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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Ort ohne Menschlichkeit
Achtung Spoiler!

Dieses Buch ist wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, wie ein verfälschter Klappentext den Inhalt eines Buches darstellen kann. Aber der Reihe nach: Denis Avey ist jung und abenteuerlustig als er sich zum Militärdienst meldet. Nach seiner Ausbildungszeit wird er nach Afrika versetzt und vor Tripolis von deutschen Truppen schwer...
Veröffentlicht am 30. April 2011 von book.seller

versus
3.0 von 5 Sternen Ein Augenzeugenbericht
Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich vorweg ein, zwei Fakten vorausschicken:
Der Autor des Buches, Denis Avey, ist ein Kriegsveteran des Zweiten Weltkrieges gilt seit der Nachkriegszeit gemeinhin als "British Hero of the Holocaust." Seine Erlebnisse, die Denis Avey im Zweiten Weltkrieg gemacht hat, hat er zusammen mit Rob Broomby 2011 in seinem...
Vor 20 Monaten von Mephitidas veröffentlicht


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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Ort ohne Menschlichkeit, 30. April 2011
Von 
book.seller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Achtung Spoiler!

Dieses Buch ist wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, wie ein verfälschter Klappentext den Inhalt eines Buches darstellen kann. Aber der Reihe nach: Denis Avey ist jung und abenteuerlustig als er sich zum Militärdienst meldet. Nach seiner Ausbildungszeit wird er nach Afrika versetzt und vor Tripolis von deutschen Truppen schwer verwundet und gefangen genommen. Nach einer Odyssee durch verschiedene Gefangenenlager kommt er ins Lager E715, nahe Auschwitz. Dort sitzen alliierte Kriegsgefangene, die zur Arbeit gezwungen werden und die am Bau der Buna-Werke mitarbeiten. Sie arbeiten dort zwar mit Juden zusammen, werden aber viel besser behandelt, geschützt durch die Genfer Konvention. Denis Avey ist nach eigenen Aussagen ein Mann, der sich schon immer gegen Ungerechtigkeit eingesetzt hat. Um sich ein Bild vom Lager, der mit ihnen zusammen arbeitenden Juden zu machen, beschließt er sich dort einzuschleusen. Er tauscht mit einem Juden die Kleidung und betritt Auschwitz III. Am nächsten Tag erfolgt der Tausch zurück.

(An dieser Stelle suggeriert der Klappentext, dass Avey bis zu den Todesmärschen in Auschwitz III bleibt.)

Das kann man jetzt penibel nennen, oder Übertreibung was meinen ersten Satz angeht, doch Fakt ist, diese Übertreibung hätte dieses Buch nicht gebraucht. Es ist auch so schon ein schrecklicher Bericht. Avey beschreibt auch ausführlich das Leben in der Wüste und das Leben als einfacher britischer Soldat, was das erste Drittel des Buches ausmacht. Den Mittelteil gehört die Beschreibung des Lebens im Lager E715. Zum Abschluss erzählt er noch, wie es mit ihm nach dem Krieg weiterging. Das ewige Schweigen über die Kriegserlebnisse, Albträume, Nachwirkungen von Kriegsverletzungen.

2010 wurde Denis Avey vom britischen Premierminister als 'Hero of the Holocaust' geehrt. Zusammen mit dem Journalisten Rob Broomby hat er dieses Buch geschrieben. Es ist in einer einfachen Sprache gehalten und lässt sich flüssig lesen. Ab und an gibt es Wiederholungen des bereits erzählten, die man hätte auch weglassen können.

'Der Mann, der ins KZ einbrach' ist ein Buch über einen Menschen, der an einem Ort war, dem jede Menschlichkeit fehlte und der trotzdem nie den Mut verlor, für ein besseres Leben zu kämpfen. Zwar findet man hier nichts Neues zum Thema, was nicht schon in anderen Büchern geschrieben wurde, trotzdem ist es lesenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, 24. Juni 2013
Der Titel des Buches hält leider nicht, was er verspricht. Trotzdem hat mich dieses Buch gefesselt. Dieses Buch ist die Lebensgeschichte von Denis Avey, welcher Soldat und Kriegsgefangener war. Es erzählt von seiner Jugend, seiner Familie, dem Krieg, der Shoah, seinen verdrängten Erinnerungen und seinem Leben nach dem Krieg.

