikansche Sicherheitsstrategie in: Internationale Politik, Heft 12/2002). Die amerikanische Sicherheitsdoktrin spricht nämlich von Präemtion und setzt damit einen unmittelbar bevorstehenden gegnerischen Angriff voraus. "Als präventiv gilt eine Kriegshandlung dagegen, wenn sie lediglich auf der Annahme beruht, dass in der nächsten Zeit mit einer militärischen Offensive des Gegners zu rechnen ist."). Die sich daraus ergebende spannende Frage, inwieweit Bush bei dem Irak-Krieg gegen seine eigene Doktrin verstossen hat, erörtert Bierling nicht. Recht hat Bierling dagegen, dass die Praxis der Bush-Doktrin durch eine expansive und aktivistische Sichtweise der Vereinigten Staaten gekennzeichnet ist. Auch die Darstellung der Irak-Krise, die sich zu einem "diplomatischen Albtraum für die USA" entwickelte (S. 250) ist korrekt. So beschreibt Bierling detailliert das Scheitern der Diplomatie vor dem Waffengang und die Entscheidung Bushs am 18. März 2002, die aussichtslosen Bemühungen, eine weitere Resolution des UN-Sicherheitsrates zu erhalten, die einen Angriff auf den Irak legitimiert hätten, zu beenden. "Die USA berifen sich dabei auf die Verletzung der Waffenstillstandsvereinbarung aus dem Jahr 1991, die in Resolution 1441 ein weiteres Mal festgestellt worden war. Ohne explizite Billigung des obersten UN-Gremiums hielten aber die meisten anderen Sicherheitsratsmitglieder und die große Mehrheit der Völkerrechtler einen Krieg zur Entwaffnung des Irak für unzulässig. Das Ziel des Regmiewechswels widerspricht ohnehin den Statuten der Vereinten Nationen. Das Fehlen eines UN-Mandats und einer breiten internationalen Koalition reduzierte außerdem die Chancen, die gewaltsame Intervention in der arabischen Welt als legitim erscheinen zu lassen."
Dies ist richtig, hätte aber durchaus deutlicher ausgesprochen werden können. Insofern ist die im Epilog angemahnte Besinnung auf moralische Autorität und völkerrechtliche Legitimität, die notwendig ist, um die amerikanische Vormachtsstellung nicht als Bedrohung anzusehen (bis 1990 wurde die USA als "gutmütiger Hegemon" betrachtet), notwendiger denn je. Nach Bierlings Werk kann man die Politik der Weltmacht USA eindeutig besser verstehen und einordnen. Wer darüber hinaus noch weitere Informationen zur Geschichte der jüngeren amerikanischen Außenpolitik sucht, sei auf das oben erwähnte Werk von Christian Hacke verwiesen.
Insgesamt eine hervorrgende Einführung nicht nur in die Außenpolitik, sondern auch in die Rolle und auch das politische System der einzigen Weltmacht USA.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein verlogenes Machwerk aus dem Elfenbeinturm, 27. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Bierling beschreibt die Geschichte der amerikanischen Außenpolitik als reine Abfolge von politischen Ereignissen aus der Sicht der Mächtigen. Das kann man in jedem guten Lexikon kompakter und besser nachlesen.
In der Art und Weise, wie er unterwürfig jede ernsthafte Kritik an der US-Außenpolitik vermeidet, grenzt das Buch an US-Propaganda der billigsten Sorte.

Am Beispiel des Vietnam-Krieges soll dies verdeutlicht werden:
- Es werden die Toten dieses Krieges auf amerikanischer Seite exakt genannt, über die Toten auf vietnamesischer Seite (bis zu 5 Mio) schweigt Bierling;
- Die Folgen des Krieges für die Veteranen werden verschwiegen (die Zahl der Selbstmorde übersteigt mittlerweile die der US-Kriegsopfer).
- Der flächendeckende Einsatz von Agent Orange wird mit keiner Silbe erwähnt, natürlich ebenso wenig die verheerenden Folgen, die dies bis heute hat;
- Der Krieg in Kambodscha wird nur beiläufig erwähnt;
- Der CIA-Krieg in Laos wird komplett ausgelassen;
- Der wesentliche Einfluss des industriell-militärischen Komplexes auf diesen Krieg und andere US-Kriege wird übergangen

Selbst bei Wikipedia erhält man mehr und bessere Informationen zum Vietnam-Krieg als beim sog. Professor Bierling.

