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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Konzept, aber furchtbar trocken!, 1. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)
Das Buch ist gegliedert in vier Themenbereiche: 1. Grundlagen, 2. Epochen der politischen Geschichte, 3. Problemfelder und 4. Kontinuität und Brüche.

Im ersten Bereich werden Begrifflichkeiten definiert und Allgemeines über die russische Geographie und ethnische Zusammensetzung dargelegt.

Im zweiten Bereich wird die Geschichte Russlands vom Kiever Reich (10.-13. Jhdt) bis zur Russländischen Föderation in der Gegenwart abgehandelt. Dabei ist jede Epoche wiederum in Unterthemen gegliedert, sodass der Autor auf einzelne Strömungen und zum Allgemeinverständnis wichtige gesellschaftliche Gegebenheiten eingehen kann.

Im dritten und größten Teil des Buches beschäftigt sich der Autor mit Eigenheiten und Gegensätzen der russischen Gesellschaft/Geschichte/Geographie. So werden hier u.a. die Differenzen zwischen Land- und Stadtbevölkerung, die Stellung der Frau, das orthodoxe Christentum und Russlands Stellung zwischen Europa und Asien thematisiert.

Der vierte Teil ist zweieinhalb Seiten lang und wirkt wie ein zusammenfassendes Schlusswort.

Insgesamt ist die thematische Gliederung in meinen Augen sehr gelungen, jedoch liest sich dieses kleine Buch ziemlich trocken und mühsam (teilweise kommt man durch keine halbe Seite, ohne gedanklich schon weit abzuschweifen). Wie im C.H. Beck-Verlag üblich, ist es sehr spärlich mit ein paar Schwarz-Weiß-Landkarten der entsprechenden Epochen bebildert und es findet sich eine Zeittafel in Stichworten. Ungeschickterweise befinden sich die Karten am Ende des Buches, quasi im Anhang, und es bestehen so gut wie keine Hinweise im Text, die auf diese Karten verweisen. Für den Laien ist es daher etwas kompliziert, den geographischen Entwicklungen des Landes zu folgen, die doch eigentlich eine ziemlich wichtige Rolle für die russische Gesellschaft hatten/haben.