Auch wenn er nicht wirklich in Auschwitz eingebrochen ist, fasziniert seine Geschichte. Es ist nicht nur ein Ausschnitt, welcher von Auschwitz berichtet, es ist seine ganze Lebensgeschichte. Dadurch werden viele Themen und Probleme aus der Zeit angeschnitten. Es ist ein guter Einstieg in eine dunkle Epoche unserer Zeit und zeigt viele Verknüpfungen auf.

Das Buch ist in einem einfachen Schreibstiel geschrieben. Es ist wahrscheinlich geschrieben wie Denis Avey spricht und er sich an sein Erlebtes erinnern kann.
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3.0 von 5 Sternen Ein Augenzeugenbericht, 12. Dezember 2012
Von 
Mephitidas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der ins KZ einbrach (Taschenbuch)
Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich vorweg ein, zwei Fakten vorausschicken:
Der Autor des Buches, Denis Avey, ist ein Kriegsveteran des Zweiten Weltkrieges gilt seit der Nachkriegszeit gemeinhin als "British Hero of the Holocaust." Seine Erlebnisse, die Denis Avey im Zweiten Weltkrieg gemacht hat, hat er zusammen mit Rob Broomby 2011 in seinem Buch herausgebracht.

Inhalt:
*******
Das Buch erzählt somit die schier unfassbare Geschichte von Denis Avey, der sich aus jugendlichem Leichtsinn als englischer Soldat dem Krieg stellt und mit dem Schiff über den Ärmelkanal Einzug in die Kriegsgebiete des Zweiten Weltkriegs hält. Dabei erzählt Avey seine Geschichte, begonnen bei der Aushebung im Militär über die gescheiterten Versuche, Offizier zu werden bis hin zur Operation unter "Wüstenfuchs" Rommel und schliesslich der Gefangenschaft in Auschwitz in erstaunlich lockerem und vielfältigem Detailreichtum. Avey erinnert sich beinahe leichtfüssig an Fahrzeugtypen, Namen, Streiche und Albereien unter Kollegen, an die Namen der Mitgefangenen, Wege, Karten sowie Lagepläne und untersetzt den an sich eher schwermütigen Charakter seiner Erlebnisse mit einem beinahe unterhaltsamen Charakter, den er wohl nicht zuletzt seiner offenen und spontanen Art zu verdanken haben dürfte. Das Buch liest sich insgesamt eher wie ein Krimiroman denn eine Autobiographie, was ich an und für sich sehr geschätzt habe. Gleichzeitig verlangt die vergleichsweise einfache Erzählweise dem Leser nicht allzuviel ab, so dass man sich flüssig und relativ mühelos durch die Seiten liest.

Sehr geschätzt habe ich die persönliche Note, die Denis Avey mit einfliessen lässt. Ich hatte das Bild eines betagten aber grossartigen Geschichtenerzählers vor mir, dem ich nur zu gerne gerne einmal persönlich im Wohnzimmer lauschen würde.
So hat mich zum Beispiel die Anekdote eines Bolzenwechsels an seinen Raupenfahrzeugen gleichermassen gefesselt wie die Beschreibung der körperlichen Verfassung der Gefangenen in den Gefangenenlager. In jenem Gegangenenlager der IG Farben lernt Denis, als vergleichsweise "privilegierter" Aliierter, den jüdischen Häftling "Ernst" kennen, dem aufgrund seiner jüdischen Abstammung das weitaus tragischere Schicksal widerfährt. Aus Leichtsinn, Ungläubigkeit ob des Gehörten und auch aus Neugierde tauscht Avey die Uniform mit "Ernst", um sich einen Eindruck darüber zu verschaffen, wie ein jüdischer Zwangsarbeiter unter Nazideutschland behandelt wird. Dabei gerät Denis selbst in eine "jüdische Gefangenschaft".