Ganz wichtig hingegen scheint Bierling zu sein, dass Kissinger (einer der schlimmsten US-Kriegsverbrecher) 1973 den Friedensnobelpreis erhielt (ja wofür eigentlich?).

Die Mängelliste ließe sich beliebig fortführen, insbesondere auch in Bezug auf die aktuellen Kriege in Afghanistan und Irak. Auch hier werden die Ursachen gefärbt, einseitig und weitgehend unkritisch aus US-Sicht dargestellt. Ich empfehle hier zum Beispiel, nach Informationen über "Uranmunition" oder "depleted uranium" zu suchen.

Die Lücken und Mängel dieses Buches erkennt man am besten, wenn man sich schon recht intensiv mit amerikanischer Außenpolitik befasst hat. Dann braucht man dieses Buch aber nicht zu lesen, da es nichts Erhellendes liefert und einfach nur noch ein ärgerliches, dünnes Brett ist.
Gerade solch Geschichtsklitterung und Einseitigkeit trägt entscheidend zur Unglaubwürdigkeit der amerikanischen Politik und der "westlichen Wertegemeinschaft" bei. "Einsteiger" kann man vor dieser Art von Halbwahrheiten und Desinformation deshalb nur warnen.

Nach Durchsicht des Buches wird aber zumindest verständlich, warum Bierling seine Professur für internationale Politik in Regensburg bekommen hat. Sein Werdegang und seine "Auszeichnungen" zeigen deutlich, dass er als Gewährsmann der unkritischen Transantlantiker an diesen Lehrstuhl gesetzt wurde und dort Wirkung in den Köpfen der Studenten entfalten darf. Für den Nachwuchs an unkritischen Abnickern ist also vorgesorgt.

Ein Stern ist für dieses ärgerliche Buch noch zuviel. Das Geld ist leider schon rausgeschmissen.

Ich empfehle für eine wirklich kritische, immer aktuelle und weitgehend kostenlose Information die Site der AG Friedensforschung an der Uni Kassel.
Die andere Seite der US-Außenpolitik wird insbes. von Noam Chomsky seit Jahrzehnten dargelegt, aber auch von Michel Chossudovsky, Nomi Klein, John Pilger, Peter Dale Scott und vielen anderen.

Man kann ganz besonders den Studenten nur empfehlen, sich dringend mit diesen genannten Autoren und anderen Quellen auseinander zu setzen, um der geplanten Total-Verblödung durch Leute wie Bierling mit Intelligenz zu begegnen. Intelligenz ist die Waffe, für die es auch an deutschen Unis noch kein Gegenmittel gibt.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut verständliche Schilderung, 10. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Bierling, der für einen Professor erstaunlich klar und lebendig formliert, stellt in diesem Buch fundiert und übersichtlich die Entwicklung der US-Außenpolitik der letzten 90 Jahre dar. Dabei geht er zunächst auf die geographischen, verfassungsrechtlichen und historischen Rahmenbedingungen ein und geht dann nacheinander die politischen Epochen von 1917 bus zur Gegenwart durch. Er führt vor Augen, dass Amerika als dominierende Weltmacht eine Erscheinung der jüngsten Zeit ist und dass dieses Land die Hegemonialrolle nicht aktiv erstrebt hat, sondern in sie hineinwuchs. Die langfristigen Strömungen, wie zum Beispiel der oft wiederaufscheinene isolationistische Impuls werden ebenso geschildert wie die Wendepunkte der US-Außenpolitik und die Motive der Handelnden.