Für 7,90 Euro kann man allerdings kein farbenprächtiges Bilderlexikon verlangen, deswegen vergebe ich vier Sterne für die geballte Information, die hier auf knapp hundert Seiten geboten wird.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurze, aber dennoch umfassende Geschichte Russlands, 2. Februar 2006
Von 
Gordian Ezazi (Troisdorf, Nordrhein-Westfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)
Andreas Kappelers „Russische Geschichte“ erweist sich in vielerlei Hinsicht als schmackhafter und zugleich prägnanter Fundus zur komplexen Geschichte des größten europäischen Staates.
Als Kappelers Ausgangspunkt fungiert hierbei der lose Länderbund des Kiever Reiches (10.-11. Jahrhundert), das lange Zeit gute Kontakte zum Byzantinischen Reich pflegte und eher als diplomatische Macht auf dem internationalem Polit-Parkett agierte. Als Bruch mit dieser Tradition streicht Kappeler die im 13. Jahrhundert beginnende Tatarenherrschaft heraus. Im Anschluss an das „Tatarenjoch“ folgte im 15. Jahrhundert die Zeit des Moskauer Reiches, in der sich die das russische Staatengebilde peu a peu mediatisierte und konsolidierte.
Den Beginn der russischen Neuzeit datiert Kappeler auf die fundamentalen Reformen Peters des Großen, dessen Idee vom petrinischen Staat Russland langsam europäisierte (sowohl kulturell als auch politisch). Der Autor des zwar nicht umfangreichen, aber dafür sehr präzisen und anspruchsvollen Sujets, erarbeitet auch die Probleme der russischen Gesellschaft im Hinblick auf die große Bauern-Schicht und die Relevanz der Agrarpolitik: Archaische Landarbeit auf der einen und moderner, aristokratisch-hybrider Modernisierungsdrang auf der anderen Seite.
Als roter Faden bzw. wiederkehrendes Motiv dient jedoch nicht nur der Punkt Agrarpolitik, sondern darüber hinaus die prononcierte Erwähnung der passiven Gesellschaft gegenüber den autoritären Tendenzen der staatlichen Macht. Auch die bekannteren Daten der Russischen Geschichte (Russische Revolution, Kalter Krieg) werden erfasst und inhaltlich kritisch und präzise wiedergegeben.
Sehr zu empfehlen!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Andreas Kappeler Russische Geschichte, 18. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)
„In einer Zeit, in der uns Russland nicht mehr als militärische Bedrohung erscheint, sind die Chancen für ein nüchternes, unvoreingenommenes Verstehen seiner Geschichte und Gegenwart, größer geworden. Dies könnte uns vor übertriebenen Ängsten, Erwartungen und Enttäuschungen bewahren. Falls dieses kleine Buch dazu beitragen kann, hat es seinen Zweck erfüllt.“(S.95)
Mit diesen Worten lässt Andreas Kappeler sein Werk enden. Tatsächlich befindet sich der Westen in einer Phase, in der zwar noch etwas scheu, aber dennoch beständig, Interesse an Russland und seiner Kultur deutlich wird. Dies belegen, um das an der Musikszene festzumachen, erfolgreiche Popimporte wie „TATU“ oder das vermehrte auftauchen russischsprachiger Textfragmente innerhalb der Songtexte selbst (Fettes Brot: „Schwule Mädchen“). Ebenso zeichnen sich auch in der Modeindustrie, vor allem beim jungen Publikum Anklang findende Trends, wie in Kyrillisch bedruckte Textilien, ab. So ist oftmals auf der Brust des modebewussten jungen Menschen „AEROFLOT“ oder „CCCP“ zu lesen. Diese Hinterlassenschaft sowjetischer Symbole scheint für den Einen oder Anderen direkt aus einem mystischen Nebel vergangener Zeiten empor zu quellen, und findet letztendlich den Ansprüchen unseres Zeitgeistes genügend seinen Platz auf einer Nylonhandtasche oder einem zerfransten T-Shirt.
„Russische Geschichte“ soll all jenen unter uns dienen, die diesen Nebel ein wenig lichten mögen. Ob Andreas Kappelers Buch seiner von ihm formulierten Zielsetzung, wie sie dem obigen Zitat zu entnehmen ist, gerecht wird, soll im Folgenden aufgezeigt werden.
Inhaltlich wird das Buch in vier Abschnitte: Grundlagen, Epochen der politischen Geschichte, Problemfelder, Schluss: Kontinuität und Brüche, unterteilt. Eine Ausnahme bildet der letzte, welcher als ein zusammenfassendes Schlusswort zu betrachten ist. In diesem werden Bezugspunkte zu den schon im Vorwort und Abschnitt 1.1 beschriebenen Kontinuitäten und Brüchen aufgestellt, die sich wie ein Faden durch das gesamte Buch ziehen und immer wieder die Beachtung des Lesers suchen. Unter Brüchen versteht Andreas Kappeler jene Elemente russischer Geschichte, welche seit Entstehung des Moskauer Reiches im 15. Jahrhundert, oftmals für gewaltige Umwälzungen der sozialen, geographischen, demographischen oder politischen Verhältnisse, Verantwortung trugen. Im Gegensatz hierzu beschreibt er eben Kontinuitäten, die sich durch die Jahrhunderte hinweg ziehen, so zum Beispiel bei der Klärung der Frage nach dem europäischen Charakter Russlands (S.90 - S.92) oder der Kontinuitäten innerhalb des Sowjetsystems (S.51 – 52). Wie Schon die Worte Bruch und Kontinuität ein „Gegensatzpaar“(S.2) bilden, bemächtigt sich Kappeler zahlreicher solcher Gegensatzpaare, anhand derer er die russische Geschichte, bestehende und vergangene Zustände zu zeichnen versucht; „mächtiger Staat und passive Gesellschaft“ oder „Abwehr und Expansion“ (S.2) führt Kappeler als Beispiele an.Neben der Verwendung von Kontinuitäten, Brüchen und Gegensatzpaaren zur Darstellung der „Russische Geschichte“, erscheint der Aufbau des Buches einleuchtend. So ist es logisch, dass der Diskussion ob die russische Kultur europäischer oder asiatischer Natur sei, erst die Erläuterung der russischen Kultur an sich vorausgehen muss. Behutsam wird der Leser kurz und knapp in verschiedenste Themenbereiche wie die geographischen Gegebenheiten oder die Entstehung des Moskauer Reiches eingeführt, ohne ihn mit zu vielen Zahlen zu peinigen. Konsequenz dieses Faktums ist, dass einem noch so großen Lesemuffel angesichts der 112 Seiten an Lesestoff, nicht gerade eine unüberwindbare Barriere zugemutet wird.
Zu guter letzt findet sich im Anhang, ab Seite 96, eine Zeittafel mit allen Wichtigen Ereignissen bis 2004, für all jene unter uns Lesern, die begierig jedes Datum in sich aufsaugen, eine detaillierte Auflistung weiterführender Literaturhinweise, die wichtigsten vier Grenzverlaufskarten von 1550 bis heute und schließlich ein Sachregister.
Bleibt nur noch sich ein letztes Mal auf Andreas Kappelers Schlusswort zu beziehen (S.93): „Der Versuch eines gedrängten Gesamtüberblicks über ein Jahrtausend russischer Geschichte birgt eine Reihe von Gefahren. Komplizierte, von der Forschung differenziert analysierte Probleme werden stark vereinfacht. Die Ebene der Betrachtung ist abstrakt, die Dramatik von Ereignissen geht verloren, das Schicksal einzelner Menschen und ihr alltägliches Leben bleiben im Schatten von anonymen Strukturen.“ An dieser Stelle einen Dank an Herrn Kappelers Selbstkritik, kaum vorstellbar, dass man es noch besser hätte formulieren können. Was dieses Buch jedoch ausmacht: Wenn jemand sich für eine detaillierter Ausdifferenzierung des Begriffes Rus’ interessiert, schlägt er in einem Lexikon nach und wird dort vier verschiedene Erklärungsansätze für die Entstehung dieses Wortes finden, er wird dabei wahrscheinlich eine halbe Seite, je nach Genauigkeit der Ausführungen, vielleicht auch eine ganze gelesen haben und weiß bescheid. Er könnte aber auch das Buch „Russische Geschichte“ von Andreas Kappeler aufschlagen, genau 93 Seiten an Mehraufwand betreiben, wäre über die Entstehung des Begriffes Rus’ informiert und könnte am nächsten Morgen in der Klasse 9a eines Gymnasiums in Niederkrüchten oder an irgendeiner Universität in irgendeiner Stadt mit seinem Universalwissen an tausendjähriger Geschichte Russlands prahlen. Wen interessiert in Anbetracht solcher Tatsachen noch die verloren gegangene Dramatik von Ereignissen, falls doch, möge er unter „Hinweise auf weiterführende Literatur“ nachschlagen.
„Dies könnte uns vor übertriebenen Ängsten, Erwartungen und Enttäuschungen bewahren. Falls dieses kleine Buch dazu beitragen kann, hat es seinen Zweck erfüllt.“ - Hat es, und nicht nur das!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klein aber oho!, 11. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)
Zuerst war ich ein wenig skeptisch über dieses kleine Büchlein: Mehrere Jahrhunderte russischer Geschichte in so wenig Seiten gepresst. Ob das gut gehen kann? Es kann!