Die schier unglaubliche Geschichte löst sich zum Schluss des Buches in einer atemberaubenden Suche nach Aveys einistigen Kollegen und Überlebenden des Krieges auf, die mit ihm Seite an Seite die Zeit in Auschwitz durchgestanden hatten. Zusammen mit der Schwester von "Ernst", seinem damaligen "Tauschkollegen", wirft Avey einen Blick zurück auf die schwere Zeit und erkennt sich eines Tages per Zufall in einer Reportage wieder, die - unabhängig von Aveys Erlebnissen - auf DVD erscheint. So finden Denis und Ernst, jahre nach dem Krieg, per Zufall wieder zueinander, ohne dass einer von ihnen je geblaubt hätte, nicht der einzige Überlebende dieses Erlebnisses zu sein. Ein rührendes Ende eines tapferen Helden, der sich zum Schluss die Reportage über sich und seine eigene Zeit in Auschwitz anschaut, die wiederum von seinem besten Kollegen "Ernst" erzählt wird.

Eine Geschichte, die ihresgleichen sucht!

Kritik
*****
In der Tat stellt das Buch keine objektive Aufarbeitung der historischen Ereignisse dar, denn es ist schliesslich ein subjektiver Augenzeugenbericht. Auch bleiben detailreiche, chronologische und biographische Ausführungen ein wenig auf der Strecke. Aveys Buch ist also mehr "Biographie" oder wenn man so will "Tagebuch" denn Geschichtsbuch. Und genau so (einfach) liest es sich.
Es ist die Lebensgeschichte eines Engländers, der unglaublich viel Mut bewiesen hat und mit seinen Berichten viel dazu beigetragen hat, dass die Gräueltaten von Auschwitz Kontur erhalten, ohne jedoch zu dramatisieren.
Auch halte ich es für leicht verfehlt, den Autoren aufgrund seines Schreibstils zu kritisieren. Denn der Autor ist kein "Autor", sondern schlicht ein Überlebender der ganz besonderen Sorte.

Streit um die Echtheit des Buches
**********************************
Dennoch möchte ich abschliessend auf die hitzige Debatte hinweisen, die sich um Aveys Erzählungen bezüglich der Echtheit seines Berichtes entfacht hat. Folgender Auszug stammt aus der FAZ vom 19.05.2011:

"Denis Avey [...] wurde vom damaligen britischen Premierminister Brown ausgezeichnet, er erhielt 2010 den Titel eines „British Hero of the Holocaust“. Der Titel der deutschen Ausgabe von Aveys Buch „Der Mann, der ins KZ einbrach“ zitiert eine Rezension der „Times“: Die Zeit für die Veröffentlichung sei „endlich“ gekommen, „jetzt, da die Augenzeugen aussterben und die Holocaustverleugnung wieder zunimmt“. Dass aber die deutsche Ausgabe des Buches ausgerechnet beim Verlag Lübbe erschien, der nicht gerade zu den führenden Publikationshäusern historischer Werke gilt und eher Unterhaltungsliteratur im Programm hat, mag zu der auffallenden Zurückhaltung in der deutschen Rezeption geführt haben.
Besprochen wurde das Werk nämlich nicht; nur das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ brachte am 14. Januar eine Art Home-Story des deutschen, in London ansässigen Journalisten Serge Debrebant, der indes bisher nur mit einem Schmunzelbuch hervorgetreten war („Japanische Schweine machen buubuu“, 2007); besondere zeitgeschichtliche Kompetenz konnte Debrebant also nicht vorweisen. Kenner ließen die Finger von Aveys Werk. Schon Debrebant gestand in seinem Artikel übrigens durchaus zu, dass es „Zweifler“ gab.
Auch das Publikationshaus Hodder & Stoughton, der Verlag der englischen Originalausgabe „The man who broke into Auschwitz“, hat eher Unterhaltung auf Lager; die einschlägige Abteilung, in der Aveys Buch ihren Platz fand, heißt bezeichnenderweise „History and Adventure“. Trotz vieler Warnungen scheint der Bedarf nach einer weniger sachlichen als menschlich nahen Schilderung der Massenmorde in den Vernichtungslagern auch heute noch eine Literatur hervorzubringen, die oft sentimental romantisiert oder, im schlimmeren Fall, auf freche Fälschung hinausläuft. Aveys Buch ist nicht das erste Werk dieser Gattung, hoffentlich bleibt es das letzte.
Jede Halb- oder Fünftelwahrheit auf diesem Gebiet ist nämlich eine Schädigung der wirklichen historischen Aufklärung, und kein Interesse an „Zeitzeugen“ kann hier als Entschuldigung angeführt werden. Inzwischen hat der Jüdische Weltkongress den englischen Verlag in deutlichen Worten zu einer Prüfung der Authentizität von Aveys Abenteuern aufgefordert. Die Einrichtung warnt vor einer „Trivialisierung“ des Holocaust und erinnert an die Vorgänger-Fälle Binjamin Wilkomirski alias Bruno Doesseker und Herman Rosenblat (F.A.Z. vom 2. Januar 2009: Holocaust-Buch zurückgezogen). Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem hat eine Ehrung von Avey nun abgelehnt: Unter den echten Zeugnissen aus Auschwitz gebe es keine, die Aveys Behauptungen auch nur entfernt bestätigten.
Einen Greis wie Avey zum Phantasieren zu bringen ist kein Ruhmesblatt, und ihn nun als Fabulierer entlarvt zu sehen, sollte das Publikum auch nicht befriedigen. Fragen muss sich ein anderer gefallen lassen. Denn geschrieben wurde das Buch wohl von Rob Broomby, der auch auf dem Umschlag als Mitautor genannt ist. 2009 meldete die BBC, dass Avey demnächst von Yad Vashem ausgezeichnet werde. Autor des Berichts war wiederum Broomby, offenbar der böse Geist hinter der ganzen Affäre, Berichterstatter und Mittäter in einer Person. Broomby ist ein an sich kaum bekannter Journalist, der einmal, 2000, für die BBC über Rassismus in Deutschland berichtet hatte, ein anderes Mal über Rassismus in der Schweiz. Wahrlich keine große Leuchte, sondern ein Mann, der mit wenig historischen Skrupeln eine Milchkuh für den eigenen schnellen Weg zum Ruhm gewittert haben muss. Fragen über ihre Qualitätsstandards muss sich deshalb auch die BBC stellen."
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Soldatenleben, 24. August 2011
Als ich mir dieses Buch kaufte ging ich nach Klappentext davon aus das der Autor längere Zeit im KZ verbrachte als nur die letztlich beschriebenen 2 Tage/Nächte.
Der Text an sich ist gut lesbar, aber für jemand der keine genaueren Kentnisse der Kriegsgeschehen in Afrika seitens der Engländer und Itlaiener und deren Ausrüstung hat wird es aber dann schnell langweilig. Erst wenn der Autor zu den Erlebnissen in den Lagern kommt wird das Buch wirklich interessant und auch die Nachkriegserlebnisse sind gut nachvollziehbar.
Alles in allem ist es eine interessante Biographie eines Soldaten vor dessen Leben und Erlebnissen man grossen Respekt haben muss , erfüllt aber nicht ganz das was Klappentext und Marketing versprechen
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Zeugnis über eine Zeit, die so nie wieder geschehen darf, 20. Februar 2012
Zum Inhalt:
Der Brite Denis Avey wurde 1918 geboren und meldetete sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig zum Militärdienst, wo er im Afrikafeldzug eingesetzt wurde, bei welchem er schwer verwundet und schließlich gefangen genommen wurde.
Nachdem mehrere seiner Fluchtversuche gescheitert waren, landete Denis Avey schließlich im Kriegsgefangenenlager E715 am Rande des KZ Ausschwitz. Dort wurde er zur Zwangsarbeit gemeinsam mit den jüdischen Häftlingen aus dem Lager Ausschwitz III verpflichtet, welche von den Kriegsgefangenen die "Geistreiften" genannt wurden. Denis Avey fragte sich immer mehr, was mit den jüdischen Häftlingen wirklich geschah, warum sie plötzlich verschwanden. Zwar vernahm man Gerüchte, doch er wollte es mit eigenen Augen sehen, um es später einmal bezeugen zu können. Aus diesem Grund tauschte er mit einem jüdischen Häftling die Kleidung und ging an dessen Stelle freiwillig ins Lager Ausschwitz III.
Jahrzehnte später berichtet Denis Avey über seine Erlebnisse während der Gefangenschaft, wird 2010 vom britischen Premierminister als "Hero of the Holocaust" geehrt und der BBC-Reporter Rob Broomby hilft ihm dabei, das Erlebte niederzuschreiben.