Insgesamt fördert das Buch das Verständnis der amerikanischen Außenpolitik, ihrer Fundierung in Werten unterschiedlicher Art und ihrer Organisationsstrukturen. Sehr hilfreich für alle an internationaler Politik Interessierten.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Abhandlung, 24. Februar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Der Autor versteht es komplexe Zusammenhänge der amerikanischen Außenpolitik verständlich und interessant darzustellen. Trotz des hochschuldidaktischen Anspruchs verzichtet der Verfasser auf verkomplizierte Formulierungen und schont damit Auge und Geist des Lesers für das Wesentliche.
Das Buch bietet einen hervorragenden Einstieg und fundiertes Überblickswissen zur amerikanischen Außenpolitik seit dem ersten Weltkrieg und zu außenpolitisch relevanten US-Institutionen.

Wünschenswert für eine kommende Auflage wäre lediglich eine chronologische Übersicht über die wichtigsten Stationen der amerikanischen Außenpolitik.
Insgesamt handelt es sich um eine gelungene und sehr lesenswerte Abhandlung, die für interessierte Einsteiger wie auch Kenner gleichermaßen geeignet ist.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Überblick der amerikanischen Außenpolitik, 9. Oktober 2006
Von 
Gordian Ezazi (Troisdorf, Nordrhein-Westfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Im Gegensatz zur europäischen Mächtepolitik, deren Wurzeln weit zurückliegen und dessen Geschichte von Personen wie Karl dem Großen, Napoleon Bonaparte oder zweifelhaften Massenmördern wie Adolf Hitler bestimmt wurde, mutet die Historie der amerikanischen Außenpolitik geradezu unschuldig, gar jungfräulich an.

Seit der Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert und der Erklärung seiner Unabhängigkeit vom britischen Empire im 18. Jahrhundert, gelang der Kontinent in den Fokus der Weltpolitik. Stephan Bierling, Professor für Internationale und Transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg, zeichnet ein konzises und übersichtliches Bild über die (nord-)amerikanische Außenpolitik seit 1917. Die Zeit vor dem Eintritt in den Ersten Weltkrieg, der infolge des totalen deutschen U-Boot-Krieges unvermeidlich schien, wird bei Bierlings Betrachtungen nur nebenbei gestreift. Interessant: Der Autor zeichnet dabei ein genaues Bild der amerikanischen Machtpolitik, das sich betulich abhebt von mancherorts gehegten Interpretationen. Auch Amerika agierte imperial, hierfür führt Bierling die Konfrontationen mit Mexiko (1845), Alaska sowie Hawaii an. Der Befreiungskampf gegen den spanischen Usurpator (1898) interpretiert Bierling als Eintritt der USA als regionaler Akteur „in Lateinamerika und Südostasien“ (Seite 30).

Wie gesagt, derlei wird nur knapp und überschaubar zu Beginn des Buches angesprochen, was allerdings auch mit einem kleinen Wermutstropfen behaftet ist. Die folgenden Ausbreitungen und Analysen über die Wilsonsche Friedenspolitik (vor und nach dem Ersten Weltkrieg) und Roosevelts Reformen in Zeiten der Weltwirtschaftskrise werden passend beschrieben. Das ist zuweilen zwar nicht immer besonders informativ, wird jedoch der Aufgabe des Buches gerecht: eine Übersicht zu bieten. Die Post-Kriegszeit analysiert Bierling stringent entlang seiner Methodik: Welche Mächte/Kreise bestimmten die (Außen-)Politik der USA. Und Welche Bedeutung maß der Präsident eben jener Außenpolitik bei.

Beides relevante Fragestellungen: So erweist sich Roosevelts Nachfolger Truman als renitenter Nicht-Visionär, der große Beratungszirkel scheute und Beschlüsse in geheimen Sitzungen mit seinem Außenminister zu beraten pflegte.

Er zeichnet ein detailliertes Bild von den Entscheidungsträgern und Machtlobbys, die bei den außenpolitischen Handlungen der USA all die Jahre hinweg von Interesse waren.

Der Kalte Krieg und dessen Folgen (Vietnam-Krieg) beschreiben dabei logisch die sich vermehrenden außenpolitischen Probleme und Verwicklungen, die die moralisch-ethischen Kategorien (Werte) der Amerikaner auf die Probe stellten.

