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am 22. Dezember 2008
Wie deutsch sind die Deutschen?

Fragen wie die nach einer 'deutschen Leitkultur' oder danach, ob man stolz sein dürfe, Deutscher zu sein, haben in den letzten Jahren immer wieder die Gemüter erhitzt.
Während die einen selbstverständlich voraussetzen, es gäbe einen quasi-selbstverständlichen Konsens darüber was eigentlich deutsch sei, sich aber über die Charakteristika des Deutschen ausschweigen, erscheint den anderen bereits die Erwähnung deutscher Tradition und Charakters als 'rassistisch'. Bei der Debatte über ein Ein- bzw. Zu-wanderungsgesetz kann man beide Haltungen beispielhaft studieren. 'Die einen rufen 'Ausländer raus!', andere 'Ausländer rein!' Beides Mal ist die deutschen Neurose im Spiel. ' bemerkte Rüdiger Safranski treffend.
Es ist ermutigend, dass jenseits dieser neurotisch aufeinander fixierten Positionen auch differenzierte Beiträge vorgelegt werden, die der Frage, was typisch deutsch sei, mit wissenschaftlicher Klarheit und in angenehm unaufgeregter Sprache nachgehen. Hermann Bausinger steht für diese aufklärerische Linie seit Jahrzehnten. Als Volkskundler und langjähriger Direktor des Tübinger Ludwig-Uhland-Instituts hat er zahlreiche einschlägige Untersuchungen vorgelegt. Sein jüngstes Werk 'Typisch deutsch' beginnt er nicht - wie möglicherweise von manchen erwartet - mit den Stammeseigenschaften der alten Germanen, sondern mit der Diskussion des Sinns und Unsinns von Typisierungen wie etwa, die Deutschen seien Autoraser, Krawattenträger und Sandburgenbauer, wie sie von ausländischen Beobachtern häufig formuliert werden. Nach gründlicher vergleichender Analyse kommt er zum Schluss, dass diese Art von Typisierungen häufig eine 'Beschwörungsfunktion' hätten: 'Das in Wirklichkeit höchst komplizierte und schwer durchschaubare Fremde wird in ein überschaubares Muster gebannt, das als erklärendes Ordnungsschema dient.' Nicht besser verhält es sich mit den sprichwörtlichen deutschen Tugenden - Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit etwa - die als kollektive Selbstbilder dazu dienen, das Eigene gegenüber dem Fremden aufzuwerten: 'eine Selbstcharakterisierung, die zugleich Bekenntnis ist.'
Besonders erhellend sind die Untersuchungen der National- und Regionalspeisen, des Vereinswesens, der Gemütlichkeit, der Seßhaftigkeit und Reiselust, um mit einem Schlusskapitel, das durchaus vorsichtig-optimistiche Einschätzungen zur Entwicklung in Deutschland enthält, zu enden: 'Ausländische Beobachter registrieren in jüngster Zeit immer häufiger, dass die Deutschen 'lockerer' geworden sind. Wahrscheinlich verstehen nicht ganz wenige Deutsche dies immer noch als Vorwurf - es ist aber als Lob gemeint.

Hartmut Boger, Wiesbaden
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am 7. März 2015
Ich las dieses Buch, weil ich eine Studentin betreute, die eine Kursarbeit über das Thema "Typisch Deutsch" schreiben sollte. Meine Studentin war Engländerin, und ich arbeite in England als Lehrerin. Nach den ersten Seiten konnte ich einfach nicht aufhören zu lesen. Viele Dinge waren mir einfach nicht so bewusst z.B. dass die Deutschen den Wald lieben. Aber nachdem ich nun ein halbes Leben in England wohne, wird mir klar, dass man nirgendwo so einfach Wanderungen durch den Wald unternehmen kann, wie in Deutschland. In England gibt es diese Tresspassing Laws, die ein solches Unternehmen unmöglich machen.
Auch werden wir Deutschen so gesehen, als seien wir nicht ein vielfältiges Volk. Man denkt oft, dass wir so wie die Bayern sind. Das wäre so, als würde man denken, dass alle Briten Schottenröcke, die sogenannten Kilts tragen würden. Aber es gibt auch in GB eine Vielfalt. Da gibt es die z.B. die Morrison Dancers mit ihren traditionellen Kostümen.
Wussten Sie, dass die Franzosen die Gartenzwerge befreien wollen? Sehr revolutionär!
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