Meine Meinung:
Zunächst berichtet Denis Avey von seinen Erlebnissen während des Afrikafeldzugs, den nächtlichen Spitzelaktionen und den Kämpfen. Dieser Teil des Buches ist zwar sehr interessant, mir persönlich war er aber an manchen Stellen etwas zu militärisch und daher vielleicht etwas schwierig nachvollziehbar.
Ganz anders dann, als er beginnt, von seiner Gefangennahme und der folgenden Zeit zu erzählen. Ausführlich beschreibt Avey die katastrophalen Zustände in den Lagern, wie sich das Leben für britische Kriegsgefangene und die "Gestreiften" unterschied und wie er schließlich den Entschluss fasste, mit eigenen Augen zu sehen, wovon er bisher nur Gerüchte gehört hatte.
Bei Ausschwitz III handelte es sich um ein Nebenlager des riesigen Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau, jedoch gehörten letztlich alle zum gleichen Vernichtungsapperat und die Häftlinge in Ausschwitz III wurden durch Arbeit zu Tode gebracht. Die Häftlinge von Ausschwitz III leisteten gemeinsam mit den Kriegsgefangenen Zwangsarbeit für die IG Farben.
Unter dem größten Lebensrisiko tauschte Avey mit einem jüdischen Mitgefangenen Kleider und Identität und begabt sich in das Lager Ausschwitz III. Er beschreibt im Buch die schrecklichen Gerüche, die katastrophalen hygienischen Bedingungen, die völlig ungenügende Ernährung und die Enge und Beklemmtheit in den Baracken. Später vollzog er den selben Tausch nochmal unter Lebensbedingungen, um irgendwann einmal bezeugen zu können, was während des Holocaust wirklich geschah.
Dieses Buch ist ein erschütterndes Zeugnis über die Vernichtsanlagen der Nationalsozialisten und über den Mut eines Engländers, welcher nicht nur sein Leben auf Spiel setze, um die Gräueltaten zu bezeugen, sondern welcher gleichsam durch kleine Gesten versuchte, den jüdischen Häftlingen zu helfen, ihren schier aussichtslosen Überlebenskampf noch ein bisschen länger zu bewältigen.
Sicherlich war Aveys Entschluss auf jugendlichen Leichtsinn zurückzuführen, doch er bezeugt einen unglaublichen Mut und Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit.
Jahrzehntelang litt er unter den Auswirkungen seiner Gefangenschaft und erst im Alter schaffte er es schließlich, über die Geschehnisse zu sprechen und durch sein Buch ein herausragendes Plädoyer für Zivilcourage und Toleranz zu veröffentlichen.

"Die Leute glauben, so etwas könne nie wieder geschehen, erst recht nicht hier bei uns. Glauben Sie das nicht. Es ist gar nicht viel dazu nötig.
Damit das Böse Erfolg haben konnte, war nichts weiter nötig, als dass die Anständigen nichts unternahmen."