Bierlings Beschreibungen bleiben nicht immer objektiv, können und sollen sie auch nicht, allerdings vermag er es dabei nicht seine offenkundige Sympathie für die konservativen Präsidenten zu verbergen: Während von Carter und Clinton ein geradezu negatives Bild gezeichnet wird, verkommt Bush Senior zum unfehlbaren Außenpolitiker, der ausschließlich über die innenpolitische Lage stolperte.

Dennoch: Dieses Buch ist eine gelungene Einführung in die historisch gesehen erst kurze, dafür aber überaus ereignisreiche außenpolitische Geschichte der USA, die die Bush-Politik als Scheideweg einordnet. Doch welchen Weg wird Amerika zukünftig einschlagen?
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gutes Buch, 28. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Die ersten einführenden Kapitel sind etwas langweilig. Aber die Geschichte selbst ist sehr gut geschrieben. Bierling hätte noch etwas mehr über den Vietnamkrieg schreiben können, damit man sich eine Meinung machen kann, denn so wie es aussieht, bat Südvietnam die USA um Hilfe, als Nordvietnam das ganze Land kommunistisch machen wollte. Amerika war involviert und gab die Aufgaben an die südvietnamesische Regierung weiter, als es sich zurück zog. Den Angriff auf Irak im Jahre 2003 betrachte ich als völlig gerechtfertigt, denn Irak war eine totalitäre Diktatur. Saddam Hussein ließ 200.000 Kurden ermorden und unterdrückte seine Minderheiten. Leider verstieß Bush gegen das Völkerrecht, als er Irak angreifen ließ. Bei Afghanistan war das anders. Da war auch die UNO involviert und gab ihre Zustimmung zum Angriff. Die Taliban wollten bin Laden nicht rausrücken. 1996 errichteten sie einen totalitären Gottesstaat, wo Dieben die Hand abgehackt wird und untreue verheiratete Frauen gesteinigt wurden. Dazu kam, dass früher berufstätige Frauen, die zum Beispiel als Ärztinnen arbeiteten, nicht berufstätig sein durften. Hatten sie keinen Mann, der sie ernährte, mussten sie verhungern. Das war die Terrorherrschaft der Taliban, die 2003 gestürzt wurde, und das zurecht. Ich hoffe, dass die Taliban vollständig besiegt und inhaftiert werden, damit sie nie wieder rauskommen. Das einzige, was ich schlecht finde, sind die Gefängnisse von Guantánamo und das Foltern von Gefangenen. Die USA müssen sich an rechtsstaatliche Gesetze halten.
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2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zugegeben, ziemlich gut, 6. Februar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Musste im Grundkurs ein Referat über dieses Buch halten. Hatte erst mal Angst, überhaupt nichts zu begreifen, weil die US-Außenpolitik schon ein, sagen wir mal "komplexes", Thema ist. Bierlings Buch liest sich ziemlich gut, flüssig, interessant, so gar nicht wie ein Lehrbuch. Und trotzdem stellt man auf einmal fest, dass man ziemlich viel gelernt hat, wenn man es gelesen hat. Respekt. So viel Information auch noch interessant verpacken. Das ist eine Leistung!
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1 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassige Lektüre - Super Überblick, 27. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart (Taschenbuch)
Prof Bierling, an dessen Institut ich mit freuden studiere, legt hier ein kompaktes, preiswertes, informatives und extrem gut lesbares Buch vor, das wie ich finde hervorragend einen Überblick über den Sachverhalt darstellt.
Von gewissen US-Basics ausgehend beschreibt er die Entwicklungen und die Geschichte der US Aussenpolitik so, dass es auch für den Laien und Neueinsteiger verständlich ist, verzichtet dabei auf wissenschaftlichen Firlefanz oder halbseitige Fußnoten wie in seinem Buch zur deutschen Aussenpolitik.
Wer sich schon immer etwas eingehender mit der US Aussenpolitik beschäftigen wollte, und mit etwas kompaktem anfangen will ist hier gut beraten.
Stundenten der UNI Regensburg haben dieses Buch sowieso als Pflichtlektüre. Übrigens sehr empfehlenswert, der Politikwissenschaften Studiengang dort.
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Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart
Geschichte der amerikanischen Außenpolitik: Von 1917 bis zur Gegenwart von Stephan Bierling (Taschenbuch - November 2007)
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