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4.0 von 5 Sternen 1000 Jahre Geschichte - besonders der Frauen., 6. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Frauen im Mittelalter (Gebundene Ausgabe)
In ihrem historischen Sachbuch erklärt Edith Ennen die zentralen Merkmale der Zeit von 500 bis 1500, ähnlich wie wir sie in Schulbüchern finden, doch besondere Beachtung gilt dabei den Frauen, die kaum greifbar hervorstechen in dieser Zeit, da das überlieferte Quellenmaterial in erster Linie von Männern verfaßt wurde und die Geschlechterverhältnisse - natürlich - anders lagen als heute. Doch es gelingt ihr, auf interessante Weise die Geschichte der Frauen im Mittelalter im Kontext dessen, was wir Geschichtsforschung nennen, herauszuarbeiten - ohne dabei polemisch zu werden oder gegen patriarchale Herrschaftsstrukturen zu wettern. Ein Geschichtsbuch anderer Art.
Im ersten Kapitel geht es um das frühe Mittelalter, germanische Stammesrechte, christliche Auffassungen von Ehe und Rechtsprechung, Königinnen und einflußreiche Frauen wie die Äbtissin Mathilde, um Lebensalltag, Kleidung und Speisen der hochadligen, niederen und unfreien Frauen nach historischen Zeugnissen. Innerhalb des bekannteren historischen Kontexts wird ein Blick auf die Frauen herausgearbeitet. Das Kapitel zum hohen Mittelalter, angesetzt von 1050 bis 1250, informiert über das aufkommende Stadtleben und die Rolle der Frauen darin, über Herrscher- und andere Ehen, über die weibliche Frömmigkeitsbewegung als Alternative für reiche Witwen, intelligente, bildungshungrige (adlige) Damen, solche, die sich nicht einem Mann in Ehe unterordnen wollen... Hildegard von Bingen spielt hier eine Rolle; Elisabeth von Thüringen wird vorgestellt. Der dritte Abschnitt in diesem Kapitel beschäftigt sich mit der höfischen Welt, dem Rittertum, den adligen Damen und Minneherrinnen. Auch hier hat die Juristerei einen besonderen Stellenwert; auch, weil diese Dokumente recht aussagekräftig sind. Das späte Mittelalter ist durch die Zeit der Pest geprägt. Dekadenz und Sittenverfall erweisen sich als Zeitzeichen; neben extremem religiösen Fanatismus zeigt sich gleichzeitig eine orgiastische Sinnenlust. Motive wie der Tod und das Mädchen sind typisch - Leid und Tod, Erotik und Begierde. Auch für diesen Abschnitt von 1250 bis 1500 richtet Ennen den Blick auf rechtliche Bedingungen für die Frauen, sie beschreibt die Entwicklung der Frauenklöster weiter und greift das städtische Leben erneut auf. Einen eigenen Abschnitt erhält die italienische Renaissance. Frauen gewinnen in der Politik an Bedeutung, und zwar nicht nur, weil sie macht- und gewinnbringend verheiratet werden. Und auch was auf dem Land geschieht, wird dargestellt.
Ein wie ich finde sehr lehrreicher Überblick über das, was wir unverdienterweise Mittelalter nennen. 1000 Jahre Geschichte der Frauen. Natürlich gäbe es dazu noch viel, viel mehr zu sagen. Aber die Forschung hat auch einiges nachzuholen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Frauen im Mittelalter
Frauen im Mittelalter von Edith Ennen (Gebundene Ausgabe - 29. Oktober 1993)
EUR 24,90
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