Fazit:
In Der Mann, der ins KZ einbrach schildert Denis Avey seine Lebensgeschichte, die geprägt ist durch einen gewissen jugendlichen Leichtsinn, durch welchen er im Stande ist, größten Mut aufzubringen, anderen zu helfen, selbst zu überleben und trotz aller Grauen um ihn herum menschlich zu bleiben. Das Buch ist ein wichtiges Zeugnis über eine Zeit, die so nicht wieder geschehen darf; wie schnell es geschehen kann, zeigt Avey auf. Das Buch hinterlässt beim Leser eine beklemmte, bedrückte Stimmung und dieser Erfahrungsbericht dient hoffentlich dazu, dass der Holocaust nie in Vergessenheit gerät oder gar heruntergespielt bzw. bestritten wird. Ein solches Vermächtnis sollte von jedem gelesen werden, es spiegelt die Wirklichkeit einer grausamen Zeit wieder und ich kann es nur jedem ans Herz legen, vor dieser nicht die Augen zu verschließen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buch über 2. Weltkrieg und KZ Auschwitz aus Sicht eines engl. Soldaten, 11. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der ins KZ einbrach (Taschenbuch)
Echtes Erleben wird spannend erzählt, gibt die Grausamkeiten eines Krieges wieder. Trifft auch für die Erlebnisse im KZ Auschwitz zu. Die weise wie er die Schwester seines Freundes wieder findet, ließe sich etwas kürzen. Kann jedem empfohlen werden, besonders für Jugendliche geeignet.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sehr große Enttäuschung!, 11. November 2011
Das Buch ist sehr enttäuschend, leider gerade auch in Hinblick auf das ernste Thema, dessen sich das Buch eigentlich widmet. Man merkt sehr schnell, das der Verfasser Engländer ist, mit der typischen Arroganz (Wir Briten sind die Besten) gegenüber anderen Nationen. Das betont er oft genug, und irgendwie hat er persönlich auch ein Problem damit, kein Offizier geworden zu sein. Woran es wohl lag? Lang und breit geht er auf Alles Mögliche ein. Vieles wird nur vom "Hörensagen" berichtet. Das Einschmuggeln in`s KZ - da dachte ich schon, jetzt berichtet er wirklich "aus erster Hand" - und dann kommt nichts. Zum Schluß wird ausführlichst über alles mögliche Belanglose geschrieben - Gähn.
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7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit., 12. Mai 2011
Es gibt Augenblicke, da verbindet sich das Private mit der Geschichte. Nicht immer direkt und auf den ersten Blick erkennbar, aber diese Augenblicke zeigen uns, auch wir sind ein Rädchen im Getriebe. In aller Regel ein kleines, aber immerhin. Am 2. Mai 2011 beging Israel den Jom haSchoah, den Holocaust-Gedenktag, Osama bin Laden wurde seiner gerechten Strafe zugeführt und ich wollte eine Rezension zum Buch Der Mann, der ins KZ einbrach" von Denis Avey schreiben. Nun werden Sie sich sicher fragen, was das Eine mit dem Anderen zu tun hat. Ich glaube, dass es in allen drei Fällen darum geht, nicht zu vergessen. Nicht zu vergessen, dass es Niedertracht, Hass, Menschenverachtung und Dummheit auf der Welt gibt und wohin diese führen kann. Für all die genannten Dinge steht sowohl der Faschismus als auch die Al-Quaida von Osama bin Laden. Der, wenn er nur gekonnt hätte, die Juden ins Meer getrieben hätte und dem Westen ein talibanöses Leben geschenkt hätte. Was lernen wir daraus, dass Israel, der Westen und die freie Welt insgesamt noch immer da sind? Wir lernen, dass es darauf ankommt, für seine Werte einzustehen und wehrhaft zu sein. Deshalb finde ich, nicht nur in Israel sollte der Holocaust-Gedenktag begangen werden, auch wir sollten uns an diesem Tag an seine Opfer erinnern. Nun gibt es vielfältige Möglichkeiten, dies zu tun. In Israel beispielsweise steht an diesem Tag um Punkt 10 Uhr das Leben für zwei Minuten still. Sirenen heulen, Autofahrer halten an, gedenken schweigend neben ihrem Auto und im Radio läuft getragene Musik. Man kann sich die beeindruckenden Schilderungen Überlebender im Visual History Archive der Shoah Foundation anschauen. Man kann in Berlin das Holocaust-Mahnmal oder die Ausstellung Topographie des Terrors besuchen. Seit neuestem gibt es sogar eine virtuelles Denkmal für Holocaust-Opfer auf Facebook([...] Oder man geht ins Berliner Kulturkaufhaus Dussmann und findet dort eine sehr große Bücherwand mit alter und neuer Literatur zum Thema (Ich empfehle hier immer das Buch Mila 18" von Leon Uris. Es bewegt mich noch heute und erfüllt mich auch ein wenig mit Stolz, dass ein deutscher Bundeskanzler, die einzig mögliche Geste vor dem Denkmal des Warschauer Ghettos gefunden und gewählt hat, die möglich war, den Kniefall.) Seit kurzem gibt es dort und ganz sicher auch in anderen gut sortierten Bücherläden das oben genannte Buch von Denis Avey.
