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4.0 von 5 Sternen Naturwissenschaftler im Dienst der Diktatur, 31. Januar 2007
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Forschen für den Führer: Deutsche Naturwissenschaftler und der Zweite Weltk (Taschenbuch)
Anders als im Ersten spielte im Zweiten Weltkrieg die Technik eine entscheidende Rolle. Er wurde zugunsten der Alliierten entschieden, weil diese die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse schneller und geschickter umzusetzen wussten.

War das 19. Jahrhundert das Jahrhundert der Chemie gewesen, die den damals innovativen Deutschen zu einer wirtschaftlichen Macht verhalf, die das restliche Europa irritierte, so wurde das 20. Jahrhundert von der Physik geprägt. Der Autor erzählt anfangs diese Entwicklung hin zur Quanten- und Atomphysik anschaulich nach.

Als Hitler an die Macht kam, entließ er massenhaft jüdische und anderweitig missliebige Forscher. Viele emigrierten und halfen später den Alliierten bei ihrem Kampf. Diejenigen, die blieben, wurden überwiegend zu Mitläufern, wie Heisenberg, von Weizsäcker und Wernher von Braun. Widerstand in Forscherkreisen war selten; vor allem fällt hier Max von Laue auf. Ein wesentliches Thema Cornwells ist natürlich der Wettlauf um die Entwicklung der Atombombe, falls man dies wirklich so bezeichnen kann, waren doch die Deutschen bei Kriegsende aus vielerlei Gründen weit von einem funktionierenden Reaktor entfernt. Der Autor greift aber auch die Raketentechnik, das Radar und die Codierungstechnik, die entscheidend zum Kriegsverlauf beitrugen, die Gräuel der Nazi-Mediziner, die unrühmliche Geschichte der IG Farben und alle weiteren Wissenschaftszweige auf und untersucht ihre Rolle und Bedeutung im Dritten Reich.

An diesem Buch fällt vor allem auf, wie objektiv der britische Autor an das schwierige Thema herangeht - gründlicher als viele deutsche Historiker versucht er, die deutsche Katastrophe anhand der historischen Entwicklung zu begründen und die bedeutenden Charaktere der deutschen bzw. deutschsprachigen Forschergemeinschaft aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu beleuchten. Gerade an der Figur Heisenberg scheiden sich die Geister: War er ein Held des passiven Widerstands, ein Nazi oder ein einfacher Mitläufer? Cornwell möchte jenen Geistesgrößen gerecht werden und zieht möglichst aussagekräftige Quellen heran. Er zeigt die Nazi-Gräuel und die hinter ihnen stehende Technik und Forschung unerbittlich auf, hinterfragt aber gleichzeitig das Manhattan-Projekt, auch dies selbstverständlich anhand gut ausgewählter, repräsentativer Quellen.

John Cornwells Buch erweitert das Verständnis der Vorgänge in Deutschland und der gesamten Welt während des 20. Jahrhunderts und ist auch wegen der hervorragenden Umsetzung unbedingt zu empfehlen.
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Forschen für den Führer: Deutsche Naturwissenschaftler und der Zweite Weltk
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