Das Buch ist in 4 Teile gegliedert: einen kurzen Grundlagenteil, der für erste Probleme und Unterschiede zwischen "Ruß", "russisch", "russländisch" und ethnische bzw. geographische Probleme bei der Betrachtung "russischer Geschichte" sensibilisiert. Im zweiten Teil folgt im eigentlichen Sinne eine kompakte chronologische Abfolge beginnend mit dem Kiever Reich. Der dritte Teil ist eine auf bestimmte Problemfelder bzw. Sachgebiete (Religion, Expansion und Abwehr, Staatsmacht, ...) bezogene Geschichtsbetrachtung, dem dann der vierte (Schluss-)Teil als eine Art kurzes Fazit folgt. Gut gelungen ist dem Autor die Hervorhebung des Roten Fadens - die direkte Linie, die vom Moskauer Reich bis zum heutigen Russland führt. Auch der stete Bezug und Vergleich zum heutigen Russland (bzw. dem von 1999) trägt zum Verständnis bei. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, dass Kappeler es trotz der geringen Seitenzahl schafft, dem Leser ein Verständnis für die Entwicklung des Landes, den Brüchen und Traditionen in der Geschichte mit auf den Weg zu geben. Zudem macht er darauf aufmerksam, dass es durchaus noch ungeklärte bzw. umstrittene Sachverhalte und räumt gleichzeitig mit einigen Vorurteilen auf.

Alles in Allem bleibt nach dem Lesen des Buches ein positiver Gesamteindruck, der Lust auf mehr macht, aber auch wenig bedauern lässt, dass die Reise durch die russische Geschichte so schnell vorbei ist.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Andreas Kappeler, Russische Geschichte, 23. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)
Kappeler verschafft dem Leser einen vernünftigen Überblick über die russische Geschichte und geht nachvollziehbar auf die von ihm gewählten Problemfelder ein. Das Buch eignet sich gut als Einstieg in das Thema. Vor allem überzeugt der fortlaufende Zusammenhang bis in die Gegenwart. Wenn man sich aber spezifischer mit der Thematik beschäftigen will, ist die Lektüre eines umfassenderen Werkes empfehlenswert.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen beck's serie, 4. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Russische Geschichte (Taschenbuch)
wie immer bei dieser serie von beck's ein idealer einstieg in ein thema auf ca. einhundert seiten. informative, genau recherchiert und von ausgewiesenen experten auf dem jeweiligen gebiet. für intensivere und detaillierte nachforschungen bedarf es dann weiterführender bücher.

fazit: ein hervorragendes buch um sich in ein thema einzulesen
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Russische Geschichte
Russische Geschichte von Andreas Kappeler (Taschenbuch - 4. Februar 2014)
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