Denis Avey, ein Brite, der wie so viele junge Menschen seiner Generation in den Krieg zog, der eine aus Patriotismus, der andere aus Abenteuerlust und viele, weil es einfach ihre Pflicht war, hinterlässt mit diesem Buch seine Überlebensgeschichte. Er schildert, wie er in Afrika bis zu seiner Gefangennahme kämpfte und wie er danach eine Reise durch mehrere Gefangenenlager bis ins Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz antrat. Auschwitz-Monowitz war das erste von einem privaten Industrieunternehmen (I.G.Farben, Rechtsnachfolger ist die Bayer AG) geplante und finanzierte Konzentrationslager, das ausschließlich für die Zwangsarbeit von Häftlingen vorgesehen war. Der Autor musste dort schwere Zwangsarbeit verrichten, aber kein Vergleich zu dem, was die jüdischen Gefangenen (die Engländer nannten sie Stripey`s) ertragen mussten. Sie waren Todgeweihte, die bis zu Ihrem unvermeidlichen Ende ausgepresst wurden. Fragte man an einem Tag nach, warum ein bestimmter Stripey nicht mehr da war, bekam man die erschreckend lapidare Antwort, er wäre durch den Schornstein gegangen.
Nun gibt es für uns Menschen zwei unabänderliche Naturgesetze, den Lebenswillen und die Neugier. Denis Avey hat, als er sich entscheiden musste, seine Neugier priorisiert und seinen Überlebenswillen für einen Moment der Wahrheit, für einen Moment des mit eigenen Augen gesehen haben, für einen Moment des der Nachwelt berichten können unterdrückt und sich ins Stripey-Lager einschmuggeln lassen.
Waren die GuLags Stalins Archipels, die kein Unbefugter" je zu Gesicht bekam, genau wie die Nordkoreanischen Straflager, so waren die Deutschen KZs eine über die Maßen effiziente Todesmaschine, wo es nicht um Bestrafung, sondern vor allem um Vernichtung (nun ja eine deutsche Erfindung halt, da darf man Effizienz erwarten) ging.
Denis Avey ist ein mutiger Mann, entgegen aller Wahrscheinlichkeit ist die Geschichte für ihn positiv ausgegangen. Nach Jahren der Traumatisierung hat er spät, aber nicht zu spät ein Buch vorgelegt, das man nur empfehlen kann. Weil es wider die Niedertracht, den Hass, die Menschenverachtung, die Dummheit, das Vergessen und wider die Intoleranz geschrieben wurde. Der englische Premier Gordon Brown würdigte Avey 2010 als Hero oft he Holocaust" und wenn man jemanden als Helden bezeichnen kann, dann wahrhaftig Denis Avey.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lügengeschichte, 19. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der ins KZ einbrach (Taschenbuch)
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Geschichte mit dem Austausch eine reine Lügengeschichte ist. Ich habe das Buch in der Hand gehabt und die wenigen Seiten über den Austausch gelesen und mir war sofort klar, dass diese verdächtig wenigen Seiten, die eigentlich überhaupt keine Begebenheiten, keine Namen (nicht mal von Mitgefangenen) enthalten verdächtig unstimmig sind, ganz zu schweigen vom unglaublich schlichten Schreibstil. Dann habe ich gegoogelt und bin sofort fündig geworden ... unter anderem hier: [...]
Also Finger weg von dieser Lügengeschichte, die noch dazu in einem unglaublich schlechten Stil verfasst wurde.
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8 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schade um die gefällten Bäume, 23. Juni 2011
Bisher dachte ich immer die 40 Mark für den Auftritt von Helge Schneider 1999 wären meine größte Fehlinvestition gewesen. Aber dieses Buch übertrifft alles bisher Dagewesene. Bei allem Respekt für Herrn Avey und dem was er mit Sicherheit in diser Zeit erlebt hat. Aber das ist sprachlich auf dem Niveau eines 8-Jährigen und inhaltlich so als sei der 2. Weltkrieg die Fortsetzung von Michel aus Lönneberga in der Ägyptischen Wüste. Nach Seite 77 kann ich weiter nichts mehr dazu sagen, ich konnte einfach nicht mehr weiter lesen. Wie gesagt, schade um die Bäume, die für dieses Papier herhalten mussten. 0 Sterne geht leider nicht, deshalb einer.
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Der Mann, der ins KZ einbrach
Der Mann, der ins KZ einbrach von Rob Broomby (Taschenbuch - 15. Februar 2013)
EUR 9,99
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